Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis..................................................................................................................... 2
Abk ürzungsverzeichnis. 2
1. Einleitung 3
1.1 Einführung in die Problemstellung 3
1.2 Zielsetzung und Aufbau 4
2. Planungsprozesse des internationalen Marketings 5
2.1 Entscheidungstatbestände der internen und externen Unternehmenssituation 5
2.2 Rahmenbedingungen der Geschäftstätigkeit von Unternehmen 8
3. Analysefaktoren der ökonomischen Umwelt von Auslandsmärkten 10
3.1 Sektorale und regionale Integrationsformen 10
3.2 Kennzahlen und Einkommensstruktur der Weltwirtschaft 15
3.3 Finanzwirtschaftliche Indikatoren. 19
3.4 Der Big-Mac-Index unter Berücksichtigung des Kaufkraftniveaus. 24
4. Zusammenfassung und Ausblick 28
Literaturverzeichnis. 30
Abk ürzungsverzeichnis
BIP Bruttoinlandsprodukt
Bzw. Beziehungsweise
EU Europäische Union
EWS Europäische Währungssystem
EWWU Europäische Wirtschafts- und Währungsunion
HVPI Harmonisierter Verbraucherpreisindex
MERCOSUR Mercado Común del Sur (Gemeinsamer Markt des Südens)
NAFTA North American Free-Trade Agreement
SICA Central American Integration System
WTO World Trade Organization
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1. Einleitung
1.1 Einführung in die Problemstellung
Der Wunsch nach Informationen über ökonomische Entwicklungen im In- und Ausland hat seit der Internationalsierung des Außenhandels immer stärkere Ausmaße angenommen. Mit zunehmenden Außenhandelsverflechtungen steigen die Bedürfnisse der Unternehmen nach neuen Informationsquellen. Neben vielfältigen attraktiven Chancen beinhaltet die Erschließung neuer internationaler Märkte zusätzliche Risiken, die sich aus den Besonderheiten des globalen Wettbewerbs und den Unterschieden zwischen den jeweiligen Märkten ergeben. 1 Die Geschäftstätigkeit von Unternehmen benötigt in diesem Zusammenhang neue Informationen für unternehmerische Entscheidungen in internationalen Wirtschaftsräumen.
Wenn von der Globalisierung als treibende Kraft der wirtschaftlichen Entwicklung gesprochen wird, dann bedeutet dies für Unternehmen unterschiedliche Fragestellungen alternativer, strategischer Entscheidungstatbeständen. Die Planung findet dabei unter Berücksichtigung interner und externer Einflussfaktoren statt. Die ökonomische Umwelt von Auslandsmärkten spiegelt hier nur einen der externen Analysefaktoren für die Unterstützung des Planungsprozesses wieder. Es sind hierbei Anforderungen unterschiedlichster Bereiche zu Berücksichtigen. Die Beziehungen zwischen den Strategischen Entscheidungen von Unternehmen als auch die Bedeutung anderer externer Umweltfaktoren. Einerseits ist der Bereich der Regionalen und Sektoralen Integration von Wirtschaftsräumen in diesem Zusammenhang zu nennen. Dabei sind zahlreiche Entwicklung in den letzten Jahrzehnten zu verzeichnen, der bilateralen und multilateralen Handelsabkommen. Das Beispiel der EU als das Ende eines Entwicklungsprozesses hin zu einem einheitlichen Währungssystem ist nur ein Beispiel von Vielen. Desweiteren sind gesamtwirtschaftliche Kennzahlen und Einkommensstrukturen als Indikatoren für die ökonomischen Einflussfaktoren zu erwähnen. Nicht nur für Betrachtungen von gesamtwirtschaftlicher Sicht sind diese Indikatoren interessant sondern mit einer zunehmenden Bedeutung des Außenhandel und der Investitionen in Auslandsmärkten geben diesen Kennzahlen wichtige Informationen für die Entscheidungen multinationaler Unternehmen. Wobei das Bruttoinlandsprodukt und das Pro-Kopf-Einkommen als die am meist anerkannten Indikatoren für wirtschaftliche Zusammenhänge zu sehen sind. Ebenso sind
1 Vgl. Neubert, M. (2006), S.7
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finanzwirtschaftliche Risiken in Form von Wechselkurs-, Zins- und Inflationsrisiken hierbei zu erwähnen. Die Vielfalt der Risiken auf den internationalen Finanzmärkten trägt zu einem steigenden Bedürfnis einer größeren Informationsvermittlung für Unternehmen bei. In diesem Sinn ist beispielhaft der Big-Mac-Index als wirtschaftlicher Indikator für den Wohlstand und der Wechselkursentwicklungen auf ausländischen Märkten zu untersuchen. Inwiefern die ökonomische Umwelt durch die angesprochenen Indikatoren dargestellt werden können oder ob diese sich für Interpretation ökonomischer Fragestellungen eignen wird im Laufe der Arbeit näher erläutert. Vor allem die Fragestellung der adäquaten Darstellung relevanter Informationen sowie die Ermittlung zuverlässiger Schlussfolgerungen für die Interpretation von Unternehmen stehen im Vordergrund der Analyse.
1.2 Zielsetzung und Aufbau
Anhand der beschriebenen Problemstellung wird eine kurze Einführung in die Thematik sowie die elementaren Bestandteile der ökonomischen Umwelt des internationalen Marketings gegeben. Ihre Bedeutung wird mittels einer Darstellung von Analysefaktoren vertieft und hinsichtlich der Auswahl von Auslandsmärkten erläutert. Im Hinblick hierauf werden zu Beginn die Charakteristika und Planungsprozesse des internationalen Marketings erläutert. In diesem Zusammenhang werden beispielhaft
Eigenschaften der Entscheidungstatbestände des internationalen Marketings und Grundlagen der Analyse von ökonomischen Rahmenbedingungen vermittelt.
Innerhalb des weiteren Inhaltes dieser Arbeit wird dem Leser ein Einblick in die ökonomische Umwelt von Auslandsmärkten ermöglicht und mittels einer Darstellung einzelner Analysefaktoren vertieft. Die einzelnen Faktoren werden im Zusammenhang der Analyse erläutert und anhand einiger Beispiele zusammengefasst und untersucht. Im Besonderen wird hierbei die Rolle des Big-Mac-Index als Wohlfahrtsindikator aufgegriffen und seine Funktion anhand seiner Eigenschaften als Analyseinstrument veranschaulicht. Abschließend werden einige Ausführungen über den Stellenwert von ökonomischen Analysefaktoren ergänzt, die in dem Bericht enthaltenen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen rekapituliert und mögliche Tendenzen für zukünftige Entwicklungen aufgezeigt.
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2. Planungsprozesse des internationalen Marketings
2.1 Entscheidungstatbestände der internen und externen Unternehmenssituation
Die Gewinnung von Informationen bildet die Grundlage einer strategischen Planung internationaler Entscheidungsprozesse. In Zusammenhang einer internationalen Unternehmung sind daher Aufgaben gekennzeichnet von Anforderungen einer planvollen, systematischen und sukzessiven, sowie detailierten Analyse und Prognose externer und interner Unternehmungssituationen hinsichtlich einer Auswahl von wechselseitig abhängigen Teilentscheidungen der unternehmerischen Geschäftstätigkeit. 2
Aufgrund einer hohen Komplexität des internationalen Planungsprozesses, werden Entscheidungen auf Basis einer stufenweisen Abfolge von Teilentscheidungen getroffen. Es lassen sich dabei neun unterschiedliche Entscheidungsfelder von funktionalen Teilbereichen einer internationalen Marketingplanung unterscheiden. Wie in Abbildung 1 dargestelllt stehen diese Planungstatbestände in einer interdependenten Beziehung die zu Rückkopplungen und Wiederholung der einzelnen Prozeßphasen führen kann.
