Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis............................................................................................................ 1
1. Einleitung. 2
2. Die Entwicklung Duisburgs im Mittelalter. 2
2.1 Die Gründung der Stadt 2
2.2 Die Entwicklung ab dem 10. Jahrhundert. 3
2.3 Die Typologie 4
2.4 Die Territorialstadt 6
3. Der Corputius-Plan. 6
3.1 Johannes Corputius 7
3.2 Die Geschichte des Plans 8
3.3 Erkenntniswert historischer Stadtansichten 9
3.4 Die Darstellung. 11
3.4.1 Die Stadtmauer. 13
3.4.2 Die Kirchen und Klöster. 15
3.4.3 Die Märkte 17
3.4.4 Die Veränderungen 20
4. Bedeutung des Plans 22
5. Literaturverzeichnis 24
1. Einleitung
Diese Arbeit befasst sich mit der Struktur der mittelalterlichen Stadt am Beispiel der Stadt Duisburg. Grundlage der Untersuchung ist der so genannte Corputius-Plan aus dem Jahr 1566. 1
Die Arbeit soll zunächst einen kurzen Überblick über die Geschichte und Entwicklung Duisburgs geben. Damit einhergehend soll eine Einordnung der Stadt Duisburg in die in der Forschung verwandte Typologie vorgenommen werden. Danach soll kurz auf das Leben und Wirken von Johannes Corputius, dem Verfasser des Plans eingegangen werden, um sich dann im Folgenden mit dem Plan selber eingehend zu beschäftigen. Dabei soll anhand einiger Beispiele die Struktur der Stadt näher beschrieben werden und dabei auf die Ergebnisse der Stadtarchäologie eingegangen werden.
Abschließend soll in einem Vergleich mit den Darstellungen anderer Städte der Frage nachgegangen werden, welchen Zweck der Plan erfüllen sollte und welche Bedeutung ihm noch heute zukommt.
Diese Arbeit fußt, soweit sie sich mit der Stadt befasst, im Wesentlichen auf den Aufsätzen von Joseph Milz und Günter von Roden sowie denen des Archäologen Günther Krause, weitere Literatur wurde zur Ergänzung herangezogen.
2. Die Entwicklung Duisburgs im Mittelalter
Im Folgenden soll ein kurzer Abriss über die Entwicklung der Stadt Duisburg gegeben werden.
2.1 Die Gründung der Stadt
Die Anfänge der Stadt Duisburg liegen im Dunkel der Geschichte verborgen, so dass es verschiedene Legenden und Spekulationen über die Ursprünge Duisburgs gab. 2 Die erste gesicherte urkundliche Nachricht über Duisburg stammt aus dem Jahr 883/84 als von einem Raubzug der Normannen berichtet wird, die das
1 Der Duisburger Stadtplan des Johannes Corputius von 1566, Multimedia-CD-Rom, hrsg. von der Gerhard-Mercator-Gesellschaft e.V., Duisburg 2002. (im Folgenden zitiert als: Corputius, CD)
2 Roden, Günter von: Geschichte der Stadt Duisburg. 1. Band; Duisburg 3 1975, S.27-29. (im Folgenden zitiert als: Roden, Geschichte)
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„oppidum Duisburh“ besetzen. 3 Als Bebauung vermutet man eine um 740 angelegte befestigte Hofanlage, wobei unklar ist, ob es sich schon um einen Königshof handelte. 4 Die erste direkte schriftliche Quelle über eine Königspfalz in Duisburg stammt aus dem Jahr 1145. Es sind allerdings verschiedene Aufenthalte der Könige aus sächsischem und salischem Haus bekannt, so dass zusammen mit den archäologischen Erkenntnissen ab dem 10. Jahrhundert eine Pfalz angenommen werden kann, die aus dem vorherigen Königshof entstanden war. 5 Der Königshof, also der Wirtschaftshof zur Versorgung des Königs, wurde verlegt. In den Quellen wird seine genaue Lage immer wieder erwähnt und man findet ihn auch noch auf dem Corputius-Plan eingezeichnet, worauf weiter unten noch eingegangen wird. Neben dem Königshof, der späteren Pfalz, ist noch eine Kaufleutesiedlung zu vermuten. Eine Abrechnung aus dem Jahr 893 erwähnt Abgaben von Friesen, die in dieser Zeit die Fernhändler schlechthin waren. 6 Königshof und Kaufleutesiedlung befanden sich im Bereich des heute noch so genannten Burgplatzes. Von der Kaufleutesiedlung dieser Zeit sind keine Spuren erhalten, Reste des Königshofes und der späteren Pfalz liegen unter dem heutigen Rathaus. 7
2.2 Die Entwicklung ab dem 10. Jahrhundert
Der Bereich des heutigen Burgplatzes eignete sich ideal für die Anlage einer Befestigung. Das Gelände lag erhöht und war Überschwemmungssicher. 8 Für die Kaufleute dürfte zum einen der Schutz der Burg ein Grund zur Ansiedlung gewesen sein, weitere waren aber sicherlich, dass der Rhein oder zumindest ein Altarm des Rheins zu dieser Zeit noch direkt am Burgberg vorbei floss und die
3 Pietsch, Hartmut: Duisburg - die Stadt im Mittelalter. Einführung; in: Ders. u. Joseph Milz (Hg.): Duisburg im Mittelalter, Quellen und Materialien zur Geschichte und Entwicklung der Stadt Duisburg, Band 2; Duisburg 1985, S. 5. (im Folgenden zitiert als: Pietsch, Einführung)
