Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung. 2
2.Voraussetzungen. 3
2.1 Lebenswelten Jugendlicher. 3
2.1.1 Lebenswelt Familie. 4
2.1.2 Lebenswelt Schule und Berufsbildung. 4
2.1.3 Lebenswelt Freundschaften und Freizeit. 5
2.2 Hip-Hop. 6
2.3 Unzensiert. 7
3.Wissenschaftstheoretische Grundüberlegung. 9
4.Durchf ührung. 10
5.Auswertung. 13
5.1 Kommunikation 13
5.2 Projekt 14
5.3 Lebenswelten 15
6.Fazit und Ausblick. 15
6.1 Fazit 1 (in Bezug auf die Forschungsfrage) 15
6.2 Fazit 2 (in Bezug auf den Forschungsprozess) 16
6.3 Fazit 3 (persönlich) und Ausblick. 17
Literaturverzeichnis. 18
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1.Einleitung
Jugend ist eine Lebensphase zwischen Kindheit und frühen Erwachsenenalter. In dieser Phase reifen die Persönlichkeit und die Herausbildung des Ichs. Jugendliche sind verschiedenen Einflüssen in dieser Lebensphase unterworfen. Verschieden auch deswegen, weil sie sich auf unterschiedlichen Ebenen oder in verschiedenen Welten bewegen. Diese Lebenswelten sind die Familie, das Erziehungs- und Bildungssystem und das sozio-kulturelle Umfeld. In dieser Phase kommt es im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung auch zu Abgrenzungen zu herkömmlichen Strukturen und Ausdrucksformen in den Lebenswelten. Werte oder Lebensformen, aber auch Sprache und Auftreten, können zu denen der vorherigen Generation differieren. Hier kann es zu Verständigungsproblemen kommen. Sprachlosigkeit zwischen den Generationen oder auch eine einseitige Gehörlosigkeit. Der Dialog ist gestört. Das Jugendtanzprojekt „unzensiert“ der Stadt Kempten hat sich zum Ziel gesetzt Jugendlichen eine Stimme zu geben, d.h. den Dialog zwischen den Personen der Lebenswelten Jugendlicher zu fördern.
Hier soll nun begleitend beobachtet werden, ob Jugendliche ein solches Angebot zur Dialogförderung annehmen. Nutzen Jugendliche speziell das Angebot von „unzensiert“, dass explizit die Kulturform Hip-Hop präferiert, um sich zu artikulieren? Meine vorab formulierte Hypothese lautet diesbezüglich, dass Jugendliche die Aus-drucksformen des Hip-Hop sowohl für die Kommunikation untereinander als auch als Präsentation von Positionen in ihren Lebenswelten nutzen. Deshalb dienen sie dem Dialog der Jugendlichen mit den Eltern, der Schule, der Politik und der Wirtschaft.
Ziel der Arbeit ist es, vergleichend darzulegen, wie sich die Vorstellungen der Initia-toren des Projektes anhand von ausgesuchten Kategorien von den Vorstellungen der Jugendlichen unterscheiden oder inwieweit sie übereinstimmen. Allerdings ist dies nicht der eigentliche Auftrag zur Erstellung dieser Arbeit. Im Rahmen des BA-Studiengangs Bildungswissenschaft der FernUniversität Hagen werden im Modul 2A Grundlagen der empirischen Sozialforschung gelegt. Die Studenten sollen anhand eines selbst gewählten Forschungsprojektes Theorie und Methoden erproben. Ziel ist neben der Er- und Bearbeitung einer Forschungsfrage die Reflexion über Methoden und Vorgehensweise innerhalb des Forschungsprojekts. Mit dieser Arbeit soll auf der einen Seite kurz der neuste Stand der Jugendforschung bezüglich der Lebenswelten Jugendlicher dargestellt werden. Ferner werden Informationen über die Hip-Hop Szene vermittelt und nähere Informationen über das
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Projekt „unzensiert“ dargelegt und daraus die Forschungsfrage hergeleitet. Zum anderen wird im Verlauf die Methoden der qualitativen Sozialforschung betrachtet und die Durchführung der Datenerhebung beschrieben. Bei der Auswertung geht es um die Darstellung der Ähnlichkeiten oder Unterschiede (Projektinitiatoren/ Teilnehmer) anhand von herausgearbeiteten Kategorien. Jedes Charakteristikum wird für beide Teilbereiche dargestellt und unmittelbar verglichen. Die Datenerhebung vonseiten der Teilnehmergruppe erfolgt in Form von narrativen Interviews. Der Schluss widmet sich persönlichen Resümees, Ausblicken und eventuell neu auftauchenden Fragen.
