c) Was bewirkt ZA gegenüber FA?
Durch die Vorgabe des Arbeitstempos ist eine geringere eigenständige Willensaktivierung nötig, so daß die psychische Anspannung verringert wird und der Arbeitende freier und effizienter arbeiten kann.
d) Wie wirkt sich ZA auf FA aus?
Die ZA wirkt sich positiv auf die FA aus, da durch die zwangsläufig vermittelten Erfolgserlebnisse das notwendige Selbstvertrauen für die Willensbildung und das planvolle und selbständige Handeln vermittelt wird. Durch diese erlangten Fähigkeiten steigert sich die Leistung in der "freien Arbeitsweise".
2. Was ist eine wissenschaftliche Theorie und welches Verhältnis haben Forschung, Theorie und Praxis zueinander?
Die wissenschaftliche Theorie ist die geordnete Form von Phänomenen, Erkenntnissen und formulierten Regelhaftigkeiten. Sie ist die logische, in abstrakte Begriffe gefaßte, Rekonstruktion des Erfahrbaren.
Forschung, Theorie und Praxis stehen zwar in einem Spannungsverhältnis, sind aber nicht voneinander zu trennen. Die Forschung ist dabei der Übergang von der Praxis zur Theorie. Sie versucht das im Alltag erlebte in Experimenten nachzuvollziehen und die Ursachen zu erkennen und zu begründen.
3. Was ist eine empirische Objekttheorie?
Die empirische Objekttheorie ist eine wissenschaftliche Aussage, die durch Experimente und bewiesene Erkenntnisse fundiert wird. In vielen Fällen werden durch die Objekttheorie Beziehungen von Sachverhalten oder Gegenständen beschrieben. Dabei muß jedoch stets der jeweilige Geltungsbereich in der Formulierung zu erkennen sein.
4. Was ist eine induktive Verallgemeinerung?
2
Bei einer induktiven Verallgemeinerung wird von Einzelfällen auf die Gesamtheit geschlossen, z.B. wenn man die Gesamtheit nicht vollständig überprüfen kann. Beispiel: Beim induktiven Denken wird eine Regelhaftigkeit erkannt, z.B. vier beobachtete Schwäne sind weiß, bei einer induktiven Verallgemeinerung würde man daraus schließen, daß alle Schwäne weiß sind.
5. Was ist grundlagenorientierte und was ist technologische Forschung? (Stichwort: Die 6 Stufen von Hilgard)
Grundlagenorientierte Forschung: beinhaltet vorallem die Frage nach den lernpsychologischen Grundvorraussetzungen der Kinder (Welche Voraussetzungen haben die Kinder? Wie lernen sie?) Somit werden die Grundlagen ermittelt, um z.B. daraus Experimente zu entwickeln und Theorien zu formulieren. Stufen nach Hildgard:
· Stufe 1 (ohne direkte pädagogische Relevanz): z.B. Tierversuche zum Labyrinthlernen, Lernen von Folgebewegungen
· Stufe 2 (pädagogisch relevante Gegenstände oder Themen): verbales Lernen, Begriffsbildung usw.
· Stufe 3 (für die Schule relevante Gegenstände oder Themen): Mathematik, Lesen usw.
Technologische Forschung: ist die Forschung zur Entwicklung bestimmter Verfahren zur Erlernung von Wissen und Fertigkeiten. Stufen nach Hildgard:
· Stufe 4 (Laborversuche und Erprobung in Klassen mit instruierten Lehrkräften):
· Stufe 5 (Unterrichtsversuche in "normalen Klassen"): Überprüfung der Ergebnisse von Stufe 4 unter üblichen Bedingungen
· Stufe 6 (Befürwortung und Übernahme von Bewährtem): Vorbereitung von Hand- und Lehrbüchern, Eingang in die Lehrerausbildung
6. Was ist Apitude - Treatment - Interaction Forschung (ATI-Forschung)? Bringen Sie ein Beispiel! Die ATI-Forschung ist die Erforschung von Wechselwirkungen zwischen
Behandlungsmethode und Schülermerkmalen. So kann eine bestimmte Lernmethode bei guten Schülern keinen Erfolg aufweisen, wobei hingegen bei schwachen Schülern sehr gute Erfolge erzielt werden. Beispiel:
Die Studie von N. Bennett, 1979, zu "Unterrichtsstil und Schülerleistung" I. Kapitel: Problematische pädagogische Denkgewohnheiten und experimentelles Arbeiten in der Sonderpädagogik
7. Worin unterscheiden sich pädagogische Alltagstheorien von wissenschaftlichen Theorien? Den pädagogischen Alltagstheorien liegen oftmals zuwenig empirische Forschungsergebnisse zugrunde, so daß Praxiserfahrungen einzelner und pädagogisches Alltagswissen in vielen Fällen hingenommen werden und nicht kritisch hinterfragt werden.
