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Inhaltsverzeichnis
1 Aufbau des Bogens. 2
2 Zur Baugeschichte des Galeriusbogen. 2
3 Bildbeschreibung der Figurenfriese. 3
3.1 Pfeiler A 3
3.2 Pfeiler B 6
4 Reliefstil. 10
5 Der ornamentale Schmuck 12
6 Zusammenfassung 13
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1 Aufbau des Bogens
Der so genannte Triumphbogen des Galerius liegt in südöstlicher Richtung der antiken Stadt Thessaloniki. Er überspannte somit eine in ostwestlicher Richtung verlaufende Straße, welche der heutigen Egnatia gleichzusetzen ist.
Da das Monument nur ungenügend erhalten ist, lässt sich nur vermuten, dass es sich ursprünglich um eine, auf doppelter Pfeilerreihe ruhende, dreitorige Anlage, in der Mitte einem Tetrapylon, gehandelt hat.
Es liegt bis an die Oberkante seiner Basis unter dem heutigen Niveau. Der Mittelbogen hat eine Breite von 9,7m und wird jeweils auf beiden Seiten durch einen Durchgangsbogen flankiert. Der eine von den Durchgangsbögen ist zum größten Teil zerstört. Ausmaß und Ausschmückung gehören zu den prächtigsten Zeugnissen römischer Triumphalkunst. Unter den erhaltenen Triumph- und Ehrenbögen weist der Galeriusbogen den reichsten Bildschmuck auf. Und die Verteilung der Friese auf sämtliche Seiten seiner Pfeiler nimmt eine Sonderstellung ein. Über einem als umlaufende Sitzbank gestalteten profilierten Sockel sind die Friese in vier Reihen übereinander angeordnet. Eine seitliche Rahmung fehlt. Auffallend ist, dass der unterste Reliefstreifen unmittelbar über den Sockel angebracht ist und dazwischen ist keine Orthostatenzone ist.
2 Zur Baugeschichte des Galeriusbogen
Anlass der Errichtung war der 297/8 n. Chr. errungene Sieg des Caesars Galerius über die Sassaniden. Er diente damit der Erinnerung an dieses historische Ereignis und natürlich auch der Ehrung an Caesar Galerius und die drei weiteren Kaiser der ersten Tetrarchie Diokletian, Maximian und Constantius Chlorus. Dieser Schluss lässt sich aus den sowohl historischen als auch allegorischen Schilderungen und Darstellungen auf den noch erhaltenen Resten der Reliefs ziehen. Für die genaue Aufstellung des Bogens liegt die Zeitspanne zwischen 298 n. Chr. und 311 n. Chr. 298 n. Chr. war, wie schon oben genannt, die Beendigung des an ihm dargestellten Perserkrieges. Und 311 n. Chr. ist das Todesjahr des Kaisers, der 305 als Nachfolger Diokletians zum Augustus aufgestiegen ist. Somit verbindet der Galeriusbogen sich mit den anderen Triumph- und Ehrenbögen, da eine Beziehung auf ein kaiserliches Regierungsjubiläum besteht. Z.B mit dem Severusbogen. Wann und wodurch die Zerstörungen sowohl des Bogens als auch der Reliefs hervorgerufen wurden, ist ungeklärt. Eventuell führte ein Erdbeben zum teilweisen Einsturz des Bauwerkes; wohingegen die Beschädigungen der Reliefs auf menschliches Einwirken zurückgeführt werden könnten. Jedoch der geistige Urheber fehlt uns. Denn die normalerweise den Stifter namentlich kennzeichnende Dedikationsschrift, eventuell angebracht an den Frontseiten des Bogens, ist verloren. Da jedoch teilweise griechische Sprache bei den Beischriften der Reliefs des Bogens verwendet wurde, liegt der Schluss nahe, dass als Stifterin des Bogens die Polis Thessaloniki fungierte. Auch die Betrachtung des Bauwerkes in Verbindung mit der Palastanlage des Galerius gibt keinen sicheren Aufschluss, da weder schriftliche Quellen den genauen Beginn und Verlauf bezeugen noch dies eindeutig aus den Grabungsbefunden hervorgeht. Aber der architektonische Befund, der eine während des Baus vorgenommene Planänderung verrät, musste das Monument noch vor seiner Vollendung durch zwei kleinere Seitenbögen erweitert werden, damit es in einem erst jetzt neu geschaffenen Bauzusammenhang integriert werden konnte. Dies besagt, dass die Planung des Bogens der Anlage der ihm umgebenden Bauten zeitlich voraus ging, das Denkmal also nicht von Anfang an Bestandteil des vom Kaiser
errichteten Palastkomplexes bildete. Der Bau des kaiserlichen Palastes wurde wahrscheinlich noch während der Arbeiten am Bogen in Angriff genommen.
