Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung. 3
2. Die Krankheit Schizophrenie 4
3. Pferde als Therapie 5
3.1. Begriffsdefinition „Therapeutisches Reiten“ 5
3.2. Kontraindikationen 6
4. Das Pferd als Interaktions- und Kommunikationspartner. 7
4.1. Besondere Eigenschaften des Pferdes. 7
4.2. Verhaltensschema des Pferdes 8
4.3. Therapiepferde. 9
5. Das therapeutische Setting. 10
5.1. Der therapeutische Ansatz. 10
5.2. Der situative Ansatz 11
6. Erfahrungsmöglichkeiten während der Reittherapie 12
6.1. Die Beziehung zwischen Mensch und Pferd. 13
6.2. Das Beziehungsdreieck Pferd - Therapeut - Patient 14
6.3. Lernprozesse mit und auf dem Pferd 16
6.4. Analoge Kommunikation 17
6.5. Körperarbeit 18
7. Rehabilitation durch Therapeutisches Reiten 19
8. Fazit. 20
9. Literaturverzeichnis 21
2
1. Einleitung
Die therapeutische Arbeit mit dem Pferd habe ich während meines BPS II auf dem Birkenhof in Bad Wildungen, einem Zentrum für Therapeutisches Reiten und Bewegungstherapie, kennen gelernt.
Die einzigartige Beziehung zwischen Mensch und Pferd und die daraus resultierenden therapeutischen Erfolge haben mich sehr fasziniert. Es war mein Wunsch, dieses Thema weiter zu vertiefen, was mich schließlich zu dieser Studienarbeit veranlasst hat.
Auch die eingeschränkte wissenschaftliche Erfassbarkeit des Therapeutischen Reitens hat mich sehr gereizt. Das, was auf dem Pferd wirklich vorgeht und was letztendlich auch förderlich für die Persönlichkeit der psychisch Kranken ist, lässt sich mit Worten nur eingeschränkt beschreiben und stellt meist nur eine subjektive Schilderung des Geschehens dar. Dennoch werde ich den Versuch wagen, das Therapeutische Reiten, speziell mit schizophren erkrankten Menschen, darzustellen. Eine schizophrene Erkrankung lässt sich natürlich auch durch Therapeutisches Reiten nicht heilen, allerdings führt diese Therapieform zu teilweise beachtlichen Erfolgen. „Die Möglichkeit der Behandlung der „Therapieresistenten“ und „Unerreichbaren“ mit Hilfe des Pferdes und die damit verbundene Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität stellen die Domäne des Therapeutischen Reitens bei der Therapie chronisch schizophrener Patienten dar.“ 1
Meine Angaben in dieser Studienarbeit beziehen sich hauptsächlich auf die Sonderhefte zum Thema Therapeutisches Reiten, herausgegeben vom Deutschen Kuratorium für Therapeutisches Reiten. Ergänzend werde ich noch Literatur von Schmauß, Kupper-Heilmann, Greiffenhagen und Gäng hinzuziehen.
1 Scheidhacker in Dt. Kuratorium f. Therapeutisches Reiten (Hrsg.) 2005, S. 57
3
2. Die Krankheit Schizophrenie
Eine detaillierte Beschreibung dieser Krankheit ist aus Gründen des Umfangs dieser Studienarbeit leider nicht möglich, daher folgt nur ein kurzer Überblick der wichtigsten Merkmale.
Die Schizophrenie ist eine ernste und für die Betroffenen sehr einschneidende und lebensverändernde psychische Erkrankung. Die Patienten sind zeitweise nicht in der Lage, zwischen Wahn und Wirklichkeit zu unterscheiden. Angst vor Auflösung und ein gestörtes Gefühl des eigenen Selbst stehen im Vordergrund.
Weltweit erkranken etwa 1 % der Bevölkerung mindestens einmal im Leben an einer Schizophrenie. Männer und Frauen sind davon gleich häufig betroffen, Männer erkranken im Durchschnitt etwas früher.
Die Symptome der schizophrenen Erkrankung gliedern sich in
• Störungen des Denkens
• Störungen des Gefühls
• Störungen des Wollens, Handelns und des Ich-Erlebens
• akzessorische Symptome.
