Thema der Unterrichtseinheit: Hexenverfolgung
Thema der Unterrichtsstunde: Anklagepunkte gegen Hexen
Teilziele: Die Schülerinnen und Schüler sollen...
- an das Thema herangeführt werden, indem sie ein Bild beschreiben. (Selbst-,
Methodenkompetenz)
- Anklagepunkte aus einem Sachtext herausarbeiten. (Sach-, Selbstkompetenz)
- ihr erworbenes Wissen anwenden, indem sie Anklagepunkte auf einem Bild
wiedererkennen. (Methoden-, Sachkompetenz)
- erkennen, dass es keine Hexen gegeben hat und dass die Vorstellungen
lediglich der Fantasie der Menschen entsprungen sind. (Sach-,
Selbstkompetenz)
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1. Sachanalyse
In fast allen Teilen der Welt gibt oder gab es Hexenglauben. Mit ihm konnte unerwartetes Unglück erklärt und die Umwelt geordnet und strukturiert werden. Hexenverfolgungen fanden nicht überall und ständig statt, sondern waren an Ausnahmesituationen gebunden. Gesetzlich legitimierte Hexenverfolgungen gab es erst zwischen 1430 und 1780.
Etwa die Hälfte der geschätzten 50 - 60.000 Hexenverbrennungen haben in Deutschland stattgefunden, dem Zentrum der Hexenverfolgung. Hexen wurde Schadenszauber wie Krankheiten und Wettermachen, nächtliche Flüge, Kindsmord und Tierverwandlungen nachgesagt. Fehlende Beweismittel gegen die Angeklagten waren der größte Mangel für die Gerichte. Entscheidende Indizien für die Eröffnung eines Prozesses waren Gerücht und Besagung. Diese Gerüchte entstanden oft durch Streit, Missgunst, Neid und Hass in Nachbarschaftskonflikten. Oft konnten alte Rechnungen beglichen oder unbeliebte Menschen aus dem Weg geräumt werden. Nur das Geständnis konnte letztendlich die Untaten beweisen, also wurde die Folter als Prozessmittel bedeutsamer als je zuvor.
Ein Hexenprozess wurde erst durch die fünf Elemente der Hexenlehre zu diesem. Dazu gehörten der Pakt mit dem Teufel mit gleichzeitiger Abschwörung Gottes, die Eheschließung mit dem Teufel durch Geschlechtsverkehr, ausgeübter Schadenszauber, der Hexenflug und die Teilnahme am Hexensabbat, wo es angeblich zu Kannibalismus und Kindermord kam. Das klassische Handbuch der Hexenlehre, der „Hexenhammer“ („Maelleus Maleficarum“, 1486) von Heinrich Institoris und Jacob Sprenger, brachte diese zum Abschluss, spitzte sie auf Frauen zu, forderte die weltlichen Gerichte zu Hexenprozessen auf und gab praktische Anweisungen zu ihrer Durchführung. Es gibt verschiedene Theorien, wie es zu diesem Hexenwahn kommen konnte. Seit 1560 war eine generelle klimatische Verschlechterung zu beobachten, die zu häufigen Missernten, Verknappung der Grundnahrungsmittel und verstärkter Krankheitsanfälligkeit führte. Schließlich wurden die Hexen als Ernteschädlinge
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ausgemacht. Eine andere Theorie besagt, dass Träger der Heilkunde und insbesondere Hebammen in den Hexenprozessen verfolgt worden sind. Ende des 16. Jahrhunderts war der erste Höhepunkt der neuzeitlichen Hexenverfolgung zu verzeichnen. Ein zweiter Höhepunkt fand 1626 - 1630 statt. Auffällig ist eine Konzentration der Opfer in den sozial schwächeren Gesellschaftsschichten, privilegierte Gruppen waren nur marginal betroffen. In allen Fällen war die Bevölkerung stets die treibende Kraft, ihre Stimmung war ausschlaggebend für die Hexenverfolgung.
