Gliederung
Einleitung. 3
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1.1 Begriffsklärung 3
1.2 Bedeutung der Maquiladora-Industrie in Lateinamerika 4
Entstehung und Entwicklung der Maquiladora-Industrie in Mexiko 6
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Maquiladoras und Stadtentwicklung in Mexiko. 8
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3.1 Standorte 8
3.2 Beschäftigtenstruktur 10
3.3 Bevölkerungsentwicklung. 13
3.4 Flächenverbrauch 13
3.5 Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. 14
3.6 Industrielle Suburbanisierung 15
3.7 Rückkoppelungseffekte. 16
3.8 Städtepaarungen (twin cities) 18
3.9 Kulturelle Annäherung an Angloamerika 19
3.10 Soziale Problemfelder 20
Fazit 23
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Literaturverzeichnis. 24
5
Anhang 26
6
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1 Einleitung
Die Maquiladora-Industrie stellt vor allem in Mexiko eine Schlüsselgröße in der ökonomischen und urbanen Entwicklung dar. In dieser Arbeit wird untersucht, inwieweit diese exportorientierte Industrieform Auswirkungen auf die regionale Entwicklung hat. In diesem Zusammenhang wird die Frage geklärt, in welchen Bereichen der Stadtentwicklung Verbindungen zur Maquiladora-Industrie bestehen und welche positiven wie negativen Folgen diese nach sich ziehen. Es wird zudem zu klären sein, inwieweit mexikanische Städte eine Sonderstellung in Lateinamerika einnehmen und welche Verbindungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika bestehen. Des Weiteren stellt sich die Frage, ob die Maquiladora-Industrialisierung als regionale Entwicklungsstrategie erfolgreich war und wie sich Perspektiven für die Zukunft gestalten.
Um die Grundlagen für die Betrachtung des Themas zu schaffen, wird zunächst eine Begriffserklärung gegeben. Anschließend werden die Bedeutung der Maquiladora-Industrie in Lateinamerika sowie die Entwicklung der Maquiladora-Industrie in Mexiko dargestellt. Im Hauptteil dieser Arbeit erfolgt dann die Betrachtung konkreter Auswirkungen auf die Stadtentwicklung in der Grenzregion zu den USA. Abschließend werden die zentralen Punkte für die Stadtentwicklung sowie die Aussichten für die Zukunft in einem Fazit zusammengefasst.
1.1 Begriffsklärung
Der spanische Begriff maquila bezeichnet traditionell die Menge an Getreide oder Öl, die ein Landwirt dem Müller im Austausch für das Mahlen seines Ausgangsproduktes zahlt (Arreola und Curtis 1993, S. 202). Die Bezeichnung Maquiladora oder kurz Maquila wurde gewählt, da diese Industriebetriebe ursprünglich reine Lohnarbeit leisteten, also die Güter, die sie veredelten, nicht selbst besaßen. Da diese Form der reinen Belieferung mit Dienstleistungen selten geworden ist, ist der Begriff Maquiladora-Industrie nach dem Wortursprung heute eine Fehlbezeichnung (MacLachlan und Aguilar 1998, S. 316 f).
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Eine Maquiladora (Maquiladora de Exportación) stellt typischerweise eine arbeitsintensive Produktionsanlage der verarbeitenden Industrie dar, in der importierte Güter für den Export montiert werden. Beispiele sind die Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie sowie die Montage von Möbeln, Werkzeugen und Ausrüstungsgegenständen, Fertigung von Transportmittelzubehör wie Sitzen, Sicherheitsgurten und Spritzgussteilen und von elektrischen und elektronischen Bauteilen 1 . Hauptabnehmer sind die Vereinigten Staaten, es wird aber auch in andere Staaten exportiert. Beispielsweise nach Kanada, aber auch nach Asien und Europa (Fuchs 2003b, S.108).
1.2 Bedeutung der Maquiladora-Industrie in Lateinamerika
Da die Importsubstitutionspolitik in Lateinamerika je nach Staat bis in die 1980er Jahre und länger aufrechterhalten wurde und der Organisationsgrad der Industriearbeiter (bspw. in Gewerkschaften) im Vergleich zu Asien höher ist, entwickelte sich in Lateinamerika bis heute vergleichsweise wenig exportorientierte Industrie (Wilson, S.9ff). Mexiko profitiert dagegen von seiner direkten Nähe zu den Mutterkonzernen und Absatzmärkten in den Vereinigten Staaten, einem der wichtigsten Standortfaktoren für Maquiladora-Industrien (South 1990, S.564) und nimmt in dieser Beziehung eine Sonderrolle in Lateinamerika ein. „The Mexican border can be viewed as an extension of the U.S. Sunbelt, not in terms of Sunbelt industrialization, but rather as a geographic extension of cheap labor” (South, S. 565).
Nach dem mit den USA assoziierten Freistaat Puerto Rico war Mexiko im Jahre 1966 das zweite lateinamerikanische Land, das exportorientierte Industriestandorte einführte. Allein in der Grenzregion Mexikos gab es 1984 bereits mehr Maquiladoras als in allen anderen lateinamerikanischen Staaten zusammen.
1 Elektrik bezeichnet einfache Schaltungen wie sie beispielsweise in Lichtschaltern benötigt werden, Elektronik setzt sich dagegen aus komplexeren Schaltungen zusammen, die beispielsweise in Telefonen oder Computern Verwendung finden.
