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Russlands Mediensystem - eine Länderstudie

Title: Russlands Mediensystem - eine Länderstudie

Seminar Paper , 2007 , 33 Pages , Grade: 1.5

Autor:in: Patrick Gämperle (Author)

Communications - Miscellaneous
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Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Länderstudie Russlands im Rahmen des Seminars ‚Mediensysteme und globale Öffentlichkeit’. Nach einer ausführlichen Einleitung, in der einige zentrale mediengeschichtliche Aspekte zur Sprache kommen, werden im ersten Kapitel zunächst das politische, das gesellschaftliche und am Rande auch das wirtschaftliche System Russlands und deren erwarteten Auswirkungen auf das Mediensystem erläutert. Dieses Kapitel versteht sich gewissermassen als theoretischer Rahmen.
Zur Sprache kommen im Folgenden nacheinander die politische Kultur, Zensur und Medienfreiheit, Medienbesitz, Medienfinanzierung, politischer Parallelismus, Medienkultur, Medienorientierung, Mediennutzung und die journalistische Kultur.

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

O Einleitung: Von der Sowjetunion bis heute

Ia Das politische System

Ib Das gesellschaftliche System: Bildungs- und Lebensstandard, Wirtschaftskraft Lebenserwartung und Religion

II Politische Kultur

III Zensur und Medienfreiheit

IV Medienbesitz

V Medienfinanzierung

VI Politischer Parallelismus

VII Medienkultur

VIII Medienorientierung

IX Mediennutzung

X Journalismuskultur

XI Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Mediensystem Russlands im Rahmen einer Länderstudie, um zu analysieren, wie politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen die Medienlandschaft beeinflussen, und prüft dabei die Anwendbarkeit des pragmatischen Differenzansatzes von Roger Blum.

  • Analyse des Mediensystems im Kontext des politischen und gesellschaftlichen Systems Russlands
  • Untersuchung von Zensurmechanismen, Medienbesitz und Finanzierungsstrukturen
  • Erforschung der journalistischen Kultur und der Medienorientierung unter staatlichem Einfluss
  • Vergleich der theoretischen Medienfreiheit mit der praktischen Realität
  • Überprüfung der Kompatibilität des russischen Modells mit dem „kontrolliert ambivalenten Misch-Modell“

Auszug aus dem Buch

IV Medienbesitz

Bis zum Ende der Sowjetunion galten die russischen Medien als Sprachrohre der Kommunistischen Partei. Die Massenmedien waren das wichtigste Propagandamittel und wurden entsprechend vom Staat subventioniert. Mit dem Zusammenbruch der UdSSR und dem Verbot der Partei änderte sich der Medienbesitz grundlegend. Wegen den veränderten Besitzverhältnissen der Medien und neuen, uneinheitlichen Gesetzen, welche die neuen Umstände nicht ausreichend berücksichtigten, herrschte zu Beginn der Glasnost-Periode grosse Verwirrung (vgl. Geisslinger 1997:347ff.). Wie in der Einleitung beschrieben, strebte die Zentralregierung Mitte der 1990er Jahre die Bildung von Medienimperien mit oligarchen Strukturen an. In den Jahren der Privatisierung während der Ära Jelzin kamen die grossen Finanzmagnaten „… durch dubiose Geschäfte und korruptes Zusammenspiel mit dem Staat zu ihrem Reichtum“ (Brunmeier 2005:15). Da die Medienmogule ihren zu Beginn der 1990er Jahre gewonnen Reichtum der Nähe zur Politik verdankten, verlangte der Staat als Gegenleistung natürlich bedingungslose Loyalität. Dies war bei Weitem nicht immer der Fall, hatte doch eine Vielzahl dieser Medien „…generell ein eher regierungskritisches Verhalten an den Tag gelegt“ (Mommsen 2007:47). Unter diesen Umständen konnte der Staat den dubiosen Verlauf der Privatisierung jederzeit von neuem überprüfen lassen und ein Strafverfahren einleiten (vgl. Brunmeier 2005:15).

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einleitung in die Länderstudie und Vorstellung des methodischen Ausgangspunktes, des pragmatischen Differenzansatzes nach Roger Blum.

O Einleitung: Von der Sowjetunion bis heute: Skizzierung der historischen Entwicklung von der staatlich kontrollierten Sowjet-Presse bis hin zum Aufkommen von Medien-Imperien und staatlicher Einflussnahme nach der Transformation.

Ia Das politische System: Analyse des russischen Regierungssystems unter Putin, das durch Zentralismus („Vertikale der Macht“) geprägt ist und sich einer einfachen Einordnung in demokratische oder autoritäre Kategorien entzieht.