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3 Bildbeschreibung der Figurenfriese
3.1 Pfeiler A Fries A I:
Am linken Ende befindet sich ein Stadttor, flankiert von zwei Türmen. In der Toröffnung stehend befindet sich ein römischer Soldat, während ein zweiter aus dem Tor nach rechts schreitend eilt. Vor der Stadt schlägt eine sechsköpfige römische Reiterschar berittene Perser in die Flucht. Der Anführer der Reiter nimmt in seiner Darstellung die gesamte Frieshöhe in Anspruch; die anderen fünf Reiter sind in zwei Reihen übereinander gestaffelt. Wahrscheinlich ist der Reiterführer Galerius selbst. Die Gestalt reitet über persische Gefallene am Boden hinweg. Die Darstellung zeigt, laut Laubscher, einen Ausfall römischer Reiterei aus einer orientalischen Stadt, denn die dreieckigen Zinnen der Mauern können als Kennzeichen orientalischer Architektur verstanden werden. Angaben zur Deutung des Geschehens wie den Namen der Stadt oder den Zeitpunkt des Kampfes lassen sich nicht machen. Fries A I 2:
Es lässt sich trotz der starken Beschädigung ein Kampfgetümmel ausmachen, welches die gesamte Fläche mit Figuren ausfüllt. Römische Reiter und Fußsoldaten dringen von beiden Seiten auf die im Mittelteil zusammengescharten Perser ein. Auch hier ist der vordere Reiter hervorgehoben durch seine Größe und gekennzeichnet durch die Offiziersbinde. Unter seinem sich aufbäumenden Pferd zeichnen sich die Gestalten von fünf Gefallenen ab. Inmitten der Perser zeichnen sich zwei stehende weibliche Gestalten ab, kenntlich durch die bis auf den Boden reichenden Gewänder. Beide tragen die hohe Tiara der persischen Adligen. Rechts von beiden Frauen thronte auf einem Sitz eine wohl ebenfalls weibliche Figur, welche aber stark zerstört ist. Es könnte sich hierbei um die Gefangennahme der persischen Königsfamilie handeln. Dann kann der durch seine Größe auffällige Reiter mit Offiziersbinde Kaiser Galerius selbst sein. Die stark zerstörte thronende weibliche Gestalt, laut Laubscher, wäre die Großkönigin Arsane.
