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Inhaltsverzeichnis
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Tabellen- und Abkürzungsverzeichnis 2
1 Einführung 3
1.1 Problemstellung 3
1.2 Zielsetzung 3
2 Begriffsklärung 4
2.1 Epidemiologie 4
2.2 Prävention und Gesundheitsförderung 6
2.2.1 Gesundheitsförderung 6
2.2.2 Prävention 7
3 Der Schlaganfall 9
3.1 Definition und Äthiologie 9
3.2 Epidemiologie des Schlaganfalls 10
3.2.1 Inzidenz, Prävalenz, Letalität 10
3.2.2 Folgen eines Schlaganfalls aus epidemiologischer Sicht 12
3.3 Risikofaktoren des Schlaganfalls 13
3.3.1 Nicht Modifizierbare Risikofaktoren 15
3.3.2 Modifizierbare Risikofaktoren 15
3.4 Versorgungssituation Schlaganfall 18
3.4.1 Akutversorgung - Versorgungskonzept der Stroke Unit 18
3.4.2 Rehabilitation 21
3.4.3 Prävention 23
4 Zusammenfassung und Ausblick 25
Quellenverzeichnis 27
bzw.: beziehungsweise ca.: cirka d.h.: das heißt ggf.: gegebenenfalls HTA: Health Technology Assesment o.g.: oben genannten sog.: so genannte SVR: Sachverständigenrat u.a.: unter anderem v.a.: vor allem vgl.: vergleiche z.B.: zum Beispiel
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„Der Schlaganfall kam heimtückisch, auf leisen Sohlen, wie ein Dieb.
1 Einführung
1.1 Problemstellung
Der Schlaganfall ist weltweit die zweithäufigste, in den meisten westlichen Industrienationen die dritthäufigste und in ostasiatischen Ländern wie China und Japan sogar die häufigste Todesursache (WHO 2000). Zudem ist diese Erkrankung der häufigste Grund einer Invalidität im Erwachsenenalter. Der Schlaganfall ist ein Einschnitt, der das Leben der betroffenen Patienten und das ihrer Angehörigen tiefgreifend beeinflussen kann. Er verursacht - neben den großen Belastungen für den Patienten und seiner Angehörigen - hohe Kosten für das Gesundheitswesen. Simulationsmodelle und Hochrechnungen weisen darauf hin, dass die Kosten für den Schlaganfall in Deutschland höher liegen als die Kosten für die koronare Herzkrankheit. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung und des anwachsenden Bevölkerungsanteils älterer Menschen wird die Inzidenz und Prävalenz des ischämischen Schlaganfalls in den nächsten Jahren weiter zunehmen. (vgl. DERDZINSKI B.F./LAUTERBACH K.W., 2002, 147-152)
1.2 Zielsetzung
Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Epidemiologie als wichtigen Faktor der Gesundheitswissenschaften zu erläutern und ausgewählte Anwendungsgebiete der Epidemiologie zu beschreiben. Außerdem die Prävention und Gesundheitsförderung aus Sicht der Gesundheitswissenschaften zu beschreiben. Am Beispiel des Schlaganfalls soll dann die Epidemiologie, die Risikofaktoren und die Versorgungssituation, sowie die Prävention dieses Krankheitsbildes dargestellt werden. Im Bereich der Versorgung soll speziell auf die Akutphase des Schlaganfalls mit der Versorgung auf einer Stroke Unit und die Phase der stationären Rehabilitation eingegangen werden. Als weiterer Schwerpunkt ist das Kapitel der Risikofaktoren anzuführen, da es ein wichtiger Ansatz für die Prävention ist und noch sehr viel Potenzial im Sinne der Gesundheitsförderung zur Beseitigung dieser Risikofaktoren vorhanden ist.
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Betroffene oder Menschen mit Risikofaktoren haben großen Einfluss auf diese durch eine Veränderung ihres Verhaltens oder der Lebensführung (z.B. durch die Faktoren Ernährung, Alkohol, Rauchen, Bewegung)
2 Begriffsklärung
2.1 Epidemiologie
„Die Beschreibung des Gesundheitszustandes und die Förderung der Gesundheit der Gesamtbevölkerung im Sinne einer „öffentlichen Sorge um die Gesundheit aller“ (Public Health) ist Aufgabe der Gesundheitswissenschaften.(…) Da die Gesundheit in der Bevölkerung ein öffentliches Gut, aus dem sich ein Recht des Individuums auf eine „angemessene“ Gesundheitsversorgung im Spannungverhältnis zwischen Autonomie und Eigenverantwortung einerseits und staatlicher Gesundheits-verantwortung und -sicherung andererseits, spielen hierbei die politischen und öffentlichen Instanzen eine zentrale Rolle“. „Das Ziel einer effektiven und effizienten Gesundheitsversorgung der Gesamtbevölkerung kann jedoch nur auf der Basis solider Informationen über die gesundheitliche Lage der Bevölkerungsgruppen und über die Wirksamkeit von Programmen und Maßnahmen erreicht werden.
