Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Problemexposition. 3
2. Die Polarität des öffentlichen Raumes 4
3. Walter Siebel - Polaritätsverschiebungen. 5
4. Klaus Selle - Kritik am öffentlichen Raum 7
4.1 Öffentlich nutzbare Räume oder hybride Räume 8
4.2 Gegenargument zum Verfall des öffentlichen Raums. 9
4.3 Unterscheidung von öffentlichen und privaten Räumen im Vergleich zu Siebel 10
5. Ulfert Herlyn - Wandel der städtischen Öffentlichkeit. 12
6. Fazit 14
7. Literaturverzeichnis 15
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1. Problemexposition
Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit der Fragestellung, in wie weit der öffentliche Raum in der europäischen Stadt einem Wandel unterliegt, und wie sich dieser Wandel in den urbanen Räumen manifestiert.
Hans Paul Bahrdt bezeichnet die Stadt als …
„[…] eine Ansiedlung, in der das gesamte, also auch das alltägliche Leben die Tendenz zeigt sich zu polarisieren, d.h. entweder im sozialen Ag-gregatzustand der Öffentlichkeit oder in dem der Privatheit zu finden ist.“ (Vgl. Bahrdt, 1961, S. 83f.)
Im Folgenden soll kritisch hinterfragt werden, ob diese Polarität, von der Bahrdt spricht und die er als notwendiges Basiselement der Stadt bezeichnet, in dieser Form noch feststellbar ist, oder welche Faktoren einen möglichen Wandel bedingen.
Im Zuge dessen sollen die Überlegungen dreier bekannter Stadtsoziologen zum städtischen Wandel von Öffentlichkeit und Privatheit einander gegenübergestellt und vergleichend betrachtet werden.
Im Anschluss an die Problemexposition werden die fünf Dimensionen von Öffentlichkeit und Privatheit dargestellt und dadurch die Theorie Bahrdts weiter ausdifferenziert. Die Überlegungen Walter Siebels, zur Verschiebung der Polaritäten schließen an diese Ausführungen an und werden mit Klaus Selles Vorstellungen von öffentlich nutzbaren Räumen verglichen. Ulfert Herlyns Ansatz vom Wandel der städtischen Öffentlichkeit wird ebenfalls betrachtet, jedoch lediglich auszugsweise und in Form eines Exkurses.
Im Fazit werden die Erkenntnisse zusammengefasst und kritisch hinterfragt.
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2. Die Polarität des öffentlichen Raumes
Die Polarität des öffentlichen Raumes ist eine zentrale These des Soziologen Hans Paul Bahrdt. Wie bereits aus dem Zitat in der Problemexposition dieser Ausarbeitung ersichtlich, definiert sich die europäische Stadt durch ein gewisses Spannungsverhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit. Je stärker die Polarität ausgeprägt ist, desto urbaner ist der Charakter der Ansiedlung. Nach Bahrdt ist neben einer unvollständigen Integration auch Kommunikation und Arrangements trotz Distanznormen durch stilisiertes Verhalten, Voraussetzung für Öffentlichkeit. (Häussermann/Siebel, 2004, S. 55ff.)
In der Stadt besteht demnach für jedes Individuum die Möglichkeit eine gewisse Anonymität zu wahren. Im Zuge jeder neuen Kontaktaufnahme kann die Person selbstständig entscheiden, welche Aspekte ihrer Persönlichkeit sie preisgibt und welche sie ihrem Gegenüber verheimlicht. Auf diese Weise kann die eigene Identität stetig neu definiert werden. (ebd., S. 57)
Bahrdts Definition der Stadt ist nicht universell auf jede Stadt übertragbar, sondern lediglich auf die bürgerliche, europäische Stadt. Die Dialektik zwischen privatem und öffentlichem Leben ist eines ihrer bedeutendsten Charakteristika. Ist keine bürgerliche Gesellschaft gegeben, existiert auch kein öffentlicher Raum. (Siebel, 2007, S. 79)
„Die öffentliche Sphäre marktförmig organisierter Ökonomie und demokratisch verfasster Politik und als ihr Gegenüber die private Sphäre familiärer Intimität und selbständiger Warenproduktion sind die Geburtsmerkmale des Idealtypus der bürgerlichen Gesellschaft wie der europäischen Stadt.“ (Vgl. ebd., S. 79)
Das polare Verhältnis von öffentlichen zu privaten Räumen lässt sich in fünf Dimensionen der Unterscheidung ausdrücken: Neben der funktionalen existieren noch die juristische, soziale, symbolische und normative Dimension. (ebd., S. 80f.)
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Die Assoziation des öffentlichen Raumes mit den Merkmalen Markt und Politik, sowie die Verknüpfung des privaten Raumes mit Produktion und Reproduktion bedingt die funktionale Dimension. Eine strikte Trennung zwischen privatem und öffentlichem Recht ist Basis für die Polarität der juristischen Dimension. Die soziale Dimension betrifft den Umgang der Menschen im öffentlichen Raum mitein-ander. Öffentlichkeit ist demnach als eine Bühne hochstilisierter Selbstdarstellung zu sehen, auf der sich Menschen als Fremde begegnen (Häussermann/Siebel, 2004, S. 35f.). Symbolische bzw. materielle Unterscheidungsmerkmale zwischen Öffentlichkeit und Privatheit liegen in der Signalisierung von Zugänglichkeit oder aber Exklusivität durch verschiedene städtebauliche Merkmale. (Siebel/Wehrheim, 2003, S. 4)
Die fünfte Dimension die Siebel benennt, ist die der normativen Unterscheidung. Öffentlicher Raum drückt demnach die Hoffnung auf ökonomische, politische und soziale Integration ohne Negation der Differenz aus. Der private Raum befriedigt den Wunsch nach entfalteter Subjektivität im Kontext familiärer Intimität und ökonomischer Autonomie. (Siebel, 2007, S. 81)
Strittig ist, ob es sich bei der normativen Unterscheidung um eine eigenständige Dimension handelt. Aus diesem Grund wird sie im folgenden Abschnitt, in dem die Polaritätsverschiebungen analysiert werden, nicht betrachtet.
Die Verschränkung dieser fünf Dimensionen bedingt die Entstehung einer qualitativen Differenz zwischen öffentlichen und privaten Räumen. Vermehrte Verschiebungen zwischen den jeweiligen Polaritäten beeinträchtigen das dualistische Verhältnis und verwischen die Grenzen zwischen öffentlich und privat. (Siebel, 2006, 67ff.)
3. Walter Siebel - Polaritätsverschiebungen
Was mit eben dieser Aussage gemeint ist, und wie sich diese Verschiebungen ausdrücken wird im Folgenden dargestellt.
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Arbeit zitieren:
Tobias Meints, 2008, Der Wandel des öffentlichen Raumes, München, GRIN Verlag GmbH
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