Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
Verzeichnis der Abkürzungen
Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen
1 Einleitung. 1
1.1 Probleme der globalen Energieversorgung 1
1.2 Möglichkeiten der globalen Energieversorgung 2
1.3 Aufgabenstellung. 3
2 Ist-Zustand Energiemarkt Irak 4
2.1 Allgemeiner Überblick 4
2.2 Aktuelle Situation im Strommarkt. 5
2.3 Energietechnische Infrastruktur. 9
2.3.1 Energieerzeugung. 9
2.3.2 Stromübertragung (Distribution) 10
2.3.3 Stromverteilung (Transmission) 11
2.3.4 Investitionsbedarf. 12
2.4 Energiewirtschaft im Irak 13
2.4.1 Energieversorgungsunternehmen. 13
2.4.2 Stromkosten und Abrechnung. 15
2.4.3 Erdöl. 16
2.4.4 Erdgas. 17
2.5 Solare Potenziale im Irak. 18
2.5.1 Sonne. 18
2.5.2 Wasser 19
2.5.3 Wind. 20
2.5.4 Biomasse 21
2.6 Das Dorf Zaidan als Beispiel. 22
2.6.1 Die verwendeten Geräte im Dorf 23
2.6.2 Lastverlauf der einzelnen Geräte im Dorf. 23
2.6.2.1 Lastprofil der Haushalte. 23
2.6.2.2 Lastprofil des Friseursalons 24
3 Verfügbare Systeme zur dezentraler Energieversorgung. 26
3.1 Benzin- und Dieselaggregate. 26
3.2 Solare PV-Inselanlagen 27
3.2.1 Sonnenstrahlung. 28
3.2.1.1 Diffuse/Direkte/Globale Strahlung 28
3.2.1.2 Strahlungsmenge 28
3.2.2 Solarzellen. 30
3.2.2.1 Anwendung in der Solarzelle 30
3.2.2.2 Typen von Solarzellen. 31
3.2.3 Solargenerator 32
3.2.4 Akkumulatoren. 32
3.2.5 Laderegler 33
Inhaltsverzeichnis II
3.2.6 Inselwechselrichter. 34
3.3 Kleine Windkraftanlagen. 36
3.3.1 Entstehung des Windes 36
3.3.2 Einfluss der Umgebung und Höhe 37
3.3.3 Windradtypen und ihre Eigenschaften 37
3.3.4 Komponenten, Funktionsprinzip und Dimensionierung von
kleineren Windkraftanlagen (WKA) 38
3.4 PV-Hybridsysteme 39
4 Systemvergleich. 41
4.1 Variante 1: Zaidan am öffentlichen Netz 41
4.2 Variante 2: Zaidan mit dezentralen Diesel-Aggregaten 42
4.3 Variante 3: Das energieautonome Zaidan 43
4.4 PV-Inselanlage (Planung und Auslegung) 44
4.4.1 Erfassung von Energieverbrauch 44
4.4.2 Dimensionierung des PV-Generators. 45
4.4.2.1 Berechnungsmodell für den Ertrag eines PV-Generators 46
4.4.2.2 Kurzfassung des Rechengangs für die Auslegung des PV-
Generators am Beispiel eines Hauses, sowie dem Friseursalon
im Dorf Zaidan 48
4.4.3 Dimensionierung des Akkus 49
4.4.4 Dimensionierung der Kabelquerschnitte. 50
4.4.5 Einsatz des Wechselrichters. 51
4.4.6 Sicherungen. 51
4.5 Kostenübersicht und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. 52
4.5.1 Variante 1 (Zaidan am öffentlichen Stromnetz) 54
4.5.2 Variante 2 (Zaidan mit dezentralen Diesel-Aggregaten) 55
4.5.3 Variante 3 (Das energieautonome Zaidan) 58
4.6 Zusammenfassung der Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung 62
5 Zusammenfassung und Ausblick. 63
6. Verzeichnisse 66
7. Anhang 68
III Abkürzungsverzeichnis
$ Dollar
€ Euro
a Jahr
A Ampere
Ah Amperestunde
Aut Autarke Stromversorgung
bzw. beziehungsweise
BSP Bruttosozialprodukt
Kohlendioxid CO2
d Tag
DDC Distribution Dispatch Centres
DEWI Deutsches Wind Energie Institut
DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsfor-
EU-MENA
EVU Energieversorgungsunternehmen
EW Einwohner
Fos Fossil
HH Haushalte
IEA Internationale Energieagentur
IV Abkürzungsverzeichnis
kWh Kilowattstunde
min Minute
p.a. pro Jahr
PCO Project & Contracting Office
PTNO Power Transmission Network Office
PV Photovoltaik
RCC Regional Control Centre
s Sekunde
UN United Nationen
WKA Windkraftanlage
Wp Watt peak
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1-1: Energiewürfel und das „Sahara Wunder“
Abbildung 2-1: Landkarte vom Irak
Abbildung 2-2: Instabilität der Stromversorgung (in den städtischen Haushalte) und
die Kompensation mit alternativen Quellen (Dieselaggregaten)
Abbildung 2-3: Instabilität der Stromversorgung (Haushalte im Dorf) und die
Kompensation mit alternativen Quellen (Dieselaggregaten)
Abbildung 2-4: Die Provinzverteilung im Irak.
