Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Der Identitätsbegriff 1
3. Identität in Hanif Kureishis „The Buddha of Suburbia“ 2
3.1. Karim 2
3.2. Haroon 7
3.3 Anwar 10
3.4 Jamila 12
4. Fazit 13
5. Quellen- und Literaturverzeichnisse 14
II
Identität in Hanif Kureishis „The Buddha of Suburbia”
1. Einleitung
In meiner Hausarbeit „Identität in Hanif Kureishis „The Buddha of Suburbia“ 1 werde ich versuchen, die Identität vier wichtiger Charaktere des Romans darzulegen: Karim, Haroon, Anwar und Jamila. Um dies klar zu strukturieren und eine Veränderung anzuzeigen, habe ich ihre Verhaltensweisen dem Verlauf des Romans angepasst und diese im Hinblick auf ihr Umfeld und ihre Beziehungen durchleuchtet.
Nach einer Definition des Begriffes „Identität“ folgt der Hauptteil dieser Hausarbeit mit der Analyse der vier verschiedenen Personen, gefolgt von einem kurzen Fazit.
2. Der Identitätsbegriff
„Iden|ti|tät
die;
-
Das oben aufgeführte Zitat aus dem Duden soll die Definition der Identität beschreiben, doch ist diese überhaupt zu definieren?
Auf amtlichen Dokumenten ist die Bedeutung der Identität sehr klar definiert. Neben einem physischen Erscheinungsbild, sind Name, Adresse, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit ...etc. genauestens angegeben. Bei der psychologischen Identität lassen sich jedoch nicht einfach Fakten und Daten aufführen.
Meiner Meinung nach gibt es die Identität nicht, da sie sich aus einem Fremdbild, also einem Bild das andere Personen von einem haben, und einem Selbstbild, einem Bild, das man selbst von sich hat, zusammensetzt. Das Bild das andere von einem haben, kann sich auf viele Aspekte des Sozialverhaltens übertragen. 3 Identität stellt einen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung dar, der nie vollständig abgeschlossen sein wird. Das Fremdbild, sowie das Selbstbild verändern sich im Verlauf eines Lebens, sind also in sich nicht konstant und immer von subjektivem Empfinden geprägt, was eine einheitliche Definition sehr schwierig macht.
1 KUREISHI, Hanif (1999): The Buddha of Suburbia. Kent: Faber and Faber.
2 DUDEN (1994): Das große Fremdwörterbuch: Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. Hrsg. vom Wissenschaftlichen Rat der Dudenredaktion. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag. Seite 603.
3 SETA, Catherine et al. (2004): Social Identity, Orientation and Social Role Attributions: Explaining Behavior Through the Lens of the Self. In: Self and Identity, 2006 (5), Seite 361.
1
Seine eigene Identität zu definieren ist genauso schwierig, wie Identität an sich zu definieren. So müssen wir uns selbst kritisch reflektieren und unsere Persönlichkeit objektiv betrachten, um eine gültige Definition abzugeben 4 ; ob dies immer möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Wichtig für den Identitätsbegriff halte ich somit die Formulierung einer Annäherung an eine Identität, die sich aus verschiedensten Komponenten zusammensetzt und ständigem Wechsel unterzogen ist.
3. Identität in Hanif Kureishis „The Buddha of Suburbia“
3.1. Karim
"My name is Karim Amir, and I am an Englishman born and bred, almost. I am often considered to be a funny kind of Englishman, a new breed as it were, having emerged from two old histories. But I don´t care - Englishman I am (though not proud of it), from the South Londons suburbs and going somewhere." 5
Die Selbstbeschreibung des Hauptdarstellers, Karim, sagt sehr viel über seine Suche nach einer Identität aus. Er beschreibt sich selbst als Engländer, fügt jedoch ein "fast" hinzu. Als Sohn zweier Kulturen, die seiner Mutter und die seines Vaters, scheint er auch in dem obigen Zitat zwischen diesen beiden Kulturen zu pendeln. Die Aussagen "but I don´t care" und "going somewhere" lassen darauf schließen, dass er selbst nicht so genau weiß, wo er im Leben steht und welchen späteren Lebensweg er einschlagen wird.