Abbildung 1: Entscheidungstatbestände des internationalen Marketing
2 Vgl. Bauer, E. (2002), S. 11
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Zu Beginn der strategischen Planung einer internationalen Geschäftstätigkeit muss aufgrund des unklaren Sachzusammenhangs zuerst eine Entscheidung über die Frage des internationalen Engagements getroffen werden. Hierbei werden anhand von Analysemethoden die einzelnen Ziele der Unternehmung eingegrenzt und spezifische Marketingziele für die weitere Planung festgelegt. 3 Die nächste Phase des Planungsprozesses ergibt sich aus der Fragestellung der gezielten Auswahl von Auslandsmärkten für die Unternehmung. Anhand von Grob- und Feinanalysen der einzelnen Ländermärkte können unter Berücksichtigung spezifischer Rahmenbedingungen Zielmärkte ermittelt werden. Dies muss jedoch unter Berücksichtigung der Marktexpansions-, Markteintritts und Marktbearbeitungsstrategien geschehen. 4
Unter Marktexpansionsstrategien werden Strategien bezüglich der Ausweitung internationaler Geschäftstätigkeit verstanden werden. Das Ziel ist die erfolgreiche Erschließung neuer Auslandsmärkte unter Berücksichtigung der Informationen über die Lage der Auslandsmärkte. Es werden hierbei drei generelle Strategieformen unterschieden, die Wasserfall Strategie, die Sprinkler Strategie und Kombinationen beider Alternativen. Die Wasserfallstrategie ist gekennzeichnet durch eine sukzessive Erschließung unterschiedlicher Märkte und dem einhergehenden konzentrierten Einsatz der Kapazitäten eines Unternehmens. Die Sprinklerstrategie hingegen führt zu einer zeitgleichen Erschließung der Auslandsmärkte was zu einer Kostenminderung und Nutzung von geringeren Ressourcen des Unternehmens führt. Beide Alternativen benötigen fundierte Kenntnisse über die Zielmärkte um einen effektiven Einsatz der Marketinginstrumente zu gewährleisten. Ein unzureichender Informationsstand kann zu leichtsinnigen Verlusten von Ressourcen führen. Die nächste Phase des Planungsprozesses umfasst die Entscheidungstatbestände der Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien des Unternehmens. Zusammengefasst lassen sich beide als Mittel der Positionierung im Markt beschreiben. Sie beinhalten Formen der funktionalen und institutionellen Internationalisierung mittels spezifischer
Exportdiversifizierung oder Tochtergesellschaften. Die Ausprägungsformen der strategischen Produkt-Markt-Strategien sind dabei eine der zentralen Entscheidungstatbestände der strategischen Planung. Die Auswahlmöglichkeiten an strategischen Alternativen der Marktfeldstrategien variieren abhängig von den Bedürfnissen die sich aus der Unternehmenssituation ergeben. Unterscheiden lassen sich Marktdurchdringung und
3 Vgl. Altmann, J. (2001), S. 20
4 Vgl. Bauer, E. (2002), S. 13
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Marktausschöpfung, Marktschaffung, produktpolitischen Expansion, Diversifikation und Integration 5
Die nächste Phase des internationalen Planungsprozesses umfasst die organisationelle Verankerung der beschlossenen Marketingstrategien. Nicht nur die Entscheidung sonder auch die Implementierung der der strategischen Entscheidungen muss im Kontext der internationalen Entscheidungstatbestände bedacht werden. Die neuen Entscheidungen müssen den Kunden, Anteilseignern und der Belegschaft auf effektive Weise vermittelt werden. Dadurch wird auch die nächste Phase des Planungsprozesses erreicht die Implementierung der strategischen Entscheidungen für die Relevanz des internationalen operativen Marketings. Im Allgemeinen unterscheiden sich die Entscheidungstatbestände des internationalen operativen Marketings nicht von dem des nationalen operativen Marketings. 6 Jedoch sollte eine Adaption der einzelnen Entscheidungen für die Bedürfnisse der einzelnen Auslandsmärkte vorgenommen werden. Im internationalen Rahmen werden diese Entscheidungsbereiche meist um den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und den der politischen Interaktion ergänzt. Dies führt zu einer besseren Verständigung zwischen ausländischen Behörden und dem Unternehmen im Ausland.
Anschließend werden die notwendigen Schritte für die Gestaltung des internationalen Marketing-Mix beschlossen. Unterschiedliche Ausrichtung und Ausprägungen der Standardisierung gelten hierbei als Lösungsansätze für die unterschiedlichen strategischen Entscheidungen des Unternehmens.
Abschließend werden noch die internationale Budgetierung und die internationale Marketingkontrolle ergänzt. Beide Phasen dienen der Überarbeitung und Überprüfung der internationalen Geschäftstätigkeit. Während die Budgetierung feste Rahmenbedingungen für die Ausgestaltung internationaler Marketingkonzeptionen liefert, dient die Marketingkontrolle der Überprüfung der Wirksamkeit der strategischen Planung. Schlussendlich ist die Umsetzung der Planungsprozesse um die Zusammenhänge der spezifischen externen und internen Unternehmenssituation zu ergänzen. Während interne Einflussfaktoren durch die Geschäftstätigkeit des Unternehmens bestimmt werden, sind externe Analysefaktoren unabhängig von den Entscheidungen der Unternehmensführung. Dies führt zu einem spezifischen Bedarf an individuellen Analysemethoden und Prognoseverfahren für die Untersuchung externer Umweltfaktoren von Auslandsmärkten.
5 Vgl. Bauer, E. (2002), S. 14
6 Vgl. Altmann, J. (2001), S. 69
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2.2 Rahmenbedingungen der Geschäftstätigkeit von Unternehmen
Die internationale Geschäftstätigkeit von Unternehmen besitzt innerhalb der internationalen Umwelt des Marketings spezifische Ausprägungsformen und Einflussfaktoren. Innerhalb der Umweltsituation des Auslandsmarktes lassen sich zwei unterschiedliche Dimensionen von Umweltfaktoren identifizieren. Wie in Abbildung 2 dargestellt wird zwischen internen Umweltfaktoren der Mikroumwelt und externen Umweltfaktoren der Makroumwelt unterschieden.
Abbildung 2: Die internationale Umwelt des Marketings
Die Mikroumwelt wird auch häufig als lokale oder Aufgabenumwelt charakterisiert. Sie setzt sich einerseits aus den Abteilungen bzw. Funktionsbereichen, andererseits aus den Managementebenen zusammen. Die unmittelbare Umwelt, auch Mikroumwelt genannt besteht aus jenen Gruppen, die in einer engen Beziehung zum Unternehmen stehen. Man bezeichnet diese Gruppen auch als Interessensgruppen. Dazu zählen Lieferanten, Absatzmittler, Anteilseigner, Gläubiger, Kunden und Mitarbeiter. Die Umweltfaktoren werden bestimmt durch unternehmensinterne Einflussfaktoren welche in Beziehung stehen mit Entscheidungsträgern des Unternehmens. Es lassen sich spezifische Problemstellungen für eine Interpretation dieser Einflussfaktoren feststellen. Einerseits kommt es durch die schnell wachsenden Märkte zu einer erhöhten Konkurrenz, andererseits ist diese Veränderung heute unvorhersehbarer und schneller. Die Mikroumwelt umfasst daher jene Aktivitäten die mit dem Unternehmen in unmittelbarer Interaktion stehen. 7
7 Vgl. Dülfer, E. (2001), S. 254
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Die Makroumwelt wird dagegen gekennzeichnet durch die externen Umweltfaktoren der soziokulturellen, rechtlichen und politischen, technologischen sowie ökonomischen Umweltfaktoren
Die soziokulturellen Umweltfaktoren lassen sich anhand einiger wichtiger gesellschaftlicher Indikatoren untersuchen. Einer der wichtigsten Einflussfaktoren im speziellen für die westlichen Industrieländer der Welt ist der sogenannte demographische Faktor. Eine wichtige Größe die den Überalterungsprozess der Gesellschaft umschreibt. Der zunehmende Schutz von Verbraucherrechten und die Fragestellung der sozialen Gerechtigkeit sind ausschlaggebende Faktoren für Geschäftstätigkeit von Unternehmen. Die Entwicklung des Verhaltens von Konsumenten sowie der Bedeutung des öffentlichen Auftretens von Unternehmen sind dabei wichtige Analysefaktoren. Im Rahmen der kulturellen Komponente lassen sich Faktoren und Modelle verzeichnen die die Entwicklung der Gesellschaften Veränderung anhand von Referenzmerkmalen messen, wie Individualismus oder Machtmissbrauch.
Die politisch rechtlichen Umweltfaktoren lassen sich in folgende Merkmale aufteilen. Das politische Risiko lässt sich in drei unterschiedliche Formen unterteilen. Einerseits dem Eigentumsrisiko aufgrund der Eigentumsrechte und Enteignungen durch den Staat. Dem operativen Risiko aufgrund laufender Geschäftstätigkeiten im rechtlichen und gesetzlichen Raum des Auslandes. Ein weiteres Risiko entsteht aufgrund des Transferrisikos welches durch Beschränkungen der Kapitaltransfers entsteht. Ebenso sind Handelsbeschränkungen und generelle rechtliche Problemstellungen zu betrachten.