Allen Disziplinen der Gesundheitswissenschaften ist somit gemeinsam, dass sie Informationen benötigen
- über die Bedeutung und über die Ausbreitung von Krankheiten in der Bevölkerung (…),
- über die Wirksamkeit von Programmen und Maßnahmen (…),
- über spezifische Anforderungen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen an das Gesundheitswesen. (…).
Diese Informationen werden mit Hilfe epidemiologischer Methoden bereitgestellt. Die Epidemiologie ist somit eine der Basisdisziplinen bzw. eines der wichtigsten „Handwerkszeuge“ der Gesundheitswissenschaften.“ (BRAND A. u.a. 2006, 255) Als klassische Definition der Epidemiologie, die sich in den meisten Lehrbüchern findet, wird beschrieben: Epidemiologie ist das Studium der Verteilung und der Determinanten von Krankheitshäufigkeiten in menschlichen Populationen. Diese Formulierung beschreibt die Anfänge epidemiologischer Arbeiten im neunzehnten Jahrhundert, wie sie u.a. durch Snow und Semmelweis durchgeführt wurden. Es
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beschreibt die Denkweise der Mediziner, sich vom zu kurierenden Individuum zu lösen und zu versuchen, durch die Betrachtung von Gruppen und durch den Vergleich unterschiedlicher Gruppen, medizinische Probleme zu lösen. Diese Denkweise ist der Kern der Epidemiologie. Eine weitere, moderne Definition lautet: Epidemiologie ist die Bearbeitung von Fragen aus dem Bereich der Medizin, der Gesundheits-systemforschung und der Gesundheitswissenschaften mit Methoden der empirischen Sozialforschung und der Statistik. (vgl. BRAND et. al, 2006, 257)
Epidemiologische Methoden und Definitionen kommen zur Anwendung, sobald gesundheitliche Fragestellungen mit Bevölkerungs- oder Gruppenbezug bearbeitet werden. Sowohl historisch als auch in der logischen Reihenfolge von Arbeitsschritten steht an erster Stelle die deskriptive Epidemiologie als Beschreibung von Krankheiten hinsichtlich ihrer Verbreitung und der betroffenen Gruppen. Die hier gewonnenen und dargestellten Daten bilden eine notwendige Basis für alle Bereiche der Gesundheitswissenschaften. Sie liefern Angaben zur Zahl der zu versorgenden Patienten und identifizieren Gruppen, die besondere Aufmerksamkeit benötigen
Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Ätiologieforschung auf Bevölkerungsbasis (analytische Epidemiologie). Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Krankheitshäufigkeiten werden gebildet, bzw. gesucht und es wird verglichen, ob hinsichtlich der Umgebung, der Lebensweise und ggf. im Hinblick auf Belastungen durch spezielle Situationen Unterschiede zu erkennen sind, die mit der betrachteten Krankheit zusammen hängen können. Damit kann zwar nicht die biologische Ursache einer Krankheit gefunden werden, es können aber Lebensumstände identifiziert werden, die mit einem erhöhten Anteil an Erkrankungen verknüpft sind. Besonders auf dem Gebiet der Ätiologieforschung sind epidemiologische Ergebnisse allein nicht ausreichend, sondern es werden parallel zur Epidemiologie auf der medizinisch-biologischen Ebene Forschungen durchgeführt. Beide Richtungen regen einander an, unterstützen sich und helfen sich bei der Hypothesenbildung. (vgl. BRAND A. et. al, 2006, S. 263)
Auch die (primäre) Prävention ist ein wesentlicher Teil gesundheitswissenschaftlicher Arbeit und ist ohne die Methoden und Ergebnisse der Epidemiologie nicht denkbar. Eine Verhinderung von Krankheitsfällen durch vorbeugende Aktionen im Bereich der Lebensumstände und Verhaltensweisen ist sowohl im Stadium der Planung als auch bei der Bewertung von Programmen auf die Epidemiologie angewiesen. Eine erfolg-
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versprechende Prävention muss das Ausbreitungsmuster der Krankheit und ihrer Risikofaktoren kennen, um die richtigen Zugangswege zu den betroffenen Menschen entwickeln zu können. Diese Daten werden durch epidemiologische Studien erhoben. Sowohl zur Planung, als auch zur Evaluation präventiver Maßnahmen werden epidemiologische Daten benötigt.
