2.1 Was ist ein Sprichwort 2
2.2 Zusammenfassung der Definition 3
3. Die Interpretation des bulgarischen Sprichwortes:
3.1 Die formale Interpretation 5
3.2 Die stilistische Interpretation 6
3.3 Die inhaltliche Interpretation 6
II
1. Einleitung
Eine der natürlichsten Dinge, die in einer Sprache auftreten, sind Sprichwörter. Egal in welcher Sprache dieser Welt, oder zu welcher Zeit. Das Sprichwort findet überall seinen Platz. Aber es fasziniert nicht nur die reine Existenz von Sprichwörtern, sondern vielmehr ein Vergleich diverser. Denn vergleicht man verschiedene Sprichwörter, unterschiedlichster Sprachen miteinander, so sieht man, dass die Bedeutung sinngemäßer Sprichwörter fast überall die gleiche ist.
Natürlich bedarf es einer Interpretation einzelner Sprichwörter sowie einer sinnhaften statt einer wortwörtlichen Übersetzung, doch zeigen sich nahezu überall Parallelen auf. Das Hauptaugenmerk der vorliegenden Arbeit soll aber weniger auf einer bunten Vielzahl von Ländern liegen, sondern eher auf denen des Balkans. Als Zielland wurde dabei Bulgarien ausgewählt. Der Grund dafür ist eine gewisse Sicherheit im Umgang mit der bulgarischen Sprache, damit eine fehlerfreie Analyse des Sprichwortes gewährleistet ist. Als Themengebiet wurde für diese Arbeit das Verhältnis zwischen Mann und Frau gewählt.
Eine Fragestellung die sich für diesen Themenbereich anbieten würde, ist:
„Wie lässt sich das Verhältnis zwischen Mann und Frau auf dem Balkan – im speziellen in Bulgarien – durch die Interpretation eines Sprichwortes verallgemeinern?“
Dabei soll es nicht nur zu einer formalen oder stilistischen Interpretation eines Sprichwortes aus diesem Bereich kommen, sondern auch zu einer inhaltlichen Interpretation. Es spielen sowohl historische Gegebenheiten wie auch „balkantypische Gewohnheiten“ eine große Rolle, welche sicherlich näher zu betrachten sein werden. Bevor allerdings auf das Wesentliche – die Sprichwortanalyse – eingegangen wird, werden zunächst eventuelle Unklarheiten im Bezug auf Sprichwörter geklärt.
Desweiteren sei noch darauf hingewiesen, dass im weiteren Verlauf der Analyse ein weiteres Sprichwort, vielleicht sogar mehrere bulgarische Sprichwörter hinzugezogen werden, diese aber ausschließlich vergleichenden Zwecken dienen.
2. Begriffsklärung
Im Folgenden soll kurz der Begriff „Sprichwort“ näher erläutert werden. Dies dient dem Zweck, eventuelle Unklarheiten auszuräumen und dem Leser, auf theoretischer Basis, das „Sprichwort“ näher zu bringen.
2.1 Was ist ein Sprichwort?
Eine endgültige Definition des Sprichwortes liegt noch nicht vor, so versuchen sich zwar verschiedene Parämiologen daran, diese sind jedoch bisher immer wieder daran gescheitert. So stellt Archer Taylor fest, dass „es keine umfassende Definition des Sprichwortes geben kann“. 1 Seiler beispielsweise versucht sich mit einer Zusammenfassung deutschsprachiger Definitionen. Dabei versteht er unter Sprichwörtern, dass es sich um „im Volksmund umlaufende, in sich geschlossene Sprüche von lehrhafter Tendenz und gehobener Form“ handelt. Als Hauptmerkmal gilt dabei, die „Volksläufigkeit“. Diese „Volksläufigkeit wird als wichtiges Grundelement des Sprichwortes angesehen, wobei man allerdings bei der Popularität differenzieren muss. So gibt es Sprichwörter, die nur in einem Ort gesprochen werden, oder aber nur in einer Gegend oder einem Land Bekanntheit genießen. 2
Wichtig bei der Erklärung des Begriffes ist es allerdings immer darauf zu achten, dass es sich um einen vollständigen und festen Satz handelt. Desweiteren muss eine allgemeine Gültigkeit vorliegen welche in einprägsamer Sprache ausgedrückt wird. 3
Neben dieser Allgemeingültigkeit ist ein wichtiges stilistisches Mittel eines Sprichwortes vor allem die Bildhaftigkeit. So spricht Mieder davon, dass es kaum überrascht, „dass Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten, die man zum größten Teil als verbale Bilder beschreiben könnte, seit dem Mittelalter immer wieder von Künstlern verbildlicht worden sind.“ 4 Als Beispiele nennt er dafür Künstler wie: Hieronymus Bosch, Albrecht Dürer oder Wilhelm Busch.
1 Röhrich/ Mieder merken zudem an, dass es trotzallem an verschiedensten Definitionen von der Antike bis zur Gegenwart nicht gefehlt hat, in: Röhrich, Lutz/ Mieder, Wolfgang, Sprichwort, Stuttgart 1977, S. 1. 2 Vgl. ebd., S. 1 f.
3 Vgl. ebd., S. 2.
4 Mieder, Wolfgang, Sprichwörter/Redensarten – Parömiologie, Heidelberg 1999, S. 9.
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Daniel Iliev, 2008, Das Verhältnis zwischen Mann und Frau in Bulgarien, Munich, GRIN Publishing GmbH
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