1. Einleitung
Zur gegenwärtigen Jahreszeit trifft man an fast jeder Straßenecke einen Stand oder zumindest das hinweisende Schild eines Spargel- und Erdbeerverkaufs an. Auch Schülern sind die netten Verkaufsstände in Erdbeerform, die Felder mit den geradlinigen Hügeln und den vielen Menschen in gebückter Erntehaltung in diesen Tagen vor Augen. Deshalb wird und muss das Thema meines Unterrichts „Sonderkulturen im Oberrheinischen Tiefland“ heißen.
Im ersten Teil dieses Unterrichtsentwurfes werde ich eine kurze Einführung in den landwirtschaftlichen Gunstraum „Oberrheinisches Tiefland“(im Folgenden OT) geben und sowohl Sonderkulturen im Allgemeinen wie auch als häufig anzutreffende Anbauform des OT näher erläutern. Anschließend gehe ich in einer bündigen Klassenanalyse auf die Lernvoraussetzungen und die gegebenen Bedingungen der Realschule X. ein. Leider ist mir eine ausführliche Analyse nicht möglich, da ich die Klasse erst seit einer Stunde kenne.
Im Folgenden soll die didaktische Analyse Aufschluss über die Gegenwarts-und Zukunftsbedeutung, die Exemplarität, die Einbindung in den Lehrplan sowie die Struktur des Inhalts geben.
Eine Lernzieltabelle gibt eine Übersicht über das zu erreichende Stundeziel und die einzelnen Teilziele.
In einer Verlaufsplanung möchte ich meine Methodenwahl begründen und mögliche Alternativen zur Herangehensweise aufzeigen. Den Abschluss bilden die Strukturskizze des Unterrichts und die benutzten Materialien.
Eine Reflexion der gehaltenen Stunde wird nachgereicht.
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2. Sachanalyse
Die folgende Sachanalyse des Themengebietes Sonderkulturen im OT gibt eine knappe, wissenschaftliche Einführung in die Thematik und soll einen Überblick über die wichtigsten Inhalte schaffen.
2.1 Das Oberrheinische Tiefland als landwirtschaftlicher Gunstraum
Das Oberrheinische Tiefland, welches sich in etwa 300 km von Basel bis Mainz erstreckt, weißt mit seiner flachen, beckenartigen Form und überdurchschnittlich, warmen klimatischen Bedingungen einen naturbedingten Gunstraum für die landwirtschaftliche Nutzung auf. Aber nicht nur das günstige Klima erweisen sich als vorteilhaft, auch die guten Bodenbedingungen spielen hierbei eine große Rolle.
Die südliche und durch die umliegenden Mittelgebirge geschützte Tieflage des OT (150 m ü. N.N. bei Karlsruhe) sorgt für ein Temperaturjahresmittel von 9° C, welches dieses Gebiet zu einem der wärmsten Gegenden in Deutschland macht. Heiße Sommer und milde Winter sind ebenso kennzeichnend wie der früh einsetzende Frühling und eine überdurchschnittlich lange Vegetationsperiode von mehr als 200 frostfreien Tagen. Die Lage der OT innerhalb des Kontinents verschafft ihm, durch die wechselseitige Beeinflussung von maritim-atlantischen und kontinentalen Luftmassen ein subatlantisches Klima. 1 Zwar beschränkt sich die Niederschlagsmenge aufgrund der Leelage im Regenschatten der nach Westen angrenzenden Mittelgebirge im nördlichen und südlichen Bereich des OT auf 600 mm, doch durch das große Grundwasservorkommen gleicht sich diese Ungunst weitgehend aus. In der Vorbergzone des Schwarzwaldes kommt es zu Niederschlägen über 800 mm. In einigen Teilen des OT kommt es jedoch aufgrund der verstärkten Wasserentnahme für Industriezwecke zur Grundwasserabsenkung, welche die künstliche Beregnung der Anbaugebiete notwendig macht. 2
1 http://bad-krozingen.bawue.spd.de/download/text/klima-kap1-3.pdf, 05.05.2007
2 Kullen, Siegfried (1989): Baden-Württemberg. Ernst Klett Verlag. Stuttgart: S. 73-76. und Stadelbauer, Jörg (1983): Das Oberrheinische Tiefland - ein Überblick. In: Borcherdt, Christoph (Hrsg.) (1983): Geographische Landeskunde Baden-Württemberg. Stuttgart. S. 81-91.
