Verfasser I
Verfasser
Patrick Koops
Magister Artium
09. Fachsemester
Fächer: Politikwissenschaft (HF), Neuere Geschichte (NF), Neuere englische Literaturwissenschaft (SE), Text- und Mediengermanistik (SE)
Im Rahmen des Hauptseminars: „Intermedialität“ (WS 2006/2007)
Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Verfasser I
Inhaltsverzeichnis II
1 Einleitung. 2
2 Begriffsbestimmung: Intermedialität 4
3 Intermedialitätskonzeption nach Schröter 7
3.1 Synthetische Intermedialität 7
3.2 Formale oder Trans-mediale Intermedialität 9
3.3 Transformationale Intermedialität. 10
3.4 Ontologische Intermedialität. 10
3.5 Zwischenergebnis 11
4 Intermedialitätskonzeption nach Rajewsky. 12
4.1 Phänomenbereiche des Intermedialen. 12
4.1.1 Medienkombination - Multi, Pluri- oder Polymedialität, Medienfusion 12
4.1.2 Medienwechsel, Medientransfer, Medientransformation 14
4.1.3 Intermedialer Wechsel 14
5 Intermedialität und Multimedialität 16
6 Fazit 17
Literaturverzeichnis 19
Einleitung 2
1 Einleitung
“Der Begriff Intermedialität deutet auf mediale Brückenschläge, das
Zusammenspiel verschiedener Medien. Zu denken wäre hier vor allem an
Verbindungen zwischen Musik, Tanz, bildender Kunst, Sprache. In aller
Vorläufigkeit ließe sich generalisierend von kulturell kodierten
Kommunikationssystemen sprechen, die sich beeinflussen, nachahmen,
berühren oder gar zu einer Einheit verbinden können.“ 1
Aufbauend auf dem Konzept der Intertextualität aus den sechziger Jahren, der eine Theorie der Beziehungen zwischen den Texten formuliert, entstand der Begriff der Intermedialität. 2 Wie aktuell dieser Begriff in der heutigen Forschung ist, ist schon erkennbar am Beginn eines Beitrags von Joachim Paech von 1998:
“Intermedialität ist >in<.“ 3
Mediale Ausdrucksformen bewegen sich immer weiter aufeinander zu, vermischen sich und stehen in Wechselbeziehung zueinander. Die Abkapselung einzelner Medien gegenüber anderen medialen Ausdrucksformen ist hingegen „out“. Begünstigt wird die Bedeutungszunahme des Begriffs „Intermedialität“ durch die Entwicklung zu einer multimedialen Gesellschaft sowie durch zunehmende Verwendung intermedialer Kunstausdrucksformen. 4
Aufgrund der Aktualität des Begriffs Intermedialität ist es umso erstaunlicher, dass sich bislang in der Forschung keine durchgängige Definition des Begriffs
1 Eicher, Thomas (1994): Was heißt (hier) Intermedialität?, in: Thomas Eicher, Ulf Bleckmann (Hrsg.): Intermedialität. Vom Bild zum Text. Bielefeld: Aisthesis, S. 11 - 28, hier S. 11.
2 Vgl. Pfister, Manfred (1985): Konzepte der Intertextualität, in: Ulrich Broich, Manfred Pfister (Hrsg.): Intertextualität. Formen, Funktionen, anglistische Fallstudien. Tübingen: Niemeyer, S. 1 - 30.
3 Paech, Joachim (1998): Intermedialität. Mediales Differenzial und transformative Figuration, in: Jörg Helbig (Hrsg.): Intermedialität: Theorie und Praxis eines interdisziplinärischen Forschungsgebiets. Berlin: Schmidt, S. 14 - 30, hier S. 14; im Folgenden zitiert: Paech (1998).
4 Vgl. Rajewsky, Irina O. (2002): Intermedialität. Tübingen: A. Francke Verlag, S. 1 - 5; im Folgenden zitiert: Rajewsky (2002).
