Bachelorarbeit von Jan Wesseling
Veränderung der Luftverkehrsstrukturen in jüngster Zeit
Inhaltsverzeichnis
1. Zielsetzung 5
2. Einführung in das Luftverkehrssystem
2.1 Bedeutung innerhalb des Verkehrssystems 7
2.2 Entwicklung der Innovationen und Organisation 9
2.3 Überblick über die Luftverkehrspolitik 13
3. Globale Bedeutung des Luftverkehrs
3.1 Einfluss der Globalisierung und anderer Faktoren auf den Luftverkehr 14
3.2 Entwicklung des weltweiten Passagieraufkommens 18
3.3 Entwicklung des internationalen Luftfrachtaufkommens 20
3.4 Die Dienstleistungskette Luftfracht 24
4. Dynamik im Ost- und Südostasiatischen Raum
4.1 Wachstumsmarkt Ost- und Südostasien 27
4.2 Bedeutung der Low Cost Carrier 32
5. Luftverkehr in Europa
5.1 Entwicklung der internationalen Verkehrsflughäfen von 1993 bis 2003 36
5.2 Bedeutung des Geschäftsmodells Low Cost Carrier (L)CC für den
europ äischen Luftverkehrsmarkt 40
5.2.1 Strategie der Low Cost Carrier (L)CC 42
5.2.2 Strategie der Full Service Carrier (FS)C 45
5.2.3 Gegenüberstellung beider Geschäftsmodelle 46
6. Zusammenfassung und Ausblick 48
7. Verzeichnis der Quellen 55
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Verzeichnis der Abbildungen Abb. 1: Formen des Luftverkehrs 7 Abb. 2: Freiheiten der Luft nach internationalen Vereinbarungen 10 Abb. 3: Grundformen von Flugverkehrsnetzen (a) und Organisation am Drehkreuz (b) 11 Abb. 4: Netzwerk der Flugverbindungen zwischen der Triade 1982 und 1998 16 Abb. 5: TOP-30 Flughäfen nach Passagieraufkommen im Gesamt-Linienverkehr 2000 bzw. 2005 und nach Großregionen 17 Abb. 6: Entwicklung des Welthandels 1980-2003 21 Abb. 7: Die Dienstleistungskette „Luftfracht“ 25 Abb. 8: Flughafenstandorte in Ost- und Südostasien: Passagieraufkommen 2004 und Veränderung gegenüber 1999 30 Abb. 9: Billigfluggesellschaften in Ost- und Südostasien 33 Abb. 10: Entwicklung der 10 wichtigsten EU-Flughäfen 1993 bis 2003 36 Abb. 11: Fluggastverkehr der 10 wichtigsten EU-Flughäfen insgesamt -Anteil nach Destinationen 2003 39 Abb. 12: Marktanteil der Low Cost Carrier in Europa von 1991 bis 2007 41 Abb. 13: Prognose der Verkehrsleistungen im Personenverkehr (Deutschland) 49 Abb. 14: Prognose Passagierzuwachs Flughafen Frankfurt am Main bis 2020 52 Abb. 15: Prognosen für den weltweiten Personenluftverkehr nach
Verzeichnis der Tabellen Tab. 1: Entwicklung des Fluglinienverkehrs der ICAO-Staaten 1929 bis 2005 19 Tab. 2: Entwicklung der Fracht- und Postbeförderung 1930-2005 22 Tab. 3: Ausgewählte LCCs in Südostasien: Destinationen innerhalb Südostasiens 2008 und Veränderung gegenüber 2004 34 Tab. 4: Die 10 wichtigsten EU-Flughäfen für den Post- und Frachtverkehr im Jahre 2003 37 Tab. 5: Gegenüberstellung beider Geschäftsmodelle auf Anbieterseite 47 Tab. 6: Gegenüberstellung beider Geschäftsmodelle auf Nachfrageseite 48
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1. Zielsetzung
Der Beginn der Luftfahrt ist für die globale wirtschaftliche Entwicklung seither von enormer Bedeutung. Seit kaum einem halben Jahrhundert sind der Menschheitstraum vom Fliegen und die jährliche Urlaubsreise eine Selbstverständlichkeit geworden. Das Massenverkehrsmittel Flugzeug trug neben der Informations- und Kommunikationstechnik nicht unerheblich zur Entwicklung des „Global Village“ bei. Theoretisch ist jeder Flughafen innerhalb von 24 Stunden zu erreichen, jedoch kann ein innerdeutscher Flug von München nach Hamburg, aufgrund von Nebelbänken, auch eine Tagesreise werden. Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die Entwicklung der Luftverkehrsstrukturen in jüngster Zeit geben, da sich diese u. a. durch die Innovation der „Low Cost Carrier“ (LCC) global erheblich verändert haben, vor allem aber im ost- und südostasiatischen Raum. Die Darstellung bedeutender Netzwerke und
luftverkehrstechnischer Grundlagen sollen nach der Lektüre des ersten Kapitels ein Verständnis der Luftverkehrsstrukturen ermöglichen.