Abbildung 2-5: Die Gasturbine in Baji.
Abbildung 2-6: Kapazität der verschiedenen Kraftwerke
Abbildung 2-7: Die Spannungsebenen im Irak.
Abbildung 2-8: Verteil- und Übertragungsnetze im Irak.
Abbildung 2-9: Organisation der irakischen Elektrizitätsministerium
Abbildung 2-10: Jährliche Globalstrahlungsmenge in der südlichen EU-MENA
Region.
Abbildung 2-11: Die Wasserpotenziale in verschiedenen Ländern.
Abbildung 2-12: Jährliche durchschnittliche Windgeschwindigkeiten in der südlichen
EU -MENA Region in m/s
Abbildung 2-13: Die Nutzung von fester Biomasse zur Stromerzeugung
Abbildung 2-14: Das Dorf Zaidan
Abbildung 2-15: Typischer Lastgang für einen Haushalt an einem Sommertag
Abbildung 2-16: Typischer Lastverlauf eines Friseursalons im Irak an einem
Sommertag.
Abbildung 3-1: Ein Benzin- und Dieselaggregat mit je 3 kW Leistung.
Abbildung 3-2: Aufbauschema und Hauptkomponenten eine PV-Inselanlage
Abbildung 3-3: Der Jahresverlauf von direkter-, diffuser- und Globalstrahlung
Abbildung 3-4: Das Sonnenlicht beim Gang durch die Atmosphäre
Abbildung 3-5: Mittlere jährliche Einstrahlung auf horizontale Flächen.
Abbildung 3-6: Typen von Solarzellen.
Abbildung 3-7: Bleiakkus in verschiedenen Größen.
Abbildung 3-8: Universal Solar-Laderegler mit erweiterten Funktionen.
Abbildung 3-9: Ein 5 kW Sinuswechselrichter
Abbildung 3-10: Typische Ausgangsspannungsformen von Wechselrichtern.
Abbildung 3-11: Konstruktionen der gängigsten Windradtypen.
Abbildung 3-12: Komponenten einer modernen kleinen Windkraftanlage.
Abbildung 3-13: Hybridsystem der Firma Smart
Abbildung 3-14: Hybridsystem der Firma Smart „Smart 3000/4000“
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 4-1: Teilversorgung an einem Sommertag durch die staatlichen
Kraftwerke (Haushalte)
Abbildung 4-2: Teilversorgung an einem Sommertag durch die staatlichen
Kraftwerke (Friseursalon)
Abbildung 4-3: Teilversorgung an einem Sommertag durch Diesel- bzw. Benzin
Aggregate (Haushalte)
Abbildung 4-4: Teilversorgung an einem Sommertag durch Diesel- bzw. Benzin
Aggregate (Friseursalon)
Abbildung 4-5: Komplettversorgung an einem Sommertag durch PV-Inselanlage
Abbildung 4-6: Komplettversorgung an einem Wintertag durch PV-Inselanlage.
