Inhalt
- Einleitung
1. System allgemein
2. System in der Wissenschaft
2.1. Eigenschaften eines Systems
3. Funktionalismus
3.1. Hinleitung zu Parsons
4. Struktur
4.1. Systemtheorie als formales Denkmodell
4.2. Hauptkennzeichnen eines Systems
4.3. Inntere Elemente eines Handlungssystems
5. Das AGIL-Schema
5.1. AGIL-Schema differenziert die Gesellschaft
6. Sozialisation
7. Das allgemeine Handlungssystem
8. Fazit, Schluss
- Literaturangaben
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Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit im Bereich der Politikwissenschaft befasse ich mich mit dem Begriff des Systems und erkläre ihn anhand der Systemtheorie des amerikanischen Soziologen Talcott Parsons.
Zunächst werde ich auf den allgemeinen Begriff „System“ eingehen, um dann von dessen Bedeutung die Überleitung zum Begriff des „Handlungssystem“ nach Parsons herzustellen. In diesem Zusammenhang werde ich auf Begriffe wie "Funktionalismus", "Strukur" und das "AGIL-Schema" näher eingehen.
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1. System allgemein
Der Begriff „System“ stammt aus dem Griechisch/Lateinischen und bedeutet wortgetreu übersetzt „Zusammenstellung“. Ein System ist ein „Gefüge“ und ein „einheitlich geordnetes Ganzes“ 1 .
2. System in der Wissenschaft
„Ein System ist eine Menge von Objekten zusammen mit Beziehungen zwischen diesen Objekten und zwischen Ihren Merkmalen“ 2 . Diese Minimaldefinition eines Systems, die beliebige Elemente einer Menge, Gegenstände oder Ereignisse eines Bereiches, vermittelt über Beziehungen zwischen Elementen bzw. Gegenständen und ihren
Merkmalen/Eigenschaften zu einer gegliederten Einheit zusammen fasst, ist in jeder wissenschaftlichen Systemvorstellung wieder zu finden.
Die Konstitution von Ordnung dient in der heutigen Wissenschaft von Politik und Soziologie als Fundament für das Systemdenken. Ein System ist - einfach gesagt - ein aus Teilen bestehendes Ganzes. Ganzes meint zum Einen etwas gegen etwas anderes Abgrenzbares und zum Anderen ist ein Ganzes als Eigenart dieses Ganzen gemeint, das es unterscheidbar macht sowohl von innen als auch nach außen. Das Ganze ist nicht verständlich, wenn nur die einzelnen Teile bekannt sind. Was Teil eines Systems ist, hängt jedoch von der Perspektive ab. Darauf werde ich im Text noch näher eingehen.
Der Begriff des „Systems“ wird in äußerst vielen Zusammenhängen verwendet und ist auch aus unserem alltäglichen Sprachgebrauch nicht weg zu denken. Des Weiteren findet er in Bereichen wie Technik und Wissenschaft häufige Anwendung. Man spricht beispielsweise von biologischen Systemen, ökologischen Systemen, Gedankensystemen, psychischen Systemen und Theoriensystemen.
1 „Duden - das Fremdwörterbuch“, Wiss. Rat d. D.-Redaktion, Prof. Dr. G. Drosdowski, 5. Auflage, Dudenverlag Mannheim 1990
2 „Soziale Systeme - Materialien zur Dokumentation und Kritik soziologischer Ideologie“, K. H. Tjaden, Neuwied 1971, S. 94
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Im naturwissenschaftlichen Bereich, besonders in der Biologie und Physik, wird ein System als „Gesamtheit von Objekten, die sich in einem ganzheitlichen Zusammenhang befinden und durch die Wechselbeziehung untereinander gegenüber ihrer Umgebung abzugrenzen sind“ beschrieben 3
Auch in der Linguistik der deutschen Sprache wird von „Systemen“ gesprochen. Hier geht es um „eine Menge von Elementen, zwischen denen bestimmte Beziehungen bestehen, insbesondere semiotische und sprachliche, d. h. Systeme von Lauten und Zeichen“. Die menschliche Sprache wird in der Sprachwissenschaft z. B. als „elaborierteste Zeichensystem mit dem sich die Semiotik beschäftigt“ 4 bezeichnet. Es wird deutlich, in wie viel verschiedenen Zusammenhängen der Begriff „System“ verwendet wird.
