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Abstract:
This essay describes the evolution and spreading of coaching as a specialized form of consulting in the world of business, professionals and occupation. Coaching spread out in an enormous way in the last twenty years: at first it seems to be an informal service-job for top-managers and then it developed to an own concept of consulting which now is used in the world of non-profit organisations (social work and schools) as well. At first this article shows the several steps in the evolution of coaching. Second he tries to sharpen the idea of coaching and hinder an inflationary use of this term with eight core elements which describes the idea of coaching precisely.
Zusammenfassung/Abstrakt:
Der Beitrag stellt die Entwicklung und Ausdehnung der berufsbezogenen Beratung dar, die als Coachings bezeichnet wird. Diese hat in den letzten Jahren eine enorme Verbreitung erlebt: Von einer zunächst eher informell beschriebenen Dienstleistungsaufgabe für die Welt des Top-Managements im Wirtschaftslebens hat sich das Coaching über verschiedene Entwicklungsschritte zu einem eigenständigen Beratungskonzept weiterentwickelt, das nun zunehmend auch Anwendung im Bereich der Non-Profit-Organisationen der Sozialen Arbeit und des Bildungswesens findet. Der Beitrag zeichnet diese Entwicklungsstationen im ersten Teil der Arbeit nach. Da mit dieser Entwicklung auch die Gefahr eines inflationären Gebrauchs des Coaching-Begriffs einhergeht, schlägt der Autor im zweiten sodann Teil eine differenzierte Beschreibung des Coaching anhand von acht Kernelementen vor.
Inhaltsverzeichnis
I. Fünf Bedeutungsaspekte der Coaching - Idee 3
II. Acht notwendige Elemente des Coaching 9
III. Implikationen für die Beratung in der Sozialen Arbeit 15
Wenn von Coaching die Rede ist, werden durchaus unterschiedliche Phänomene bezeichnet. In den letzten Jahren haben sich Aktivitäten, die unter dieser Bezeichnung geführt werden, sozusagen überall hin ausgebreitet. Sie reichen von der Welt des Sports über die Welt des Wirtschaftslebens bis weit in die Bereiche der Politik und nun neuerdings auch in die Felder der Sozialen Arbeit und des Bildungswesens hinein. Dabei geht es meines Erachtens nicht nur um die sprachliche Modernisierung altbekannter Phänomene (wenn z. B. aus dem Nachhilfelehrer von früher heute ein „Lerncoach“ wird), sondern die Idee einer individualisierten zielorientierten Leistungs- und Erfolgsoptimierung durch eine intensive pädagogische Begleitung (Beratung und Betreuung) hat mit der Übernahme des Coaching-Gedankens in den letzten Jahren durchaus eine neue und eigenständige Qualität erreicht. Dies zeigt sich darin, dass die ursprüngliche Idee des Coachings zunächst sehr stark durch psycho-soziale Beratungs- und Psychotherapiekonzepte erweitert wurde, um dann als eigenständiges Beratungskonzept wiederum auf die Beratungsszene selbst zurückzuwirken. Weil es damit ein eigenständiges Beratungskonzept geworden ist, so meine These, kann Coaching heute auch für die Anwendung in Einrichtungen und Organisationen des Non-Profit-Bereichs fruchtbar gemacht werden.
Dabei war mit der Idee des Coachings zunächst
1. eine exklusive Beratungstätigkeit von Spitzensportlern und Top-Managern gemeint: Das vertrauliche Vier-Augen-Gespräch eines erfahrenen, aber nicht mehr selbst praktizierenden Sportlers oder Managers, der sich in seinem fortgeschrittenen Berufsleben darauf spezialisiert hatte, nunmehr seine Erfahrungen und sein Wissen als Beratungsdienstleister an ausgewählte Spitzenkräfte weiterzugeben. Die dazu notwendigen psychologischen Beratungstechniken hat sich dieser Coach der ersten Generation als „selfmade man“ sozusagen nebenbei angeeignet: Selbst erfolgreich in seinem Beruf, konnte er sich auf seine zwischenmenschlichen Talente sowie auf seine allgemeine Menschenkenntnis verlassen, die er in der Zeit des eigenen Karrierelebens ansammeln konnte. Eigene Berufserfahrung, eigener Erfolg im Berufsleben und ein „Händchen“ für das Zwischenmenschliche sowie für Führungsaufgaben kennzeichnen diesen „Coach der ersten Generation“. Er war und
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er ist es auch heute immer noch: eine Mischung aus „elder statesmen“, Mentor, väterlichem Freund, Führungskraft, Karriereberater, Supervisor und Tutor, der den Schwerpunkt seiner eigenen Karriere zunehmend mehr auf pädagogische und beraterische Aufgaben verlagert.