Abbildung 4-7: Vorgehen bei der Planung einer PV-Inselanlage
Abbildung 4-8: miteinander verschaltete Batterien
Abbildung 4-9: Wahl der Kabelquerschnitte bei einem 12-V-System.
Abbildung 4-10: Sensitivitätsanalyse eines Dieselaggregates bei Haushalte
Abbildung 4-11: Sensitivitätsanalyse eines Dieselaggregates beim Friseursalon
Abbildung 4-12: Zeitstrahl der Barwert der Investition
Abbildung 4-13: Annuitätische Verteilung der Teilgesamtkosten auf 20 Jahre.
Abbildung 4-14: Sensitivitätsanalyse einer PV-Inselanlage (Haushalte)
Abbildung 4-15: Sensitivitätsanalyse einer PV-Inselanlage (Friseursalon)
Tabellenverzeichnis VII
Tabelle 2-1: Die geplanten Gasturbinen 7
Tabelle 2-2: Anzahl und Leistung der Kraftwerke im Irak 9
Tabelle 2-3: Transmission Lines ans Cables Projects 12
Tabelle 2-4: Overview of 400 kV and 132 kV Substations Plan. 12
Tabelle 2-5: Geschätzte notwendige Investitionen bis 2007 zur Wiederherstellung des
Energiesektors (Mio. ) 13
Tabelle 2-6: Stromkosten für die verschiedener Abnehmer ( / kWh) 15
Tabelle 2-7: Bohrungen zur Exploration und Erschließung von Ölfeldern. 16
Tabelle 2-8: Zahl der explorierten und neu erschlossenen Ölquellen. 16
Tabelle 2-9: Erdgasreserven und deren Verwendung. 17
Tabelle 2-10: Die monatliche mittlere Windgeschwindigkeit im Dorf Zaidan 21
Tabelle 2-11: Die elektrischen Geräte der Stromabnehmer. 23
Tabelle 2-12: Übersicht der Verwendeten Geräte der Haushalte im Hinblicke auf ihre
Leistung , Energieverbrauch und Benutzungsdauer im Sommer. 23
Tabelle 2-13: Übersicht der Verwendeten Geräte im Friseursalon im Hinblick auf ihre
Leistung , Energieverbrauch und Benutzungsdauer im Sommer. 25
Tabelle 3-1: Die Abhängigkeit der Leistung von der Windgeschwindigkeit 36
Tabelle 4-1: Typischer Tagesverbrauch an einem Sommertag (Haushalte) 45
Tabelle 4-2: Typischer Tageserbrauch an einem Sommertag (Friseursalon) 45
Tabelle 4-3: Mittlere Summe der Globalstrahlung 46
Tabelle 4-4: Korrekturfaktoren für verschiedene Neigungen und Orientierungen. 47
Tabelle 4-5: Korrekturen zur Berücksichtigung der Zelltemperatur 47
Tabelle 4-6: Die benötigte Generatorleistung. 48
Tabelle 4-7: Berechnung des Akkukapazität für ein 12-Volt-System 49
Tabelle 4-8: Berechnung des Akkukapazität für ein 24-Volt-System 49
Tabelle 4-9: Vollkostenrechnung der verschiedenen Versorgungsvarianten für
Haushalte 52
Tabelle 4-10: Vollkostenrechnung der verschiedenen Versorgungsvarianten für dem
Friseursalon. 53
Tabelle 4-11: Preisstaffelung für die verbrauchte Energiemenge der Haushalte 54
Tabelle 4-12: Preisstaffelung für die verbrauchte Energiemenge des Friseursalons. 55
Tabelle 4-13: Stromgestehungskosten der verschiedenen Varianten (Haushalte) 62
Tabelle 4-14: Stromgestehungskosten der verschiedenen Varianten (Friseursalon) 62
1 Einleitung
Die gegenwärtige Situation im Irak ist durch das hohe Bevölkerungswachstum und eine verstärkte Industrialisierung, aber auch durch die politisch instabile Lage gekennzeichnet. Das bedeutet, dass einerseits die Energienachfrage ständig wächst, andererseits aber die irakische Regierung kaum in der Lage ist, die benötigte Energie bereit zu stellen. Denn durch die langjährigen Kriege im Land wurden viele Kraftwerke bombardiert und die meisten Stromnetze zerstört, so dass von flächendeckender und ausreichender Energieversorgung nicht die Rede sein kann. Um neue Wege zur Bewältigung der ständig wachsenden Energienachfrage einzuschlagen und den jetzigen und künftigen Energiebedarf zu decken, werden viele Hoffnungen auf erneuerbare Energien und dezentrale Ver-sorgungsanlagen gesetzt. In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, inwieweit neue Versorgungskonzepte und die Nutzung für das Land neuer Technologien eine Phase hoher Energieintensität und akuten Energieengpass ersparen kann.
