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Primary Nursing

Title: Primary Nursing

Term Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Michael Jünke (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die Krankenhauslandschaft in Deutschland befindet sich seit Jahren im Umbruch. Rationalisierungen, Kosten-Nutzen-Abwägungen in den Zeiten der DRG-Abrechnung und der daraus resultierende zunehmende Konkurrenzdruck zwischen den Krankenhäusern hinterlassen insbesondere auch in der Berufsgruppe der Pflege ihre Spuren. Patienten, die zum einen aufgrund der umfassenden Berichterstattung in den Medien mit einem immer höheren Informationsanspruch bei gleichzeitig partieller Verunsicherung in zunehmend unüberschaubar werdenden Strukturen des Gesundheitswesens als Kunden auftreten; aber zum anderen auch Patienten, die aufgrund chronischer Erkrankungen und gleichzeitig bestehender Multimorbidität in schematisierte Behandlungsprogramme geschleust werden sollen, bestimmen das Klientel der stationären Pflege. Die Berufsgruppe der Pflege musste in der jüngeren Vergangenheit in diesen Strukturen bei offen ausgetragenen Verteilungskämpfen hinsichtlich der finanziellen Leistungserstattung und entsprechender politischer Einflussnahme durch andere Interessensgruppen im Gesundheitswesen als zahlenmäßig größte Gruppe eine erhebliche Reduzierung ihrer Personalstärke in den Kliniken hinnehmen. Die Säulenstrukturen im Krankenhaus, die nicht analogen Entscheidungs- und Delegationsstrukturen zwischen den Berufsgruppen sowie die unterschiedliche Selbst-und Fremdwahrnehmung der geleisteten Arbeit hat in Kombination mit den oben genannten Faktoren bei der Pflege immer wieder zu der Frage geführt, ob veränderte Arbeitsabläufe und neue Formen der Verteilung von Verantwortung hier Abhilfe schaffen können, bevor die Flucht aus dem Beruf erfolgt( siehe dazu auch Auszüge NEXT-Studie in: die Schwester/der Pfleger 04/2005 ) Als überholt erkannte und für die Patientenversorgung nicht geeignete Strukturen bei der Leistungserstellung sollen durch andere Formen der Arbeit an und mit dem Patienten abgelöst werden. Diese Frage, die sich bei der Pflege hauptsächlich aufgrund der beruflichen Frustration hinsichtlich nicht anerkannter Leistungen an der Gesamtstruktur der multiprofessionellen Leistungserstellung begründet, wird von den Entscheidungsträgern im Krankenhaus, die über das Budget und die Struktur der Arbeitsabläufe in der Gesamtorganisation wachen immer dann mit aufgegriffen, wenn primär monetäre Effekte bei diesen von der Pflege angestrebten Veränderungen der Arbeitsabläufe erwartet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das theoretische Konzept

2.1. Die Rolle der Primary Nurse

2.2 Die Rolle der Associate Nurse

3. Der Bezug zum eigenen berufliche Erfahrungshintergrund

4. Die Übertragbarkeit des Konzepts Primary Nursing in die beruflichePraxis

5. Die Erwartungshaltung zur Effektivität aus der Sicht der Pflegenden

6. Die Erwartungshaltung zur Effektivität aus der Sicht andererBerufsgruppen

7. Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Praxistauglichkeit und Übertragbarkeit des Primary Nursing Konzepts in moderne Krankenhaussysteme, die durch multiprofessionelle Leistungserstellung geprägt sind. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit dieses Organisationsmodell die Arbeitsabläufe in der Pflege professionalisieren und die Patientenzufriedenheit erhöhen kann, ohne dabei lediglich als Instrument zur kurzfristigen Kostensenkung missverstanden zu werden.

  • Theoretische Grundlagen und Kernelemente des Primary Nursing
  • Die spezifischen Rollenbilder von Primary Nurse und Associate Nurse
  • Reflexion auf Basis langjähriger pflegerischer Berufserfahrung
  • Anforderungen an ein strukturiertes Change Management bei der Implementierung
  • Erwartungshaltungen verschiedener Berufsgruppen hinsichtlich Effektivität und Professionalisierung

Auszug aus dem Buch

2. Das theoretische Konzept

Primary Nursing wurde von der amerikanischen Pflegewissenschaftlerin Marie Manthey an der University of Minnesota Hospital entwickelt. Es wurde dort 1969 erstmals eingesetzt. Danach fand es in den 70er und 80er Jahren in den angelsächsischen Ländern aber auch in den skandinavischen Ländern Verbreitung. Man darf davon ausgehen , dass diese Verbreitung sich analog zu den in diesen Ländern vollzogenen Akademisierungen in der Pflege vollzogen hat. In Deutschland findet diese Organisationsform seit den 90er Jahren eine zunehmende Akzeptanz und Verbreitung. (Tewes in: Die Schwester/Der Pfleger 02/2006 ) Von einer flächendeckenden und durch entsprechende Berufsverbands- bzw. politisch angeregten Umsetzungen sind wir allerdings beispielsweise im Vergleich zu den Vereinigten Staaten wie auch vielen anderen europäischen Ländern noch weit entfernt. (Fischer in: Heilberufe- online 2005) Primary Nursing entstand aufgrund der zunehmenden Frustration der Pflegenden und der Aufgabenzuteilung und entsprechenden Erfüllungen im Organisationssystem Krankenhaus.