Im zweiten Kapitel soll ein Überblick über globale Raumstrukturen im Luftverkehr hinsichtlich der Passagierentwicklung, aber auch der Luftfrachtentwicklung und deren Bedeutung gegeben werden. Um an dieser Stelle eine Bewertung vornehmen zu können, werden die Entwicklung des Welthandels in jüngster Zeit und die damit verbundenen Rahmenbedingungen für den Cargo-Sektor dargestellt.
Bei einer globalen Betrachtung darf die Marktposition von Flughafenstandorten nicht unberücksichtigt bleiben. Hinsichtlich dessen ist der dynamischen Entwicklung im ost- und südostasiatischen Raum ein eigenes Kapitel gewidmet. Es soll deutlich werden, welche Entwicklungen sich in den Räumen Ost- und Südostasiens vollziehen. Der Luftverkehr in Europa wird anhand der Bedeutung der internationalen Verkehrsflughäfen im vierten Kapitel verdeutlicht. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der Bedeutung der Low Cost Carrier, d. h. es werden zwei Geschäftsmodelle gegenübergestellt, und zwar die Low Cost Carrier (LCC) und Full Service Carrier (FSC) und der Frage nachgegangen, inwiefern Low Cost Carrier für den Strukturwandel im
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Luftverkehr verantwortlich sind. Abschließend folgen eine Zusammenfassung und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Luftverkehrs.
2. Einführung in das Luftverkehrssystem 2.1 Bedeutung innerhalb des Verkehrssystems
Gesamt betrachtet, stellt die Beförderung von Gütern und Personen per Flugzeug den am stärksten wachsenden und dynamischsten Bereich im Verkehrssystem dar. Die Vorteile des Luftverkehrs sind nach HESSE & NUHN (2005, S. 136ff) vor allem in der Schnelligkeit des Transportes von Personen und hochwertigen Gütern über längere Distanzen begründet. Der Einsatz eines Lufttransportmittels unterschiedlicher Größe und Reichweite gestaltet sich flexibel. Doch die Tatsache als solche ist erst vorteilhaft, wenn dem Transportgut kurze Umschlagszeiten zuverlässig gewährt werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die relativ gut kalkulierbare Transportzeit mit überschaubaren Verspätungen. Letztlich spielt der Faktor Wetter eine erhebliche Rolle, hinsichtlich des Dispatches (Flugplanung). Man muss sich vergegenwärtigen, dass der Transport mit dem Flugzeug relativ hohe Transportkosten bei sperrigem und schwerem Massengut verursacht, da das Kapazitätsvolumen eines Flugzeuges selbstverständlich nicht mit dem eines Schiffes bzw. Güterzuges verglichen werden kann. Daraus resultiert ein hoher Energiebedarf pro befördertem Gut. Neben zuverlässigem Fluggerät und Infrastruktur sind Überwachungssysteme für die Flugsicherung erforderlich, die ebenfalls hohe Kosten verursachen, die jedoch aufgrund der schnellen Beförderungszeit die Konkurrenzfähigkeit des Luftverkehrsmarktes nur bedingt einschränken.
