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Inhaltsverzeichnis:
Inhaltsverzeichnis 02
1. Einleitung 03
2. Die Geschichte des Bretton-Woods-Systems 03
3. Das Bretton-Woods-System (System fester Wechselkurse)
3.1. Das Bretton-Woods-System dessen Basis das am
17.12.1945 in Kraft getretene Abkommen über den
Internationalen Währungsfonds bildet lässt sich durch
folgende Merkmale charakterisieren: 05
a) Feste Wechselkurse im Rahmen enger Bandbreiten 05
b) Konvertibilität der Währungen 06
c) Gold-Dollar-SZR-Standard 06
d) Enge Kooperation der Währungsbehörden 07
3.2. Schwächen des Bretton-Woods-Systems 08
a) Unzureichender Anpassungsprozess 08
b) Mängel der Schaffung Verteilung und Kontrolle der
internationalen Liquidität 10
c) Destabilisierende Kapitalbewegungen 11
4. Der IWF 12
4.1. Die Gründung des IWF in Bretton Woods 12
4.2. Veränderungen des IWF 13
5. Das System der festen Wechselkurse aus heutiger Sicht 13
5.1 Beispiel für die Gefahr von festen Wechselkursen 14
6. Abschließende Bemerkungen 14
7. Quellenverzeichnis 15
2
1. Einleitung
Bretton Woods ist eigentlich ein kleiner Ort im US-Bundesstaat New Hampshire, im Nordos- ten der USA. Doch gab er der Währungs- und Finanzkonferenz der UNO, vom 1. bis zum 23.07.1944, die über die Neugestaltung der Weltwirtschafts- und Finanzordnung der Nach- kriegsperiode beriet, seinen Namen. Das Währungssystem erwies sich bis Ende der sechziger Jahre als funktionsfähig und trug erheblich zur Intensivierung des internationalen Handels und zur Steigerung des Wohlstandes in der Welt bei.
In der folgenden Arbeit möchte ich das Bretton-Woods-System erläutern sowie seine mögli- che Übertragbarkeit auf die Gegenwart und Zukunft klären.
2. Die Geschichte des Bretton-Woods-Systems
„Die Roosevelt-Administration war in den vierziger Jahren der Überzeugung, dass die öko- nomischen und politischen Krisen der zwanziger und dreißiger Jahre ihre Ursachen in natio- nalem Protektionismus hatten. Einzelne Regelungen hätten sich auf die Kosten des Funktio- nierens der Weltwirtschaft nur um die Lösung eigener Probleme gekümmert. Als weiteres Hindernis für das Funktionieren des Welthandels betrachtete man den internationalen Devi- senhandel. Er wurde als Ursache für die Destabilisierung nationaler Ökonomien und für ei- nem Abwertungswettbewerb der Währungen gesehen, der sich wiederum negativ auf den glo- balen Handel auswirke. Die Motive für die Festlegung der Wechselkurse waren sicher weni- ger selbstlos, als das aus heutiger Sicht klingen mag. So lag den USA insbesondere an einer weiteren Entmachtung des Britischen Empires, das durch Rüstungskredite (Lend and Lease Act) bei den Amerikanern zu Beginn der vierziger Jahre bereits hoch verschuldet war. Auch die Bindung der festen Wechselkurse an die Golddeckung des Dollars verdeutlicht das Anlie- gen der Amerikaner, ihre Stellung als Weltmacht zu festigen und die alten, aus der Kolonial- zeit stammenden Machtverteilungen zu eigenen Gunsten aufzubrechen. Bei allen Differenzen stimmten die britischen und amerikanischen Vertreter doch in einer Frage überein: man wollte eine Rückkehr zur Situation vor dem Ersten Weltkrieg verhindern, als sich das Kapital frei über die ganze Welt bewegen konnte. Der internationale Handel sollte sich ohne die Ein- schränkungen entwickeln können, die sich in den dreißiger Jahren so verheerend auf die Weltwirtschaft ausgewirkt hatten. Aber das war nur möglich, wenn Welthandel und Wäh- rungsrelationen nicht durch Kapitalspekulation gestört wurden.“ 1
„Noch während des Zweiten Weltkriegs wurde im amerikanischen Bretton Woods der mone- täre Grundstein für den wirtschaftlichen Aufschwung in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg gelegt. Das fundamental Neue am Bretton-Woods-System war, dass die USA sich entschlossen hatten, eine führende Rolle in der internationalen Wirtschaft zu übernehmen. Neben der Bildung des GATT und der Konzipierung des Marshall-Plans zur Wiederherstel- lung der kriegsgeschädigten europäischen Wirtschaft wurden die Weltbank und der Internati- onale Währungsfonds als übergeordnete monetäre Institutionen gegründet“ 2 , „welche in erster Linie vom damaligen Staatssekretär im US-Schatzministerium Harry Dexter White und dem britischen Nationalökonomen John Maynard Keynes ausgearbeitet, der zu dieser Zeit das bri- tische Schatzamt tätig war.
