Inhaltsverzeichnis I
I. EINFÜHRUNG. 1
II. ZUM STRATEGIEBEGRIFF UND DER NOTWENDIGKEIT VON
UNTERNEHMENSSTRATEGIEN. 2
II.1 Die Notwendigkeit von Unternehmensstrategien 2
II.1.1 Theoretische Annäherung an das Konstrukt Strategie. 3
II.1.2 Das Strategische Management als Bezugsrahmen. 4
II.2 Die Forschungsobjekte Strategieinhalt und -prozess. 5
II.3 Annäherung an die Theoriediskussion zur Formulierung und Formierung von
Unternehmensstrategien 6
III. ZU DICHOTOMEN UND INTEGRATIVEN ANSÄTZEN IN DER
STRATEGIEPROZESSFORSCHUNG. 7
III.1 Die präskriptiven Denkschulen und die formulierte Strategie. 7
III.1.1 Das Strategiemodell der Harvard Business School 8
III.1.2 Modell einer strategischen Planung nach Ansoff 8
III.2 Die deskriptiven Denkschulen und die formierte Strategie 9
III.2.1 Strategieprozesse und emergente Strategien 10
III.2.2 Zum integrativen Ansatz der Münchner Schule um Kirsch und der Genese von
Unternehmensstrategien 11
(1) Klärung und Implikationen des Genesebegriffs 12
(2) Der organisatorische „ongoing process“ als Ansatzpunkt. 12
III.3 Kritische Würdigung der vorgestellten Konzepte 14
IV. ZUM „STRATEGY-AS-PRACTICE“ ANSATZ ALS NÄCHSTE EVOLUTIONSSTUFE 15
Inhaltsverzeichnis II
IV.1 Die Entwicklung des „Strategy-as-Practice“ Ansatzes. 15
IV.2 Die Mikro Perspektive des „Strategy-as-Practice“ Ansatzes. 16
IV.3 Herausforderungen auf dem Weg zum „Activity based View“ 17
V. BRÜCKENSCHLAG ZUR PRAXIS: IMPLIKATIONEN DES „STATE OF THE ART“ FÜR DIE
STRATEGIEBERATUNGS -BRANCHE 18
Abbildungsverzeichnis III
Seite
Abb.3 -1: Der Strategieprozess nach Mintzberg 10
Abb 3-2: Prozesskategorien der Strategieformierung nach Kirsch 13
Formulierung vs. Formierung von Unternehmensstrategien 1
I. EINFÜHRUNG
Das heutige Umfeld von Unternehmen unterliegt einem ständigen, immer schneller fortschreitenden Wandel. 1 Planungshorizonte werden kürzer, Entscheidungen schnelllebiger, und langfristige Planungen werden allzu oft von der sich rasch verändernden Unternehmensumwelt eingeholt. 2 Auf dieser grundlegenden und allgegenwärtig zu beobachtenden Erkenntnis beruht die vorliegende Arbeit. Nach Farjoun beruhen die Forschungsbemühungen zum Thema Unternehmensstrategien auf dem Anliegen, den unterschiedlichen Erfolg von Firmen zu erklären. Die Frage, die im Zuge der immer größer werdenden Dynamik und Kompliziertheit im nationalen und internationalen wirtschaftlichen Geschehen gestellt werden muss, ist, ob heutzutage überhaupt noch die Möglichkeit besteht, im Sinne eines strukturierten Ansatzes Unternehmensstrategien ex ante für die Zukunft zu formulieren und zu implementieren 3 oder ob sich ad hoc strategisches Handeln herausbildet, d.h. Unternehmensstrategien sich formieren. 4 Auf dieser Überlegung aufbauend ist die zentrale Zielsetzung der vorliegenden Arbeit, die verschiedenen Forschungsströmungen zu diesem Themenkomplex kritisch zu reflektieren und aktuelle Tendenzen zu würdigen. Im Rahmen eines solchen Ansatzes wird dem Leser zunächst das Handwerkszeug für eine umfassende Reflexion der Strategieprozessforschung mit auf den Weg gegeben, mit dem das Was und Warum der angestrebten Theoriediskussion beantwortet werden kann (II.). Im weiteren Gang der Untersuchung werden polarisierende sowie integrative, d.h. zusammenführende Ansätze in der Strategieprozessforschung einer kritischen Würdigung unterzogen (III.) und neue Überlegungen, die am eigentlichen Akteur in der Praxis der Strategieentwicklung ansetzen, erläutert (IV.). Abschließend sollen dem Leser, im Rahmen eines Ausblicks, die zentralen Aspekte der Problemstellung, nämlich der Umorientierung der Strategieforschung, in einem praktischen Bezugsrahmen näher gebracht werden (V.).
1 Vgl. Bea/Haas (2005), S. 1; S. 7ff.
2 Vgl. Mirow (2005), S. 42.
3 Vgl. Gaddis (1997), S. 38 sowie Johnson et al. (2003), S. 4f.
4 Vgl. Beinhocker/Kaplan (2002), S. 51 sowie Hungenberg/ Meffert (2003), S. 3f. und Farjoun
(2007), S. 197.