2. Didaktischer Begründungszusammenhang
Der Lehrplan des Landes Schleswig-Holstein sieht für die siebten Klassen der Realschulen unter den Längsschnittthemen „Begegnung mit dem anderen“ unter anderem die Hexenverfolgung vor.
Die Schülerinnen und Schüler haben alle während ihrer Kindheit schon viel über Hexen gehört oder gelesen und sich so ein Bild über das Aussehen und Verhalten einer Hexe gemacht. In Märchen und Filmen wird oft das Bild einer alten furchteinflößenden Frau vermittelt. Magie und übernatürliche Kräfte sind bei den Schülerinnen und Schülern zudem Themen, die eine gewisse Faszination in sich bergen. Das Problem ist, dass sich viele Schülerinnen und Schüler gar nicht bewusst sind, welche verheerenden Ausmaße der Hexenglaube auf das Leben vieler Menschen in der Vergangenheit hatte. Mit dem Geschichtsunterricht soll das Bild, welches die Schülerinnen und Schüler von einer Hexe haben, korrigiert werden. Ihnen muss bewusst gemacht werden, dass ganz normale Männer und Frauen der Hexerei beschuldigt und unschuldig verfolgt, angeklagt, gefoltert und hingerichtet wurden. Zudem müssen den Schülerinnen und Schülern die Ursachen und Beweggründe für diese Massenerscheinung aufgewiesen werden. Dazu müssen die Schülerinnen und Schüler Einblick in die damaligen Lebensumstände und den Glauben an Teufel und Hexen erhalten.
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Die Hexenverfolgung ist nur ein Beispiel, das die Unvorstellbarkeit und Grausamkeit menschlichen Handelns in der Geschichte belegt. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, dass sich Stimmungen und Missstände in der Gesellschaft immer wieder in Verfolgungen von bestimmten Gesellschaftsgruppen entladen haben, wie z.B. auch während der jahrhundertlangen Verfolgung der Juden, die während des Nationalsozialismus in Deutschland ihren traurigen Höhepunkt fand, oder bei der Christenverfolgung in der Antike.
Zum Thema Hexenverfolgung gibt es zahlreiche Bild- und Textquellen, die in didaktisch sinnvoll reduzierter Form unbedingt Teil des Unterrichts sein sollten, da sie Aufschluss über die damalig vorherrschenden Denkweisen in der Bevölkerung geben. Daher habe ich mich dazu entschieden, zwei Bildquellen als zentrale Bestandteile meiner Unterrichtsstunde zu behandeln. Neben der inhaltlichen Arbeit wird gleichzeitig der Umgang mit Quellen als methodischer Bestandteil geübt. Die Anklagepunkte, die einen „normalen“ Menschen zu einer Hexe machten, dienen als Einstieg in die Thematik. In den darauf folgenden Stunden werden die Hexenprozesse, Erklärungen für den Hexenwahn und schließlich Gegner und Ende der Hexenverfolgung behandelt. Dabei sollen auch Schilderungen von Originalfällen eingebaut werden.
3. Methodischer Begründungszusammenhang
Nach der Begrüßung der Schülerinnen und Schüler und der Gäste lege ich als Einstieg die erste Folie auf den Overhead Projektor. Es ist die Abbildung eines Holzschnitts zu sehen, auf dem zwei Frauen etwas in einem Kessel kochen und somit Unwetter herbeiführen. Die Schülerinnen und Schüler sollen dieses Bild zunächst beschreiben. Ich denke, dass sie durch den Hexenkessel und die Schlange, die als Zutat benutzt wird, selber auf das Thema Hexen kommen. Danach sollen die Schülerinnen und Schüler kurz schildern, welches Bild sie selber von einer Hexe haben. Ich leite zur nächsten Phase über, indem ich sage, dass sie sich nun damit beschäftigen sollen, welches Bild einer Hexe die Menschen zu Beginn der Neuzeit hatten.