Ib Das gesellschaftliche System: Bildungs- und Lebensstandard, Wirtschaftskraft Lebenserwartung und Religion: Untersuchung sozioökonomischer Faktoren wie Bildung, Lebensstandard und Religion, die die Mediennutzung und die Beziehung der Bevölkerung zum Staat maßgeblich beeinflussen.

II Politische Kultur: Darstellung der politischen Kultur unter besonderer Berücksichtigung der Gewaltenteilung und der Dominanz der Regierungspartei „Einiges Russland“.

III Zensur und Medienfreiheit: Untersuchung der Diskrepanz zwischen verfassungsrechtlichem Zensurverbot und der realen Situation, die durch indirekte Repressionen, wirtschaftliche Abhängigkeiten und Gewalt gegen Medienschaffende gekennzeichnet ist.

IV Medienbesitz: Analyse der Transformation der Medienbesitzverhältnisse, bei der sich der Staat schrittweise die Kontrolle über die Medienlandschaft zurückholte.

V Medienfinanzierung: Beleuchtung der finanziellen Abhängigkeit der Medien von staatlichen Subventionen oder politisch motivierten Investoren, die eine neutrale Berichterstattung erschweren.

VI Politischer Parallelismus: Untersuchung der engen Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft und Medien, die zu einer weitgehenden Instrumentalisierung der Medien führen.

VII Medienkultur: Vergleich der russischen Medienkultur mit der schweizerischen und Bilanzierung des zunehmenden Drucks in Richtung einer konkordanten Berichterstattung.

VIII Medienorientierung: Erörterung des fehlenden Berufsethos und des Vorrangs ökonomischer Interessen vor einer unabhängigen, am Gemeinwohl orientierten Berichterstattung.

IX Mediennutzung: Analyse des Stellenwerts verschiedener Medien, wobei das Fernsehen als mit Abstand wichtigste Informationsquelle für die Bevölkerung identifiziert wird.

X Journalismuskultur: Untersuchung des Rollenverständnisses russischer Journalisten, das sich durch einen Mangel an sachlicher Distanz und eine starke Einbindung in politische Interessen auszeichnet.

XI Fazit: Zusammenführende Bewertung, in der das Mediensystem Russlands als zunehmend unfrei und in hohem Maße vom Staat kontrolliert charakterisiert wird.

Schlüsselwörter

Russland, Mediensystem, Pressefreiheit, Zensur, Medienbesitz, Medienfinanzierung, Politik, Transformation, Journalismus, Propaganda, Staatskontrolle, Mediennutzung, Demokratisierung, Oligarchen, Medienkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit liefert eine Länderstudie über das Mediensystem in Russland und untersucht, wie dieses System nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion unter den politischen Rahmenbedingungen des modernen Russlands geformt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Medien, die politische Einflussnahme durch den Staat, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Pressefreiheit sowie ökonomische Faktoren wie Medienbesitz und Finanzierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das russische Mediensystem anhand des pragmatischen Differenzansatzes von Roger Blum einzuordnen und zu prüfen, inwieweit die dortigen Entwicklungen mit diesem wissenschaftlichen Modell kompatibel sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine Länderstudie, bei der verschiedene Indikatoren für Mediensystemvergleiche, wie Medienkultur, Besitzverhältnisse und politische Orientierung, systematisch angewandt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene analytische Kapitel, die unter anderem die politische Kultur, Zensur, Medienbesitz, Medienfinanzierung, die Rolle der Oligarchen, die Mediennutzung der Bevölkerung sowie die journalistische Kultur in Russland detailliert untersuchen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „gelenkte Demokratie“, staatliche Kontrolle, Medien-Imperien, eingeschränkte Pressefreiheit und die Verflechtung von Politik und Wirtschaft charakterisiert.

Welche Rolle spielen die Medien-Oligarchen im russischen System?

Die Medien-Oligarchen, die in den 1990er Jahren großen Einfluss erlangten, wurden unter Putin zunehmend unter Druck gesetzt, enteignet oder zur regimetreuen Berichterstattung gezwungen, wodurch der Staat seine Kontrolle über die Medienlandschaft wiederherstellen konnte.

Warum ist das Fernsehen das wichtigste Medium in Russland?

Das Fernsehen ist die primäre und oft einzige Informationsquelle für den Großteil der russischen Bevölkerung, was es strategisch zu einem besonders wichtigen Instrument der politischen Meinungsbildung macht, das der Staat weitgehend kontrolliert.

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Details

Title
Russlands Mediensystem - eine Länderstudie
College
University of Bern
Grade
1.5
Author
Patrick Gämperle (Author)
Publication Year
2007
Pages
33
Catalog Number
V113666
ISBN (eBook)
9783640141333
ISBN (Book)
9783640141425
Language
German
Tags
Russlands Mediensystem Länderstudie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Gämperle (Author), 2007, Russlands Mediensystem - eine Länderstudie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113666
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