Inhalt
1. Einleitung 3
2. Prinzipien und organisatorische Logik. 4
3. Arbeiterschutz und Unfallversicherung - pragmatische Betrachtung im
Überblick 6
4. Anstelle eines Resümee. 8
Literatur 9
2
1. Einleitung
Die Systeme zur sozialen Sicherung in Deutschland sind seit ihrer Etablierung in steter Bewegung und werden, betrachtet man die Dekaden ihres Vorhandenseins, kontinuierlich verändert. Doch so sehr sich die Inhalte und deren Auslegung im einzelnen auch verändern mögen, sind es doch eine Reihe von Grundlagen bildenden Prinzipien und funktionellen Logiken, an denen sich alle inhaltlichen Reformen der Sicherungssysteme immer wieder orientieren. Das Augenmerk der vorliegenden Betrachtung richtet sich verstärkt auf die im Verdeckten liegenden Prinzipien und Strukturen und deren logische Konsistenz. Dabei ist allerdings vorläufig die empirische Perspektive einzunehmen unerlässlich, handelt es sich doch schließlich um die Diskussion eines spezifischen Systems zur sozialen Sicherung. Inhalte und Prinzipien lassen sich nicht per se und vollständig von einander entkoppelt analysieren, vielmehr kommt es darauf an, die fundamentale Reziprozität zwischen diesen Ebenen der Analyse als zentralen Bereich der Betrachtung zu durchleuchten.
Die gesetzlich verbindliche Unfallschutzversicherung eignet sich zusammen mit Richtlinien der ArbeiterInnenschutzgesetzgebung sowohl auf Grund ihrer Entstehungsgeschichte als auch in Hinblick auf ihre immanenten Intentionen zu einer knappen Exemplifikation. Dabei liegt der Betrachtungsschwerpunkt eindeutig auf der historischen sowie der theoretischen Perspektive.
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2. Prinzipien und organisatorische Logik
Bei der Konstituierung eines sozialen Sicherungssystems stellt sich zunächst die Frage nach den angestrebten Zielen des Unterfangens. Geht es darum einen eingetretenen Schaden auszugleichen, so ist zu klären, ob diese Maßnahme darauf zielt betroffene Personen nach Maßgabe der Versicherungsordnung schnellst möglich (zur Arbeitsfähigkeit) zu remobilisieren. Derartige Maßnahmen fungieren nach der finalen Logik; sie beabsichtigen daher lediglich eine materielle Ersatzleistung für Erlittenes in Form von monetärer Kompensation [vgl. auch Ewald, 1989:390].
Die Logik von kausal ausgerichteten Systemen zentralisiert nicht faktisch entstandene Schäden und die Möglichkeit ihrer Behebung, sondern die Ursachen dieser Schäden und deren mögliche Abänderung [vgl. hierzu Molitor, 1957:247]. Das Finanzierungssystem der Arbeiter- und Unfallschutzversicherung ist seiner Beschaffenheit nach den Grundzügen des Kausalitäts-/Verursacherprinzips entsprechend geordnet und forciert folglich auf der Seite der Unternehmen mittels finanzieller Anreize bzw. Strafen die Einleitung von Maßnahmen zur Schadensverhütung [vgl. Bäcker u.a., 2000:462].
In Hinblick auf finalistisch agierende Sicherungssysteme ist im Bereich der Zielausrichtung die Differenzierung der Begriffe Solidarität und Subsidiarität essentiell, an Hand derer sich die jeweilige funktionelle Logik kondensiert. Solidarisch ist ein Sicherungssystem dann, wenn es Leistungen an Empfänger gewährt, ohne Gegenleistungen zu erwarten, das heißt wenn zum Beispiel wie im Fall der Sozialhilfe kein Wiedereintritt in das Erwerbsleben und somit keine direkten Einnahmen wie Steuern etc. an den Bezug der Unterstützungsleistung geknüpft sind. Der Fürsorgegedanke ist in dieser Hinsicht zwar nicht generell, aber zumindest tendenziell vom Versicherungsgedanken unterscheidbar in der Weise, dass die Gewährung von fürsorglicher Unterstützung zumeist keine finanzielle Vorleistung voraussetzt. Im Versicherungsfall ist (zumindest) theoretisch mehrheitlich eine Vorleistung in Form von einkommensbezogenen Beitragszahlungen erfolgt, anhand derer sich dann Berechtigung für den Bezug von Leistungen orientieren. Nicht zuletzt ideell anders gelagert ist die Inanspruchnahme von Arbeitslosenunterstützung. Bei ihrer Gewährung wird seitens des (staatlichen)
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Arbeit zitieren:
Thomas Schröder, 2004, Arbeiterschutz und Unfallversicherung, München, GRIN Verlag GmbH
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