In Bretton Woods wurde das System der festen Wechselkurse vereinbart, welches den Welt- handel anfänglich stabilisierte und fast dreißig Jahre lang für eine extreme Expansion der ka- pitalistischen Nationalökonomien sorgte. 1973 wurde es endgültig aufgegeben, nachdem die USA die Goldeinlösungsverpflichtung für den Dollar widerriefen.
Am 15.08.1971 gab US-Präsident Nixon in einer sonntäglichen Fernsehansprache bekannt, dass die USA die Golddeckung des Dollars aufheben würden. Die Garantie der USA, interna- tionale Dollarguthaben zu einem festen Satz von 35 Dollar pro Feinunze Gold einzutauschen, hatte bis dahin eine zentrale Stütze des 1944 in Bretton Woods begründeten Nachkriegsfi- nanzsystems gebildet. (Durch Nixons einseitige Aufkündigung wurde dieses System beendet.) Im Dezember 1971 wurde mit dem Smithsonian Agreement in Washington D. C. versucht, das Bretton-Woods-System noch einmal zu retten.“ 3
3. Das Bretton-Woods-System (System fester Wechselkurse)
3.1. „Das Bretton-Woods-System, dessen Basis das am 17.12.1945 in Kraft getretene
„Abkommen über den Internationalen Währungsfonds“ bildet, lässt sich durch fol- gende Merkmale charakterisieren:
a) Feste Wechselkurse im Rahmen enger Bandbreiten
Das System beruhte auf wechselkurspolitischem Gebiet auf dem Prinzip fester Wechselkurse. Die Mitglieder des Internationalen Währungsfonds (IWF) legten in Übereinstimmung mit dem Fonds die Paritätswerte ihrer Währungen gegenüber dem Gold oder dem US-Dollar fest. Auf diese Weise waren die Relationen aller Währungen untereinander fixiert. Jedes Land hat- te durch Interventionen am Devisenmarkt (An- und Verkauf eigener Währung gegen Dollar) sicherzustellen, dass die Kursabweichungen seiner Währung von der Parität nicht mehr als 0,75% nach oben und unten betrugen. Innerhalb dieser Bandbreite vollzog sich die Kursbil- dung frei. Paritätsänderungen waren im System vorgesehen und in gewissem Maß erwünscht. Sie sollten verhindern, dass es bei Zielkonflikten zwischen inneren und äußerem Gleichge- wicht zur Devisenbewirtschaftung und restriktiver Außenhandelspolitik kam. Um aber gleich- zeitig zu verhindern, dass Abwertungen zur Stimulierung unterbeschäftigter heimischer Wirt- schaften durch Exportüberschüsse missbraucht werden, beschränkt man die Möglichkeit der Wechselkursänderung auf Fälle „grundlegender Störungen“ des Zahlungsbilanzgleichge- wichts. Paritätsänderungen bedurften grundsätzlich der Genehmigung durch den IWF. Eine Freigabe der Wechselkurse war nicht vorgesehen.“ 4
„fixierter Wechselkurs: von Regierung oder Zentralbank festgesetzter Wechselkurs. Das Wechselkurssystem des Bretton-Woods-Abkommens basierte auf dem Prinzip fixierter Wechselkurse. Währungsreserven und Auslandskredite sollen die Finanzierung von Zah- lungsbilanzdefiziten ermöglichen. Da jedoch kein Land bei anhaltenden Zahlungsbilanzdefizi- ten (-überschüssen) eine Abwertung (Aufwertung) auf Dauer umgehen kann, werden die Wechselkurse nicht völlig fest gehalten. So wurde bereits im Bretton-Woods-System bei strukturellen Zahlungsbilanzungleichgewichten eine Kursanpassung durch Paritätsverände- rung zugelassen (adjustable peg), sog. System fixierter Wechselkurse mit stufenweiser Flexi-
4
Henry Krägenau, Die Reform des internationalen Währungssystems, Einführung und Dokumentation, Verlag Weltarchiv GmbH, Hamburg, 1974, S. 21-22
5
Quote paper:
Geertje Itzenga, 2005, Das Bretton-Woods-System, Munich, GRIN Publishing GmbH
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