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2 Entstehung und Entwicklung der Maquiladora-Industrie in Mexiko
Von 1930 bis zur Unterzeichnung des General Agreement on Tariffs and Trade (GATT) im Jahre 1986 verfolgte Mexiko wie andere Länder Lateinamerikas das Ziel der Import-Substitution. Durch Zölle geschützt siedelte sich die Industrie in dieser Zeit vor allem in den größeren Städten im inneren des Landes an, während der Norden aufgrund des peripheren Standortes im Vergleich unterentwickelt blieb (MacLachlan und Aguilar 1998, S. 317). Die Randlage wurde jedoch im Jahre 1965 aufgehoben, als im Rahmen eines mexikanischen Programms zur Industrialisierung der Grenzregion unter bestimmten Bedingungen zollfreier Handel mit den USA möglich wurde. Das Programm wurde ins Leben gerufen, um der Arbeitslosigkeit von zirka zweihunderttausend ehemaligen Saisonarbeitern in der Grenzregion entgegenzuwirken. Ein Jahr zuvor hatten die USA ihr bracero- Programmaufgehoben, welches Saisonarbeitern 22 Jahre lang die legale Einreise in die USA gestattet hatte (Biles 2004, S.520; Barragán 2006, S. 382).
In Folge des Industrialisierungsprogramms siedelten sich Maquiladora-Industrien nahe der Grenze zu den Vereinigten Staaten von Amerika an. Vom Secretariat of Commerce and Industrial Promotion (SECOFI) als solche registriert, konnten diese Industrieanlagen innerhalb einer Entfernung von 20 Kilometern zur Grenze Maschinen, Rohmaterial sowie Verpackungsmaterial zollfrei importieren, sofern die Endprodukte wieder exportiert wurden (MacLachlan und Aguilar 1998, S. 318). Für den Reimport von Fertigprodukten, die sich aus in den USA hergestellten Einzelteilen zusammensetzten, erhoben die USA nur Einfuhrzölle auf die im Ausland erwirtschaftete Wertsteigerung. Wichtigster Faktor war jedoch stets das weit niedrigere Lohnniveau in Mexiko, die Zollerleichterungen stellten einen zweitrangigen Anreiz dar (MacLachlan und Aguilar 1998, S. 327). Mexiko folgte damit der Entwicklungsstrategie Hongkongs und Puerto Ricos, die zwischen 1960 und 1964 bereits Erfolg versprechende Freihandelszonen eingerichtet hatten (Wilson 1992, S. 8f).
Im Zuge einer Liberalisierung der Bestimmungen in den 1970er und 1980er Jahren wurde zum einen die vollständige Übernahme der Maquiladoras durch ausländische Investoren ermöglicht und zum anderen die Beschränkung auf das
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Grenzgebiet aufgehoben, so dass Maquiladoras nun im gesamten Staatsgebiet entstehen konnten. Zudem konnten nun auch Zulieferer von Maquiladoras Zollfreiheit erhalten und die Maquiladora-Standorte selbst konnten bis zu 50 Prozent (1997 waren es bereits 70 Prozent) ihrer Produktion auf dem heimischen Markt absetzen, sofern sie auf die hierfür importierten Materialien Abgaben leisteten (MacLachlan und Aguilar 1998, S. 317).
Seit 1994 ist Mexiko Mitglied im nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA, engl. North American Free Trade Agreement). Dieses erlaubt den zollfreien Import aller Güter aus dem Nordamerikanischen Raum. Am ersten Januar 2001 waren im Rahmen dieser Vereinbarung alle Importzölle auf Industriegüter zwischen Mexiko und den USA vollständig abgeschafft (MacLachlan und Aguilar 1998, S. 328). In Folge dessen wurden Maquiladoras nicht mehr formell beim SECOFI registriert. Im ursprünglichen, formellen Sinne existiert diese Industrieform also nicht mehr. Dies schlägt sich nachteilig für Firmen nieder, die Waren von außerhalb der NAFTA nach Mexiko importieren. Seit Wegfall der Maquiladora-Regelung können sie nun nicht mehr von Zollvorteilen profitieren. Ihr Anteil ist allerdings gering, vor allem japanische Betriebe sind hier betroffen (MacLachlan und Aguilar 1998, S. 328).
Obwohl die Bezeichnung Maquiladora heute sowohl vom Wortursprung (siehe 1.1) als auch nach Eintritt in die NAFTA formell veraltet ist, hat sie sich in der Fachliteratur gehalten. In dieser Arbeit wird sie für den Zeitraum nach 2001 daher gleichbedeutend mit dem Begriff der exportorientierten Industrie verwendet. Vor 2001 sind dagegen nur die vom SECOFI als Maquiladoras registrierten Standorte angesprochen.
Maquiladoras stellen heute die vorherrschende Industrieform in Mexiko dar (Kopinak 2004, S. 11). Etwa 45,5 Prozent der Standorte beziehen ihr Kapital aus dem eigenen Land, während 48,6 Prozent mit US-amerikanischen Direktinvestitionen und 5,9 Prozent über Direktinvestitionen aus anderen Ländern finanziert werden (MacLachlan und Aguilar 1998, S. 325).
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Arbeit zitieren:
Yvonne Studtfeld, 2006, Maquiladoras und Stadtentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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