Die technologischen Umweltfaktoren ergeben sich aus den Fortschritten und Entwicklungen der unterschiedlichen Wirtschaftsektoren. Im Besonderen neue Technologien können die Entwicklung von Auslandsmärkten beschleunigen oder verlangsamen. Die ökonomischen Umweltfaktoren umfassen unterschiedlichste Ausprägungen von multilateralen Handelsabkommen, ökonomischen Indikatoren wie dem Pro-Kopf-Einkommen als auch finanzwirtschaftlichen Risiken in Form von Wechselkurs- und Zinsrisiken. Innerhalb des folgenden Abschnitts der Arbeit werden die Zusammenhänge dieser Umweltfaktoren unter genauerer Betrachtung analysiert.
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3. Analysefaktoren der ökonomischen Umwelt von
Auslandsmärkten
3.1 Sektorale und regionale Integrationsformen
Die ökonomische Integration nationaler Marktstrukturen als Hilfsmittel der Kooperation von Unternehmen ist seit dem zweiten Weltkrieg eines der wesentlichen Entwicklungsfelder der internationalen Wirtschaft. Die Verhandlungen führender Industrienationen führten zu der Vereinbarung internationaler Zoll- und Handelsabkommen die nun unter der Aufsicht der WTO überwacht und verwaltet werden. 8 Die Zusammenarbeit von Nationen in der Entwicklung regionaler und sektoraler Wirtschaftsabkommen ermöglichte hierauf eine verbesserte und effektivere Nutzung der nationalen Ressourcen und führte zu der Erschließung neuer Märkte für Unternehmen einzelner und isolierter Wirtschafträume. Ihr Erfolg liegt nicht nur im Nutzen für die Regierungen der Mitgliedsländer sondern ebenso in der Unterstützung der Wirtschaftsubjekte aufgrund der zunehmenden Internationalisierung des Außenhandels von Unternehmen. Der Abbau internationaler Handelshemmnisse und die Weiterentwicklung international ausgerichteter Kooperationsformen stehen hierbei im Vordergrund des Interesses. 9 Die Intentionen der Wirtschaftssubjekte liegen nicht mehr nur innerhalb des internationalen Handels als treibende Kraft der Unternehmung sondern zunehmend in der Bedeutung internationaler Unternehmensstrukturen und ihrem ausschlaggebenden Einfluss auf die Entscheidungen der Unternehmensführung multinationaler Unternehmen. Regionale Märkte und die Regeln unter denen Unternehmen arbeiten müssen sind wesentliche Einflussfaktoren geworden, welche hinsichtlich der Unternehmenstätigkeit im Ausland berücksichtigt werden müssen. 10 Ein Unternehmen welches sich entschließt im Ausland tätig zu werden muss sich an die Bedürfnisse der regionalen Märkte anpassen um positive Effekte regionaler Kooperationsstrukturen Nutzen zu können.
Die Zusammenarbeit einzelner Länder besitzt hierbei Ansätze gemeinsamer Abkommen des internationalen Außenhandels bis hin zu einer vollständigen politischen Integration einzelner Mitgliedsstaaten. Für die Bildung einer solchen Übereinkunft sind zunächst Entscheidungen der verhandelnden Mitgliedsstaaten zu treffen, welche sich verpflichten Handelshemmnisse abzubauen und somit den Handel zwischen Mitgliedern zu stärken und zu fördern. Die
8 Vgl. Bauer, E. (2002), S. 1; Sell, A. (2003), S. 216
9 Vgl. Keegan, W. J.; Schlegelmilch, B. B.; Stöttinger, B. (2002), S. 70
10 Vgl. Daniels, J. D.; Radebaugh, L. H.; Sullivan, D. P. (2007), S. 232
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Ausweitung des Handels von Unternehmen mit Hilfe eines erweiterten Zuganges zu Märkten der beitretenden Mitgliedsstaaten gilt als eine der zentralen Themenbereiche internationaler Handelsabkommen. 11 Weitere Fragestellungen der Integration sind im Rahmen tarifärer und nichttarifärer Handelshemmnisse in Form von Zöllen, Importverboten sowie rechtlichen Handelsvereinbarungen zu untersuchen. Der Nutzen ökonomischer Handelsabkommen muss hierbei im Hinblick auf die Vor- und Nachteile der Wirtschaftssubjekte und ihrer Anpassung an die neuen Handelsvereinbarungen betrachtet und analysiert werden. 12 Die unterschiedlichen Ausprägungen solcher Übereinkünfte sind in Abbildung 3 exemplarisch dargestellt und besitzen in regionalen Wirtschaftsräumen eine umfangreiche Vielfalt an Abkommen und Kooperationsformen.
Abbildung 3: Formen der ökonomischen Integration
Die Freihandelszone wird als die am wenigsten restriktiv ausgeprägte Form ökonomischer Integration bezeichnet. Sie wird beschrieben als eine Gruppe von Ländern, welche sich auf die Beseitigung von Handelshemmnissen innerhalb ihrer Gemeinschaft verständigen, während die Mitgliedsstaaten selbst weiterhin eine unabhängige Handelspolitik gegenüber Drittländern verfolgen dürfen. 13 Das Interesse der Mitglieder gilt hierbei vor allem der Verringerung von Zöllen und Importverboten innerhalb des regionalen Wirtschaftsraumes. Die Mitgliedsländer besitzen dabei weiterhin eine umfangreiche Autonomie hinsichtlich ihrer Außenhandels-
11 Vgl.Kotabe, M.; Heelsen, K. (2008), S. 64
12 Vgl. Cateora, P. R.; Graham J. L. (2007), S. 281
13 Vgl. Keegan, W. J.; Schlegelmilch, B. B.; Stöttinger, B. (2002), S. 70
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politik, Begrenzungen von Faktorbewegungen wie Arbeitskräften und Kapital sowie der eigenen Wirtschaftspolitik. Die Gefahr besteht in dem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit regionaler Unternehmen aufgrund des zunehmenden Missbrauchs verbilligter Importprodukte ausländischer Anbieter. Die Kennzeichnungspflicht von Ursprungsländern und gesetzliche Normen sind in diesem Kontext eine gängige Methode, den Missbrauch niedriger Zölle zwischen Mitgliedstaaten zu unterbinden. Das Ziel ist es dem Import von Produkten über Niedrigzoll-Länder in Mitgliedsländer mit höheren Zöllen vorzubeugen und Benachteiligungen der Mitgliedsstaaten zu verhindern. Der Vorteil eines multilateralen oder bilateralen Handelsabkommens für inländische Unternehmen führt trotzallem zu einer Vielzahl von Abkommen die einen freien Zugang zu regionalen Märkten gewähren, zum Beispiel NAFTA.