2.1. Eigenschaften eines Systems
Eine wichtige Eigenschaft eines Systems allgemein ist der Kontakt zur Umwelt. Es bestehen Austauschpunkte nach außen und verschiedene Kanäle, über die Systeme offen sein können. Klar wird also, dass ein System immer ein aus verschiedenen Teilen zusammengesetztes Ganzes ist, wobei die Teile in irgend einer Art miteinander in Verbindung stehen und somit eine bestimmte Ordnung aufweisen, und dass es mit der Außenwelt in Verbindung steht. Hierbei ist der Aspekt wichtig, wie das Verhältnis zwischen System und Umwelt aussieht, also die Frage nach der Abgrenzung und Bildung eines Systems. Um die Existenz eines bestimmten Systems feststellen zu können, muss es gegen seine Umgebung abgegrenzt werden können. Systembildung besteht folglich im Vorgang der Feststellung einer Innenbzw. Außendifferenz. Nur dadurch kann klar definiert werden, welche Elemente zu einem bestimmten System gehören und welche nicht. Auch wird auf diese Weise klar, wo das System beginnt, wo es endet und wo die Grenzen zwischen den einzelnen zum System gehörenden Elementen und deren Umwelt gezogen werden kann.
3 „Duden - deutsches Universalwörterbuch“, hrsg. U bearb. Vom Wiss. Rat. U. d. Mitarb. D. Dudenredaktion unter Leitung von Günther Drosdowski, Mannheim/Wien/Zürich, 2. Auflage, 1998
4 „Sprache und Sprachwissenschaft“, Ralf Pöhrings/Ulrich Schmitz, 2. Auflage, Narr Studienbücher
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3. Funktionalismus
Parsons wird der Richtung des Funktionalismus zugeordnet. Er entwickelte eine funktionalistische Handlungstheorie als Systemtheorie. Der Ausdruck Funktionalismus bezeichnet allgemein an der Funktion ausgerichtete Erklärungsmodelle und Entwurfsmuster. In der Soziologie und Ethnologie werden damit Theorieansätze bezeichnet, die soziale Phänomene auf ihre soziale Funktion für die betreffende Gesellschaft oder Gruppe hin zu erklären versuchen. In der soziologischen Systemtheorie bedeutet dies, dass Systemen eine Funktion (bezüglich ihrer Umwelt oder anderer Systeme oder Supersysteme) unterstellt wird, und Prozesse und Strukturen darin in Hinblick auf diese Funktion analysiert werden. Der Ausdruck „Funktion“ bezeichnet den Beitrag, den ein Element für das ganze System leistet Ein einfaches Beispiel hierfür ist der menschliche Körper als biologisches System. Der menschliche Körper wird als Gesamtsystem mit vielen verschiedenen Elementen betrachtet. Diese Elemente bilden die inneren Organe, wie z. B: Herz, Lunge, Milz, Leber, Niere usw., die in Kontakt miteinander stehen. Die Haut markiert bei diesem Beispiel die Grenze zur Umwelt des Systems. All das, was innerhalb der Haut liegt, gehört zum biologischen System des menschlichen Organismus und alles jenseits somit zur Umwelt. Sie sind strukturell differenziert aber funktional verknüpft miteinander. Die Lunge benötigt das Herz, das Blut in die Lungenaterie pumpt; alle anderen Organe, also auch das Herz, hängen von der Lunge ab, die das Blut mit Sauerstoff anreichert, der von jedem Organ benötigt wird. Das Gehirn steuert durch das Nervensystem zahlreiche Körperfunktionen, braucht aber Herz und Lunge, die es mit Sauerstoff versorgen. Weitere Abhängigkeitsverhältnisse betreffen alle anderen Organe. Wenn z. B. das Herz nicht genügend pumpt und die Lunge nicht genügend Sauerstoff liefert, ist der gesamte Organismus - also das gesamte System - davon betroffen. Der menschliche Körper ist ein offenes System, da nicht nur die Elemente in Beziehung zueinander stehen, sondern das System auch in Austauschbeziehung zur Umwelt steht. Es lässt sich zwar klar nach außen abgrenzen, kooperiert aber mit der Außenwelt, indem es etwas von außen in sich aufnimmt und etwas nach außen wieder abgibt. Als Aufnahme ist hier das Beispiel der Sauerstoffaufnahme zu nennen, ohne die das System nicht überleben könnte. Gleichzeitig gibt es, wie bereits erwähnt, etwas an die Umwelt ab, z. B. Kohlendioxid bei der Ausatmung oder Flüssigkeit bei der Transpiration.
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Arbeit zitieren:
Jennifer Lückerath, 2004, Der Begriff des "Systems" bei Talcott Parsons, München, GRIN Verlag GmbH
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