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Zu Beginn dieser Phase erläutere ich den Schülern zunächst, dass sie den Arbeitsbogen still lesen sollen, um dann die Textstellen, die Antwort auf gestellte Fragen geben, in verschiedenen Farben zu unterstreichen. Anschließend verteile ich den Arbeitsbogen und stehe in der Erarbeitungsphase für Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung. Der Text stammt in veränderter Form aus dem „Was ist was“ Buch zum Thema Hexen und Zauberer, das Themen in einer verständlichen und zudem anschaulichen Art und Weise darstellt, die dem Alter meiner Schüler gerecht wird. Ich schreibe die Überschrift des neuen Themas an die Tafel („Hexenverfolgung“) und fordere die Schülerinnen und Schüler auf, mit ihrer Arbeit aufzuhören und die Lösungen zusammenzutragen. Zu jeder Antwort notiere ich den Anklagepunkt an der Tafel und bitte die Schülerinnen und Schüler, das Tafelbild erst nach der Besprechung in ihre Hefte zu übernehmen, um dieser konzentriert folgen zu können. Bei dem Punkt „Schadenszauber“ nenne ich noch zwei weitere Beispiele, die nicht aus dem Text hervorgehen, und frage die Schülerinnen und Schüler, ob es nicht auch andere Erklärungen für diese Phänomene geben konnte. Außerdem frage ich die Schüler, ob nur Frauen als Hexen angeklagt wurden, denn auch Männer wurden als vermeintliche Zauberer verfolgt. Wenn alle Fragen geklärt und das Tafelbild komplett ist, übertragen die Schülerinnen und Schüler dieses in ihre Hefte. Zur Festigung des erarbeiteten Stoffes habe ich mich für die Abbildung eines weiteren Holzschnitt entschieden, damit die Schülerinnen und Schüler mit Bildern als Quelle vertraut gemacht werden. Ich lege die Folie auf den Overhead Projektor und gebe den Schülerinnen und Schülern einen Moment, das Bild still für sich zu betrachten. Auf dem Bild sind verschiedene Szenen zu sehen, die einige der Anklagepunkte darstellen. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben nun einzelne Szenen und übertragen die Anklagepunkte von der Tafel auf das Bild. Bei Schwierigkeiten gebe ich Impulse und deute auf Dinge wie die Teufelshörner, den Regen oder den Hexenkessel. Ich frage die Schülerinnen und Schüler, ob die Frauen, die zu sehen sind, ihrem Bild der Hexe entsprechen, welches sie zu Anfang der Stunde beschrieben haben. Es sind allerdings ganz normale Frauen zu sehen, die nicht alt, buckelig oder hässlich sind. An dieser Stelle mach ich deutlich, dass die Verdächtigungen auf jede Frau hätten fallen können und frage die Schülerinnen und Schüler, ob es Hexen tatsächlich gegeben hat. Ich betone in dieser Phase, dass es
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Hexen nicht gegeben hat und dass das Bild genau wie die Anklagepunkte lediglich der Fantasie der Menschen entsprungen ist.
Sollte noch Zeit vorhanden sein, bekommen die Schüler diese Folie als Kopie, auf der sie die Anklagepunkte selber eintragen können. Ansonsten dient dieser Bogen als Einstieg und Wiederholung für die Folgestunde.
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4. Literaturverzeichnis
- Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein (Hg.): Lehrplan Geschichte, Kiel 1997
- Behringer, Wolfgang (Hg.): Hexen und Hexenprozesse in Deutschland, München 1988, 5. Auflage 2001
- Behringer, Wolfgang: Hexen. Glaube, Verfolgung, Vermarktung, München 1998,
3. Auflage 2002
- Daxelmüller, Christoph: Was ist was. Zauberer, Hexen und Magie, Nürnberg 2003
- Flagmeier, Ralf: Hexenprozesse in der frühen Neuzeit, in: Geschichte lernen Heft 22, 1991
- Opitz, Claudia (Hg.): Der Hexenstreit. Frauen in der frühneuzeitlichen Verfolgung, Freiburg u.a. 1995
- Schormann, Gerhard: Hexenprozesse in Deutschland, Göttingen 1993, 3. Auflage 1996
- Praxis Geschichte Heft 4: Hexen, 1991
- Das IGL-Buch 2, Gesellschaftslehre an Gesamtschulen, Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1996
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Sollte noch Zeit vorhanden sein, bekommen die Schüler die Folie 2 als Kopie, auf der sie die Anklagepunkte selber eintragen können. Ansonsten dient dieser Bogen als Einstieg und Wiederholung für die Folgestunde.