Die Zollunion gilt als die Weiterentwicklung des Freihandelsabkommen hinsichtlich des Abbaus tarifärer Handelshemmnisse sowie der Vereinbarung gemeinsamer Zollabkommen und Kontingentierungen. Das Ziel ist die Beseitigung interner Handelshemmnisse und Aufstellung gemeinsamer protektionistischer Maßnahmen gegenüber Drittländern. 14 Während innerhalb der Zollunion freie Handelsmöglichkeiten vorausgesetzt werden, gelten gegenüber ausländischen Unternehmen anderer Nationen weiterhin strenge Außenhandelsbeschränkungen gegenüber dem Import von Waren und Dienstleistungen in den Wirtschaftsraum der Mitgliedsstaaten. Trotz der Harmonisierung der Handelspolitik bestehen weiterhin Autonomieansprüche in den Bereichen der Kontrolle von Produktionsfaktoren wie Arbeitskräften und Kapital sowie der Gestaltung der eigenen Wirtschaftspolitik der Mitgliedsstaaten. Die Vorteile einer gemeinsamen Außenhandelspolitik führen zu der Bildung von verschiedenen Formen lokaler und regionaler Abkommen, zum Beispiel MERCOSUR. Die Bildung gemeinsamer Märkte stellt den nächsten Schritt in der Entwicklung ökonomischer Integrationsformen dar. Im Hinblick auf die Entfernung nationaler Handelsgrenzen führt die Bildung eines gemeinsamen Marktes zu einer Integration nationaler Faktorbewegungen in den regionalen Wirtschaftskreislauf. Das Ziel ist die Beseitigung interner Handelsgrenzen und die Entwicklung gemeinsamer externer Handelshemmnisse nicht nur für Produkte sondern ebenso für weitere Produktionsfaktoren wie Dienstleistungen, Technologie, Arbeitskräfte und Kapital. 15 Die Ausweitung der ökonomischen Integration auf neue unternehmensspezifische Produktionsfaktoren führt zu einer Liberalisierung des Wirtschaftsraumes. Besonders die zunehmende Freiheit von Unternehmen in der Nutzung von Kapital- und Technologietransfers trägt zu einer steigenden Bereitschaft von Investitionen in
14 Vgl. Keegan, W. J.; Green, M. C. (2005), S. 84
15 Vgl. Salvatore, D. (2005), S. 173
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ausländischen Märkten bei. Aufgrund der verbesserten Wettbewerbsposition gegenüber ausländischen Konkurrenten können nun verstärkt multinationale Unternehmen und Unternehmenskooperationen von den unterschiedlichen Produktionsstandorten profitieren. 16 Beispiele hierfür sind Kooperationsformen wie die Andean Gruppe, die SICA und die EU. Die wirtschaftliche Union ist nun der letzte Schritt in der Integration nationaler Wirtschaftsstrukturen in regionalen Märkten. Sie umfasst die Eliminierung interner Handelsbarrieren, die Schaffung gemeinsamer äußerer Grenzen und freie Bewegung von Produktionsfaktoren innerhalb der Gemeinschaft. Die Harmonisierung der gemeinsamen Wirtschaftspolitik hinsichtlich der Bedürfnisse der Wirtschaft, des Sozialwesens und regionaler Entwicklung führt zu einer gemeinsamen Politik der Mitgliedsstaaten. Die Schaffung einer gemeinsamen Zentralbank sowie der Einführung einer gemeinschaftlichen Währung sind dabei wesentliche Bestandteile einer gesellschaftlichen Gleichstellung der Bevölkerung innerhalb des Wirtschaftsraumes. Der Vorteil eines gemeinsamen ökonomischen Systems führt zu einer verstärkten Freiheit der Wirtschaftssubjekte und steigenden Mobilität der Produktionsfaktoren. Die Aufhebungen nationaler Grenzen und die Abschaffung unterschiedlicher Zollsysteme innerhalb der wirtschaftlichen Union, fördern die Kooperation der Unternehmen und das Wirtschaftswachstum der nationalen Märkte. Im Gegenzug jedoch entstehen neue Problemstellungen für die Mitgliedsstaaten aufgrund der zunehmenden Gleichschaltung der supranationalen Wirtschaftspolitik. Die Aufgabe eines nationalen Währungssystems führt zu einem Verlust der Kontrolle über nationale Wirtschaftsentwicklungen auf den Finanzmärkten und Produktionsstandorten der Mitgliedsländer. Steigende Inflationsraten und Preisniveaus können nicht durch nationale Finanzpolitik behoben werden und führen zu einer Abhängigkeit nationaler Wirtschaftssubjekte von regionalen Interdependenzen des Außenhandels. 17 Als Beispiel führte die Entwicklung der EWWU zu der Überführung der europäischen Mitglieder des EWS in ein zentrales gemeinschaftliches Währungssystem welches inzwischen den Großteil der Mitglieder der Europäischen Union umfasst. Die Bedeutung ökonomischer Integrationsformen als Element der wirtschaftlichen
Entwicklung führt zu der Beobachtung positiver und negativer Effekte hinsichtlich der Geschäftstätigkeit von Unternehmen. Ein ausschlagebender Effekt ist dabei der zunehmende Intra-Industry-Trade als regionaler Außenhandel zwischen Unternehmen gleicher Produktgruppen innerhalb ähnlich entwickelter Markstrukturen. 18 Die Handelsförderung in
16 Vgl. Sell, A. (2003), S. 198
17 Vgl. Keegan, W. J.; Schlegelmilch, B. B.; Stöttinger, B. (2002), S. 71
18 Vgl. Sell, A. (2003), S. 198
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Form einer ökonomischen Integration regionaler Märkte führt zu einem Abbau von Handelshemmnissen und steigenden Investitionen innerhalb der Gemeinschaft. Das Ergebnis sind größere Wirtschaftsräume und die Realisierung von zunehmenden Skaleneffekten der economies of scale. 19 Daraufhin folgend ist eine Rationalisierung und steigende Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, sinkende Preise und ein steigendes Angebot von Gütern und Dienstleistungen für die Konsumenten innerhalb der Mitgliedsstaaten. Die Unterstützung regionaler Integrationsformen führt hierbei zu einer verstärkten Produktion und Konsum der Wirtschaftssubjekte sowie zu einer Erhöhung des Wohlstandes durch den zunehmenden Handel innerhalb des Wirtschaftsraumes. 20 Ein weiterer Effekt der ökonomischen Integration ermöglicht kleineren Ländern und Interessensgruppen die Bildung einer gemeinsamen Interessensvertretung durch einen Zusammenschluss auf internationaler Ebene. Die Schaffung eines größeren Resonanzbodens für politische Aktivitäten führt dabei zu Handelsabkommen basierend auf einer längerfristigen Einigkeit und stabilen ökonomischen Verhältnissen. 21 Das Ergebnis ist eine größere Würdigung individueller Bedürfnisse von Unternehmen in regionalen Wirtschaftsräumen und eine effektivere Planung wirtschaftspolitischer Entscheidungen im Rahmen einer Infrastruktur- und Industrieförderung. Trotz positiver Auswirkungen einer ökonomischen Integration lassen sich ebenfalls negative Effekte für die Wirtschaftssubjekte beobachten. Eine Ablenkung des Handels durch zunehmenden Protektionismus regionaler Märkte kann zu Konflikten des interregionalen Handels führen. Aufgrund zusätzlicher Zölle und Handelshemmnisse werden ineffiziente inländische Unternehmen wettbewerbsfähiger während effiziente ausländische Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Dies führt zu steigenden Preisen für qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen aus Drittländern. Die Folge sind Graue Märkte und der Missbrauch von Außenhandelsstrukturen aufgrund ökonomischer Arbitrageprozesse. In diesem Zusammenhang ist ebenso der Verlust innerstaatlicher Souveränität zu verzeichnen. Aufgrund einer zunehmenden Tragweite regionaler Wirtschaftspolitik schwindet die politische Bedeutung nationaler Wirtschaftsinteressen. In Folge dessen sind Auswirkungen der Migration und des Arbeitsmarktes zu nennen. Die Umstrukturierung der Märkte führt zu einer Reaktion der Unternehmen, welche sich nun hinsichtlich der unterschiedlichen Ausstattung von Produktionsfaktoren und Standortvorteilen in verschiedenen Teilen des regionalen Marktraumes niederlassen können. Steigende Arbeitslosigkeit oder sich ändernde
19 Vgl. Landau, A. (2005), S. 95
20 Vgl. Hollensen, S. (2007), S. 206
21 Vgl. Sell, A. (2003), S. 233
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Bedürfnisse des Arbeitsmarktes führen zu sozialen Ungleichgewichten und neuen ökonomischen Problemstellungen für Unternehmen.
3.2 Kennzahlen und Einkommensstruktur der Weltwirtschaft
Die Analyse der ökonomischen Umwelt anhand gesamtwirtschaftlicher Kennzahlen ist eine der gebräuchlichsten Methoden um fundamentale Daten für die Untersuchung von Auslandsmärkten zu gewinnen. Verschiedene Kennzahlen besitzen hierbei unterschiedliche Relevanz für die Interpretation ökonomischer Einflussfaktoren und ihrer Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von Unternehmen.