Screening (sekundäre Prävention, Früherkennung) ist eine Maßnahme, Krankheiten in einem sehr frühen Stadium zu entdecken. Dahinter steckt der Gedanke, dass eine Krankheit in diesem frühen Stadium erfolgversprechender, mit weniger Aufwand bekämpft werden kann, als im fortgeschrittenem Prozess. Hier hilft der Einsatz epidemiologischer Forschung, die Effektivität von Screeningverfahren einschätzen zu können.
Die Aufarbeitung und Bewertung der Daten über den Gesundheitszustand und die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung ist eine der Aufgaben der Gesundheitsberichterstattung (GBE). Sie soll zu einer Verbesserung der gesundheitlichen Lage und Versorgung der Bevölkerung beitragen und ist somit ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsplanung. Vordringliche Handlungsbedarfe auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene werden mit Hilfe epidemiologischer Methoden ermittelt und ist Basis einer präventiv orientierten Gesundheitspolitik. (vgl. BRAND et.al, 2006, 263/264)
2.2 Prävention und Gesundheitsförderung
Im Gesundheitsbericht für Deutschland wird als Ziel und Stellenwert der Prävention und Gesundheitsförderung die Vermeidung von Krankheiten und ihren Folgen beschrieben. Dadurch sollen Lebensqualität und Wohlbefinden gesteigert, sowie die in Gesundheit verbrachte Lebenszeit verlängert werden. Präventive und gesundheitsfördernde Maßnahmen können zur Verminderung von sozial bedingten gesundheitlichen Nachteilen beitragen, indem sie sich auch und gerade an sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen richten (vgl. GESUNDHEITSBERICHTERSTATTUNG DES BUNDES, Juli 2006, 126).
2.2.1 Gesundheitsförderung
Gesundheitsförderung definiert sich durch das Zusammenführen von zwei strategischen Ansätzen: der Stärkung von persönlicher und sozialer Gesundheitskompetenz verbun- den mit einer systematischen Politik, die auf die Verbesserung von Gesundheitsdeter-
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minanten und den Abbau von gesundheitlicher Ungleichheit abzielt. Die strategischen Schlüsselpunkte sind
- Empowerment, d.h. die Stärkung von Kompetenz und Selbstbestimmungsrecht über die eigene Gesundheit und
- Intersektoralität, d.h. die Einbindung von Gesundheit als Handlungsziel von Politikbereichen
„Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zu Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. Um ein umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden zu erlangen, ist es notwendig, dass sowohl Einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen wahrnehmen und verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw. sie verändern können.“ Die Ottawa-Charta fasst die vielfältigen Einflussfaktoren und Entwicklungsstränge zusammen und legt Grundlage für eine neue Ausrichtung und Profession im Gesundheitswesen. Sie geht von einem dynamischen Verstärkereffekt zwischen fünf zentralen Handlungs-Bereichen aus:
- politisches Handeln, das Rahmenbedingungen schafft, z.B. durch Gesetze
- Lebenswelten, die Gesundheit fördern (z.B. am Arbeitsplatz, in der Familie, Schule)
- persönliche Kompetenz
- soziales gemeinschaftliches Handeln
- Neuorientierung des professionellen Gesundheitshandelns, bes. im Hinblick auf die Klientenorientierung und ein verstärktes Präventives Handeln. Sowohl der krankheitsorientierte Ansatz der Prävention als auch der ressourcenorientierte Ansatz der Gesundheitsförderung zielen - wenn auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit verschiedenen Strategien - auf die verbesserte Gesundheit des einzelnen sowie der Bevölkerung und sollten als einander ergänzend betrachtet werden. (vgl. KICKBUSCH I., 2003, 182-184)
2.2.2 Prävention
„Prävention (Krankheitsverhütung) sucht - anders als die Gesundheitsförderung - eine gesundheitliche Schädigung durch gezielte Aktivitäten zu verhindern, weniger wahr- scheinlich zu machen oder zu verzögern.“ (WALTER U./SCHWARTZ F.W., 2003, 189)
Arbeit zitieren:
Sieglinde Necker, 2007, Zur Epidemiologie und Versorgungssituation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen am Beispiel des Schlaganfalls mit dem Versorgungskonzept einer Stroke Unit , München, GRIN Verlag GmbH
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