Germanistisches Seminar Anke Müller der Universität Heidelberg Proseminar: Musik-Erzählungen des 19.Jahrhunderts 28.April 1998
Heine als
2
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Heines Leben und seine Zeit
2. Zensur
3. Geschichtliches zur Musikkritik
3.1 Heines Musikkritiken
Heine in Paris
4.
Heine und der Saint-Simonismus
5.
Die Musikberichte
6.
Hillers Konzert
6.1
Les Huguenots
6.2
6.3 Brief 9 und 10 über die französische Bühne
6.4 Lutezia
7. Heines Schreibstil
7.1 Die Literarische Technik
7.1.1 Die Verlängerte Metapher
7.1.2 Die Gleichnisse
7.1.3 Das fingierte Gespräch
7.1.4 Der Vergleich
7.1.5 Erklärung des Kunstwerks anhand eines anderen
Kunstgebiets
7.2 Heines Witz
8. Die Komponisten
8.1 Giacomo Meyerbeer
8.2 Gioacchino Rossini
8.3 Franz Liszt
8.4 Frédéric Chopin
8.5 Ferdinand Hiller
8.6 Hector Berlioz
8.7 Gaspare Spontini
8.8 Felix Mendelssohn-Bartholdy
8.9 Niccoló Paganini
8.10 Vincenzo Bellini
Schlu ßwort
Literaturverzeichnis
3
Einleitung
„Wir wissen nicht, was Musik ist. Aber was gute Musik ist, das wissen wir, und noch besser wissen wir, was schlechte Musik ist.“ 1
Ja, man kann nicht leugnen, daß Heine sehr wohl wußte, was er für gute, und was er für schlechte Musik hielt, und man kann auch nicht leugnen, daß er wußte, wie er seine Meinung am besten kundtun konnte. Heine scheute sich nie, Musiker und ihre Werke zu beurteilen, auch wenn er selbst mehrfach sein Laientum auf diesem Gebiet betonte. Heine war mit vielen Komponisten und Musikern seiner Zeit befreundet oder zumindest bekannt, und seine Musikkritiken waren oft dementsprechend personenbezogen. Sein Urteil änderte sich meist dann, wenn der Betreffende nicht mehr mit ihm befreundet war oder ihn in irgendeiner Weise verärgert hatte.
Nichtsdestotrotz ist Heines Musikkritik wesentlich von dem zentralen Konflikt zwischen deutscher und italienischer Musik geprägt, der die Musikästhetik des 18. Und 19. Jahrhunderts beschäftigte. Eng verbunden ist Heines Musikauffassung auch mit der von E.T.A. Hoffmann. Beide suchen in der Musik das Zauberhafte, das den Hörer in eine andere Welt trägt. Und beide haben ihre dichterische Tätigkeit in den Bereich der musikalischen Tageskritik verlegt, um den Lesern die Musik bildhaft zu beschreiben.
Auch mit Herder verbindet Heine einiges. Herder sucht in der Musik die Volksverbundenheit und das Nationalgefühl, und sowohl Heine als auch Herder finden in der italienischen Oper „schmachtendüppige Gesänge“ und in der deutschen Oper „das wahre, schlicht Deutsche“. 2
Ich möchte mit dieser Arbeit einen Überblick über Heines Musikkritiken liefern. Die Berliner Briefe werde ich nicht behandeln, da ich mich hauptsächlich auf Heines kritische Beschäftigung mit Musik während seiner Pariser Zeit konzentriere.
1 Windfuhr, Michael (Hrsg.). Heinrich Heine. Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke,
Düsseldorfer Ausgabe, Hamburg, 1980, 12/1, 273 Alle weiteren Angaben zu dieser Ausgabe sind so gekennzeichnet: DHA
2 Mann, Michael. Heinrich Heines Musikkritiken, Heine-Studien, Michael Windfuhr (Hrsg.), Hamburg,
1971, 135
Alle weiteren Angaben zu diesem Buch sind so gekennzeichnet: MM
4
1. Heines Leben... ...und seine Zeit
1797 Harry Heine wird am 13. Dezember als Sohn jüdischer Eltern in 1799 Napoleon steigt zum ersten Düsseldorf geboren. Konsul auf.
Schulzeit in Düsseldorf. Heine verläßt das Gymnasium ohne Reifezeugnis. 1811 Heine erlebt den Einzug
Napoleons in Düsseldorf.
1815-1819
Heine beginnt eine Banklehre im Bankhaus des Onkels Salomon Heine in Hamburg.
1817 Erste Gedichte werden
veröffentlicht.
1819 Heine schreibt sich zum
Jurastudium an der Universität Bonn ein.
1820 Studium in Göttingen, kurz
darauf Verweis von der Universität wegen „Unkeuschheit“ 1821 Studium in Berlin. Heine findet Zugang zur literarischen Szene, veröffentlicht in der Folgezeit Briefe, Gedichte, Essays.
1822 Reise nach Polen.
Begegnung mit Hegel. Veröffentlichung der Berliner Briefe. 1824 Besuch bei Goethe in Weimar. Heine studiert wieder in Göttingen.
1825 Heine läßt sich protestantisch auf den Namen Christian Johann Heinrich Heine taufen.
1826 Reisebilder I erscheint beim Verlag Hoffmann und Campe in Hamburg.
1827 Heine reist durch England. Veröffentlichung Reisebilder II und Buch der Lieder, eine der populärsten Gedichtsammlungen des 19.Jahrhunderts (13 Auflagen zu Heines Lebzeiten).
1828 Reise nach Italien
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1830
Reisebilder III
wird ver-
öffentlicht. Als Heine die Nachricht von der Julirevolution in Paris bekommt, hält er sich gerade auf Helgoland auf. 1831 Heine reist nach Frankreich und besucht Paris, das damalige kulturelle Zentrum Europas und
entschließt sich, dort zu bleiben. Er macht Bekanntschaft mit Belsac, Berlioz, Chopin, Dumas, Viktor Hugo, Liszt, Nerval, u.a. 1833 Beginn der Mitarbeit an
französischen Blättern.
1835 Verstärkte Zensur.
Ein Bundestagsbeschluß verbietet die Schriften Heines in Deutschland.
1841 Heirat mit Crescentia Eugenie Mirat, genannt Mathilde. Ende der Jahres lernt Heine Karl Marx in Paris kennen.
1843 Reise nach Hamburg
1844 Veröffentlichung von
Deutschland. Ein Wintermärchen.
1847 Veröffentlichung von
Atta Troll. Ein Sommernachtstraum.
erscheinungen verschlechtert sich Heines Gesundheitszustand rapide. In den Folgejahren ist er an sein Krankenbett gefesselt, das er selbst
„Matratzengruft“ nennt. 1851 Die Gedichtesammlung Romanzero erscheint.
1854 Lutezia I und II - Berichte über Politik, Kunst und Volksleben wird veröffentlicht.
1856 Heine stirbt am 17.Februar. Seine Beisetzung findet am 20.Februar auf dem Friedhof Montmartre in Paris statt.
Arbeit zitieren:
Anke Balduf, 1998, Heinrich Heine als Musikkritiker, München, GRIN Verlag GmbH
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