In diesem Zusammenhang sind für Unternehmen spezifische Indikatoren für die Beurteilung des Außenhandels von Interesse. Ein Beispiel ist die Analyse von Export- und Importquoten der einzelnen Branchen als auch der gesamten Wirtschaft. Die Analyse der Außenhandelsverflechtung von Branchen ermöglicht hierbei Rückschlüsse über die Entwicklung einzelner Wirtschaftsräume bezüglich ihres Marktpotenzials und Wachstums. Die Abhängigkeit eines Wirtschaftszweigs von der Auslandsnachfrage kann hierbei anhand der Exportquote einer Branche beurteilt werden, welche anhand des Verhältnisses von Exporten zum Gesamtumsatz der Branche gemessen wird. 22 Wenn jedoch stattdessen die Konkurrenzsituation der Branche die Aufmerksamkeit des Unternehmens auf sich zieht, kann hierfür die Importquote als Ausgangspunkt verwendet werden. Ermitteln werden kann diese anhand des Vergleichs von Importen der jeweiligen Warengruppe in Prozent der Inlandsverfügbarkeit, des Umsatzes einer Branche abzüglich des gesamten Außenhandels von Importen und Exporten. 23 Ähnliche Überlegungen lassen sich hinsichtlich gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen treffen. Die Intensität der Weltmarktintegration einzelner Wirtschaftsräume kann anhand der Export- und Importquoten einzelner Länder und Regionen dargestellt werden. Hieraus lassen sich Schlussfolgerungen für die Bedeutung des Außenhandels und der Entwicklung spezifischer Regionen treffen. Regionen mit hohen Export- und Importquoten besitzen eine starke Weltmarktintegration während Regionen mit niedrigen Export- und Importquoten eine schwache Weltmarktintegration besitzen. Eine der wichtigsten Kennziffern in diesem Zusammenhang ist das Bruttoinlandsprodukt als Indikator für den Wert der wirtschaftlichen Leistung, die aus der Produktionstätigkeit der Wirtschaftssubjekte im Inland in einer Periode entsteht. 24 Es beschreibt den Betrag der in einer Periode erwirtschafteten Produktion des Inlandes anhand der erwirtschafteten Güter und
22 Vgl. Kutschker, M.; Schmid, S.(2006), S.70
23 Vgl. Sell, A. (2003), S. 4
24 Vgl. Brümmerhoff, D. (2007), S. 54
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Dienstleistungen, nach Abzug des Wertes der im Produktionsprozess verbrauchten Vorleistungen und Importe. Eine der wesentlichen Aufgaben dieses Indikators ist die Beurteilung des wirtschaftlichen Wachstums und des Konjunkturverlaufs unterschiedlicher Wirtschaftsräume. Die Konjunktur kann in diesem Zusammenhang als prozentuale Veränderung oder Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsproduktes beschrieben werden. 25 Wenn nun die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes untersucht wird lässt sich einerseits ein genereller Trend der weltweiten Produktion verzeichnen, jedoch ebenso lassen sich spezifische Konjunkturverläufe für unterschiedliche Sektoren und Wirtschaftsräume identifizieren. Die unterschiedlichen Ausprägungen des Wirtschaftswachstums können anhand eines klassischen Zyklusmodells interpretiert und analysiert werden. Wie in Abbildung 4 dargestellt, lassen sich folgende Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung unterscheiden, Aufschwung, Boom, Abschwung und Depression.
Abbildung 4: Phasen des Konjunkturzyklus
Die Phase des Aufschwungs wird begleitet von einem steigenden Wachstum des BIP. Sie wird charakterisiert als eine Phase der Expansion und wird begleitet von einer Zunahme der wirtschaftlichen Leistungskraft des Landes. Die Folge sind eine positive Entwicklung der Auftragsbestände und steigende Wachstumsraten der Wirtschaft. Die Erwartungen der Wirtschaftssubjekte sind positiv während die Lageeinschätzung pessimistisch bleibt. Die Phase des Booms wird auch als Hochkonjunktur beschrieben. Gekennzeichnet wird sie durch einen Zustand langanhaltender hoher Wachstumsraten. Die Erwartungen und Lageeinschätzungen der Wirtschaftssubjekte sind jedoch allgemein positiv. Die hierauf folgende Phase wird als Abschwung oder auch als Rezession beschrieben. Gekennzeichnet wird sie durch einen Rückgang der Konjunktur und in diesem Sinne abnehmender Wachstumsraten. Die Erwartungen der Wirtschaftssubjekte sinken während die Lageeinschätzung weiterhin positiv bleibt. Die Rezession wird dabei charakterisiert als ein tatsächlicher Rückgang der Wirtschaftsleistung. Der Rückgang der Konjunktur bedeutet nicht
25 Vgl. Wildemann, L.. (2007), S. 77
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nur abnehmende sondern auch negative Wachstumsraten der Wirtschaft. Von einer Rezession wird gesprochen wenn in mindestens zwei aufeinander folgenden Quartalen negative Wachstumsraten zu verzeichnen sind. 26
Die Depression wird beschrieben als ein langanhaltender Tiefstand des konjunkturellen Wachstums. Das Wirtschaftswachstum ist nun nicht nur sinkend sondern geht gegen Null. Die Einkommen der Haushalte sinken und die Nachfrage geht stark zurück. Die Unternehmensgewinne sowie die Investitionen verringern sich. Die Erwartungen der Wirtschaftssubjekte als auch die Lageeinschätzung sind pessimistisch. Diese Darstellung der Konjunkturphasen ist jedoch kritisch zu betrachten. Es werden lediglich idealisierte Phasen der konjunkturellen Entwicklungen dargestellt, während in der Realität fließende Übergänge zwischen den unterschiedlichen konjunkturellen Entwicklungshasen zu verzeichnen sind.
Einer der wesentlichen Vorteile des BIP als Indikator für die Geschäftstätigkeit von Unternehmen ist die weltweite Übereinstimmung über die Glaubwürdigkeit und Legitimität der nationalen Behörden und Institute, welche für die Erfassung relevanter Informationen verantwortlich sind. 27 Die Darstellung der inländischen Produktion in einem klaren und leichtverständlichen Rahmen bietet hierbei eine der wesentlichen Vorzüge dieses Ansatzes. Die geringe Willkürfreiheit und die internationale Einigkeit hinsichtlich einer standardisierten Darstellungsform bietet eine verlässliche Grundlage für die Beurteilung der Produktion von Wirtschaftsräumen. Die Genauigkeit der Inlandsproduktberechnung wird jedoch durch eine Reihe von Fehlerquellen eingeschränkt. 28 Der Rückgriff auf Sekundärstatistiken als auch die Risiken von Erfassungsfehlern und Beobachtungsproblemen führen zu Unwägbarkeiten der Interpretation. Ein erhöhter Bedarf der Aggregation und Schätzung von Daten in Form von Stromgrößen führen zu eingeschränkten Schlussfolgerungen bezüglich des Verhaltens von Wirtschaftssubjekten. Die fehlende Berücksichtigung der Schattenwirtschaft ist ein weiterer Kritikpunkt der gesamtwirtschaftlichen Analyse des BIP. Nicht jede Aktivität der Wirtschaftssubjekte kann als Stromgröße erfasst werden wodurch es zu einer unbekannten Menge von nicht erfassten ökonomischen Transaktionen kommt. Eine Weiterentwicklung des BIP ist das Bruttonationaleinkommen. Es umfasst die Faktoreinkommen der Inländer unabhängig davon ob die Einkommen im Inland oder Ausland erwirtschaftet werden. Das Interesse an diesem Indikator lässt sich aus den Defiziten des BIP folgern, den realen Wohlstand einer Bevölkerung darzustellen. Zur Analyse wird zumeist das
26 Vgl. Blanchard, O.; Illing, G. (2003), S. 52
27 Vgl. Moldan, B.; Hák, T.; Kovanda, J.; Havránek, M.; Kušková, P. (2005), S. 155
28 Vgl. Frenkel, M.; John, K. D. (2006), S. 112
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Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung gewählt, indem die Gesamtheit aller erzeugten Güter und Dienstleistungen für einen Markt durch die jeweilige Bevölkerung des Landes dividiert wird. 29 Das Pro-Kopf-Einkommen wird auch meist als Grad der wirtschaftlichen Entwicklung beschrieben. Wie in Abbildung 5 dargestellt lassen sich unterschiedliche Regionen der Weltwirtschaft in spezifische Einkommensgruppen zusammenfassen.