1.1 Probleme der globalen Energieversorgung
Die Vorräte fossiler Energieträger sind begrenzt, da es keine natürlichen Vorgänge gibt, die diese auch nur annähernd im zeitlichen Rahmen des Verbrauchs wieder erzeugen könnten. Sparmaßnahmen sind deshalb unerlässlich, können aber den Zeitpunkt bis zur Erschöpfung der Vorräte lediglich hinauszögern. Studien 1 zeigen, dass die „statistischen Reichweiten“ 2 von fossilen Energieträgern begrenzt sind. Diese Erkenntnisse zwingen uns, unsere Energieversorgung gravierend umzugestalten.
Einen weiteren wichtigen Grund zu handeln liefert der antrophogene Treibhauseffekt.
Das derzeitige Ausmaß der Verbrennung von fossilen Energieträgern, insbesondere von Kohle, erhöht permanent die CO2-Konzentration in der Atmosphäre und führt zu einer dramatischen Verschiebung der Wärmebilanz und damit zu einer Erhöhung der mittleren Temperatur. 3 Die Folgen dieser Entwicklung sind unabsehbar und bergen große Risiken bezüglich unserer Lebensbedingungen.
Eine Lösung für die genannten Probleme scheint auch die Kernenergie nicht zu bieten. Zwar werden hierdurch CO2-Emissionen reduziert, aber die Endlichkeit der Uranvorkommen macht sie in dieser Hinsicht vergleichbar mit den fossilen Energieträgern. Von den bekannten Risiken abgesehen ist insbesondere auch das Problem der Endlagerung nicht gelöst.
Der vernünftigste Ausweg aus dieser Energieproblematik, im Hinblick auf unsere kurz- und mittelfristig verfügbaren Technologien, liegt wohl in der konsequenten Anwendung und im Ausbau der bereits jetzt verfügbaren Anlagen und Techniken zur Nutzung regenerativer Energieträger, auf Irak bezogen, in Form von dezentraler Stromversorgungskonzepte.
1 Siehe Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen, Energiestudie 2002, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, 10/2002.
2 Siehe dazu http://derrotefaden.de.ohost.de/index.php?cat=14
3 Vgl. http://doku.cac.at/klimawandel.pdf, Stand 05/2006
1.2 Möglichkeiten der globalen Energieversorgung
Zur Bewältigung der Herausforderungen an die globale Energieversorgung und insbesondere den Klimaschutz muss neben der effizienten Nutzung von Energie auch der technische Entwicklungsstand der erneuerbaren Energien vorangetrieben werden, insbesondere die Technik der dezentralern Energieversorgung. Ausgangspunkt der Überlegungen zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen ist ihr außerordentlich großes Angebotspotential auf der Erde, besonders im Irak.
Die weitaus größte erneuerbare Energiequelle stellt die Sonne dar. Von der Sonne erreicht im Jahr eine sehr große Energiemenge die Erdoberfläche. Diese Energiemenge entspricht etwa dem 15.000-fachen des Weltprimärenergiebedarfs und damit weit mehr als die verfügbaren Energiereserven. 4 Wenn es uns gelingt, einen kleinen Bruchteil der auf der Erde eintreffenden Sonnenenergie zu nutzen, könnte der gesamte Energiebedarf der Menschen durch die Sonne gedeckt werden. Diese Dimensionen werden optisch durch die Abbildung 1-1 verdeutlicht.