Eine rein tayloristische Arbeitsteilung analog zur Funktionspflege mit den sich daraus resultierenden Über- Unter- und Fehlversorgungsstrukturen am Patienten durch die Pflege und eine Anonymisierung von der Arbeit und den Patienten waren Auslöser für den Veränderungsdrang (Tees in: Die Schwester/Der Pfleger 02/2006) Das Eingebundensein in Vorgaben und Arbeitsabläufe , die Fremdbestimmung aufgrund der Vorgaben durch das medizinisch- ärztliche Personal und das Missverhältnis zwischen dem eigenen Können und Wollen und dem Sollen und Dürfen sowie die sich aus den starren Arbeitsteilungen ergebenden hierarchischen Strukturen innerhalb der Berufsgruppe der Pflege erforderten bei zunehmender Berufsflucht neue Organisationsformen. Diese Form der Pflege ist gekennzeichnet durch vier hauptsächliche Aspekte:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Krankenhauslandschaft unter DRG-Bedingungen und begründet den Bedarf an neuen pflegerischen Arbeitsformen zur Vermeidung von Berufsflucht.

2. Das theoretische Konzept: Dieses Kapitel definiert die Ursprünge des Primary Nursing sowie die vier zentralen Aspekte, die dieses Organisationsmodell auszeichnen.

2.1. Die Rolle der Primary Nurse: Es wird die zentrale Verantwortung der Primary Nurse für die kontinuierliche, ganzheitliche Betreuung einer festen Patientengruppe erläutert.

2.2 Die Rolle der Associate Nurse: Dieses Kapitel beschreibt die unterstützende Funktion der Associate Nurse, die in Abwesenheit der Primary Nurse für die Kontinuität der Pflege sorgt.

3. Der Bezug zum eigenen berufliche Erfahrungshintergrund: Der Autor reflektiert kritisch eigene Erfahrungen mit Funktions- und Bereichspflege und kontrastiert diese mit dem Konzept der Bezugspflege.

4. Die Übertragbarkeit des Konzepts Primary Nursing in die beruflichePraxis: Hier werden die strukturellen Voraussetzungen und notwendigen Kompetenzen für eine erfolgreiche Implementierung des Konzepts analysiert.

5. Die Erwartungshaltung zur Effektivität aus der Sicht der Pflegenden: Dieses Kapitel erörtert, wie professionelle Pflegende Effektivität definieren und welche psychologischen Faktoren bei der Veränderung von Organisationsstrukturen wirken.

6. Die Erwartungshaltung zur Effektivität aus der Sicht andererBerufsgruppen: Der Text untersucht, welche Erwartungen Ärzte und Verwaltung an das Modell haben und wie Konfliktpotenziale im Change Management reduziert werden können.

7. Ausblick: Der abschließende Abschnitt fasst zusammen, warum Primary Nursing trotz Anlaufkosten als zukunftsweisende Investition in die Qualität der pflegerischen Versorgung zu sehen ist.

Schlüsselwörter

Primary Nursing, Pflege, Krankenhausmanagement, Patientenversorgung, Bezugspflege, Professionalisierung, Arbeitsteilung, Effektivität, Pflegemanagement, Fallverstehen, Kommunikation, Organisationsentwicklung, Krankenhaus, Patientenautonomie, Qualitätssteigerung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit dem Primary Nursing Modell auseinander und prüft, ob es als Antwort auf die aktuelle Krise in der stationären Pflege und die tayloristischen Arbeitsstrukturen dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des Modells, die konkrete Rollenverteilung zwischen Primary und Associate Nurse sowie die Herausforderungen bei der Implementierung in einem multiprofessionellen Krankenhausumfeld.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Praxistauglichkeit des Konzepts zu evaluieren und aufzuzeigen, wie durch eine Professionalisierung der Pflege eine höhere Versorgungsqualität bei gleichzeitigem Erhalt der Mitarbeiterzufriedenheit erreicht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen diskursiven Ansatz, der theoretische Konzepte (Manthey, Hegyvary) mit der praktischen Reflexion des Autors und aktuellen Erkenntnissen aus der pflegewissenschaftlichen Literatur verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Konzepts, die Analyse der spezifischen Rollenbilder, die Übertragung in die Praxis sowie die Diskussion der Erwartungshaltungen von Pflegekräften, Ärzten und Verwaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Primary Nursing, Professionalisierung, Patientenorientierung, Fallverstehen und interdisziplinäre Kommunikation.

Wie unterscheidet sich die Primary Nurse von einer Stationsleitung?

Während die Stationsleitung primär administrative und delegierende Aufgaben wahrnimmt, agiert die Primary Nurse direkt am Patientenbett und trägt die fachliche Verantwortung für den gesamten Pflegeprozess.

Warum betont der Autor die Bedeutung des Change Managements?

Der Autor argumentiert, dass eine reine Anordnung des Modells zum Scheitern verurteilt ist; vielmehr müssen Widerstände durch professionelle Begleitung und eine Veränderung der bestehenden Macht- und Hierarchiestrukturen abgebaut werden.

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Details

Title
Primary Nursing
College
University of Applied Sciences Osnabrück  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
Course
Professionalisierung und Systematisierung der Pflegepraxis
Grade
2,3
Author
Michael Jünke (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V113478
ISBN (eBook)
9783640142521
Language
German
Tags
Primary Nursing Professionalisierung Systematisierung Pflegepraxis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Jünke (Author), 2008, Primary Nursing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113478
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