Abbildung 5: Einkommensstruktur der Weltwirtschaft
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an die „World Bank list of economies“ (April 2008) Die Weltbank unterscheidet zwischen vier unterschiedlichen Kategorien von Einkommen, niedriges Einkommen (low income), niedriges mittleres Einkommen (lower middle income), hohes mittleres Einkommen (upper middle income) und hohes Einkommen (high income). Für eine vereinfachte Darstellung lassen sich die Einteilungen auf drei generelle Länderkategorien eingrenzen, Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industrieländer. Unter Entwicklungsländer versteht man auch den Begriff der Niedrigeinkommensländer oder weniger entwickelten Länder. Ihre Strukturmerkmale ergeben sich aus ihren spezifischen Charakteristika eines niedrigen Pro-Kopf-Einkommens, einer stark ungleichen Einkommensverteilung als auch einer limitierten industriellen Wirtschaft. 30 Zumeist sind weitere Faktoren anzutreffen wie die Spezialisierung auf wenige vorhandene
29 Vgl. Lachmann, W. (2003), S. 23
30 Vgl. Bass, H. H. (2006), S. 12
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Produktionsfaktoren, eine große Schattenwirtschaft und eine mangelhafte Infrastruktur. Das Bevölkerungswachstum ist groß und Analphabetismus ist weitverbreitet, ebenso sind Korruption und mangelhafte Regierungsleistungen ein Problem. Die Abhängigkeit von einer geringen Produktionsvielfalt führt zu Problemen und kann in Folge einer Preissenkung zu Einkommenseinbrüchen der gesamten Wirtschaft führen. Die instabile ökonomische Lage kann unüberschaubare Risiken für Investoren bedeuten. Dies führt zu geringen Investitionen des Auslands wodurch vorwiegend Entwicklungsbanken als Gläubiger in den Ländern auftreten. Auch die Absatzkanäle der Produkte besitzen unterschiedlichste Ausprägungen und sind zumeist unzugänglich für die Produzenten moderner Einzelhandelskonzerne. 31 Die sogenannten Schwellenländer hingegen werden auch beschrieben als die aufstrebenden Wirtschaftsnationen vor der Entwicklung zu einem Industrieland. Ihre Kennzeichen lassen sich zusammenfassen in einem überdurchschnittlichen und steigenden Wirtschaftswachstum sowie einer zunehmenden Förderung des Freihandels und Bildung multilateraler Abkommen. Desweiteren sind ein starker Einfluss des Staates mit zunehmender Effizienz des Regierungsapparates als auch eine harmonischere Verteilung des Einkommens zu verzeichnen. Es entstehen Konflikte aufgrund der steigenden Nachfrage regionaler Bedürfnisse und der Ansprüche internationaler Märkte.
Die Industrieländer werden charakterisiert als Hocheinkommensländer welche inzwischen den Schritt einer post-industriellen Entwicklung vollzogen haben. Nicht mehr der Industriesektor dominiert bei ihnen sondern die Sektoren der Dienstleistungen und Hochtechnologien. Die Wirtschaft ist gekennzeichnet von einer stabilen Industrie und zunehmenden Investitionen in Infrastruktur, Forschung und Entwicklung. Als Vertreter dieser Kategorie lässt sich der Wirtschaftsraum der sogenannten Triade kennzeichnen, welcher Nordamerika, Japan und die EU umfasst. Zusammen erbringen die Mitgliedsstaaten in etwa zwei Drittel bis drei Viertel der weltwirtschaftlichen Produktion.
3.3 Finanzwirtschaftliche Indikatoren
Die Wirkung finanzwirtschaftlicher Einflussfaktoren auf Entscheidungstatbestände multinationaler Unternehmen besitzt eine besondere Bedeutung für die ökonomische Umwelt von Auslandsmärkten. Unter internationalen Finanzrisiken wird in diesem Zusammenhang ein Zustand der Unsicherheit aufgrund grenzüberschreitender Einnahmen- und Ausgabenströme verstanden. 32 Bei Informationslücken kann es zu unüberschaubaren Risiken für die
31 Vgl. Hollensen, S. (2007), S. 202
32 Vgl. Stocker, K. (2006), S. 16
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Geschäftstätigkeit von Unternehmen kommen. Während interne Kennzahlen wie die Rentabilität und Zahlungsüberschüsse Aufschluss über die interne Situation eines Unternehmens ermöglichen, sind Einflussfaktoren der externen Umwelt nur selten oder schwer mit Hilfe unternehmenseigener Informationsquellen zu analysieren. Innerhalb des internationalen Finanzrisikos lassen sich daher unterschiedliche Formen und Ausprägungen finanzwirtschaftlicher Faktoren identifizieren.
Eine der zentralen Fragestellungen hinsichtlich der Investitionstätigkeit von Unternehmen ist das Wechselkurs- und Zinsrisiko internationaler Wirtschaftsräume. Auf den internationalen Finanzmärkten werden in diesem Zusammenhang eine Vielzahl von Derivaten und Devisen gehandelt. Das Wechselkursrisiko besteht hierbei aus einer Reihe von Problemstellungen hinsichtlich des Wechselkurses von Währungen und ihrer Interdependenzen auf internationalen Kapitalmärkten. Ein geschicktes Wechselkursmanagement ist daher unumgänglich für den Erfolg einer internationalen Geschäftstätigkeit. 33 Die Planung internationaler Unternehmensprozesse sowie die Auswirkungen des Außenhandels sind daher in diesem Kontext zu analysieren und zu untersuchen. Im Allgemeinen lassen sich drei Formen von Währungsrisiken in Zusammenhang des Wechselkurses identifizieren. Das Transaktionsrisiko entsteht innerhalb der Zeitspanne zwischen Entstehung und Zahlung der in Fremdwährung lautenden Forderungen bzw. Verbindlichkeiten. 34 Es beschreibt die Problematik einer negativen Entwicklung des Wechselkurses bis zur Fälligkeit eines Zahlungseingangs oder -ausgangs eines Unternehmens. Es ist unmittelbar wirksam und direkt messbar anhand der der Entwicklung des Wechselkurses.
Das Operationsrisiko wird hingegen bestimmt durch das Verhältnis einer nicht zu erwartenden Änderung des Wechselkurses durch eine in Zukunft auftretende Wechselkursschwankung. Dieses Risiko kann unvorhergesehene Auswirkungen auf zukünftige Erträge in Währungsräumen von Auslandsmärkten besitzen welche. Es hat langfristigere Auswirkungen und ist schwerer zu bestimmen. Das Bilanzrisiko ergibt sich aus der anschließenden Übernahme von aggregierten Forderungen und Verbindlichkeiten nach einer vollzogenen Wechselkurschwankung. Konflikte der internationalen Bilanzierung führen zu wirtschaftlichen Problemen der Überführung von Unternehmensgewinnen oder Eigentumswerten. Nach einer Veränderung des Wechselkurses kann es zu einer Verschleppung unternehmerischer Defizite kommen und damit einhergehenden Fehlentscheidungen des Management. Beispiele hierfür sind Krisen der Wirtschaftsräume aufgrund hoher inflationärer Tendenzen.
33 Vgl. ebd., S. 147
34 Vgl. Haas, H. D.; Neumair, S. M.; Eschlbeck, D. (2006), S. 725
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Die unterschiedlichen Bedürfnisse von Unternehmen in Form von Absicherungsproblemen führen zu einer Vielzahl von finanzwirtschaftlichen Instrumenten auf den Finanzmärkten. Dabei ist im Besonderen einzugehen auf die Bedeutung von Devisentermingeschäften und Devisenoptionen als Indikatoren für den Absicherungsbedarf von Unternehmen. Die Preise dieser Versicherungsgeschäfte spiegeln dabei jedoch lediglich die Bedürfnisse der Wirtschaftssubjekte wieder und sind aufgrund ihrer Abhängigkeit von zukünftigen Erwartungen nur in einem allgemeineren Rahmen für Prognosen zu verwenden. Die Kurssicherungskosten eines Termingeschäftes werden hierbei auch als Swapsatz beschrieben welcher den Wert der Abweichung eines Termin- und Kassakurses in Prozent des Kassakurses angibt. 35 Hierbei wird der zukünftige vereinbarte Devisenkurs als Terminkurs und der aktuelle Devisenkurs als Kassakurs beschrieben. Entsprechend kann die Prämie multipliziert mit der Geldmenge einer Devisenoption, als Optionskosten beschrieben werden. 36
Für die Interpretation von Wechselkurschwankung ist es möglich langfristige Prognosen durch finanzwirtschaftliche Modelle und Portfoliotechniken zu ermitteln. Für Laien werden diese Methoden jedoch sehr komplex sein und da sie limitiert auf spezielle finanzwirtschaftliche Fragestellungen sind, können in Folge dessen nur beschränkte Aussagen über die Entwicklung von Wechselkursschwankungen getroffen werden. Eine einfachere Darstellung wird zumeist anhand von Ratingskalen oder Chart-Prognosen stattfinden können unter Zuhilfenahme von Szenariotechniken.
Innerhalb von Ratingskalen werden die einzelnen Risikofaktoren der Währung gewichtet und bewertet wodurch ein Zusammenhang von Wechselkursentwicklungen und einzelner finanzwirtschaftlicher Faktoren hergestellt werden können. Sogenannte Chart-Prognosen hingegen werden als rein technische Analysemodelle angesehen. Sie werden beschrieben als heuristische Verfahren welche versuchen ohne empirisch belegte Erklärungsversuche aus den Devisenkursbewegungen graphische Rückschlüsse zu ziehen. 37 Dabei ist zu betonen, dass längerfristige Trends einfacher zu prognostizieren sind als punktuelle Vorhersagen von Wechselkursen.
