Gliederung
1. Einleitung 3
2. Soziale Gerechtigkeit im Gesundheitswesen 3
3. Strukturelle Ungleichbehandlung im Gesundheitswesen in Deutschland 4
3.1 Ungleichbehandlung von Privatpatienten und Kassenpatienten 5
3.2 Ungleichbehandlung zwischen chronisch und akut Erkrankten 7
4. Fazit 10
Literaturverzeichnis 11
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1. Einleitung
Das soziale Krankenversicherungssystem in Deutschland galt dank der solidarisch finanzierten gesetzlichen Krankenversicherung, durch die jeder Versicherte Zugang zur Krankenversorgung hat lange Zeit international als vorbildlich angesehenes Erfolgsmodell, wenn es darum ging sozial- und gesundheitspolitisch, der sozial bedingten Ungleichheit vor Krankheit und Tod entgegenzuwirken. Im Zuge der Kostendämpfungspolitik im Gesundheitssystem kam es, verstärkt seit 1998, zu Reformmaßnahmen, in deren Folge die soziale Gerechtigkeit im Gesundheitswesen zusehends zu erodieren scheint. Das
Gesundheitswesen der BRD ist in den letzten Jahren zunehmend am ökonomischen Primat ausgerichtet und ethische Aspekte wie beispielsweise soziale Gerechtigkeit treten zusehends in den Hintergrund.
In dieser Hausarbeit möchte ich deshalb die Frage klären, inwieweit es im derzeitigen Gesundheitswesen in Deutschland sozialer Gerechtigkeit gibt. Zunächst wird einführend in Kapitel 2 dargestellt was soziale Gerechtigkeit im Gesundheitssystem bedeutet, bzw. der Begriff soziale Gerechtigkeit näher erläutert. Im dritten Kapitel wird auf die aktuelle Problemlage des Gesundheitssystems eingegangen. Im Mittelpunkt seht die Darstellung struktureller Ungleichbehandlungen im deutschen Gesundheitswesen.
Die Arbeit schließt im 4. Kapitel mit einem Fazit.
Um mögliche Missverständnisse zu vermeiden soll der Begriff soziale Gerechtigkeit zunächst näher erläutert werden, wobei ich mich in dieser Hausarbeit vor allem auf soziale Gerechtigkeit im Sinne von Gleichbehandlung im Gesundheitswesen konzentriere.
2. Soziale Gerechtigkeit im Gesundheitswesen
In der vorliegenden Arbeit gehe ich von der Grundannahme aus, dass die Errungenschaften der modernen Medizin allen Kranken in gleicher weise und in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen müssen.
Zentrale Aufgabe des Gesundheitswesens ist der Erhalt, die Förderung und die Wiederherstellung der Gesundheit.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) formuliert in Artikel 1 ihrer Satzung: “Gesundheit ist der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen, und sozialen Wohlbefindens und nicht nur des Freiseins von Krankheit und Gebrechen. Die Erlangung des bestmöglichen Gesundheitszustandes ist ein Grundrecht jedes Menschen ohne Unterschied von Rasse, Religion, politischer Überzeugung, ökonomischer und sozialer Stellung“.
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Fundamentale Voraussetzung für soziale Gerechtigkeit im Gesundheitswesen ist zunächst der egalitäre Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die Leistungen einer bedarfsgerechten gesundheitlichen Versorgung nach dem aktuellen Stand des Wissens einschließlich präventiver und gesundheitsfördernder Maßnahmen sowie eine menschenwürdige palliativmedizinische Versorgung sollten ständig zur Verfügung stehen und allen gleichermaßen zugänglich sein und zwar unabhängig vom Einkommen und ohne Diskriminierung von Altersgruppen, Geschlecht oder persönlicher Merkmale. In Fällen, in denen Leistungserbringer für eine besondere, nur begrenzt zur Verfügung stehende Behandlung die Wahl zwischen mehreren potentiellen Patienten, haben alle in Frage kommenden Patienten Anspruch auf ein faires Auswahlverfahren für diese Behandlung. Die Auswahl muss auf transparenten medizinischen Kriterien beruhen. Weitere elementare Punkte bei der Gleichbehandlung von Patienten sind der kollektive Anspruch auf eine menschenwürdige Behandlung und auf eine hohe Versorgungsqualität.
3. Strukturelle Ungleichbehandlung im Gesundheitswesen in Deutschland
Das Gesundheitswesen in Deutschland steht durch den veränderten Versorgungsbedarf, aufgrund des demographischen Wandels und wachsender medizinischer Möglichkeiten zunehmend vor der Herausforderung, die knappen Gesundheitsressourcen gerecht zu verteilen.
Das Gesundheitssystem entwickelt sich immer mehr zu einem Spannungsfeld zwischen Ökonomisierung und sozialer Gerechtigkeit.
Vor dem Hintergrund, dass es in Deutschland unterschiedliche Lebenserwartungen und Krankheitslasten in Abhängigkeit von sozioökonomischen Faktoren gibt, ist zu hinterfragen, ob die Mittel und Leistungen des Gesundheitswesens in Deutschland nach einem Verständnis von sozialer Gerechtigkeit verteilt werden, dass auf Gleichheit, Bedürftigkeit und Dringlichkeit beruht.
Es ist gegenwärtig im Gesundheitswesen der Bundesrepublik die Tendenz zu beobachten, dass außermedizinische Selektionskriterien einen entscheidenden Einfluss auf die Versorgung von Kranken haben (Deppe 2005, S. 194). In den folgenden Kapiteln wird dargestellt, inwiefern Kriterien wie der Versichertenstatus und der sozioökonomische Status sowie die Art der Erkrankung in die Behandlung der Kranken und in Entscheidungen von Ärzten einfließen und zu einer Ungleichbehandlung führen.
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Astrid Zwanzig, 2008, Soziale Gerechtigkeit im Gesundheitswesen in Deutschland, Munich, GRIN Publishing GmbH
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