Der Roman beginnt mit einem großen Wendepunkt in seinem Leben. Nach langem hin und her, beschließt sein Vater, Haroon, die Familie zu verlassen, was dazu führt, dass Karim mit ihm zu des dessen Geliebten Eva und deren Sohn Charlie zieht. Obwohl ihm die Situation der Trennung seiner Eltern nicht kalt lässt, freut er sich darauf, mehr zeit mit Charlie verbringen zu können. Er ist fasziniert von ihm, wie auch von dessen Mutter, Eva. Charlie, mit welchem er bereits kleinere sexuelle Erfahrungen gesammelt hat, beeinflusst ihn stakt auf seinem Lebensweg. Er bewundert und liebt alles was Charlie tut, sieht ihn als Vorbild und möchte genauso sein wie er. Auch wenn dieses Verhältnis sehr einseitig ist und Charlie ihn mehr schlecht als recht behandelt, ist er doch für Karim eine interessante Persönlichkeit, von der er sich erst gegen Ende des Romans lösen kann.
Charlies Mutter Eva spielt in Karims Leben ebenfalls eine große Rolle. Sie stellt das Gegenteil zu seiner Mutter dar und bringt frischen Wind in sein Leben.
4 HINDERK, Emrich (2007): Identität als Prozess. Online unter:
http://www.deutschesfachbuch.de/info/detail.php?isbn=3826034406&part=1&word= am 9.10.2007
5 KUREISHI, Hanif (1999): The Buddha of Suburbia. Kent: Faber and Faber. Seite 3.
2
"She frightened me, she excited me; somehow she had disturbed our whole household from Noch nie zuvor hat er eine Frau mit einer solch ungezwungenen Art kennen gelernt, die auf der einen Seite liebevoll und in vielen Ansichten tolerant war und auf der anderen Seite sehr bestimmend und wegweisend ihre Ziele verfolgt. Eva, sowie ihr Sohn Charlie, haben beide eine Art, Menschen für sich zu begeistern, sowie die Fähigkeit, deren Vorteile zu erkennen und für sich zu nutzen. Das imponiert Karim, der selbst stark nach Anerkennung strebt, sehr. Er kann nachvollziehen, was sein Vater Haroon an ihr liebt. Eine Szene am Anfang des Romans zeigt Karim, wie er seinem Vater bei dessen Yogaübungen assistiert. Man kann erkennen, dass die beiden eine starke Bindung zueinander haben. Die Beziehung zu seinem Vater ist sehr eng und von großer Bewunderung geprägt. Karim wusste bereits sehr früh von Haroons Affäre mit Eva und Haroon war derjenige, der von den sexuellen Spielchen seines Sohns mit Charlie wusste. Da sie sich beide jeweils in flagranti erwischt haben, wurde dies zu deren Geheimnis und festigte die Bindung der beiden noch stärker. Ab diesem Zeitpunkt bezeichnet er seinen Vater als "God", was zeigt, wie sehr er ihn bewundert und welche Macht er ihm zuschreibt. Dem Weg des Vaters folgendend, sucht Karim nach etwas Neuem in seinem Leben. Kontakt mit seiner Mutter hat er zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich über das Telefon. Obwohl diese, als verlassene Frau, eigentlich zu bemitleiden wäre, ärgert sich Karim außerordentlich über sie, weil er nicht verstehen kann warum sie in Selbstmitleid versinkt.
Eine gute Freundin , Jamila, und deren Familie, die er schon von Kindheit an kennt, stellen für ihn in dieser neuen Situation eine Art Zuflucht dar, denn er kann sie besuchen, wenn er Abstand von Problemen braucht. Jamila, mit welcher er ebenfalls gelegentliche sexuelle Erfahrungen sammelt, stellt für ihn eine sehr gute Bezugsperson dar, obwohl sie genau das charakterliche Gegenteil von ihm ist.
"Compared to Jammie I was, as a militant, a real shaker and trembler. If people spat at me I practically thanked them for not making me chew the moss between the paving stones." 7
Jamila, die als Kämpfernatur aktiv gegen den Rassismus vorgeht, und auch die Situation einer ihr auferzwungenen Heirat zu meistern weiß, ist sich im klaren darüber was sie will. Karim hat keinen festen Plan vom Leben und lässt sich mehr oder weniger treiben. Er bestimmt nicht aktiv seinen Lebensweg sondern wartet passiv darauf, was sich ihm ergibt. Anstatt konkret zu handeln, identifiziert sich Karim stark mit der Rolle des Beobachters.
6 KUREISHI, Hanif (1999): The Buddha of Suburbia. Kent: Faber and Faber. Seite 11.
7 KUREISHI, Hanif (1999): The Buddha of Suburbia. Kent: Faber and Faber. Seite 53.
3
Arbeit zitieren:
Denise Zielbauer, 2008, Identität in Hanif Kureishis „The Buddha of Suburbia“, München, GRIN Verlag GmbH
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