Gliederung
1. Anliegen
2. Aktuelle Phänomene
2.1 Der Märchenprinz
2.2 Die zwei Ausprägungen des „ICH“
3. Fazit
2
1. Einleitung
Aktuell ziehen es immer häufiger Menschen vor, ihr Leben allein 1 zu verbringen. Vorteile für ein Solo-Leben sind gegeben. Welche gesellschaftsspezifischen Werteverschiebungen damit verbunden sind, möchte ich in dieser Arbeit aufzeigen. Als Referenz ziehe ich zwei typenspezifische Gesellschaften heran, die Französische und die Deutsche. 2
Gerade für Frauen war das Solo-Dasein untypisch. Sie besaßen ein
Zuneigungsbedürfnis und sind familiär orientiert. Bei Männern ist das Zärtlichkeitsverlangen weniger intensiv. 3 Das Hauptanliegen ist die zunehmende Autonomie der Frauen.
2. Aktuelle Phänomene
In der Evolution zur Dienstleistungsgesellschaft wird eine Vereinbarung von beruflicher Karriere und Familienleben schwerer. Frauen entscheiden sich für die Karriere zu Lasten einer Familiengründung, vor allem Deutsche. Das Zuneigungsbedürfnis wird kompensiert. Viele alltägliche Gegenstände oder Handlungen gewinnen eine neue Bedeutung.
Exemplarisch steht ein Spiegel, das Bett, die Badewanne oder der Esstisch. Diese Utensilien werden von den Solo-Frauen als Ersatz für den Mann betrachtet. Sie kompensieren damit ihr Zuneigungsbedürfnis. Der Spiegel ist Zuhause immer gegenwärtig. Er hilft zur Selbstfindung und gibt ein Feedback über das eigene Aussehen 4 . Bett und Badewanne stehen in einer komplexen, intimen Beziehung zur Dame. Sie geben Nähe, Wärme und Zärtlichkeit. Das Bett erhält zudem einen zentralen Platz, da in ihm viele Aktivitäten 5 ausgeführt werden.
1 Der Terminus klassifiziert, dass keine feste Bindung an einen Partner mehr erfolgt. Offene, ungezwungene Beziehungen treten anstelle von Ehen oder eheähnlichen Lebensgemeinschaften auf (vgl. Statistisches Bundesamt: Bevölkerung nach Altersgruppen, Familienstand und Religionszugehörigkeit [http://www.destatis.de/basis/d/bevoe/bevoetab5.php, gefunden am 08.01.07] und Statistisches Bundesamt: Eheschließungen, Ehescheidungen. [http://www.destatis.de/indicators/d/lrbev06ad.htm, gefunden am 08.01.07].
2 Meine Kenntnisse der französischen Lebenswelten basieren auf Kaufmann, J. C. 2006: Singlefrau und Märchenprinz. Warum viele Frauen lieber allein leben. Aus dem Französischen von Daniela Böhmler, München, Goldmann. Er zeigt darin Erkenntnisse über allein stehende Frauen auf und versucht, Beweggründe zu klären. Seine Analyse beruht auf Leserbriefen, die ihm nach einem Magazinaufruf zugesandt wurden. Da ich selbst Zeit meines Lebens in Deutschland gewohnt habe, behaupte ich die deutsche Gesellschaft aufgrund eigener Erfahrung und Erfahrungsberichten von Freunden sowie einigen Statistiken einschätzen zu können.
3 Männer sind eher rational eingestellt, Frauen hingegen emotionaler Natur. Die Rolle der Männer hat sich kaum verändert, die der Frauen hingegen stark (Emanzipation). Aus diesem Grund wird hier mehr auf die Gründe der Frauen eingegangen. Ein Vergleich beider Geschlechter geht über den Rahmen dieser Arbeit hinaus.
4 Frauen erwarten es von ihren Männern in gewissen Abständen, eine Bestätigung ihrer Schönheit zu hören.
5 So wird das Bett neben der Schlafgelegenheit und dem Geschlechtsverkehr zum Essen, Fernsehen, Telefonieren, Lesen, Briefe schreiben und anderen Handlungen genutzt.
3
Arbeit zitieren:
Etienne Pflücke, 2008, Das Single-Dasein als moderne Lebensform, München, GRIN Verlag GmbH
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