Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 2
1.) Einleitung. 3
2.) Überblick über die Sachsengeschichte: 3
3.) Thronfolge und Aachener Wahl. 5
3.1) Thronfolge und Herrschaftslegitimation von Otto I. 5
3.2) Aachener Königswahl. 6
4.) Schlacht auf dem Lechfeld und die Kaisererhebung 7
5.)Mögliche Vorbilder und Quellen der Sachsengeschichte. 8
6.) Quellenwert der Sachsengeschichte: 9
7.) Fazit. 10
8.) Literaturverzeichnis: 12
9.)Quellenverzeichnis:.............................................................................................................. 12
2
1.) Einleitung
In dieser Hausarbeit werde ich mich mit der Person Widukind von Corvey und seinem Wirken als mittelalterlicher Historiograph beschäftigen. Ich lege dabei mein Hauptaugenmerk auf die Intention, die hinter der Sachsengeschichte von Widukind von Corvey steht. Zur Erschließung des Themenkomplexes dient mir dabei einerseits die Übersetzung der Sachsengeschichte 1 und anderseits die Darstellung führender Historiker, wie zum Beispiel von Eduard Hlawitschka 2 , über den von Widukind beschriebenen Zeitraum. Zu Beginn meiner Arbeit gebe ich einen Überblick über Widukinds Sachsengeschichte. Darauf folgend werde ich an ausgewählten Kapiteln Widukinds Intention hinter der Sachsengeschichte näher beleuchten. Dabei stehen exemplarisch zwei Abschnitte im Mittelpunkt. Zum einen der Übergang der Herrschaft Heinrich I auf seinen Sohn Otto I und die damit verbundene Aachener Königswahl sowie die Beschreibung der Schlacht auf dem Lechfeld und der Kaiserkrönung Otto I.
Abschließend befasse ich mich im Allgemeinem mit den von Widukind verwendeten Quellen und der allgemeinen Deutung Widukinds Werkes. Welche Gründe hat Widukind für seine Auslegung der Sachsengeschichte? Wohl weniger eine genau Wiedergabe von Fakten als eine Art Herrschaftslegimitation.
In diesem Zusammenhang soll auch die Verwendbarkeit der Forschung thematisiert werden. Gerade die Verwendbarkeit für die Geschichtswissenschaft ist eine der Hauptkontroversen zu diesem Thema.
2.) Überblick über die Sachsengeschichte:
Widukind von Corvey schrieb seine dreibändige Sachsengeschichte im Auftrag Otto des Großen. Diese Bücher waren für dessen die Tochter Mathilde 3 bestimmt. Deshalb beginnt auch jedes Buch mit einer Widmung an Mathilde. Die ersten beiden Bücher enthalten jeweils 41 Kapitel. Das dritte und längste Buch umfasst 76 Kapitel.
In dem ersten Buch beschreibt er die Frühgeschichte der Sachsen und gibt Auskunft über ihre Herkunft. Widukind selbst geht davon aus, die Sachsen wären die Reste des makedonischen Heeres gewesen, welches von Alexander dem Großen geführte wurde. Die Hervorhebung der
1 Corvey, Widukind von: Res gestae Saxonicae
übersetzt von Rotter, Ekkehart und Schneidmüller, Bernd. Stuttgart 1981.
2 Hlawitschka, Eduard. Vom Frankenreich zur Formierung der europäischen Staaten und Völkergemeinschaft
840-1046. Darmstadt 1986.
3 Tochter von Otto I und Adelheid, um 954 geboren, starb 999 und war Äbtissin im Kloster zu Quedlinburg.
Rotter und Schneidmüller S.237
3
edlen Abstammung dient offenkundig zur Legitimation des Herrschaftsanspruches und der exponierten Stellung des Sachsengeschlechtes. Widukind betont hier, dass man die hohe Stellung der Sachsen nur verstehen könne, wenn man ihren Ursprung kenne. Neben den Beschreibungen über den edlen Ursprung und Aufstieg des Sachsengeschlechtes liegt Widukinds Erzählfokus im ersten Buch besonders auf der Königserhebung Heinrich I 4 und dessen Taten. Das erste Buch endet auch nach dessen Tod. Der Hauptteil des Buches beschreibt den Zeitraum von ca. 530 bis 936. Widukind erwähnt in diesem Buch, dass die Sachsen zwar schon immer herausragend gewesen seien, aber erst durch den christlichen Glauben 5 auf den rechten Weg geführt worden sind. Die Hervorhebung des christlichen Glaubens und der Frömmigkeit ist ein besonderes Attribut für die Herrschaftsbeschreibung der klösterlich verankerten Historiographie des Mittelalters. Das zweite Buch beginnt mit der Königskrönung von Otto I und endet mit dem Tod der Königin Edgith 6 . Er beschreibt in dieses Buch den Zeitraum von 936 bis 946. Dieser Teil ist hauptsächlich von den Konflikten Ottos mit seinen Brüdern Thankmar und Heinrich sowie mit dem Frankenherzog Eberhard 7 , nach Widukinds Bericht der Überbringer der Königsinsignien von Heinrich I, geprägt.
Von dem dritten und letzten Buch der Res gestae Saxonicae gibt es zwei Versionen. Die ursprüngliche Version endet bereits mit dem Tod von Wichmanns des Jüngeren im Jahre 967. Das Buch wurde später um die Zeit bis zu dem Tod Otto I. im Jahre 973 erweitert. Widukinds Sachsengeschichte läuft chronologisch auf die Herrschaft Otto des Großen, sowie der Schlacht auf dem Lechfeld und seiner Kaiserkrönung zu.
Schon in diesem Überblick wird sichtbar, das Widukinds Erzählfokus auf den Auftragsgeber Otto des Großen gelegt ist. Zwei der drei Bücher der Sachsengeschichte behandeln direkt sein Wirken. Das erste Buch erzählt von seiner edlen Abstammung und seinen ruhmreichen Vorfahren. Schon das ist ein klares Zeichen für die Intention der Res gestae Saxonicae, die Legitimation der Herrschaft von Otto I. sowie eine Überhöhung seiner Person.
4 Heinrich I war von 919 bis 936 König des Ostfrankenreiches. Erster Ottonischer König
5 Karl der Große machte die Sachsen zu Christen. Res gestae Saxonicae 1,15
6 erste Gemahlin von Otto I, 929 heiratet sie Otto I stirb aber schon 946
7 *885 +939 seit 918 Herzog von Franken
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Arbeit zitieren:
Birk Grüling, 2008, Die Sachsengeschichte von Widukind von Corvey, München, GRIN Verlag GmbH
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