Eine beispielhafte Darstellung einer Prognose lässt sich in Abbildung 6 beobachten.
35 Vgl. Sell, A. (2003), S. 101
36 Vgl. Büter, C. (2007), S. 349
37 Vgl. Stocker, K. (2006), S. 195
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Abbildung 6: Exemplarische Chartanalyse des Dollars
Quelle: GameAX Börsenlexikon
Ein weiteres Analyseverfahren des Wechselkurses basiert auf der sogenannten Kaufkraftparitätentheorie, welche einzelne Kaufkraftniveaus miteinander in Verbindung setzt und somit eine Vergleichbarkeit gleicher Warengruppen in unterschiedlichen Wirtschaftsräumen herstellt. Dieser Ansatz soll jedoch erst später im Rahmen der Analyse des Big-Mac-Index als Wohlfahrtsindikator ausführlicher erläutert werden. Das Zinsrisiko von Unternehmen ergibt sich vor allem aus Verflechtungen internationaler Transaktionen der Geschäftsbanken. Das Zinsänderungsrisiko umfasst die Gefahr von Marktzinsveränderungen für Unternehmen sowohl im Rahmen einer Kreditfinanzierung als auch einer Anlagepolitik, die entweder auf einer festverzinslichen oder variabel verzinslichen vertraglichen Vereinbarung beruhen. 38 Im Allgemeinen lassen sich das einfache Zinsrisiko des passiven Zinsrisikos in Form einer Zinsänderung von Verbindlichkeiten und des aktiven Zinsrisikos in Form einer Zinsveränderung von Forderungen unterscheiden. Ebenso ist das Zinsstrukturrisiko zu erwähnen. Es umfasst die auf einer unterschiedlichen Zusammensetzung von Aktiv- und Passivpositionen beruhenden Zinsdifferenzen. Jedoch als wichtigster Faktor ist für Unternehmen hinsichtlich des Außenhandels die Bedeutung internationaler Zinsrisiken aufgrund von Zinsdifferenzen ausländischer und inländischer Finanzmärkte. 39 Aufgrund der wechselseitigen Beziehung von Zinsen und Wechselkursen spielen beide Faktoren eine Rolle für die Interpretation des Zinsrisikos. Für die Analyse können einerseits Verfahren der Durabilitätsanalyse benutzt werden. Hierbei werden die Positionen in einer Stromgrößenbetrachtung hinsichtlich ihrer Bindungsdauer bzw. Restlaufzeit und der daraus resultierenden Zinsreagibilitat betrachtet. 40 Andererseits kann die Untersuchung auch anhand von Zinselastizitätenanalyse stattfinden indem Szenarios der Zins und Währungsentwicklung simuliert werden.
38 Vgl. Prätsch, J.; Schikorra, U.; Ludwig, E. (2007), S. 23
39 Vgl. Stocker, K. (2006), S. 311
40 Vgl. Stocker, K. (2006), S. 311
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Auch für Zinsen haben sich spezifische Sicherungsinstrumente auf den internationalen Finanzmärkten entwickelt. Ähnlich der Swapsätze der Termingeschäfte lassen sich Swaps für Zinsen kaufen und verkaufen. Der Gedanke ist die Bereitstellung eines Instruments zum Nutzen des relativen Vorteile von unterschiedlichen Konditionsgestaltungen hinsichtlich Kredit- und Kapitalunterschieden auf internationalen Finanzmärkten. Weitere finanzwirtschaftliche Instrumente sind Zinsoptionen oder Zinsfuture die ebenfalls als Zinsabsicherung fungieren.
Ein weiterer grundlegender Analysefaktor der durch finanzwirtschaftliche Faktoren die Geschäftstätigkeit von Unternehmen bestimmt ist die Inflation. Unter Inflation versteht man in diesem Sinne den anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus eines Wirtschaftsraumes. 41 Die gegensätzliche Entwicklung wird als Deflation charakterisiert und führt stattdessen zu sinkenden Preisverhältnissen. Die Problematik besteht nicht nur in auftretenden Inflationstendenzen sondern vielmehr in der ungewissen Veränderung der Preise, welche zu Verlusten und Einbußen der Geschäftstätigkeit führen können. Ausschlaggebend sind hierfür Entwicklungen der Preisstruktur und somit Interdependenzen auf internationalen Finanzmärkten. Um eine solche Teuerung oder Geldentwertung untersuchen zu können müssen Preisentwicklungen einer repräsentativen Menge von Produktionsgüter bestimmt und durchschnittliche Preisbewegungen errechnet werden. 42 Das Resultat ist ein mit verschiedenen Waren gefüllter Güterkorb der die Ausgaben eines durchschnittlichen privaten Haushaltes repräsentiert. Das gebräuchlichste Mittel der Analyse von Preisentwicklung eines Wirtschaftsraumes ist die Berechnung eines allgemeingültigen Preisindizes. Dieser wird beschrieben als ein repräsentativer Wert der Lebenshaltung im Sinne eines Durchschnittswerts einzelner Preismesszahlen. 43
In diesem Zusammenhang wird als allgemeiner Preisindex der Lebenshaltung im internationalen Vergleich der Harmonisierte Verbraucherpreisindex verwendet. Er wird innerhalb der EU als Maßstab für die Berechnung der regionalen Preissteigerung herangezogen. Der HVPI misst nur reine Preisveränderungen. Diese werden durch eine Ermittlung der Kosten von im Zeitablauf quantitativ und qualitativ unverändertes Bündeln von Konsumgütern erreicht. Bei den Berechnungen werden die Verbrauchsstruktur und alle für die Höhe des Preises maßgeblichen Faktoren unverändert ermittelt. Ändert sich eines dieser Merkmale, so können Unterschiede zwischen dem neuen und dem zuletzt gemeldeten Preis eine unechte Preisveränderung enthalten, die anhand verschiedener Qualitäts-
41 Vgl.Blanchard, O.; Illing, G. (2003), S. 52
42 Vgl. Beck, B. (2006), S. 255
Vgl. Pflaumer, P.; Heine, B.; Hartung, J. (2005), S. 88 43
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bereinigungsverfahren eliminiert werden kann. Der HVPI ist ein Laspeyres-Preisindex und wird formal als Kettenindex berechnet. In Deutschland werden die Gewichte des Index im Fünf-Jahres-Turnus überarbeitet, wobei die Gewichtungsangaben für den HVPI jedes Jahr auf die Dezember-Preise des Vorjahres aktualisiert werden.
Wie in Abbildung 7 dargestellt lassen sich unterschiedliche Verläufe für unterschiedliche Bemessungen der Warenkörbe verzeichnen.
Abbildung 7: Inflationsraten anhand des HVPI
Die Probleme des HVPI lassen sich durch Charakterisierung der vier zentralen Fehlerquellen eines Verbraucherpreisindex erläutern. 44 Der Substitutionsfehler beschreibt dabei das Verhalten von Haushalten und ihres veränderten Konsum aufgrund zunehmender Einkommenssteigerungen. Der Qualitätsfehler erläutert die fehlende Berücksichtigung von Preisveränderungen aufgrund von Qualitätsänderungen. Der Vertriebsformfehler beschreibt die Reaktionen der Wirtschaftsubjekte auf zunehmende Preissteigerungen durch ein verändertes Konsumverhalten. Sowie der Produktlebenszyklusfehler der die fehlende Berücksichtigung von Produktlebenszyklen im Preisindex kritisiert.
3.4 Der Big-Mac-Index unter Berücksichtigung des Kaufkraftniveaus
Die Vorstellung des Big-Mac-Index in der Zeitschrift „The Economist“ im Jahr 1986 als Karikatur der finanzwirtschaftlichen Analyse von Wechselkursen, führte zu einem überraschenden Interesse einer Vielzahl von Lesern. Durch dieses vergleichsweise simple und trotzdem einleuchtende Analysemodell kam es zu einem Aufleben des öffentlichen Interesses hinsichtlich der Preismechanismen von Währungen auf den internationalen Finanzmärkten.
44 Vgl. Frenkel, M.; John, K. D. (2006), S. 129
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Die Bedeutung des Big-Mac-Index als Wohlfahrtsindikator ergibt sich aus dem Ansatz der Kaufkraftparitätentheorie welche ursprünglich aus dem Bereich der Außenwirtschaftstheorie kommt. Die Idee des Big-Mac-Index als verlässlichen Indikator hat sogar in diesem Zusammenhang den Namen „Burgernomics“ geprägt.