„Coaching ist,..., personenbezogene Einzelberatung von Menschen in der Arbeitswelt. .... Die Spielarten reichen von ‚begleitender Persönlichkeitsentwicklung für Topmanager’ bis hin zum ‚Mitarbeitercoaching’ das ein Vorgesetzter im Rahmen seiner ‚entwicklungsorientierten Führungstätigkeit’ betreiben sollte“.
So schreibt ein bekannt gewordener Managerberater in seinem Lehrbuch (Looss 1991, S.13).
Dieser Typus des Coachings der ersten Generation lässt sich im Wesentlichen durch die solide Berufserfahrung des Coachs charakterisieren. Hinzu kommen sein eigener Karriereerfolg und eine breite „Feldkompetenz“. Der Coach der ersten Generation verfügt über ein breites Erfahrungs- und Insiderwissen, relevante Kontakte und einflussreiche Karrierebeziehungen; er weiß aus eigener Erfahrung „wie der Hase läuft“ und nach welchen Regeln das „Karrierespiel“ erfolgreich zu spielen ist.
2. Die erfolgreiche Anwendung dieses Dienstleistungsangebots führte sodann dazu, dass eine Flut von „neuen“ Trainings- und Beratungsmethoden Eingang in das Dienstleistungskonzept Coaching fanden. In dieser Zeit sind vor allem Texte erschienen, die Coaching unter einem bestimmten beratungsmethodischen Aspekt darstellten:
Auf diesem Wege eroberten eher psychologisch und psycho-sozial orientierte Berater mit neuen Kommunikations- und Interventionsstrategien den sich öffnenden Markt der Coaching Dienstleistungen in den Feldern des Wirtschaftslebens sowie der Personal- und Organisationsentwicklung. Das Know-how aus den psycho-sozialen
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Beratungsfeldern, den Psychotherapie-Schulen, der Supervision und den Kommunikationswissenschaften zog damit in diesen neuen Aufgabenbereich ein und die die Feldkompetenz des Coachs der ersten Generation wurde um eine psychosoziale Beratungskompetenz erweitert.
Zu Recht ist im Anschluss die Frage diskutiert worden, was denn nun eigentlich die Tätigkeit eines so qualifizierten Coaches von der eines Supervisors unterscheide. Wolfgand Weigand fasste im Informationsdienst der Deutschen Gesellschaft für Supervision e. V. seine Überlegungen zum Thema: „Der Supervisor als Coach“ so zusammen: „Wir haben festgestellt, dass es im Coaching konzeptionell nichts gibt, was Supervisoren nicht schon gedacht hätten. Allerdings gibt es eine gesellschaftliche Situation oder besser einen Markt, d. h. Nachfragen, für die wir als Supervisoren eine adäquate Antwort finden müssen und können ohne unsere professionelle Identität zu verlieren oder unsere handlungsleitenden
Beratungsprinzipien aufzugeben. Wir bieten als Supervisoren Coaching an, das unseren Ansprüchen und den Anforderungen des Marktes nachkommt.“ (Weigand 2000, S. 4)
Die Aufgabenbeschreibung des nun auch psychologisch und psycho-sozial geschulten Coachs ist mit dieser Sichtweise nun schwer von der Aufgabenstellung des Supervisors zu unterscheiden. In der Praxis begannen Supervisoren zunehmend erfolgreich im Coaching-Markt zu arbeiten und versuchten, sich die dazu notwendige wirtschaftswissenschaftliche Feldkompetenz zusätzlich anzueignen.
Mit dieser zusätzlichen Qualifikation zeichnete sich 3. ein neues Berufsbild in den ersten Umrissen ab. Coaching als Beratungsdienstleistung für das mittlere und höhere Management entwickelte sich von einer wenig formalisierten Beratungstätigkeit zu einer neuen Aufgabe mit einem eigenständigen professionellen Qualifikationsprofil. Ähnlich wie die Entwicklung der Supervisionsaufgaben im psycho-sozialen Feld langsam zur neuen Berufstätigkeit des professionellen Supervisors führte, so wurde nun auch aus dem Coaching eine eigenständige Profession.
Arbeit zitieren:
Prof. Dr. phil, Diplompädagoge Norbert Groddeck, 2006, Coaching und seine Implikationen für die Soziale Arbeit , München, GRIN Verlag GmbH
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