Letzteres beinhaltet Störungen der äußeren Wahrnehmung, wie z. B. Licht- und Farbenüberempfindlichkeit, auch kann sich die Sensibilität gegenüber Geräuschen, Gerüchen und Geschmack drastisch erhöhen, das Zeiterleben kann verloren gehen. Die Patienten leiden unter Verfolgungswahn, Halluzinationen und sozialem Rückzug, aber auch unter dem Verlust kognitiver Fähigkeiten. Sie werden unaufmerksam, haben Gedächtnisprobleme und Schwierigkeiten, vorausschauend zu planen. Die Intelligenz der Patienten ist dabei nicht betroffen. 2
Jede Schizophrenie verläuft individuell verschieden und erfordert auch immer eine individuelle Behandlung. Bei einigen Patienten zeigen sich nach einer Psychose nie wieder schizophrene Symptome, andere Formen der Schizophrenie treten in Schü-
2 vgl.http://www.psychiatrie.de/diagnosen/schizophrenie/
4
ben auf, dazwischen finden sich keine Krankheitsanzeichen. Bei einem chronischen Verlauf treten die akuten Symptome eher in den Hintergrund. Die Patienten weisen häufig eine ausgeprägte negative Symptomatik auf, die durch eine auffallende Verminderung des Antriebs, des Interesses und der Psychomotorik, sowie durch Gefühlsverarmung und sozialen Rückzug gekennzeichnet ist. Somit lassen sich bei einem längerfristigen Krankheitsverlauf nicht nur im psychopathologischen Bereich, sondern auch im sozialen Umfeld des Erkrankten Beeinträchtigungen feststellen. In den Bereichen Selbstversorgung, Kommunikation und Freizeitverhalten sind ebenfalls meist massive Einschränkungen zu beobachten, was nicht selten zum sozialen Abstieg der Betroffenen führt. 3
3. Pferde als Therapie
Schon seit dem Altertum ist die wohltuende Wirkung des Reitens für Körper, Geist und Seele bekannt. Das Therapeutische Reiten nutzt diesen Effekt erst seit einigen Jahrzehnten zur Linderung und Heilung psychosozialer Störungen und körperlicher Erkrankungen. 4 Das Pferd bietet eine Besonderheit gegenüber anderen Tieren, die therapeutisch eingesetzt werden. Die Arbeit auf dem Pferd findet in direktem Körperkontakt statt, zudem ähneln die Bewegungen des Pferdes dem menschlichen Gang. 5
3.1. Begriffsdefinition „Therapeutisches Reiten“
In Deutschland werden unter dem Begriff „Therapeutisches Reiten“ drei Funktionsbereiche zusammengefasst:
• „die Hippotherapie, welche eine spezielle krankengymnastische, ärztlich
• der Behindertenreitsport, welcher sportfähigen behinderten Menschen,
3 vgl. Schmauß 2002, S. 84ff
4 vgl. Greiffenhagen 1991, S. 149
5 vgl. Kupper-Heilmann 1999, S. 12
5
• das heilpädagogische Reiten und Voltigieren, welches eine individuelle
Die Unterteilung in die drei Funktionsbereiche dient dazu, bestimmte Schwerpunkte zu verdeutlichen und wissenschaftlich zu erfassen. Jedoch sollten diese drei Bereiche nicht isoliert betrachtet werden, sondern ineinander übergreifen und so einen ganzheitlichen Therapieansatz ermöglichen.
In der hier vorliegenden Arbeit werden die Begriffe „therapeutisches Reiten“ und „heilpädagogisches Reiten“ synonym verwandt.
3.2. Kontraindikationen
Neben den geläufigen physischen Kontraindikationen, wie z. B. bestimmte Wirbelsäulenerkrankungen oder Allergien, sind als psychische Kontraindikationen zum heilpädagogischen Reiten mit schizophren erkrankten Patienten nur akute psychotische Schübe, mit Verlust jeglichen Realitätsbezugs, Katatonie, sowie eine hohe Fremdgefährdung zu nennen. Es ist allerdings noch relativ unerforscht, wie weit man mit akut wahnhaften Patienten gehen kann. Dagegen hat sich als positiv bewährt, Patienten in akuten Zuständen als Zuschauer zum Reiten mitzunehmen, da das Pferd und das lebhafte Geschehen dazu beitragen, den Patienten in der Realität zu
6 Kupper-Heilmann 1999, S. 13
7 Gäng 1994 in Kupper-Heilmann 1999, S. 13
6
Arbeit zitieren:
Carola Fingerhut, 2007, Therapeutisches Reiten mit schizophren erkrankten Patienten, München, GRIN Verlag GmbH
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