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Bauern aus dem Umland von Konstanz waren erleichtert; diesmal müssten ihre Familien im Winter nicht hungern. Nicht das geringste Anzeichen deutete auf eine baldige Wetterveränderung. Plötzlich jedoch geschah das Unfassbare: Von einer Minute auf die andere verdüsterte sich der Himmel, ein heftiges Gewitter entlud sich, und ein Hagelschauer vernichtete vier Meilen weit alle Feldfrüchte. Die Ernte war verloren, ein neuer Hungerwinter stand bevor. Als der erste Schrecken verflogen war, berieten sich die betroffenen Bauern. Denn bei einem so plötzlichen Unwetter könne es nicht mit rechten Dingen zugehen, bestimmt, so glaubten sie, sei Hexerei im Spiel gewesen. Bald fiel der Verdacht auf drei Frauen, die schon früher durch kräftige und gotteslästerliche Flüche für Aufsehen gesorgt hatten. Schnell fand sich auch ein Zeuge, der die drei Frauen auf den Feldern beobachtet hatte, die dort kleine Gruben aushoben, mit Wasser füllten, leise einige Zaubersprüche murmelten und den Teufel anriefen. Als dann ein heftiger Wind losbrach, habe er es mit der Angst zu tun bekommen und das Weite gesucht. Damit war die Spur gelegt: Das zuständige Gericht in Konstanz wurde verständigt. Die Frauen leugneten die Hexerei, doch für das Geständnis sorgte die Folter. Der Glaube an Hexerei hatte drei weitere Opfer gekostet. Dieses kann eine wahre Geschichte sein. Doch auch in der Fantasie der Menschen wurden weitere Geschichten gesponnen: Mindestens einmal im Jahr wurden die Hexen und Hexer zur Teufelverehrung auf dem „Hexentanzplatz“ einberufen. Dem Volksglauben zufolge geschah dies am 1. Mai. In der Vorstellung der Menschen sausten Hexen und Zauberer auf Besenstielen zu ihrer Zusammenkunft, dem Hexensabbat. Voraussetzung für diesen Hexenflug war aber nicht nur der Besen, sondern das Einreiben mit der Hexensalbe. Erst hierdurch erhielt die Hexe ihre „Flugfähigkeit“. Zur Herstellung dieser Salbe benötigte eine Hexe angeblich das Fett von toten Kindern. Auf diesen Hexenversammlungen war auch immer der Teufel anwesend. Der Teufelspakt galt als Grundvoraussetzung für alle Hexerei. Die Hexen und Zauberer schlossen eine Vereinbarung mit dem Teufel und versicherten sich dadurch seiner Hilfe. Zudem galt eine Hexe als Geliebte des Teufels (Teufelsbuhlschaft). Unterstreiche im Text: 1. ROT: Was wird den drei Frauen vorgeworfen?
2. GRÜN: Woher sollen die Frauen ihre Hexenkräfte bekommen haben? 3. BLAU: Was ist angeblich in der Nacht zum 1. Mai passiert? 4. GELB: Wie sollen sich die Hexen fortbewegt haben?
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HEXENVERFOLGUNG
(geplantes Tafelbild)
Die fünf wesentlichen Anklagepunkte
1. Schadenszauber (Wettermachen, Krankheiten anzaubern, Vieh
verhexen...)