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Adolf Arnold betont in seinem Buch „Allgemeine Agrargeographie“ (Perthes, 1997) die Wichtigkeit eines guten, fruchtbaren Bodens als das Hauptproduktionsmittel der Landwirtschaft. 3 Die Bodenqualität im OT wird weitgehend durch das Ausgangsgestein des Untergrundes bestimmt. Hierbei ist eine - nach einem horizontalen Schnitt gemachte - Aufteilung in Rheinaue, Niederterrasse und Vorbergzone hilfreich. Die Vorbergzone ist von einem fast einem Meter mächtigen Lössmantel bedeckt und bildet mit ihrem Pararendzina Rigosol und Kolluvium-Haftnässepseudogley die fruchtbare Grundlage für am Hang wachsende Sonderkulturen. Die Niederterrasse wird von späteiszeitlichen Sandaufwehungen über würmeiszeitlichem Schotter geprägt. Hieraus hat sich Bänderparabraunerde und Parabraunerde gebildet, deren mittelmäßige Fruchtbarkeit und Wasserspeicherung durch Zudüngung und Beregnung ausgeglichen wird. Die Rheinaue wird über ihren Rheinsedimenten mit einer kalkreichen Auenbraunerde und Auengley bedeckt. All diese Böden eignen sich besonders für den ertragreichen Anbau von Sonderkulturen. 4
2.2 Sonderkulturen im Allgemeinen und im Oberrheinischen Tiefland
Schon seit dem Hochmittelalter gehören Sonderkulturen zum Agrarbild der deutschen Gunsträume. Die Kleinbetriebe sind aber nicht nur auf die Tradition der Realteilung, sondern auch auf den hohen Zeit- und Arbeitsaufwand zurück zu führen. Weitere Merkmale des Sonderkulturanbaus sind der hohe Kostenaufwand, das sehr wichtige, fundierte Fachwissen des Betriebsleiters, sowie intensive
Pflegemaßnahmen der Kulturen. Die hohen Ertragszahlen pro Flächeneinheit gleichen diese Sonderansprüche für den wirtschaftenden Kleinbauern wieder aus. Zu den Sonderkulturen zählen laut der amtlichen Statistik der Obst- und Gemüsebau, der Weinbau, Hopfen, Tabak, Heil- und Gewürzpflanzen, sowie Baumschulen, wenn diese ihren Standort außerhalb eines geschlossenen Waldes haben. 5 Zu den Sonderkulturen im OT wird Wein, Obst, Gemüse, Hopfen und Tabak gerechnet. Die regionalen Schwerpunkte für Reblandschaften im OT lassen sich auf Markgräflerland, Kaiserstuhl, Ortenau, Kraichgau und Badische Bergstasse
3 Arnold, Adolf (1997): Allgemeine Agrargeographie: Justhus Perthes Verlag. Gotha: S. 37-38.
4 http://www.schweizerbart.de/pubs/isbn/es/landschaft-3510651928-desc.html und Hanle, Adolf Dr. (Hrsg.)(1988): Blickpunkte - Baden-Württemberg. Geographisch - Kartographisches Institut Meyer. Mannheim: S. 10-23.
5 Kullen, Siegfried (1989): Baden-Württemberg. Ernst Klett Verlag. Stuttgart: S. 95-105.
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festlegen. Beim Obstbau liegt der Schwerpunkt im OT auf Kernobst und im Bereich Ortenau, sowie Karlsruhe und Raststatt auch auf Erdbeeranbau. Für Gemüse, insbesondere Spargel ist das OT ebenso bekannt. Hier bietet vor allem das nördliche Gebiet, mit seinen sandigen Böden ideale Bedingungen. Tabak und Hopfen lassen sich nur an vereinzelten Gunsträumen des Oberrheinischen Tieflandes finden.
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3. Lernvoraussetzungen
Klasseninterne Bedingungen
Die Klasse 5c der Realschule X. setzt sich aus 12 Mädchen und 14 Jungen zusammen und bildet damit eine Klassenstärke von 26 Schülern.
Die Schüler sitzen in vier Reihen frontal und an 6 Tischen im rechten Winkel zur Tafel. Dadurch ist für 11 Schüler der uneingeschränkte Blick zum Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens gegeben. Die weiteren 15 Schüler haben trotz der Drehung einen guten Blick zur Tafel. Die Sitzordnung ist so gestaltet, dass Mädchen und Jungen annähernd gleichmäßig gemischt sind. Eine Schülerin sitzt alleine in der ersten Reihe an einem Zweiertisch.
Für Gruppenarbeiten können sich die Schüler ohne weiteren Aufwand ihren Mitschülern zuwenden oder zusammen rücken. Für Aufgaben die einen weiteren Bewegungsfreiraum fordern ist das Klassenzimmer zu eng. Bei gutem Wetter kann jedoch auf den Hof ausgewichen werden.
Insgesamt handelt es sich bei der Klasse 5c um eine sehr lebhafte und freundliche Gruppe. Die Schüler sind sehr sensibel für die Stimmung und das Wesen des Lehrenden und ihr Verhalten reguliert sich nach dessen Verhalten. Ein ruhiges Auftreten unterstützt ein ruhiges Arbeitsklima, Nervosität und Gereiztheit verbreiten hingegen unnötig Unruhe. Aus diesem Grund ist eine gelassene Unterrichtsweise, mit strukturiertem Aufbau und konkreten Arbeitsaufträgen anzuraten.
Innerschulische Bedingungen
Für die Durchführung des Unterrichts mit Thema „Sonderkulturen im Oberrheinischen Tiefland“ stehen an der Realschule X. sämtliche notwendige Lehrmittel zur Verfügung. Im Klassenraum der 5c befindet sich ein Klasseneigener Overheadprojektor sowie eine dafür vorgesehene weiße Wandfront die eine gute Ansicht von Folienbildern ermöglicht. Folien, Kopierer, Ausdruckmöglichkeiten und Ähnliches sind ebenfalls für die Verwendung im Unterricht vorhanden.
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Arbeit zitieren:
Jessica Rihm, 2007, Unterrichtsstunde: Sonderkulturen im Oberrheinischen Tiefland, München, GRIN Verlag GmbH
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