4 Roden, Geschichte, S. 28-31.
5 Pietsch: Einführung, S. 5.
6 Milz, Joseph: Duisburg im Mittelalter. Das Bild der Stadt. Zu den Modellen im Niederrheinischen Museum; in: Ders. u. Pietsch, Hartmut (Hg.): Duisburg im Mittelalter, Quellen und Materialien zur Geschichte und Entwicklung der Stadt Duisburg, Band 2; Duisburg 1985, S. 28-29. (im Folgenden zitiert als: Milz, Bild der Stadt)
7 Siehe dazu: Krause, Günter: Neue archäologische Erkenntnisse zur Duisburger Königspfalz. In: Château Gaillard, études de castellogie médiévale 20. Publications du CRAHM, Caen 2002, S. 83-87. (im Folgenden zitiert als: Krause, Königspfalz)
8 Roden, Geschichte, S.29.
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Mündung der Ruhr in der Nähe lag. 9 Des Weiteren war Duisburg Anfang des Hellwegs, der neben seiner Verwendung als Königsstraße als Handelsstraße nach Westfalen von Bedeutung war. 10 Zeugnisse des Duisburger Fernhandels sind Münzfunde 11 , Zählungen an Zollstellen, die Städtepartnerschaft mit Koblenz 12 sowie die spätere Mitgliedschaft in der Hanse. 13 Am Ende des 14. Jahrhunderts brach der Fernhandel ab. Eine Veränderung des Rheinverlaufes hatte Duisburg vom Rhein abgeschnitten. Neuere Forschungen datieren die Verlagerung in das 10. Jahrhundert, statt wie bisher in das 12. Jahrhundert. Über einen Altarm des Rheins soll in der Folgezeit noch Handel möglich gewesen sein, bis dieser immer mehr verlandete und nicht mehr schiffbar war. 14
Nachdem die freie Reichsstadt Duisburg schon im 13.Jahrhundert immer wieder vom König verpfändet worden war, wurde sie 1290 an die Grafen und Herzöge von Kleve verpfändet und nicht wieder ausgelöst. Eine selbstständige Politik war seit dem 15.Jahrhundert für Duisburg kaum noch möglich. 15 Dadurch und durch den Wegfall des Handels, sank die Bedeutung Duisburgs weiter.
2.3 Die Typologie
An dieser Stelle soll ein kurzer Exkurs über die Typologie der Stadt Duisburg vorgenommen werden.
Mit der Verpfändung der Stadt und dem späteren Wegfall des Fernhandels wird eine Zäsur erreicht, die sich auch auf die Struktur der Stadt auswirkt. Zuerst aber sollen die unterschiedlichen Bezeichnungen Duisburgs untersucht werden.
In der ältesten, gesicherten Nennung Duisburgs wird von einem „oppidum Duisburh“ gesprochen; dieses Wort bezeichnet üblicherweise kleinere Städte. Neben dem befestigten Königshof, so kann geschlossen werden, gab es also schon
9 Krause, Günter: Duisburg als Handels- und Hafenort im Mittelalter und der frühen Neuzeit, In: Mitteilungen der deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 14, 2003, S.31. (im folgenden zitiert als: Krause: Hafenort)
10 Roden, Geschichte, S. 35.
11 Berghaus, Peter: Duisburger Münzen; in: Duisburg im Mittelalter, Begleitschrift zur gleichnamigen Ausstellung im Niederrheinischen Museum Duisburg, Duisburg 1983, S. 88.
