1. Der Schüler
1.1 Klassensituation
Die 3b der VS XY ist, mit zwei weiteren Klassen, in das Schulhaus der GS XY ausgelagert.
Die Klasse setzt sich aus 9 Jungen und 15 Mädchen zusammen, insgesamt also 24 Schüler.
Die Kinder verfügen durchgängig über eine hohe Sozialkompetenz. Sie helfen einander, schlichten ihre Konflikte selbstständig, falls überhaupt welche vorhanden sind und können sich gut miteinander verständigen. So war es auch kein Problem, dass zu den 15 „Stammschülern“ der GS dieses Jahr 9 Schüler aus XY dazu kamen. Diese waren bereits nach den ersten Tagen in die Klasse integriert.
Besondere Auffälligkeiten sind bisher nicht zu Tage getreten. XY besucht derzeit als Einziger den LRS - Kurs. Weitere Teilnahmen sind aber nicht ausgeschlossen und werden sich mit der Zeit ergeben. XY hatte wohl mit Frau XY, der Lehrerin in den ersten beiden Klassen, ein sehr enges emotionales Verhältnis. Sie sucht nun auch ständig körperlichen Kontakt zu mir, den ich aber sensibel zurückweise. Die Familienverhältnisse sind normal, so dass kein Verdacht auf emotionale Probleme im Elternhaus besteht. Eine weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Disziplinprobleme sind kaum vorhanden, jedoch fehlt bisher eine große mündliche Teilnahme am Unterricht. Die Klasse kennt kaum „neuere Methoden“, so dass vieles erst eingeschult und ritualisiert werden muss. Auf Impulse reagiert die Klasse gar nicht, deshalb liegt der Schwerpunkt der momentanen Arbeit bei einer gelingenden Gesprächsführung im Unterricht.
Das erstellte Soziogramm weist zwar auf einige weniger beliebte Kinder hin, doch auch sie werden meist in der Gruppenarbeit integriert und nicht ausgegrenzt. XY hat eine ärztlich bestätigte verzögerte akustische Wahrnehmung und begann dadurch erst im Alter von drei Jahren zu sprechen. Sie darf in ihrer Arbeit nur begrenzt gestört werden, weil sie eingehende akustische Signale nicht filtern kann. Dies ist auch der Grund dafür, dass ein Gruppentisch aufgelöst wurde. Mit der Klasse wurde das Problem erläutert, so dass nun auch keine weiteren Probleme entstanden. In der Gruppenphase arbeiten die zwei Einzeltische dennoch zusammen.
1.2 Analyse der Lernvoraussetzungen
Die Klasse ist insgesamt in allen Bereichen sehr gut. Die durchschnittlichen Leistungen liegen, laut den Jahreszeugnissen des letzten Jahres, zwischen eins und zwei.
Die Schüler verstehen Texte ganz gut und können zuverlässig den Inhalt kurz wiedergeben. Am Ausbau des Sprechens muss aber weiter geübt werden. Insgesamt wurden vor der hier vorliegenden Stunde bereits drei Gedichte geübt, so dass die Kinder mit der Vorgehensweise vertraut sein dürften. Was den Bereich des produktiven, in diesem Fall schreibenden, Umgangs mit Gedichten betrifft sind keine Vorerfahrungen vorhanden. Eine Einschulung in diesem Bereich konnte angesichts der knappen Zeit nicht mehr geleistet werden.
1.3 Bedeutung des Lerngegenstands für die Schüler
Das Gedicht „Wenn die Nebelfrau kocht“ passt gut zur Jahreszeit. Besonders im Schwandorfer Umland ist der Nebel am Morgen wegen der vielen Seen weit verbreitet. Nebel ist also für die Kinder ein Naturphänomen, dem sie im Herbst und wieder fast tagtäglich begegnen. Die Erklärung des Phänomens im Gedicht, dass also der Nebel von der Nebelfrau gekocht wird, wird von den Kindern sicher nicht Ernst genommen, dennoch ist es eine witzige Erklärung, die die Phantasie der Kinder anspricht und so die Freude im Umgang mit Gedichten fördert. Durch die Vorarbeit im Umgang mit Rezepten soll auch hier ein Fantasierezept entstehen. Dies betont vor allem den lustvollen Umgang mit Lyrik und bezieht einen kreativen Schreibprozess mit ein.
2. Zielsetzung
Grobziel: Die Schüler sollen das Gedicht „Wenn die Nebelfrau kocht“ kennen lernen, inhaltlich erfassen und zu einem Rezept umgestalten Feinziele: Die Schüler sollen: - das Gedicht kennen lernen und erlesen - die Rezeptelemente durch Hervorheben herausfiltern - ein Rezept aus den Gedichtelementen verfassen
- durch umsetzen des Fantasierezeptes den Inhalt wiederholen und selbst zur Nebelhexe werden
3. Einordnung in die Sequenz
Bisher wurden folgende Gedichte behandelt:
- „Wir“ von Irmela Brender
- „Der Sperling und die Schulhofkinder“ von James Krüss
Das Schreiben von Rezepten:
- Wir lernen Rezepte kennen - Wir schreiben selbst ein Rezept - Fantasierezepte
4. Literatur
- Auer/Hartwig, Lehrplankommentar für die bayerische Grundschule, Bd. 2, 2003, Donauwörth - Bayerischer Lehrplan, 2000, München
- Maras u.a., Handbuch für die Unterrichtsgestaltung in der Grundschule, Auer Verlag, 1997, Donauwörth
- Metzler Autorenlexikon, Metzler, Stuttgart, 1986 - Seminarunterlagen
- Watzke, u.a., Gedichte in Stundenbildern, Unterrichtsvorschläge mit Kopiervorlagen, 3. Jahrgangsstufe, Auer Verlag, Donauwörth, 2004
Arbeit zitieren:
Andrea Fischer, 2006, Produktive Umgestaltung des Gedichts "Wenn die Nebelfrau kocht", München, GRIN Verlag GmbH
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