Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Motivation und Arten von Beschreibungen 2
3. Was macht eine gute Beschreibung aus? 2
3.1. Selektion 3
3.2. Einflussfaktoren und Kriterien von Selektion 4
3.3. Relevanz des Wahrheitsgehalts 5
3.4. Zweckmäßigkeit 7
4. Schlussbetrachtung 8
5. Anhang
Graphik
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Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Unter Geisteswissenschaftlern ist man sich darüber einig, dass rein beschreibend verfasste Arbeiten kein allzu großes Ansehen verdient haben. Konsens scheint auch darüber zu herrschen, dass die Beschäftigung mit der Thematik des Beschreibens an sich nicht wirklich von Bedeutung ist. Dieser Eindruck jedenfalls entsteht, wenn man sich auf die Suche nach Literatur zu diesem Thema begibt und so gut wie nicht fündig wird (vgl. auch: Sen 1982: 433). Auf den ersten Blick scheint die Disziplin auch keine wirklich intellektuelle Herausforderung darzustellen: Es bedarf schließlich nur der simplen Wiedergabe dessen, was man beobachtet hat. Oder?
Denn auf den zweiten Blick ist es nicht immer ganz so einfach - jedenfalls nicht, wenn es nach Amartya Sen geht. Der in Indien geborene Professor für Wirtschaft und Philosophie unterrichtet an der Harvard Universität und erhielt neben vielen anderen Auszeichnungen 1988 auch den Nobel-Preis für Wirtschaft (http://post.economics.harvard.edu/faculty/sen/bio.pdf). 1982 veröffentlichte er mit dem Aufsatz „Description as Choice“ eine intensive Ausei-nandersetzung mit der Thematik des Beschreibens.
Wie äußert sich Sen darin über das Beschreiben? Was macht seiner Meinung nach eine (gute) Beschreibung aus? Und welche Konsequenzen haben die Erkenntnisse des Autors für jemanden, der eine Beschreibung vornehmen will? Vorliegende Arbeit wird sich im Folgenden mit Sens Abhandlung und Schlussfolgerungen auseinander setzen und versuchen, diese Frage zu klären 1 . Dabei sollen sowohl die Motivation zum Formulieren einer Beschreibung und die Arten von Beschreibungen, als auch der Aspekt der Selektion und die Relevanz des Wahrheitsgehalts behandelt werden.
1 Da der Aufsatz für Wirtschaftswissenschaftler geschrieben wurde, werden allerdings nur die für
Geistes- und Sozialwissenschaften relevanten Abschnitte - größtenteils zu Beginn und Ende des
Aufsatzes, der aus insgesamt 15 Kapiteln besteht - in die Betrachtung einbezogen.
1
2. Motivation und Arten von Beschreibungen
Ein Wissenschaftler beschreibt nach Sen aus unterschiedlichen Gründen:
„Description can be motivated by predictive interests or by prescriptive interests, but it may also have other motivations“ (Sen 1982: 447). Das Beschreiben an sich - also die Wiedergabe dessen, wie etwas ist- kann demzufolge neben vielen anderen Möglichkeiten zum einen vorschreibenden Charakter haben und Informationen darüber transportieren, wie etwas sein sollte. Zum anderen kann es demnach aber auch vorhersagend sein und eine
Prognose dessen liefern, wie etwas sein wird. Dass eine Beschreibung nicht gleich einer Vorschrift oder einer Vorhersagung ist, bleibt anzumerken, die Grenzen zwischen den jeweiligen Aspekten jedoch können durchaus „schwammig“ sein (Sen 1982: 432).
Generell unterscheidet Sen Beschreibungen in zwei verschiedene Arten: In diese, die einem konkreten Zweck dienen und jene, die rein deskriptiv sind und beispielsweise Tatsachen, Verläufe und Geschehnisse wiedergeben (Sen 1982: 434) 2 .
3. Was macht eine gute Beschreibung aus?
Aus der so von Sen getroffenen Unterscheidung geht implizit bereits hervor, dass Beschreibungen von ein und derselben Sache durchaus unterschiedlich ausfallen können, je nachdem, ob sie ein konkretes Ziel verfolgen (und wenn ja welches) oder nicht.
2 Wobei kritisch anzumerken bleibt, dass Beschreibungen der zweiten Kategorie im engeren Sin-
ne natürlich auch immer einen Zweck verfolgen werden, sonst müsste man ja gar nicht erst eine
Beschreibung formulieren.
2
Arbeit zitieren:
Katharina Klinge, 2006, Das Mittel des Beschreibens in den Geistes- und Sozialwissenschaften, München, GRIN Verlag GmbH
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