Die wissenschaftlichen Theorien (im Bereich von Erziehung und Unterricht) sind dagegen bei Angabe der Forschungsmethode nachprüfbar. Sie gelten als unabhängig vom Forscher, haben jedoch den Charakter des Vorläufigen.
8. Was wissen Sie über die "Hemmungstheorie" und was über die "Schonraumtheorie?" Die Hemmungstheorie besagt, daß gute und schlechte Schüler deshalb voneinander getrennt werden müßten, da weniger gute Schüler die besseren an ihrem Lernfortschritt hindern bzw. hemmen. Durch die Separierung sollen leistungshomogene Gruppen gebildet w erden und
4
somit eine Bildungselite herangezogen werden. Jedoch steht im Gegensatz zu dieser Theorie das Wissen, daß sorgfältig angelegte Längsschnittanalysen zur Begabungs- und Leistungsentwicklung keine langfristigen Erfolgsprognosen erlauben. Die Schonraumtheorie besagt, daß behinderte Schüler in einer Sonderschule einen psychologischen Rückhalt bekommen, der ihnen in keiner Regelschule gegeben werden kann. Die auf die Schüler abgestimmte Arbeitsweise und Benotung, steigert das Selbstvertrauen der Schüler und sie werden in ihrer Persongenese nicht durch negative Einschnitte beeinflußt. Der Schüler sieht in der Sonderschule seine Behinderung als normal an und wird nicht durch das "Nicht-mitkommen" ständig auf das "Anderssein" aufmerksam gemacht. 9. Was wissen Sie über die Auswirkungen von Lob und Tadel auf schulische Leistungen (Stichwort: Hurlock-Experiment)?
Das Hurlock Experiment zeigt, daß kurzfristig sowohl Lob als auch Tadel positive Auswirkungen auf nachfolgende Leistungen haben. Längerfristig sinkt jedoch die Leistung unter Tadel deutlich ab und verbleibt auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Demgegenüber kann sich die Leistung unter Lob auf vergleichsweise hohem und konstanten Niveau halten. Das Experiment zeigt auch, daß wenn man den Schülern keinerlei Rückmeldung zu ihren Leistungen gibt, keine Leistungssteigerung zu erwarten ist. Diese Schüler bleiben sogar unter der Leistung der Tadel-Gruppe. 10. Welche unüberprüften Annahmen lagen der Schwachsinnigenpädagogik zugrunde? Die Grundlagen der Schwachsinnigenpädagogik lagen in landläufigen Sprüchen wie: "Dumm ist dumm, da helfen auch keine Pillen" oder " Ein Idiot ist ein Mensch reinen Herzens oder das Ergebnis der Sünden seiner Väter, unter denen er zu leiden hat - bis ins dritte oder vierte Glied" (Dostojewski: "Der Idiot").
Bei solchen Grundauffassungen wurde auch eine mentale Behinderung als schicksalhaft und unveränderbar dargestellt. Somit galten die betroffenen Kinder als bildungsunfähig. Es wurde dabei lediglich das schulische Lern- und Leistungsversagen gesehen und es wurde nicht überprüft, inwiefern vielleicht andere, behebbare Ursachen für die Behinderung verantwortlich waren.