2.Voraussetzungen
2.1 Lebenswelten Jugendlicher
In der Entwicklung eines Menschen zu einer Persönlichkeit spielt der Einfluss der Umwelt eine wichtige Rolle. Die Sozialwissenschaft spricht von Sozialisation. Diese findet auf verschiedenen Ebenen statt und bewirkt die Eingliederung des Einzelnen in die Gemeinschaft, sowohl im sozialen Zusammenleben als auch im gemeinsamen Handeln. Klaus Hurrelmann schreibt:
„Sozialisation bezeichnet [...] den Prozess, indessen Verlauf sich der mit einer biologischen Ausstattung versehene menschliche Organismus zu einer sozialen handlungsfähigen Persönlichkeit bildet, die sich über den Lebenslauf hinweg in Ausein-andersetzung mit den Lebensbedingungen weiterentwickelt.“ (2002, S. 15 f.) Sozialisation findet auf verschiedenen Ebenen, in der Familie, im Erziehungs- und Bildungssystem und im sozio-kulturellen Umfeld statt. Diese drei Ebenen sind gleichzeitig Lebenswelten in denen sich Jugendliche bewegen. Wie sehen diese Lebenswelten im Einzelnen aus und welchen Stellenwert besitzen sie für Jugendliche?
Die Shell Jugendstudie 2002 benutz den Begriff der „pragmatischen Generation“ und in der Studie von 2006 wird betont, dass dieser Pragmatismus der jungen Generation durch die wirtschaftlichen Gegebenheiten, wie der Mangel an angebotenen Lehrstellen oder die hohe Zahl der Erwerbslosen, unter Druck geraten ist. Trotz dieses Drucks scheinen Jugendliche an grundsätzlich positiven Lebenseinstellungen festzuhalten (vgl. Hurrelmann, Albert, Quenzel, Langness 2006, S. 31). Dabei spielen Wertevorstellungen in der Lebensphase Jugend eine wichtige Rolle sind aber gerade in der Jugendphase auch Schwankungen unterworfen. Diese Schwankungen und Veränderungen sind ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung
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von Identität und treten bei Jugendlichen oft provokant hervor. Soziale Kontakte sind privilegierte Werte Jugendlicher. „Andere für Jugendliche wichtige Werteorientierungen beziehen sich auf den Wunsch, die eigene Phantasie und Kreativität zu entwickeln und von anderen Menschen unabhängig zu sein, ...“ (Hurrelmann, Albert, Quenzel, Langness 2006, S. 39)
Hat man in den 1970er bis 1990er Jahren noch den Trend zur Selbstverwirklichung bei Jugendlichen beobachtet, sind heute Dinge wie Fleiß, Leistung, Sicherheit und Selbstkontrolle wichtige Werte, aber das Ausleben von Gefühlen und Bedürfnissen darf nicht zu kurz kommen (vgl. ebenda, S. 38 ff.).
2.1.1 Lebenswelt Familie
Laut der o.g. Studie sind 72 % der repräsentativ befragten Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren der Meinung, dass man Familie braucht, um glücklich zu sein. Allerdings muss man berücksichtigen, dass sich das Familienbild sehr viel bunter gestaltet als vor 25 Jahren. Das Familienleben, wie immer die Familie auch zusammengestellt ist, hat bei Jugendlichen also einen hohen Stellenwert. Aufgrund des gewachsenen partnerschaftlichen Verhältnisses zwischen Eltern und Kindern kommen Jugendliche, trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten, gut mit ihren Eltern aus. Die Konflikte zwischen Eltern und Kindern nehmen in den unteren Bevölkerungsschichten zu (vgl. Langness, Leven, Hurrelmann, 2006, S. 49 ff.).
2.1.2 Lebenswelt Schule und Berufsbildung
Jugendliche in der BRD besitzen trotz formaler Gleichheit der Bildungschancen keine gleichen Startbedingungen.