Einleitung 3
durchgesetzt hat. Die Beiträge von Schröter (1998) und Rajewsky (2002) beinhalten bislang die meines Erachtens bedeutendsten Ansätze und Theorien. Schröter geht davon aus, dass „es niemals darum gehen kann, einen integralen Begriff von Intermedialität zu vertreten. Der Begriff ist so vielfältig wie die Diskurse, in denen er produziert wird.“ 5
Ziel dieser Arbeit ist nicht eine Definition des Intermedialitätsbegriffs zu schaffen. Vielmehr sollen einige gängige Intermedialitätskonzeptionen mit ihren Ansätzen und Theorien dargestellt werden. Im Vordergrund steht die Frage, lässt sich der Begriff der Intermedialität in unterschiedliche Typen mit verschiedenen theoretischen Modellen einteilen? Was sind die Ansätze bei der Kreierung einer Intermedialitätstheorie? Kann es überhaupt hinsichtlich des umfassenden Forschungsfeldes eine allgemeingültige Intermedialitätstheorie geben?
Zuerst wird diese Seminararbeit eine theoretische Verortung des Begriffs „Intermedialität vornehmen um einen Überblick zu bekommen. Um die oben genannten Fragen zu klären, wird zunächst die Intermedialitätskonzeption von Schröter (1998) dargestellt. Schröter (1998) unterscheidet vier Typen der Intermedialität, und zwar die synthetische Intermedialität, die formale oder transmediale Intermedialität, die transformationale Intermedalität und die ontologische Intermedialität. Anschließend wir ein neuerer Ansatz der Intermedialitätsforschung von Rajewsky vorgestellt. Rajewsky nimmt eine Dreiteilung des
Intermedialitätsbegriffs vor und unterscheidet folgende Phänomenbereiche des Intermedialen, und zwar die Medienkombination, den Medienwechsel und den intermedialen Wechsel. Abschließend erfolgt eine genauere Bestimmung des Verhältnisses zwischen Intermedialität und Multimedialität. 6
5 Schröter, Jens (1998): Intermedialität. Facetten und Probleme eines aktuellen medienwissenschaftlichen Begriffs, in: montage/av 7.2. Zeitschrift für Theorie & Geschichte audiovisueller Kommunikation, S. 129 - 154, hier S. 149; im Folgenden zitiert: Schröter (1998).
6 Vgl. Schröter (1998), S. 129 - 154.
Begriffsbestimmung: Intermedialität 4
2 Begriffsbestimmung: Intermedialität
Wie definiert sich der Begriff „Intermedialität“? Rajwesky bezeichnet den Begriff „Intermedialität“ als „termine ombrello“ 7 oder aber auch „ombrellone“. 8 Ein Begriff in der wissenschaftlichen Diskussion, der mit unterschiedlichen Bedeutungen und Theoriekonzeptionen belegt ist. Seit den 1990er Jahren versammelt sich unter dem Hyperonym „Intermedialität“ eine ganze Reihe auf den ersten Blick nicht zusammenpassender Termini, zum Beispiel „Multimedialität“, „Poly- oder Plurimedialität“, „Transmedialität“, „Medienwechsel“, „Medientransfer“ und „mediale Transformationen.“ Diese Termini sind zum Teil Subkategorien der Intermedialität, können partiell aber auch als gleichwertige Kategorien angesehen werden. Weitere Begriffe wie „mixed media“, „Ekphasis“, „transposition d’art“, „ut pictura poesis“, „Veroperung“, „Verfilmung oder Adaption“, „novelization“, „Musikalisierung der Literatur“, „Narrativisierung der Musik“, „Digitalisierung des Films“, „Klangkunst“, „Hyperfiction“ et cetera finden unter dem großen Sonnenschirm der Intermedialität ihren Platz. 9
Doch wo genau beginnt eigentlich „Intermedialität“? Wilhelm Füger geht dieser Frage in einem Aufsatz aus dem Jahr 1998 nach, indem er Überlegungen über die Etymologie des Begriffs „Intermedialität“ anstellt:
