STUDIENSEMINAR für Lehrämter an Schulen Wuppertal
- Seminar Lehramt an Berufskollegs-
Richard-Wagner-Str. 7, 42115 Wuppertal
4. Unterrichtsentwurf für das Fach Handel/Absatz/Marketing
Studienreferendarin: Diana
Ivanjic
Ausbildungsschule: Berufskolleg der Stadt Essen
Klasse:
04ET1 (Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel, Unterstufe)
Unterrichtsfach:
Wirtschafts- und Sozialprozesse (Lernfeld 1:
Das Einzelhandelsunternehmen repräsentieren)
Datum: 30.
Juni
2005
Uhrzeit:
10.35 Uhr 11.20 Uhr (4. Stunde)
Raum:
K1O1
Thema der Stunde:
Erarbeitung und Beurteilung ausgewählter Maßnahmen zur Reduzierung der
Feinstaubbelastung aus ökonomischer und ökologischer Sicht mit anschließender
Podiumsdiskussion unter besonderer Berücksichtigung der Förderung
des Nachhaltigkeitsgedankens.
1
1. Angaben zur Lerngruppe
1.1 Lerngruppenzusammensetzung
Bei der 04ET1 handelt es sich um eine Unterstufenklasse des Ausbildungsberufes Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel mit 13 Schülerinnen und 11 Schülern im Alter von 17 bis 26 Jahren. Neben 20 deutschen Schülern1 bilden 4 türkische Schüler die Klassengemeinschaft. Partner der Berufsausbildung sind unter anderem Aldi, Bauhaus, Sport-Scheck, Galeria Kaufhof und Sinn & Leffers. Somit sind die beruflichen Handlungsfelder der Auszubildenden sehr vielfältig.
1.2 Besonderheiten der Lerngruppe
Die schulische Vorbildung in der Klasse ist, wie aus der nachfolgenden Übersicht entnommen werden kann, als heterogen zu bezeichnen.
|
Vorbildung |
Anzahl der Schüler ( = 24) |
|
| Allgemeine Hochschulreife | 2 | |
| Fachhochschulreife schulischer Teil | 8 | |
| Fachoberschulreife mit Qualifikation | 5 | |
| Fachoberschulreife ohne Qualifikation | 5 | |
| Hauptschulabschluss | 4 |
In der jetzigen Klassenkonstellation können sechs Leistungsträger und fünf sehr schwache Schüler wahrgenommen werden. Die Defizite der schwächeren Schüler liegen insbesondere im sprachlichen Bereich. Besonders auffällig in diesem Zusammenhang sind zwei türkische Schüler, denen selbst die Grundkenntnisse der deutschen Sprache fehlen, so dass sie die fachlichen Anforderungen des Unterrichts nicht erfüllen können. Außerdem ist die Motivation dieser beiden Schüler nicht sehr groß, da sie in den Ferien den elterlichen Betrieb (Aldim-Supermarkt) aufgeben und in die Türkei zurückkehren wollen. Weiterhin ist wahrzunehmen, dass bis auf wenige Ausnahmen alle Schüler einen enormen Redebedarf haben. Daraus resultiert, dass die Schüler sehr viele mündliche Beiträge in den Unterricht einbringen und die Lernatmosphäre als äußerst lebendig und kollegial bezeichnet werden kann. An dieser Stelle ist anzumerken, dass die Schüler eine Klassenfahrt initiiert haben, die an dem Wochenende vor der heutigen Unterrichtsstunde stattgefunden hat. Da ich die Gelegenheit hatte, diese Klassenfahrt nach Berlin mitzuorganisieren und daran teilzunehmen, konnte mein positives Verhältnis zur Klasse verstärkt werden.
1 Zur Vereinfachung des Leseflusses sind mit der Bezeichnung Schüler im laufenden Text Schülerinnen und Schüler gleichermaßen gemeint.
2
Die Lerngruppe ist mir im Rahmen der Hospitation seit Mitte Februar mit zwei Stunden in der Woche in dem Fach ,,Wirtschafts- und Sozialprozesse" bekannt. Seit Anfang Juni bin ich in der Klasse für die Unterrichtsreihe ,,Ökologische und ökonomische Zielsetzungen" mit zwei Stunden in der Woche verantwortlich. Meine Unterrichtserfahrungen sind sehr positiv, da ich von der Klasse in meiner Rolle als Lehrperson akzeptiert werde.