Abbildung 1-1: Energiewürfel und das „Sahara Wunder“ 5
Das Volumen des Würfels (links im Bild) steht synonym für die menge der jährlich durch die Sonne eingestrahlten Energie. Die kleinen Würfel auf der linken unteren Seite sollen die im Verhältnis dazu auf der Erde noch verfügbaren fossilen Energiereserven darstellen. Der blaue Würfel auf der rechten unteren Seite steht als synonym für den jährlichen Energieverbrauch der Menschheit.
Nach diesen Erkenntnissen müssen wir uns legitimerweise die Frage stellen, ob es wirklich sinnvoll ist, weiterhin auf diese „alternativen“ endlichen fossilen Energieträger zu setzen, um eine stabile und nachhaltige Energieversorgung zu sichern. Diese Frage stellt sich insbesondere für den Irak, wie oben bereits angedeutet.
4 Vgl. http://www.energie-zeitung.de/sonnenenergie/wasistsonnenenergie/index.html
5 www.et.fh-muenster.de/persons/ mertens/pv_folien/pv_kap2.pdf
1.3 Aufgabenstellung
Ziel dieser Arbeit ist es, am Beispiel des Irak zu untersuchen, in wieweit in einem krisengeschüttelten Land dezentrale Versorgungskonzepte auf der Basis von Solarenergie in der Lage sind, den bestehenden Strombedarf kurzfristig, wirtschaftlich und umweltfreundlich zu decken. Sie können auf diese Weise einen Beitrag leisten, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes nachhaltig zu unterstützen.
Da die Stromnetze im Irak wegen des langjährigen Kriegs, terroristischer Anschläge und den verbreiteten Plünderungen beinahe völlig zerstört sind, zugleich jedoch riesige solare Potenziale im Land vorhanden sind, muss über ein dezentrales netzunabhängiges Stromversorgungssystem nachgedacht werden.
Im Rahmen dieser Diplomarbeit wird ein Konzept für die dezentraler Stromver-sorgungssystem entwickelt und anhand des Dorfes Zaidan im Norden Iraks konkretisiert und evaluiert.
Das Dorf bietet aufgrund seiner Infrastruktur, seiner klimatischen und politischen Verhältnisse eine gute Referenz für die spätere Umsetzung im ganzen Land.
Das Planungsziel ist es, die Planungsphasen (Vorplanung und Entwurfsphase) eines Anlagenkonzepts und Einbeziehung der technischen und wirtschaftlichen Randbedingungen sowie lokale Gegebenheiten festzulegen. Die Planungsphase besteht aus:
a) Analyse der Grundlagen: Zur Ermittlung der Grundlagen muss zunächst der Umfang des zur versorgenden Objektes (das Dorf Zaidan) erfasst werden. Darauf aufbauend ist der Strombedarf zu berechnen. b) Erarbeiten eines Planungskonzepts mit überschlägiger Auslegung der wichtigsten Systeme und Anlagenteile.
c) Untersuchung alternativer Lösungsmöglichkeiten, die die gleichen Ziel-vorgaben erfüllen. d) Wirtschaftlichkeitsberechnung
Kapitel 2 liefert Hintergrundinformationen für die Fallstudie, insbesondere zu Rahmenbedingungen der bestehenden irakischen Energiewirtschaft und der energietechnischen Infrastruktur.
Folgerichtig werden im Kapitel 3 die Möglichkeiten autonomer dezentraler Stromversorgungsmöglichleiten aufgezeigt. Dabei werden die Komponenten und Funktionsprinzipien solcher Systeme beschrieben.
Im Kapitel 4 werden die verschiedenen Versorgungsvarianten, mit und ohne regenerative Systeme durchgerechnet und miteinander auf Ihre Wirtschaftlichkeit hin verglichen.
Die Ergebnisse der Studie werden abschließend im Kapitel 5 diskutiert.