Ausgangspunkt dieser Theorie ist das Gesetz vom einheitlichen Preis, das besagt, dass ein identisches Gut langfristig überall zum gleichen Preis verkauft werden muss. 45 Ansonsten würden Arbitrageprozesse auftreten die zu einem Ausgleich der Faktorpreise führen würden. Produkte würden dort abgesetzt wo der höchste Preis zu finden ist und dort eingekauft wo die Preise am niedrigsten sind. Dieser Prozess der Arbitrage würde solange stattfinden bis es zu einem völligen Ausgleich der Preise käme.
Überträgt man diese Schlussfolgerungen auf das Devisenmodell der Finanzmärkte, dann kommt es durch Preisunterschiede der Devisen zu Arbitragegeschäften auf den Finanzmärkten. Dies führt zu einer langfristigen Angleichung der Wechselkurse zwischen unterschiedlichen Währungen und dadurch zu einem auf lange Sicht angleichenden Preise der Güter- und Dienstleistungskörbe zwischen den unterschiedlichen Wirtschaftsräumen. Unter der Kaufkraftparität versteht man in diesem Zustand einen Wechselkurs der in zwei Ländern gleich ist. Vereinfacht dargestellt bedeutet es, dass weltweit für den Dollar dasselbe gekauft werden kann. Im speziellen Fall des Big-Mac-Index repräsentiert der Big-Mac den Warenkorb für diesen Preisvergleich.
Der Vergleich der unterschiedlichen Warenkörbe und ihres Nutzen war während der wissenschaftlichen Diskussion über die Theorie der Kaufkraftparität schon immer eine der wesentlichen Kritikpunkte. Der Vorteil des Big-Mac-Index besteht in seiner großen Verbreitung in über 80 unterschiedlichen Ländern, seiner Homogenität in der Produktion und Rezeptur was zusammengefasst die Charakterisierung eines fast perfekten Konsumguts zulässt. 46 Dahinter steht der Gedanke, dass die Produktion des Big- Mac Index weltweit gleich unter ähnlichen Umständen stattfindet.
Wie in Abbildung 8 exemplarisch dargestellt kann der Big-Mac-Index als Instrument für die Beurteilung unterschiedlicher Wechselkurse im Verhältnis des Dollars genutzt werden.
45 Vgl. Schneider, W.(2007), S. 67
46 Vgl. Liliang, O. (2003), S. 51
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Abbildung 8: Der Big-Mac-Index
Um dies anhand eines Beispiels zu verdeutlichen, können wir den Big-Mac-Preis als Standardwährung benutzen. Jede Währung die einen Preis oberhalb des Referenzpreises des Big-Mac hat wäre überbewertet und jede Währung die einen Preis besitzt unterhalb des Big-Mac-Preises wäre unterbewertet gegenüber dem Dollar. Für einen solchen Vergleich werden die lokalen Preise des Big-Mac in Dollar transformiert und anschließend anhand des
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Referenzpreises des Big-Mac-Preises in Dollar bewertet, indem wir den die Differenz vom Referenzkurs abzüglich des Big-Mac-Preis des Landes in Dollar nehmen und diesen im prozentualen Anteil der Länderwährung gewichten. Dadurch erhalten wir den Prozentualen Anteil des Länderpreises am Warenkorb des Big-Mac. Als Beispiel lässt sich anführen das China mit minus 53 und Island mit plus 123 Prozent enorme Überschüsse und Defizite besitzen. Dies ist jedoch nicht verwunderlich da sich hier die Defizite der Kaufkraftparität zeigen. Die Bedeutung des Big-Mac-Index darf daher nicht bloß auf die Preisverhältnisse reduziert werden.
Die enormen Preisschwankungen ergeben sich aus zusätzlichen Faktoren wie niedriger Lebensmittelkosten aufgrund einer weitverbreiteten Landwirtschaft oder geringer Lohnkosten. Ebenso ist anzumerken das der Big-Mac kein klassisches Handelsgut ist und daher nicht über regionale Grenzen hinweg Handelbar. 47 Dies führt zu einer eingeschränkten Arbitragemöglichkeit und verhindert den Ausgleich von Preisdifferenzen. Der Preis kann ebenso Grund von Fehlbeurteilungen sein aufgrund der Preispolitik unterschiedlicher regionaler Anbieter oder Rabattaktionen.
Durch all diese Einwände lässt sich folgern, dass der Big-Mac-Index an sich nicht für die Interpretation des Wohlstands oder der Entwicklung von Wirtschaftsräumen gedacht ist. Sondern vielmehr ein Indikator für die Entwicklung von Wechselkursschwankungen sein kann. Dies kann geschehen durch einen relativen Vergleich der Währungen anderer Länder zum Standard des Dollar. In diesem Zusammenhang
Trotz der offensichtlichen Defizite belegen empirische Studien, dass der Big-Mac-Index als Prognoseverfahren für Wechselkursschwankungen durchaus relevant sein kann. Die Betrachtung der Währungsrisiken hinsichtlich notwendiger Abwertungs- oder Aufwertungstendenzen führt zu erstaunlichen Übereinstimmungen. 48 Wie in Abbildung 9 dargestellt kann anhand der Szenariotechnik die Entwicklung des Big-Mac-Index als Ausgangspunkt benutzt werden für die Interpretation des zukünftigen Dollarkurses.
47 Vgl. Hollensen, S. (2007), S. 201
48 Vgl. Schneider, W.(2007), S. 70
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Abbildung 9: Der Big-Mac-Index im Verhältnis zur US-Währung
4. Zusammenfassung und Ausblick
Die ökonomische Umwelt von Auslandsmärkten besitzt zahlreiche Merkmale welche in diesem Rahmen als Indikatoren für die Analyse der Geschäftstätigkeit von Unternehmen dienen können.
Die wichtigsten Analysefaktoren umfassen einerseits Beziehungen regionaler und sektoraler Integrationsformen ökonomischer Kooperation, in Form von multilateralen und tarifären Handelsabkommen, gesamtwirtschaftliche Kennzahlen wie das BIP oder Pro-Kopf-Einkommen für eine zielgerichtete Prognose zukünftiger Entwicklungen ausländischer Wirtschaftsräume sowie finanzwirtschaftliche Einflussfaktoren wie Währungs-, Zins- und Inflationsrisiken der ausländischen Finanzmärkte. Anders als interne Faktoren können externe Einflussfaktoren des Außenhandels nicht durch die Geschäftstätigkeit von Unternehmen beeinflusst werden. Dies führt zu einem Bedarf an standardisierten Analyseinstrumenten für die Ermittlung problemspezifischer Informationen. Ein Beispiel hierfür ist der Big-Mac-Index als Analyseinstrument von Preisverhältnissen eines homogenen Gutes und der damit einhergehenden Interpretation des Kaufkraftniveaus für die Bewertung des Wohlstandes einzelner Wirtschaftsräume und der Prognose des Wechselkurses. Die zunehmende Entwicklung moderner Analyseverfahren unterstützt von einer größeren Auswahl an Informationenquellen durch private und staatliche Institutionen führt zu einer reichlichen Vielfalt an unterschiedlichen Indikatoren und Analysefaktoren. Die Auswahl der richtigen Informationen für Planungsprozesse des Marketings wird zunehmende Bedeutung für zukünftige Unternehmungen besitzen. Das Ziel muss daher eine effektive und effiziente Gewinnung der von Unternehmen benötigten Informationen sein um mögliche Entscheidungstatbestände des Marketings mit einer fundierten Basis an Informationen
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unterstützen zu können. Aufgrund der zunehmenden Internationalisierung von Unternehmen wird das proaktive Marketingmanagement in Form einer aktiven Informationsbeschaffung anstatt einer reaktiven Suche nach notwendigen Informationen zukünftige Marketingmanager prägen. Die Prävention vor Informationslücken sowie die richtige Auswahl von Informationen stellt hierbei die wesentliche Herausforderung der Geschäftstätigkeit dar. Der Handel und die Erfassung von unternehmensrelevanten Informationen werden zu neuen Formen des Außenhandels anregen. Die Anpassungsnot an die sich immer schneller verändernde Wirtschaft wird Unternehmen zu neuen Wegen in der Beschaffung und Analyse von Informationen motivieren. Bereits jetzt gibt es Anstrengungen neue Technologien für eine genauere Ermittlung von Konsumentendaten zu gewinnen. Der weltweite Einsatz von Computern und der zunehmende Informationsfluss zwischen Ländern werden in diesem Zusammenhang neue Analysemethoden verlangen.
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