Formulierung vs. Formierung von Unternehmensstrategien 2
II. ZUM STRATEGIEBEGRIFF UND DER NOTWENDIGKEIT
VON UNTERNEHMENSSTRATEGIEN
Die Intention des zweiten Teils der vorliegenden Arbeit ist es, einen grundlegenden Überblick über den behandelten Themenbereich zu geben. Hierzu gehört - neben der Vermittlung dessen, um was es sich beim theoretischen Konstrukt Strategie handeltauch die Einbettung der behandelten Fragestellung nach den möglichen Prozessen zu einer realisierten Unternehmensstrategie - in den Forschungsbereich des Strategischen Managements.
In diesem Zuge erscheint es zweckmäßig zunächst auf die Fragestellung, warum Unternehmen überhaupt Strategien benötigen, einzugehen (II.1). Neben einer Abgrenzung der Forschung zur Unternehmensstrategie durch die Aufspaltung in Inhaltsforschung und Prozessforschung (II.2), führt wiederum die vorgenommene Trennung der Prozessforschung in Formulierungs-, Formierungs- sowie übergeordnete integrative Ansätze zur Rechtfertigung der zentralen Zielsetzung der vorliegenden Arbeit (II.3).
II.1 Die Notwendigkeit von Unternehmensstrategien
Es ist eine legitime, jedoch in der theoretischen Diskussion der Strategieentwicklung nicht allzu häufig gestellte Frage, warum eine Unternehmung überhaupt eine Strategie benötigt. 5 Bevor im weiteren Gang der Untersuchung nun auf den Prozess der Strategieentwicklung eingegangen wird, scheint es förderlich, das Fundament, auf dem die Theoriediskussion aufgebaut sein wird, zu gießen, indem ein dieser Arbeit zu Grunde liegendes Verständnis darüber geschaffen wird, warum Strategien von kritischer Bedeutung für Unternehmen sind.
5 Vgl. hierzu bekannte Titel zum Themengebiet „Corporate Strategy“ bzw. „Strategisches
Management“; z.B.: Müller-Stewens/Lechner (2005); Welge/Al-Laham (2008); Hungenberg
(2004); Hungenberg/Meffert (2003); Hax/Majluf (1991); Bea/Haas (2005); Faulkner/Campbell
(Hrsg. 2006).
Formulierung vs. Formierung von Unternehmensstrategien 3
Eine Aussage darüber, warum Unternehmen auf Strategien angewiesen sind, gibt Kenichi Ohmae, 6 indem er die komplexe Fragestellung auf einen sehr praktischen und greifbaren Punkt reduziert: Wettbewerb. 7
„What business strategy is all about - what distinguishes it from all other kinds of business
planning - is, in a word, competitive advantage. Without competitors there would be no need
for strategy, for the sole purpose (…) to enable the company to gain, as efficient as possible, a
sustainable edge over its competitors.” (Ohmae 1982, S. 36)
Diese Sichtweise auf den Nutzen der Unternehmensstrategie als Werkzeug des Unternehmens im Sinne eines klassischen Gewinnmaximierers soll den weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit prägen. Das Beherrschen des Kampfes 8 , um Gewinne auf einem Markt zu realisieren, soll hier als Triebfeder für Forschungsbemühungen auf dem Gebiet des Strategieprozesses und dem zu beobachtenden Streben nach Kontrolle dieses Prozesses gesehen werden. Auf der Logik dieses Schlusses baut nun auch der weitere Verlauf der Argumentation auf, da davon ausgegangen wird, dass eine überlegene Theorie für den Weg zu einer realisierten Unternehmensstrategie, also ein Primat auf dem Gebiet der Strategieprozessforschung, eine monetär messbare Effektivität und Effizienz steigernde Wirkung für das Unternehmen entfalten muss, um diese Stellung zu rechtfertigen.
II.1.1 Theoretische Annäherung an das Konstrukt Strategie
Der Feststellung einer „Strategiebedürftigkeit“ von Unternehmen folgend stellt sich nun die Frage, was unter dem Begriff Strategie zu verstehen ist. Wie im Folgenden zu sehen sein wird, sind schon im Zuge einer definitorischen Abgrenzung die kontroversen Blickwinkel auf das Konstrukt Strategie klar erkennbar und legen die Problemstellung nochmals offen. 9
6 Dr. Kenichi Ohmae gilt als einer der Besten Strategen der Welt. Er war über 33 Jahre für die
Managementberatung McKinsey & Company tätig und hat dort deren Strategieabteilung
aufgebaut. Er ist Gründer der Managementberatung Ohmae & Associates Group und Autor mehrer
Bestseller der Strategieliteratur.
7 Vgl. Wie die zentrale Zielsetzung der Arbeit bereits verdeutlicht, handelt es sich um eine
Würdigung verschiedener Forschungsströmungen. Wettbewerb soll daher an dieser Stelle nicht im
Sinne einer Wettbewerbsstrategie, sondern als Triebfeder für die Strategieentwicklung überhaupt,
gesehen werden. Diese kann sich dann auf verschiedenen Wegen manifestieren.
8 Der Strategiebegriff stammt ursprünglich aus dem militärischen Bereich. Hier wurde zwischen
strategischen und taktischen Variablen unterschieden. Vgl. hierzu auch Oetinger (1995), S. 23ff.
9 Vgl. Müller-Stewens/Lechner (2005), S. 20 sowie Broich (1994), S. 39.
Arbeit zitieren:
Adrian Pielken, 2008, Formulierung vs. Formierung von Unternehmensstrategien , München, GRIN Verlag GmbH
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