2 Ist-Zustand Energiemarkt Irak
2.1 Allgemeiner Überblick
Der Irak ist ein arabischer Staat im westlichen Asien. Er grenzt an Kuwait (240 km gemeinsame Grenze), Saudi-Arabien (814 km), Jordanien (181 km), Syrien (605 km), die Türkei (352 km) und dem Iran (siehe Abbildung 2-1). 6
Nach Angaben der irakischen Regierung leben im Land ca. 27 Mio. Einwohner. Hinzu kommen ca. 3 Mio. Iraker, die wegen des Krieges ins Ausland gewandert sind. Die zentrale Provinz (Hauptstadt) Bagdad ist mit ca. 6 Mio. Einwohnern am dichtesten besiedelt. Etwa 85% der Bevölkerung sind Araber, 16% sind Kurden, und die restlichen 4% sind Turkmenen, Chaldo-Assyrer, Mandaen und Armenier.
Abbildung 2-1: Landkarte vom Irak 7
6 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Irak
7 Vgl. http://www.lib.utexas.edu/maps/middle_east_and_asia/iraq.gif
Klima
Der Norden Iraks liegt im Winter im Bereich der sog. Westwindzone 8 der gemäßigten Breiten und im Sommer unter Hochdruckeinfluss bei Temperaturen zwischen -6°C im Winter und 47°C im Hochsommer (Jahresmittel 22°C).
Der Raum südlich Bagdads dagegen gehört ganzjährig zum subtropischen Hochdruckgürtel 9. Mit Ausnahme der Gebirgsregionen regnet es im Sommer sehr selten.
Die starken, ganzjährigen Winde aus nordwestlicher Richtung führen dazu, dass z.B. die Städte Bagdad ca. 20, Basra ca. 15 Staubsturmtage im Jahr haben. 10
Im Süden des Landes reichen die Temperaturen von 50 C im Sommer und etwa dem Nullpunkt im Januar. Regen fällt etwa 10 bis 18 cm im Jahr: Ein großer Teil des Irak besteht aus Wüste und Steppe.
2.2 Aktuelle Situation im Strommarkt
Da ohne Strom jegliche Grundlage für eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung eines jeden Landes fehlt, wird dem Aufbau der Stromversorgung im Irak die höchste Priorität geschenkt.
In einer Studie 11 , wurde über die Situation der Infrastruktur, unter anderem die Situation der Stromversorgung im Land, für das Jahr 2004 detailliert berichtet. Demnach verlassen sich 70 % der Haushalte, weil sie finanzielle geschwächt sind, auf die staatliche Stromversorgung, um an Strom heran zu kommen. Die restlichen 30 % betreiben kleine Diesel- und Benzingeneratoren um ihr eigenen Strombedarf zu decken.
Zu der Frage, inwieweit die Haushalte mit der Stabilität der Stromversorgung zufrieden sind, äußerten sich 90 % der Haushalte, die im Süden und in Bagdad leben, mit mangelnder Zufriedenheit, da sie durchschnittlich nur 3 Stunden am Tag mit Strom versorgt werden. Die Stimmung im Norden des Landes war etwas entspannter, „nur“ 75 % der Haushalte waren unzufrieden mit der Unterbrechung der Stromversorgung. Man muss allerdings zwischen den Haushalten in Städten und den Haushalten in den Dörfern unterscheiden. In den Abbildungen 2-2 und 2-3 stellen die Linien die Prozentzahlen der städtischen und der ländlichen Haushalte im ganzen Land dar, die mit der Instabilität der Stromversorgung unzufrieden sind. Die Balken hingegen zeigen die Haushalte, die den fehlenden Bedarf mit anderen Quellen, in diesem Fall mit kleinen Dieselaggregaten, kompensieren können. Man sieht eindeutig, dass die Situation allgemein und speziell in den Dörfern sehr dramatisch ist.
8 Unter der Westwindzone versteht man in der Meteorologie die außertropische Zone, in der im klimatologischen Mittel ein westlicher (zonaler) Grundstrom vorherrscht.