„Der Bildungsgrad der Eltern hat immer noch wesentlichen Einfluss auf den Schulabschluss der Jugendlichen. Obwohl in Deutschland formal die gleichen Bildungschancen existieren, sind die erreichten bzw. angestrebten Schulabschlüsse der Jugendlichen nicht unabhängig von denen der Eltern.“ (Langness, Leven, Hurrelmann, 2006, S. 66)
Das Bestreben der Jugendlichen ist aber ein möglichst hoher Bildungsabschluss zu erreichen. „Nicht alle rechnen jedoch damit, ihre ambitionierten Bildungsziele zu realisieren.“ (Langness, Leven, Hurrelmann, 2006, S. 68 f.) Hier entsteht ein Spannungsfeld. Jugendliche müssen beobachten, dass Gleichaltrige ihre Ziele verwirklichen. „Das Frustationspotential dieser Gruppe Jugendlicher ist besonders hoch.“ (Langness, Leven, Hurrelmann, 2006, S. 68) Hinzu kommen Klassenwiederholungen und andere Misserfolge in der Schullaufbahn die die Chancen, der Einzelnen beeinflussen. Häufig führen solche negativen Erlebnisse zusätzlich noch zu Spannun-
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gen in der Familie. Berufsbezogen machen sich immer mehr Jugendliche sorgen um Ausbildung und Arbeitsplatz. Insbesondere bei Hauptschüler, Mädchen und Jugendlichen aus unteren sozialen Schichten wächst die Angst überhaupt einen Ausbildungsplatz und späteren Arbeitsplatz, zu finden und damit die Skepsis ihre beruflichen Wünsche verwirklichen, zu können (vgl. Langness, Leven, Hurrelmann, 2006, S. 65 ff.).
2.1.3 Lebenswelt Freundschaften und Freizeit
Die 15. Shell Jugendstudie unterscheidet aufgrund der ermittelten Ergebnisse 4 Ka-tegorien von Jugendlichen: Kauflustige Familienmenschen; Technikfreaks; gesellige Jugendliche; kreative Freizeitelite.
Die Kennzeichen der einzelnen Kategorien sind bei den kauflustigen Familienmenschen der Spaß am „shoppen“ und am Familienleben, wogegen Technikfreaks gerade hieran keine Freude finden. Bei ihnen geht es um Computer, Internet, Videospiele und DVD. Diese Gruppe ist überwiegend mit männlichen Jugendlichen besetzt, Erstere mit Mädchen. Für gesellige Jugendliche bezieht sich Geselligkeit auf Peergroups, allerdings : „Sich nur mit Leuten treffen steht dabei nicht im Vorder-grund. Vielmehr organisiert sich für die geselligen Jugendlichen Freizeit um konkrete Anlässe und Orte wie Discos, Kneipen und Jugendzentren.“(Langness, Leven, Hurrelmann, 2006, S. 80)
Bei der kreativen Freizeitelite geht es um aktive Freizeitgestaltung wie z. B. lesen oder politisches oder soziales Engagement. Bei diesen beiden Gruppen gibt es kaum geschlechtliche Differenzierungen. Für die Weiterentwicklung von Jugendlichen spielt die Loslösung vom Elternhaus eine wichtige Rolle. Hierbei fällt den Peergroups eine entscheidende Funktion zu. „So ermöglichen Cliquen Sinnbezüge, mit denen sich die Jugendlichen identifizieren und gegenüber der sozialen Umwelt abgrenzen. Zudem bieten Cliquen die Möglichkeit, Gefühls- und Handlungsstrukturen auszubilden, verschiedene Rollen zu übernehmen sowie soziale Spielregeln einzuüben.“ (Langness, Leven, Hurrelmann, 2006, S. 83)
Im Rahmen der Sozialisation spielen die Peergroups für Jugendliche eine wichtige soziale Rolle. Jugendliche suchen in diesen Gruppen Orientierung und Anerkennung ihrer Person, als selbstständiges Subjekt. Sie helfen bei der von Elternhaus und Schule begonnenen Sozialisation. Die Hemmschwelle, für ein Ausbrechen aus der Normalität, ist in einer Gleichaltrigengruppe herabgesetzt, was auf der einen Seite eine Gefahr für das Zusammenleben in gesellschaftlichen Normen darstellt (Jugendkriminalität), andererseits aber auch den Spielraum bietet, neue Dinge auszuprobieren und Grenzen zu testen, Normen neu zu definieren oder zu übernehmen (vgl.
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Arbeit zitieren:
Frank Challier, 2007, Begleitung eines Jugendtanzprojektes, München, GRIN Verlag GmbH
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