“Der Begriff Intermedialität enthält den der Medialität, dieser wiederum den
des Mediums, und letzterer findet auf unterschiedliche Sachverhalte
Anwendung. Von öffentlichen, elektronischen, audio-visuellen Medien und
7 Rajewsky (2002), S. 6; „termine ombrello = Schirm-Begriff.
8 Rajewsky (2002), S. 6; „termine ombrellone“: Das Suffix “-one” verweist im Italienischen auf eine größere Einheit, in diesem Fall auf einen größeren Schirm, nämlich den Sonnenschirm (ombrellone) im Vergleich zum Regenschirm (ombrello).
9 Vgl. Rajewsky (2002), S. 1 - 11; Vgl. dazu auch: Roloff, Volker (2008): Intermedialität und Medienanthropologie. Anmerkungen zu aktuellen Problemen, in: Joachim Paech, Jens Schröter (Hrsg.): Intermedialität - Analog/Digital. Theorien - Methoden - Analysen. München: Fink Verlag, S. 15 - 29.
Arbeit zitieren:
Patrick Koops, 2008, Intermedialitätskonzeptionen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das linguistische Relativitätsprinzip – Ein Überblick über die Entwick...
Seminararbeit, 21 Seiten
Selbstreflexion des Theaters in Samuel Becketts »Endspiel«
Hausarbeit, 22 Seiten
Der Dokumentarfilm, authentische Abbildung oder Montage der Wirklichke...
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Carmen - Sauras Carmen, von der Novelle zum Film
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Seminararbeit, 13 Seiten
Kulturgeschichte - Intention und Substanz einer neuen Geschichtsschrei...
Seminararbeit, 16 Seiten
Darstellung postmoderner Aspekte in Christoph Ransmayrs Werk 'Die ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 17 Seiten
Globalisierung der Kommunikation und Gegenöffentlichkeiten
Medien / Kommunikation - Massenmedien allgemein
Hausarbeit, 24 Seiten
Deutsche Passionsspiele des Späten Mittelalters
Zwischen städtischem Volksthea...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Elemente des Erhabenen und Empfindsamen sowie deren Wirkung in der Ode...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 38 Seiten
Product Placement - Möglichkeiten und Grenzen einer neuen Werbeform
Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Hausarbeit, 17 Seiten
Zu Hans Jacob Christoph von Grimmelshausen "Der abenteuerliche Si...
Literaturwissenschaft - Vergleichende Literaturwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Spiel - Theater - Pädagogik - Zirkus: Zusammenhang und Verbindungsmögl...
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Das Bild als Element in der medialen Berichterstattung - wie werden Bi...
Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Hausarbeit, 16 Seiten
Formate der Geschichtsdarstellung im Fernsehen: Historische Dokumentat...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Seminararbeit, 14 Seiten
Neue kulturelle Formen der Vergesellschaftung. Ausgeführt am Beispiel ...
Soziologie - Kultur, Technik und Völker
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 47 Seiten
Fontane, Theodor - Der Stechlin - Raum- und Dingsymbolik in Theodor Fo...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 13 Seiten
Die interkulturelle Wirkung des Textes am Leser in Özdamars "Die ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 21 Seiten
Patrick Koops hat den Text Intermedialitätskonzeptionen veröffentlicht
Patrick Koops hat einen neuen Text hochgeladen
Intermedialität in Hispanoamerika: Brüche und Zwischenräume
Intermedialidad en Hispanoamér...
Uta Felten, Isabel Maurer Queipo
Deutsch-französische Porträts ...
Fernand Hörner, Harald Neumeyer, Bernd Stiegler
Intermedialität von Text und Bild bei Alexander Kluge
Zur Korrespondenz von Früher N...
Hyun Soon Cheon
Intermedialität in Eugene O'Neills Dramen
The Emperor Jones, The Hairy A...
Sabine Winkelmann, Martin Middeke, Hubert Zapf
0 Kommentare