Nach der Funktion ergeben sich unterschiedliche Formen des Luftverkehrs (s. Abb. 1).
Im „Abkommen von Chicago“ der International Civil Aviation Organization (ICAO) vom 07.12.1944, wie POMPL (2006, S. 31ff) darstellt, umfasst der öffentliche Luftverkehr die Bereiche Linienflugverkehr und Gelegenheitsverkehr. Unter Linienflugverkehr wird „any sheduled air service performed by aircraft for the public transport of passengers, mail or cargo” verstanden (vgl. ICAO Convention, Kapitel. XXII). Somit ist das Luftfrachtsegment unter Linienflugverkehr zu kategorisieren. Weiterhin benötigen Luftfahrtunternehmen in der Bundesrepublik Deutschland, die Personen oder Sachen gewerbsmäßig durch Luftfahrzeuge auf bestimmten Linien öffentlich und regelmäßig befördern (Fluglinienverkehr), eine entsprechende Flugliniengenehmigung (vgl. LuftVG: § 21 Abs. 1).
Was kennzeichnet nun den Linienflugverkehr? In erster Linie ist der Linienflugverkehr durch Regelmäßigkeit und Linienbindung gekennzeichnet. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Low Cost Carrier (LCCs) aus dem Marktsegment des Schienenschnellverkehrs große Anteile übernommen haben. POMPL (2006, S. 35) ist, aus wirtschaftlicher Sicht, der Auffassung, dass keine direkte Differenzierung des Low Cost Segments vorgenommen werden kann, da sich die wirtschaftlichen Prinzipien des Linienflugverkehrs und des Gelegenheitsverkehrs stark überschneiden (Näheres in Kapitel 5.2). NUHN & HESSE (2005, S.141) vertreten die These, dass dem LCC-Segment eine besondere Stellung im öffentlichen Luftverkehrssystem aus verkehrsgeographischer Sicht zuzuschreiben ist. Und zwar dadurch, dass es den Linienflug- und Chartermodus in einem Konzept vereint hat und nur Kurz- und Mittelstreckenflüge anbietet. Zum zivilen Luftverkehr zählt ebenso der private Luftverkehr. Darunter fallen Geschäftsflugzeuge (Learjet etc.) und der allgemeine Luftsport (Motorflug, Segelflug, Ballonfahrten).
Da dem Personen- und Geschäftsverkehr eine besondere Bedeutung zuzuschreiben ist, liegen die großen Flugplätze in der Nähe von Agglomerationen und haben sich dort zu attraktiven Standorten für spezielle Gewerbe und Dienstleistungen entwickelt. Damit verbunden und in der aktuellen Diskussion immer wieder betont, spielen die Auswirkungen auf das globale Klima eine große Rolle, vor allem die Ozonschädigung in Reiseflughöhe.