1.3 Ausprägungen der Kompetenzbereiche in der Lerngruppe Fachkompetenz Im Umgang mit betriebswirtschaftlichen Sachverhalten zeigen die meisten Schüler ein durchschnittliches Leistungsniveau. Die Schüler sind in der Lage, den Einzelhandel in der Gesamtwirtschaft einzuordnen und betriebswirtschaftliche Problemstellungen wie z.B. Standortwahl, Sortimentsgestaltung sowie ökonomische Prinzipien nachzuvollziehen und Lösungsansätze zu formulieren. Einigen Lernenden fällt es schwer, fachbezogen zu argumentieren und ihre Kenntnisse fallorientiert einzusetzen.
Sprachkompetenz
Obwohl die meisten Schüler keine sprachlichen Hemmungen zeigen, sind insbesondere in Phasen, in denen der Schwerpunkt auf der Argumentation liegt, Sprachdefizite wahrzunehmen. Zudem fällt es einigen Schülern sehr schwer, aus vorgegebenen Texten die prägnanten Kernaussagen herauszufiltern und die wesentlichen Punkte in einem Fazit herauszustellen.
Lern- und Methodenkompetenz
Die Schüler haben von Beginn des Schuljahres an viel Erfahrungen in der selbständigen Erarbeitung fachlicher Inhalte in Gruppenarbeitsphasen sammeln können. Die Metaplan-Technik, Rollenspiele und Diskussionsrunden sind den Schülern bekannt.
In der vorherigen Stunde wurden gemeinsam mit den Schülern Diskussionsregeln erarbeitet. Es macht den Schülern keine Schwierigkeiten, in der Gruppe zu arbeiten und sich gegebenenfalls im Team auch durchzusetzen. Ebenso haben die Lernenden keine Hemmungen, Ergebnisse vor dem Plenum zu präsentieren und ihren Standpunkt zu vertreten. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die Argumentationstechnik z.B. durch eine strukturiertere Vorgehensweise noch verbessert werden könnte.
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Sozialkompetenz
Die enorme Schüleraktivität und das aufgeschlossene Schülerverhalten sind wesentliche Merkmale der Klasse. Das hohe Mitteilungsbedürfnis der Schüler führt zu lebhaften Unterrichtsgesprächen und zu kritischen Diskussionen der Unterrichtsthemen. Aufgrund des hohen Redebedarfes kommt es vereinzelnd zu Privatgesprächen, die aber durch direkte Ansprache unterbunden werden können.
2. Didaktische Entscheidungen und ihre Begründungen
2.1 Vorgaben der Richtlinien / Legitimation des Themas
Seit dem Schuljahr 2004/2005 ist in der Berufsschule für den Ausbildungsberuf Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel erstmals ein Rahmenlehrplan wirksam geworden, der nach dem Lernfeld-Konzept strukturiert ist. In diesem sind die Inhalte der heutigen Stunde im Lernfeld 1 ,,Das Einzelhandelsunternehmen repräsentieren" als Thema für das 1. Ausbildungsjahr vorgesehen. In der Zielformulierung des Rahmenlehrplanes heißt es: ,,Sie erläutern das Unternehmensleitbild, die ökonomischen und ökologischen Zielsetzungen sowie die gesamtgesellschaftlichen Verantwortungen des Unternehmens. (...) Bei der Erstellung der Präsentation bearbeiten sie Aufgabenstellungen selbstständig in der Gruppe und wenden problemlösende Methoden an."2 Die didaktische Jahresplanung des Robert-Schuman-Berufskollegs sieht in der Unterstufe die Behandlung des Unterrichtsthemas ,,Nachhaltigkeit" für das 1. Ausbildungsjahr im Fach ,,Wirtschafts- und Sozialprozesse" vor.
2 KMK-Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Verkäufer/Verkäuferin und Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 29.01.2004, S. 9.
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Quote paper:
Diana Ivanjic, 2005, Erarbeitung und Beurteilung ausgewählter Maßnahmen zur Reduzierung der Feinstaubbelastung aus ökonomischer und ökologischer Sicht mit anschließender Podiumsdiskussion, Munich, GRIN Publishing GmbH
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