Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 1
2. GEOLOGISCHE STRUKTURFORMEN 1
2.1. Bruchtektonik 1
2.1.1. Verwerfungen 2
2.1.2. Bruchstufe und Bruchlinienstufe 3
2.1.3. Oberrheingraben 3
3. DIE SCHICHTSTUFENLANDSCHAFT 4
3.1. Aufbau 5
3.1.1.. Schichtstufentypen 6
3.2. Entwicklung des Stufenhangs einer Schichtstufe 6
3.3. Verwandte Formen 7
3.4. Entwässerungsrichtungen 7
3.5. Beispiel: Das Süddeutsche Schichtstufenland 8
3.5.1. Aufbau des Süddeutschen Schichtstufenlandes 9
3.5.2. Schwäbische und Fränkische Alb. 9
4. LITERATUR QUELLEN 11
II
Strukturformen in Mitteleuropa
1. Einleitung
Schichtstufenlandschaften sind das Ergebnis einer viele Millionen Jahren langen Erdgeschichte, auf die das Meer, Flüsse, Wind, aber auch Kräfte aus dem Erdinneren gewirkt haben. So ist ein Mosaik aus vielfältigen Einzellandschaften entstanden. Eindrucksvoll kann das Wirken dieser endogenen und exogenen Kräften am Beispiel der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft aufgezeigt werden.
Die vorliegende Arbeit beginnt mit der Erläuterung des Begriffes der geologischen Strukturformen und beschreibt die Grundlagen von Bruchtektonik. Als Beispiel für die Strukturform eines Grabens mit Staffelbrüchen wird noch kurz auf die Genese des Oberrheingrabens eingegangen.
Der letzte thematische Punkt dieser Hausarbeit beschreibt die Schichtstufenlandschaft, deren Genese, sowie deren Aufbau. Beispielhaft sind die Süddeutsche Schichtstufenlandschaft, deren Gesteinsverteilung, sowie die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Schwäbischen und Fränkischen Alb.
2. Geologische Strukturformen
Als geologische Struktur wird der innere Aufbau der oberen Erdkruste bezeichnet. Die räumliche Anordnung von Gesteinen, wie auch deren Gefüge ihrer Unstetigkeitsflächen (Verwerfungen, Klüfte und Schichtgrenzen) sind von enormer Bedeutung. Strukturbedingte Formen zeigen in ihrem Erscheinungsbild eine signifikante Abhängigkeit von der Struktur (AHNERT, F. 2003, S. 287). Strukturformen hängen überwiegend mit endogenen Prozessen, Skulpturformen mit exogenen Prozessen zusammen. Die Entstehung von Strukturformen geht also hauptsächlich auf geologisch- tektonische Vorraussetzungen zurück.
2.1. Bruchtektonik
Verfestigte, starre Krustenteile reagieren stark auf Zug- und Druckwirkungen. Durch diese Kräfte wird der vorherige Schichtzusammenhang zerbrochen und es kommt zu Bruchstrukturen.
1
2.1.1. Verwerfungen
„Verwerfungen sind einzelne oder eng gescharte Klüfte, an denen horizontale oder vertikale Scherbewegungen des Gesteins stattfinden oder stattgefunden haben [und sie] unterbrechen die vorherige Kontinuität des Gesteinsverbandes (...).“ (AHNERT, F. 2003, S. 291) Bei einer Verwerfung mit vertikaler Schollenbewegung werden je nach Neigung und Einfallsrichtung der Bruchfläche verschiedene Typen unterschieden: Ist „die Bruchfläche von der gehobenen zur abgesenkten Scholle hin geneigt“ (AHNERT, F. 2003, S. 291), spricht man von Abschiebung (a).
Aufschiebungen
laufen entgegengesetzt ab, da ihre Bruchfläche in die Richtung der gehobenen Scholle einfällt. Es findet hier nicht nur eine vertikale Bewegung statt, sondern die beiden Schollen werden hier auch noch zusammengeschoben (b). Aus der Aufschiebung wird eine
Überschiebung,
„wenn die Bruchfläche mit flachem Winkel zur gehobenen Scholle hin einfällt“ (AHNERT,
F.