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2.2 Entwicklung der Innovationen und Organisation
Seit jeher ist der Traum vom Fliegen in der Menschheitsgeschichte nachzuweisen. Schon Da Vinci hat Fluggeräte erdacht. Erst Ende des 18. Jahrhunderts gelang es den Brüdern Montgolfier, einen Heißluftballon erfolgreich zu erproben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte eine zunächst langsame Entwicklung von Fluggeräten ein. Diese hat sich jedoch ab Mitte des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit enorm beschleunigt. Den Anfang für die Überquerung des Atlantiks mit Passagieren im Linienverkehr machte das Luftschiff von Graf Zeppelin. Der Flugpionier Otto Lilienthal baute bereits Ende des 19. Jahrhunderts Gleitfluggeräte, die von den Gebrüder Wright mit beweglichen Flächenelementen ausgerüstet und zu steuerbaren Motorflugzeugen optimiert wurden. In Kriegszeiten wurden Bomber und Jäger mit stärkeren Motoren erstmals in stabiler Metallbauweise konstruiert und eingesetzt. (Der Bereich Militär wird in dieser Arbeit nicht betrachtet.) Nach dem Ersten Weltkrieg fanden zunächst Erkundungsflüge mit Doppeldeckern und Wasserflugzeugen statt. Charles Lindbergh feierte seinen Triumph, als er mit der „Spirit of St. Louis“ per Direktflug den Atlantik überquerte. Trotzdem war man nach diesen Flugvorhaben noch sehr skeptisch, da es sicherer zu sein schien, die um 1910 entwickelten Wasserflugzeuge weiterhin einzusetzen, falls ein Motorausfall über dem Gewässer auftrat. Des Weiteren erfolgte der Ausbau eines regelmäßigen Post- und Passagierdienstes nach dem Erfolg Lindberghs. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Gasturbinen mit Treibschrauben sowie Strahl- und Raketenantriebe zum Einsatz. Schon 1947 wurde mit der Innovation „Concorde“ die Schallgrenze überschritten. Die UdSSR zog 1967 mit der Tupolev TU-144 nach. Beide Neuerungen waren jedoch nicht erfolgreich, da sie nur 5 % Nutzlast ihres zulässigen Gesamtgewichts an Passagieren befördern konnten (ca. 113 Pass.). Konventionelle Verkehrsmaschinen konnten den dreifachen Anteil Nutzlast für die Fluggäste nutzen. Hinzu kamen hohe Energiekosten, so dass tatsächlich bis zum Jahr 2000 nur 20 von 250 geplanten Concordes zum Einsatz unter Air France und British Airways kamen. Bis heute verzichtet man aus wirtschaftlichen Gründen darauf, Überschallpassagierflugzeuge weiterzuentwickeln.
In den 1970er Jahren entwickelte Boeing die B-747, die bis heute das erfolgreichste Großraumflugzeug ist. Durch einsetzende Konzentrationsprozesse auf dem USamerikanischen Flugzeugbauer-Markt blieb die Boeing Corporation als Führender
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bestehen. Da auch die europäische Konsolidierung der Flugzeugindustrie zu erwarten war, wurde 1969 das Airbus Konsortium durch die Fusion von der französischen Aerospatiale Matra, der deutschen DASA und der spanischen CASA gebildet. Dieser Verbund wurde zeitweise stark subventioniert und ist heute mit 49 % Marktanteil der zweitgrößte Anbieter von Großflugzeugen (vgl. NUHN & HESSE, S. 137ff). Das grundlegendste Innovationspotenzial ist mittlerweile weitestgehend ausgeschöpft. Dennoch besteht ein Optimierungspotenzial, das aus Gründen des Energieverbrauchs und ökologischer Probleme erschlossen werden muss.
Die damaligen Entwicklungen wurden überwiegend durch öffentliche Mittel und Privatiers unterstützt. Heute bestimmen große internationale Airlines die Entwicklung der Zivilluftfahrt.
Nun zur Organisation des allgemeinen Luftverkehrs: 1944 wurden auf der internationalen Konferenz der ICAO neuere Rechtsgrundlagen vereinbart. NUHN & HESSE (2005, S. 145) zählen hierzu die so genannten „Freiheiten der Luft“ (s. Abb. 2), deren Anzahl von fünf auf acht erweitert wurde.
Diese Beschlüsse bzw. „Freiheiten der Luft“ sind die Arbeitsgrundlage für Fluglinien, Flugsicherungsbehörden und Flughäfen. Auch sind bilaterale Abkommen (mit dem Partnerland) auf Flugstrecken, das Transportgerät, die Bedienungsfrequenzen sowie Kapazitäten, Preise und Gewinnaufteilung zu berücksichtigen. Ziviler wie militärischer Luftverkehr ist erheblichen internationalen Regulierungen unterworfen. In so genannten Flugplan- und Tarifkommissionen der Fluggesellschaften unter der Leitung der International Air Transport Association (IATA) sind z. B. weltweit gültige Flugpreise vereinbart worden (vgl. Pressemitteilung der EU-Kommission vom 14.03.2005). Die Folge ist, dass der Wettbewerb unter den Mitgliedern der IATA weitestgehend eliminiert wurde. Vorteile ergeben sich dadurch für den Passagier. So sind einheitliche Beförderungsdokumente sowie einheitliche Verkaufs-, Beförderungs- und Abrechnungsmodalitäten entstanden, so dass der Passagier ebenfalls einen Anspruch auf die Beförderung seiner Gepäckstücke hat.
