Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 2
1. Einleitung 3
2. Trockengrenzen. 3
2.1 Der kleinmaßstäbliche Verlauf der agronomischen Trockengrenze 4
2.2 Die Diskussion um die agronomische Trockengrenze. 6
2.2.1 agrarökologische Betrachtung. 6
2.2.2 agrarökologische Betrachtung. 7
3. Fazit. 8
4. Literaturverzeichnis. 9
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1. Einleitung
Angesichts des rapiden Anstiegs der Weltbevölkerung stieg in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch der Bedarf an Besiedlung und Urbarmachung von Gebieten an den Innen-und Außengrenzen der Ökumene. Als Innengrenze der Ökumene gilt neben der Höhen- auch die Trockengrenze (BÄHR 2004: 54). Im Rahmen der geographischen Forschung in den Trockengebieten der Erde, also den ariden und semiariden Zonen, fand im ausgehenden 20. Jahr-hundert immer wieder der Begriff der agronomischen Trockengrenze Verwendung. Aus der Notwendigkeit, die Nutzbarkeit der Trockengebiete für den Menschen zu erhöhen, ergaben sich unterschiedliche Problemfelder, welche aus den anthropogenen Eingriffen in die Beschaffenheit der Trockengebiete resultierten. Konfrontiert mit Problemen wie der Desertifikation ganzer Landstriche oder Fragen nach sinnvollen Bewässerungssystemen an Orten von großer Niederschlagsunsicherheit erschien es sinnvoll, ausgehend von der klimatischen Trockengrenze eine neue theoretische Grenze auszudifferenzieren, die den agrarwirtschaftlichen Eingriffen der Menschen noch genauer Rechnung tragen sollte. Eine Grenze also, die über die naturgegebene Klima- und Vegetationsgeographie hinaus zwischen den agrarisch unnutzbaren Wüstenzonen von den Menschen urbargemachten Trockenzonen differenzieren soll und deren Verlauf anhand agrarischen Prägungen durch den Menschen veränderbar sein soll. Diese Grenze allgemeingültig und sinnvoll zu definieren ist jedoch kaum möglich. Die Vorstellung der agronomischen Trockengrenze sowie Ansätze, dem Begriff eine Relevanz zu verleihen und die damit verbundenen Schwierigkeiten sind Gegenstand dieser Arbeit.
2. Trockengrenzen
Zunächst muss zwischen der klimatischen und agronomischen Trockengrenze unterschieden werden. Die klimatische Trockengrenze ist eine gedachte Linie die entlang des Übergangs von Niederschlags- zu Verdunstungsüberschuss verläuft. An dieser Linie ist also die Niederschlagsmenge gleich der Verdunstungsmenge (EHLERS 1984: 50). Aber schon dieser naturwissenschaftliche Ansatz einer Trockengrenze birgt Schwierigkeiten. Die Verdunstungsmenge nämlich wird nicht nur vom örtlichen Klima, sondern auch von einer Reihe weiterer Fak-toren bestimmt. Schwankungen der Verdunstungsintensität innerhalb einer Region werden bedingt durch Vegetation, Niederschlagsmenge, Temperatur und Wind (SCHÖNWIESE 2003: 154), sind also auch von der Jahreszeit abhängig. Demzufolge verändert sich auch der Verlauf der klimatischen Trockengrenze in Abhängigkeit von Großwetterlage und Jahreszeit. Schon die klimatische Trockengrenze lässt sich also nicht genau und dauerhaft festlegen.
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Die Beschreibung der agronomischen Trockengrenze ist noch komplexer. Sie bezieht sich auf die agrare Nutzbarkeit einer Region und ist deshalb nicht allein durch den Wasserhaushalt festgesetzt, sondern setzt diesen in Beziehung mit dem tatsächlichen Wasserbedarf. Der Wasserbedarf wiederum ist von der Nutzung abhängig, also anthropogen (ARNOLD 1997: 130). Die agronomische Trockengrenze soll den Übergang von der rein natürlich bewässerten Anbauzone zu einer Anbauzone markieren, in der nur über Zuhilfenahme künstlicher Bewässerung zeitlich oder räumlich begrenzt Anbau betrieben werden kann. Man könnte sie also auch Trockengrenze des Regenfeldbaus bezeichnen. Dieser Anspruch erschwert die Bestimmung des tatsächlichen Verlaufs und damit eine sinnvolle Anwendung aber erheblich.
2.1 Der kleinmaßstäbliche Verlauf der agronomischen Trockengrenze
Für die Abhandlung zu den Siedlungsgrenzen der Erde von E. Ehlers wurde 1984 dennoch versucht, den weltweiten Verlauf einer agronomischen Trockengrenze darzustellen (Abb.1). Entlang der bekannten Trockenzonen um die Sahara, um Zentralasien und in Australien, aber auch im Westen der USA und auf dem südamerikanischen Kontinent unterscheidet die Darstellung zwischen 2 Stoßrichtungen des Anbaus. In Asien und Afrika weisen die Pfeile zu den Trockenzonen hin und stellen den Ausbau agrarwirtschaftlicher Nutzung in diese Richtung dar. In Nord- und Südamerika sowie in Australien wird mit Doppelpfeilen die Stagnation dargestellt. Die Stagnation ist wohl ein Zeichen dafür, dass in diesen hochtechnisierten Zonen im Laufe des 20. Jahrhunderts sowie aufgrund des erhöhten Nahrungsmittelbedarfs, als auch der Verfügung effizienterer Infrastruktur das Vordringen bis zum Äußersten ausgereizt wurde. Im Süden Australiens stellt ein Pfeil dar, wie dort bereits Agrarland aufgegeben werden musste. Es lässt sich also prinzipiell eine Geschichte der weltweiten Veränderung der agraren Siedlungsgrenzen im 20. Jahrhundert ablesen. Angesichts der Tatsache aber, dass mit Hilfe unterschiedlicher Anbauformen und Saatgutarten die agronomische Trockengrenze auf regionaler und lokaler Ebene variiert, ist die Genauigkeit, respektive Sinnhaftigkeit einer derart kleinmaßstäblichen Darstellung streitbar.
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Arbeit zitieren:
Stefan Reiß, 2007, Die Diskussion um die agronomische Trockengrenze, München, GRIN Verlag GmbH
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