2. Teufelspakt (Vereinbarung mit dem Teufel)
3. Teufelsbuhlschaft (Hexe als Geliebte des Teufels)
4. Teilnahme am Hexensabbat (Hexenfeier)
5. Hexenflug (Besen und Flugsalbe)
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Thema der Unterrichtseinheit: Gründung der USA
Thema der Unterrichtsstunde: Die ersten Einwanderer in Nordamerika
Teilziele: Die Schülerinnen und Schüler sollen...
- lernen die Touristenattraktion „Plymoth Plantation“ und die Geschichte der
„Mayflower“ durch Bilder und Lehrererzählung kennen. (Sachkompetenz)
- lernen die Beweggründe, die zu einer Auswanderung führten, die Leiden
während der Überfahrt und die Probleme der Einwanderer im neuen Land
kennen, indem sie Sach- und Quellentexte bearbeiten. (Sachkompetenz)
- arbeiten zusammen in Gruppen und übertragen ihre Ergebnisse auf eine
Folie. (Sach-, Selbst-, Sozial-, Methodenkompetenz)
- präsentieren ihren Mitschülerinnen und -schülern ihre erarbeiteten Ergebnisse
durch mündlichen Vortrag und Folie. (Sach-, Selbstkompetenz)
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1. Sachanalyse
Wenige Jahre nach der Ankunft von Kolumbus in Nordamerika erreichten weitere Europäer die neue Welt. Doch erst 1607 entstand mit Jamestown die erste dauerhafte Niederlassung der Engländer. Im Dezember 1620 landeten 102 Engländer (41 Familien) mit dem Schiff „Mayflower“ an der nordamerikanischen Atlantikküste. Sie waren Puritaner, also streng-gläubige Protestanten, und gründeten Massachusetts. Schon an Bord schlossen sie einen Vertrag, der die Grundsätze für ihr Zusammenleben in der Kolonie festlegte. Ohne Häuser und Felder starb jedoch bereits etwa die Hälfte der ersten Siedler im ersten Winter an Hunger und Seuchen. Ohne die Anleitung der Indianer, wie das Land bebaut, im Meer gefischt oder in den Wäldern nach Nahrung gesucht werden sollte, hätten auch viele andere Siedler in den kommenden Jahren nicht überlebt. Andererseits kam es aber auch oft zu bewaffneten Konflikten zwischen Einwanderern und Ureinwohnern, die das besetzte Land verteidigen wollten.
Im weiteren Verlauf des 17. Jahrhundert wanderten zahlreiche Menschen aus verschiedenen Regionen Europas, überwiegend aus England und Irland, wo die katholischen Iren unterdrückt wurden, in die englischen und französischen Kolonien in Nordamerika aus. Bei den ersten Gruppen von Auswanderern waren politische und religiöse Motive eng miteinander verbunden, wie etwa bei den Calvinisten, den Mennoniten oder den Quäkern. Sie alle suchten Freiheit, um ihre Religion ausüben zu können, und Schutz vor politischer Verfolgung. Zudem versuchten viele vor Armut, Elend, Hungersnöten, wirtschaftlichen Krisen und den generell schlechten Lebensbedingungen in Europa zu fliehen. Es gab keine adligen Grundherrn in Amerika, keine feudalen Lasten, keine Unterdrückung und keine bäuerliche Abhängigkeit. Es herrschte die Hoffnung auf ein besseres Leben und bescheidenen Wohlstand. In Amerika erhoffte man sich reiche Bodenschätze und fruchtbare Böden.
Auf die Auswanderer, die den Entschluss gefasst hatten, die Heimat zu verlassen, kam zunächst eine lange, strapaziöse und oft sogar lebensgefährliche Überfahrt zu. Nach der Ankunft in Übersee machten ihnen das ungewohnte Klima und Hunger das Leben schwer. Die ersten Siedler mussten mühsam den Urwald roden und sich von Wildfrüchten und der Jagd ernähren.
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Arbeit zitieren:
Stephan Holm, 2008, Unterrichtsentwürfe für den Geschichtsunterricht von der 7. bis zur 9. Klasse, München, GRIN Verlag GmbH
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