12 Krause: Hafenort, S.31.
13 Pietsch: Einführung, S.15.
14 Krause: Hafenort, S.32.
15 Pietsch: Einführung, S.15-16.
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eine kleinere Siedlung. 16 Diese Siedlung ist dann wohl auch der Ort gewesen, an dem sich die oben genannten Friesen ansiedelt haben. Duisburg kann also in die Typologie der Burgstädte nach Evamaria Engel eingeordnet werden, bei denen sich an den Schutz eines befestigten Platzes, hier der des Königshofes ein Handelsplatz anlagerte. 17
Für eine frühe und planmäßige Besiedlung an Nieder- und Oberstraße mit Handwerkern und Händlern spricht zum einen die nachgewiesene Abgabe des Reichszinses bei fast allen Grundstücken und zum anderen die relative Gleichmäßigkeit der Grundstücke. Am Ende dieser Straßen wurde später das Stapeltor gegründet, das seinen Namen vom so genannten Warenstapel der Händler hat. 18
Obwohl auf die Stadtmauer bei der Besprechung des Corputius-Plans näher eingegangen wird, muss sie an dieser Stelle zusammen mit der Königsurkunde von 1129 erwähnt werden. In dieser Urkunde wurde den Duisburger Bürgern erlaubt, Steine aus dem im Duisburger Wald liegenden Steinbruch für den Bau ihrer Stadtmauer zu brechen. In der Urkunde wird Duisburg als „villa“ und ihre Einwohner als „cives“, also Bürger bezeichnet. Obwohl der Begriff „villa“ neutral übersetzt nur „Ort“ bedeutet, zeigt der Bau der Stadtmauer und die Bezeichnung der Einwohner als “cives“ doch an, dass Duisburg nahe daran war, im Verständnis der Zeit eine Stadt zu sein. 19
Duisburg kann in dieser Zeit als Gewerbe- und Handelsstadt typisiert werden. 20 Privilegien wie die von Kaiser Friedrich I. gewährte Tuchmesse für flämische Händler verstärkten diese Ausrichtung. Wie in 2.2 beschrieben, war der Duisburger Fernhandel von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der Stadt; Schätzungen gehen davon aus, dass ungefähr ein Viertel der Duisburger Bürger um 1306/ 07 auf dem Rhein Schifffahrt und Handel trieb. 21 Durch die oben angesprochene Verlagerung des Rheins, fiel zum Ende des 14. Jahrhunderts der Fernhandel fast vollständig weg. Der oben angesprochene Tuchhandel wurde aber noch weitergeführt. Als Ersatz für den Handel wurde versucht, die Textil herstellenden Berufe zu fördern. Allerdings kam es im Laufe
16 Pietsch: Einführung, S.5.
17 Engel, Evamaria: Die deutsche Stadt im Mittelalter, München 1993, S. 26-27.
18 Pietsch: Einführung, S.29
19 Pietsch: Einführung, S30-31.
20 Gerteis, Klaus: Die deutschen Städte in der frühen Neuzeit: zur Vorgeschichte der „bürgerlichen“ Welt, Darmstadt 1986, S.29.(im folgenden zitiert als: Gerteis, frühe Neuzeit)
21 Roden, Geschichte, S. 152-153.
5
des 15. Jahrhunderts zu Absatzproblemen, als das flämische Tuch außer Mode kam 22 , wodurch die Bedeutung des Tuchhandels zurückging und die Stadt Duisburg immer mehr zur Ackerbürgerstadt 23 wurde. Die großen Grünflächen innerhalb der Stadtmauern reichten dann auch für das Wachstum der Stadt in den nächsten 300 Jahren aus. Die Entwicklung der Stadt Duisburg stagnierte.
2.4 Die Territorialstadt
In den folgenden knappen 150 Jahren nach der Verpfändung 1290 hatte Duisburg in den verschiedenen Fehden der Territorialfürsten eine gewisse Bedeutung und beteiligte sich einige Male an diesen. Bei der Soester Fehde wäre dies der Stadt beinahe zum Verhängnis geworden. 24
Unter der Herrschaft von Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg (1539-1592) wird Duisburg protestantisch. In der Folgezeit werden die protestantischen Gebiete des Herzogs zum Sammelpunkt protestantischer Flüchtlinge aus den Niederlanden. 25 Wie oben beschrieben, gab es schon seit dem Mittelalter wirtschaftliche Beziehungen in die Niederlande, so dass es für die Flüchtlinge Anknüpfungspunkte gab. Zu den beiden berühmtesten gehörten Gerhard Mercator und sein späterer Schüler Johann Corputius. Auf dessen Lebensweg soll im Weiteren kurz eingegangen werden.
3. Der Corputius-Plan
Im Folgenden steht nun der Corputius-Plan im Fordergrund der Betrachtung. Bevor aber auf den Plan in seinen Einzelheiten eingegangen wird, müssen zuvor noch einige Punkte erläutert werden. Zuerst soll eine kurze Beschreibung über das Leben des Verfassers eingeschoben werden. Anschließend soll die Geschichte des Plans kurz erläutert werden, um mit der eigentlichen inhaltlichen Beschreibung des Plans zu beginnen.
22 Sommer, Susanne: „Van wollen gemackt“, Über die Anfänge der Duisburger Textilindustrie; in: Von Flandern zum Niederrhein, Wirtschaft und Kultur überwinden Grenzen, Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung im Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg, Duisburg 2000, S. 114.
23 Gerteis, frühe Neuzeit, S. 29.
24 Pietsch: Einführung, S.40-46.
25 Pietsch: Einführung, S.47.
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Tobias Nolteklocke, 2005, Die Struktur der mittelalterlichen Stadt am Beispiel des Corputius Plans, München, GRIN Verlag GmbH
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