9 subtropischen Hochdruckgürtel sind alle Hochdruckgebiete (wie Bagdad) die bei etwa 30°N liegen (mehr dazu unter http://www.m-forkel.de/klima/zirk_passat.html)
10 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Irak
11 Diese Studie wurde, im Zusammenarbeit der irakischen Regierung und die vereinigten Nationen (UN) im Jahr 2004, erstellt. Um die komplette Studie zu lesen (siehe http://www.iq.undp.org/ILCS/overview.htm)
Abbildung 2-2: Instabilität der Stromversorgung (in den städtischen Haushalte) und die Kompensation mit alternativen Quellen (Dieselaggregaten)
Abbildung 2-3: Instabilität der Stromversorgung (Haushalte im Dorf) und die Kompensation mit alternativen Quellen (Dieselaggregaten)
Durch die instabile politische Situation im Land und die verbreitete Korruption haben die Haushalte große Schwierigkeiten, die Rohstoffe (Diesel und Benzin) für ihre Aggregaten zu beschaffen. Trotz der riesigen Erdölreserven des Landes findet man Diesel und Benzin fast nur noch auf den Schwarzmärkten, was ein Literpreis für ein Normalverdiener beinahe unbezahlbar macht.
Ungeachtet dessen sieht die Situation der Energieversorgung im Irak nicht sehr Vertrauen erweckend aus.
Die im Jahr 2005 zur Verfügung stehende Kraftwerkskapazität betrug ca. 5.000 MW (siehe Tabelle 2-2). Das ist noch weit von der in Spitzenzeiten anfallenden Nachfrage von rund 8.000 MW entfernt. 12 Immer wieder bringen Anschläge auf Pipelines die Brennstoffversorgung der Kraftwerke zum Erliegen. Die Belieferung mit Tankwagen kann die Ausfälle nicht vollständig ersetzen.
Kraftwerke sind in verschiedenen Landesteilen geplant (siehe Tabelle 2-1). So sollen in Sulaimaniya, einer der Nordprovinzen im Irak (siehe Abbildung 2-4), Kraftwerke mit Höchstleistung von 140 MW entstehen sowie ebenfalls im Norden eine in der ersten Phase 100 MW leistende dieselgefeuerte Anlage. Bei Basra entsteht ein 250 MW- Kraftwerk.
Reparaturen und Erweiterungen werden an 23 Turbineneinheiten in Baiji (siehe Abbildung 2-5), Qudas, Nasiriya, Shuaiba, Basra, Burzugan und Mosul vorgenommen, was insgesamt ca. 450 MW an Kapazität schafft. Größtes Einzelvorhaben ist die Fertigstellung des AL-Shamal (des Nordens)-kraftwerks bei Mosul. Die Arbeiten an der 1.400-MW Anlage waren 1990 nach dem irakischen Einmarsch in Kuwait abgebrochen worden.
Tabelle 2-1: Die geplanten Gasturbinen 13
12 Vgl. www.usaid.gov/iraq/updates/jun05/iraq_fs33_061605.pdf
13 Siehe www.dihk.de/inhalt/themen/international_neu/regionen/downloads/irak_plenary_1.pdf -
Arbeit zitieren:
Jubran Habib, 2006, Potenzialanalyse dezentraler Energiesysteme zur Sicherung einer nachhaltigen Stromversorgung im Irak, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Standortplanung für Produktionsstätten
Eine Einführung in die Standor...
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Hausarbeit, 35 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jubran Habib's Text Potenzialanalyse dezentraler Energiesysteme zur Sicherung einer nachhaltigen Stromversorgung im Irak ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Jubran Habib hat den Text Potenzialanalyse dezentraler Energiesysteme zur Sicherung einer nachhaltigen Stromversorgung im Irak veröffentlicht
Jubran Habib hat einen neuen Text hochgeladen
Einsatz der Solarenergie zur dezentralen Stromversorgung
Von den Grundlagen der Photovo...
Alexander Schulz
Nachhaltigkeit von Energiesystemen - Kriterien und Bewertungen
Hermann J. Wagner, Marco K. Koch
Verfahren der Folgenabschätzung als Instrument zur rechtlichen Sicheru...
Alexander Windoffer
Erfolgsfaktor Potenzialanalyse
Aktuelles Praxiswissen zu Meth...
Uta Rohrschneider, Sarah Friedrichs, Michael Lorenz
Innovative Modellierung und Optimierung von Energiesystemen
Rüdiger Schultz, Hermann J. Wagner
0 Kommentare