2003, S. 291). Eine zwischen zwei einander zugekehrten Verwerfungen abgesenkte Scholle bildet mit den Rändern der höher liegenden benachbarten Schollen eine
Graben
(f). Das Gegenstück zum Graben stellt der
Horst
dar, welcher sich zwischen zwei Verwerfungen hebt (e). Als Staffelbrüche werden Serien von zueinander parallelen, hintereinanderliegenden Verwerfungen bezeichnet. Als
Bruchstaffeln
werden die Teilstaffeln eines Staffelbruches
Abb.1
bezeichnet, die treppenartig im Staffelbruch angeordnet sind (e, f). Das Maß einer Verwerfung wird
Sprunghöhe
genannt und zeigt den Betrag der senkrechten Verschiebung der beiden angrenzenden Schollen an.
2
2.1.2. Bruchstufe und Bruchlinienstufe
Eine Bruchstufe entsteht sowohl durch Aufschiebungen, wie auch Abschiebungen längs einer Verwerfungslinie. Das Verhältnis zwischen der Intensität der Denudations- , sowie Erosionsprozesse und der Hebungsrate ist maßgeblich für die Formgestalt von Bruchstufen. Diese unterscheiden sich deutlich von Bruchlinienstufen: Bruchlinienstufen entstehen erst nach dem Ende der Schollenbewegung und sind somit nicht eine unmittelbare tektonischer Bewegung. Sie entwickeln sich häufig erst nach der Abtragung und Einebnung der ursprünglichen Bruchstufe (AHNERT, F. (2003), S.292 f.).
2.1.3. Oberrheingraben
Der Oberrheingraben stellt die größte Grabenstruktur Mitteleuropas dar und erstreckt sich in etwa 300 km über Basel bis Mainz und weist eine Breite von etwa 30 km auf. Er ist Bestandteil eines großen Bruchsystems, der Mittelmeer-Mjösen-Zone, „die vom Oslograben in Norwegen bis zur Rhonemündung reicht (...)“ (BAUMHAUER, R. (2006), S.126). Die Genese des Oberrheingrabens begann im Tertiär. Als die Afrikanische Platte nach Norden driftete, „kollidierte [sie] mit der Eurasischen Platte und vollzog später eine Rotationsbewegung gegen den Uhrzeigersinn“ (Diercke (2007), S.90). Dadurch entstand eine immense Druckspannung in der Lithosphäre, was unter anderem zu einer Aufwölbung am Oberrhein führte. Die Lithosphäre überdehnte sich und riss schließlich auf. Die Erdkruste senkte sich und zersprang in viele, unterschiedlich große Teile. Stufenförmig sank die zerstückelte Kruste an den Randverwerfungen ab und Bruchschollen bildeten sich. Zeitgleich setzte eine Hebung der Grabenschultern, quasi des heutigen Schwarzwaldes und der Vogesen, ein. Erst im Jungtertiär entwickelten sich die Grundstrukturen unseres heutigen Entwässerungssystems und der Rheinlauf (DIERCKE (2007), S.90).
Durch starke Erosionen der Gesteinsschichten an den Flanken des Oberrheingrabens, sowie in dem Graben selbst (rückschreitende Erosion) , kam es zu sedimentären Ablagerungen in diesem. Im Bereich von Heidelberg sind diese Füllschichten über 3000m mächtig. Das „Heidelberger Loch“ ist mit 3500m Tiefe die tiefste Stelle des Oberrheingrabens. Da einzelne Teilstücke auch jetzt noch um bis zu 0,7 mm pro Jahr absinken, ist anzunehmen, dass die Absenkung des Grabens bis heute noch nicht abgeschlossen ist (HENNINGSEN,D.; KATZUNG, G. (2006) S.139).
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Arbeit zitieren:
Denise Zielbauer, 2008, Strukturformen in Mitteleuropa, München, GRIN Verlag GmbH
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Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
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