5
11. Erläutern Sie den Begriff des Transfer. Bringen Sie ein Beispiel von "engem" und "weitem" Transfer!
Unter Transfer (transfer of training/Lerntransfer) versteht man die Übertragung eines Gelernten auf einen neuen Sachverhalt. Wenn z.B. eine Regel oder Strategie erlernt wird, die den Schüler danach in die Lage versetzt, ein Problem, mit Hilfe der Regel oder der Strategie, besser zu lösen als vorher, so spricht man von einem positiven Transfer. Je größer das Spektrum ist, auf das man das Gelernte übertragen kann, desto "weiter" ist der Transfer. Beispiel Lernsoftware im Deutschunterricht: Enger Transfer:
Die Trainingswirkung auf zuvor ungeübte Wörter, die aber der gleichen Rechtschreibkategorie angehören, wie die geübten Wörter. Weiter Transfer:
Die Trainingswirkung auf andre nicht geübte Rechtschreibbereiche und auf den allgemeinen Grundwortschatz.
12. Nehmen Sie kritisch zu den psychomotorischen Wahrnehmungstrainings Stellung! Bei diesen Trainingsprogrammen versucht man die Motorik als "trojanisches Pferd" zu verwenden, um einen therapeutischen Zugang zu anderen Merkmalen der Persönlichkeit zu finden. Eine meta-analytische Studie von Kavale und Mattson (1983) ergab, daß die Effektgröße dieser sensumotorischer Programme im Mittel bei 0,082 liegt. Die bedeutet, daß das Experiment im Durchschnitt dem Zufall entspricht. Auch in der darauffolgenden metaanalytischen Feinanalyse konnte kein Nachweis für eine über den Zufall hinausgehende Wirksamkeit der Programme erbracht werden.
Diese Ergebnisse zeigen, daß diese psychomotorischen Wahrnehmungstrainings keine gesicherten Erfolge bringen und somit als eher unnützlich anzusehen sind. II. Kapitel: Das Experiment im Lichte sonderpädagogischer Fragestellungen und
Arbeit zitieren:
Marcus Knops, 1998, Pädagogisches Experiment und Unterrichtspraxis, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Angststörungen im jüngeren Schulalter und Möglichkeiten einer schulisc...
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Zwischenprüfungsarbeit, 32 Seiten
Zielsetzung und Evaluation als metakognitive Kategorien beim Lernen
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Die praktische Bedeutung der Resilienzforschung für den Umgang mit bin...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 148 Seiten
Vergleichende Analyse des Risikofaktoren- und Saluto-Genese-Modells
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Seminararbeit, 14 Seiten
Theorie und Praxis Tiergestützter Pädagogik in der Arbeit mit beeinträ...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Diplomarbeit, 122 Seiten
Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit Lernbehinderungen in der...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Hausarbeit (Hauptseminar), 54 Seiten
Marcus Knops hat den Text Pädagogisches Experiment und Unterrichtspraxis veröffentlicht
Marcus Knops hat einen neuen Text hochgeladen
Pädagogische Wurzeln der Inklusion / Pedagogical Roots to Inclusion
Vera Vojtová, Wolf Bloemers, David Johnstone
Aus der Unterrichtspraxis an Waldorf- /Rudolf Steiner Schulen
Gemeinsames Projekt der Pädago...
Georg Kniebe
Morton Rhue: Asphalt Tribe. Materialien zur Unterrichtspraxis
Materialien zur Unterrichtspra...
Birgitta Reddig-Korn
Marlene Röder: Zebraland. Materialien zur Unterrichtspraxis
Materialien zur Unterrichtspra...
Birgitta Reddig-Korn
Karsten Stollwerck: Mia, Meik und die Mauerspechte. Materialien zur Un...
Materialien zur Unterrichtspra...
Birgitta Reddig-Korn
Jan Simoen: Weil es mir Spaß macht. Materialien zur Unterrichtspraxis
Materialien zur Unterrichtspra...
Birgitta Reddig-Korn
Tenemos Hambre de Cristo: Experimentando Su Presciencia En Tiempos Dif...
D. Wilkerson, David Wilkerson
Sprachkompetenz fördern durch Experimentieren - Wasser-Experimente
Rupert Scheuer, Brigitta Kleffken, Sabine Ahlborn-Gockel
0 Kommentare