Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. DER ANGLIZISMUS 4
2.1. Die Lexikalische Einheit
2.2. Die idiomatische Verwendung
2.3. Die syntaktische Konstruktion
2.4. Denglisch 5
3. INTERNETKOMMUNIKATION 7
3.1. Der Chat
3.2. Das Internetforum
3.3. Gästebücher in Onlinenetzwerken
4. ANGLIZISMEN IM INTERNET 10
4.1. Anglizismen im jugendlichen Chat
4.2. Anglizismen im jugendlichen Forum
4.3. Anglizismen in Gästebüchern von Onlinenetzwerken
5. FAZIT 13
6. LITERATURVERZEICHNIS 14
1. EINLEITUNG
(Sick 2006:210):
Als Gott noch in Frankreich lebte, da wusste noch jeder, was „Savoir-vivre“ und „Laisser-faire“ bedeuten. Heute dreht sich alles um Lifestyle, und aus dem „Laisser- faire-Prinzip“ wurden „Take it easy!“. Was früher „en vogue“ war, ist heute „trendy“, und eine Mode, die irgendwann „passé“ war, ist heute „out“.
Auf diese Weise beschreibt der populärwissenschaftliche Autor Bastian Sick die Bredouille, in der sich seiner Ansicht nach die deutsche Sprache befindet, die in neuester Zeit von Anglizismen überschwemmt wurde und selbst etablierte Gallizismen zu verdrängen vermag. Ich möchte mit dieser Arbeit versuchen den Ursachen dieses beobachteten Sprachwandel- prozesses auf den Grund zu gehen und auf Basis der Jugendsprache zu analysieren. Da die gesamte Jugendsprache – falls sie überhaupt als solche zu registrieren ist – sehr umfangreich ist, werde ich mich bei meinen Untersuchungen auf die Chat- und Forensprache von Jugendlichen der Altersgruppe von 13-17 beschränken. In der Forschung ist bisher relativ eindeutig markiert, dass die Chatsprache näher in die mündliche Sprache einzuordnen ist, die Forensprache hingegen eher „konzeptionell schriftlich“ ist (Androutsopoulos 2003:175). Diese Unterscheidung kann ich in dieser Arbeit ausnutzen, indem ich die Anglizismen, die im Chat auftreten, versuche auch in Foren oder Gästebüchern zu finden, um somit zu gewährleisten, dass die von mir beobachteten Phänomene nicht rein schriftlich oder konzeptionell mündlich auftreten. Somit sollte es dann möglich sein einen gefilterten Anglizismenpool der momentanen Jugendsprache aufzubauen und damit entweder die inflationäre Verwendung von Anglizismen zu bestätigen oder zu widerlegen.
2. DER ANGLIZISMUS
Ein Anglizismus ist ein „aus dem Englischen in eine nicht-englische Sprache übernommener Ausdruck“ (Bußmann 2002:81). Hierbei unterscheidet Hadumod Bußmann im Lexikon der Sprachwissenschaft drei Typen:
1. Die lexikalische Einheit 2. Die idiomatische Verwendung 3. die syntaktische Konstruktion
Des Weiteren wird der Begriff des „Denglisch“ angeführt, der „Ausdrücke bezeichnet […], bei denen englische Ausdrücke in deutschen Wortbildungs- und Flexionsmustern verwendet werden“.
Im Folgenden werde ich näher auf die verschiedenen Formen von Anglizismen eingehen.
2.1. DIE LEXIKALISCHE EINHEIT
In der am leichtesten zu erkennenden Form des Anglizismus werden englische Begriffe direkt in den Sprachgebrauch übernommen: 1
(1) Hooligan
(2) Boss (3) Bestseller Viele weitere lexikalische Anglizismen haben ihren Ursprung im technischen Bereich, insbesondere der Computertechnologie, weil eine Übersetzung in die deutsche Sprache unter Umständen äußerst schwierig ist 2 , zum Anderen ist eine Übersetzung auch oft nicht
erwünscht, wenn die Kommunikation mit Hilfe dieser Fachsprache funktioniert. Aus diesem Grund lasse ich bei meiner Analyse die computersprachlichen Begriffe außen vor, da die Gefahr zu groß ist, dass dadurch echte Anglizismen verschleiert werden.
2.2. DIE IDIOMATISCHE VERWENDUNG
Unter der idiomatischen Verwendung im Bezug auf den Anglizismus versteht man eine Ausdrucksweise, die eine feststehende englische Phrase in die deutsche Sprache transferiert wird. Hierbei bleibt die Bedeutung erhalten:
1
Die folgenden Beispiele entstammen dem Anglizismen Wörterbuch (1993).
2
Schon bei dem Begriff
Internet
treten große Schwierigkeiten auf.
(4) World Wide Web
2.3. DIE SYNTAKTISCHE KONSTRUKTION
Ein Anglizismus, der sich in einer syntaktischen Konstruktion ausdrückt, ist unter Umständen schon schwieriger zu identifizieren. Neben den englischsprachigen Phrasen wie (5) up to date (6) Roller skating lässt sich auch schon die Phrase (7) das Beste aus etwas machen als Anglizismus durch eine syntaktische Konstruktion sehen. Beispiel (6) ist im Laufe der letzten 50 Jahre zwar im Gesamten in die deutsche Alltagssprache eingegangen (vgl. Carstensen:110), aber dennoch bleibt dieses Redewendung ein Anglizismus, der vom Englischen to make the best of something herrührt. 3
Auch der populäre Ausdruck
(8) das macht Sinn ist ein Anglizismus, der aus dem Englischen „that makes sense“ in die deutsche All- tagssprache eingegliedert worden ist. Bastian Sick argumentiert gegen diese Redewendung, indem er das Verb „machen“ von der althochdeutschen Bedeutung als Wort für herstellen, fertigen und gestalten sieht, was keinerlei Zusammenhang zu dem Wort „Sinn“ enthielte und somit semantisch im Deutschen eine falsche Ausdrucksweise sei (s. Sick 2004:49f.). Ob diese Argumentation auch wissenschaftlich vor allem im Bezug auf den Bedeutungswandel der Worte zu bestätigen ist sei dahingestellt, aber dennoch zeigt dieses Beispiel einen weiteren Einschub der englischen in die deutsche Sprache.
2.4. DENGLISCH
Wenn bei englischen Ausdrücken deutsche Wortbildungs- und Flexionsmuster verwendet werden spricht man von Denglisch.
So wird beispielsweise aus dem Englischen Wort Power für Kraft in Analogie zu dem Adjektiv entkräftet das Verb ausgepowert (vgl. Bußmann 2002:82).
3
Zeitungsartikel zu dieser Phrase sind im Anglizismen Wörterbuch Band 1 auf Seite 110 zu finden.
Quote paper:
Stefan Rohde, 2007, Anglizismen in der deutschen Chat- und Forensprache Jugendlicher, Munich, GRIN Publishing GmbH
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