Hinsichtlich der Organisation bzw. Definition von Flugrouten lassen sich nach NUHN & HESSE (2005, S. 143f) drei Grundformen unterscheiden: Direktverbindungen, Netze und Drehscheiben (Hubs), siehe Abbildung 3.
Abb. 3: Grundformen von Flugverkehrsnetzen (a) und Organisation am Drehkreuz (b)
Quelle: Nuhn & Hesse (2005)
Zur Veranschaulichung einer Direktverbindung: Ein Flugzeug startet von seinem Basisflughafen (A) in Richtung des Zielflughafens (D). Auf dessen Route sind, wenn
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nötig, Zwischenstopps aus technischen Gründen oder zur Aufnahme von Ladung eingeschaltet. Werden Netzstrukturen (Drehkreuze) betrachtet, sind diese charakteristisch für binnenländische, aber auch internationale Flugverbindungen. Somit können sich auch größere Gesellschaften, die weltweit fungieren, in ein Netz zusammenfügen. Grundlage hierfür ist die Vereinbarung „Freiheiten der Luft“ für die Beförderung von Personen und Fracht. Kleinere Fluggesellschaften, die ein geringeres Potenzial an Passagieren transportieren, versuchen den Marktanteil zu vergrößern, indem sie Flugverbindungen zwischen Drittstaaten durchführen.
Aufgrund der geographischen Lage und infrastrukturellen Erschließung eines Flughafens ist die Möglichkeit gegeben, Flughäfen als Drehkreuze auszubauen. Zu diesen Drehkreuzen gehören London Heathrow (mit British Airways), Paris Charles des Gaulles (mit Air France) und Frankfurt am Main (mit Lufthansa). Frankfurt ist das Drehkreuz (Hub) der Lufthansa AG. Übertragen auf Abbildung 3 bedeutet dies, dass ein Flugzeug vom Flughafen A über den Hub X zum Zielflughafen D gelangt. Es wird von einem Uhrglas-Hub gesprochen, wenn die Verbindung zwischen zwei Regionen durch den Hub als Zwischen- bzw. Umsteigestation geführt wird. Als Beispiel für das o. g. System ist Singapur zu nennen. Dort werden Flüge aus dem asiatischen und australischen Raum gebündelt und nach Europa bzw. Nordamerika weitergeleitet. Von einem Hinterland-Hub wird gesprochen, wenn der Flughafen als Sammelpunkt für eine bestimmte Airline genutzt wird, um Anschlussflüge außerregionaler Zielflughäfen anbieten zu können. Hierfür nennen NUHN & HESSE (2005, S. 144f) Delta Airlines mit Atlanta als ein Beispiel. In Atlanta führt Delta Airlines täglich 600 Abflüge mit nationalen und internationalen Zielen durch. Damit wird ein Umschlag von ca. 20.000 Passagieren erreicht.
Aufgrund der starken Regulierung versuchen Airlines durch Kooperationen und strategische Allianzen (z. B. „Star Alliance“) eine Ausweitung des Netzwerks unter Umgehung juristischer Restriktionen zu erreichen, indem Code-Sharing angewendet wird. Hierbei vereinbaren Fluggesellschaften einen gemeinsamen Nutzen von Flugrechten auf einer Route unter einer offiziellen Codenummer. Als ein Beispiel hierfür wäre die ehemalige innerdeutsche Städteverbindung Bremen - Berlin/Tegel zu nennen. Cimber Air, eine dänische Airline, führte diese Städteverbindung mit einer ATR 42-300 unter dem
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Arbeit zitieren:
Jan Wesseling, 2008, Veränderung der Luftverkehrsstrukturen in jüngster Zeit, München, GRIN Verlag GmbH
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