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Fries A I 3 (Tafel 11,2)
Die Figuren lassen sich teilweise nur in Umrissen erkennen. Am linken Rand steht frontal eine kurz gewandete Person im Schatten eines Baumes, welcher rechts neben ihr dargestellt ist. Rechts neben dem Baum befindet sich eine männliche Gestalt mit nacktem Oberkörper. Sie liegt am Boden, aufgestützt mit dem linken Arm. Die Figur lagert in einer flachen Grotte. Den Namen der Gestalt, Tigris, gibt die an seiner Hüfte angebrachte griechische Beischrift wieder. Und ist somit eine Personifikation. Rechts von ihr, flieht eine Schar Perser nach links. Ihre Verfolger, die römische Reiterei, nehmen den übrigen Teil ein. Fries A I 4 (Tafel 11,2)
Hier ist nur die linke Ecke erhalten. Sichtbar ist eine nach links schreitende Gestalt mit lang herhab fallenden Gewand, welche ein großes Huftier hinter sich herführt. Fries A II 5 (Tafeln 13; 14,1; 15-17)
Im oberen Teil der linken Eckplatte lagert eine männliche Gestalt. Der Oberkörper ist aufgerichtet, über die linke Schulter fällt ein Mantel. Neben der linken Hüfte der Gestalt strömt Wasser senkrecht nach unten. Somit ist diese Figur als Flussgott anzusprechen. Es schließt sich die Darstellung eines Treffens zwischen Römern und Persern an. Römische Reiter stoßen auf den von rechts anrückenden Feind. Die Eigenart liegt in der der römischen Bewaffnung so ähnlichen der auf persischer Seite kämpfenden Soldaten auf der rechten Seite. Laut Meyer handelt es sich um persische Verbündete, welche jedoch unter römischen Einfluss standen. 1 Dies würde sich historisch auf die Armenier anwenden lassen. Auch hier ist der in der Bildmitte nach rechts reitende Kaiser größer als seine Umgebung dargestellt, ihm folgen fünf Reiter. Die gefallenen persischen Soldaten sammeln sich unter dem Pferd des Kaisers, welcher einen Muskelpanzer mit Offiziersbinde trägt. Den Abschluss auf der rechten Seite bildet ein von vier Elefanten gezogener zweirädriger Wagen, welchen eine weibliche Figur lenkt. Vielleicht eine Personifikation einer orientalischen Gottheit, eventuell Persia, die Personifikation des feindlichen Landes. Fries A II 6 (Tafeln 13; 14,1; 18-21)
Die linke Ecke ist nicht erhalten. Von rechts kommt ein Zug gefangener Perser nach links, heraustretend aus einer Stadt und begleitet von römischer Wachmannschaft. Links sind zwei bärtige Perser zu sehen, welche sich gefesselt und gebückt vorwärts bewegen. Die Hand eines auf der verlorenen Platte dargestellten Römers greift dem vordersten Perser ins Haar. Dies muss wohl als eine Geste des Triumphes gewertet werden. Hinter diesen ist ein Römer. Links des Römer und hinter den persischen Gefangenen sind drei weitere römische Soldaten zu sehen. Im Vordergrund folgen zwei weitere persische Gefangene, welche von einem römischen Soldaten mit Schild vorwärts getrieben werden. Zwischen dem Römer und den Gefangenen befindet sich ein Dromedar, auf dessen Rücken eine Perserin mit einem Kind auf dem linken Knie sitzt. Zwei weitere Dromedare folgen im Vordergrund, auf denen wieder rum zwei Frauen sitzen, welche Hausrat (Handmühle, Webstuhl) mit sich führen. Es handelt sich hier wahrscheinlich um die Evakuierung der Bevölkerung einer eroberten Stadt handeln. Die dreieckigen Zinnen der Stadtmauern dienen wieder rum als Kennzeichen orientalischer Architektur, wobei eine exakte Lokalisierung der Stadt nicht möglich ist.
Fries A II 7 (Tafeln 13; 22; 23)
Der rechte Rand ist leicht beschädigt. Häufig sind die Figuren nur noch in Umrissen zu erkennen. Von links kommt ein vierspänniger Wagen, auf dem eine männliche Gestalt sitzt, gefolgt von einem Trupp römischer Reiter. Demzufolge überragt die auf dem Wagen sitzende Figur die Reiter. In der sitzenden Gestalt wird der Kaiser gesehen, welcher von seiner Garde begleitet wird. Von rechts entgegen kommt eine Abordnung lang gewandeter Figuren. Sie treffen in der Bildmitte aufeinander. Die dritte Gestalt der von rechts Kommenden trägt eine nur in den Umrissen erkennbare Kopfbedeckung, welche sich nach oben trapezförmig erweitert, eventuell eine Mauerkrone. Diese Figur könnte somit als Stadt- oder
1 H.Meyer, Die Frieszyklen..., S.382
Arbeit zitieren:
Milena Rebentisch, 2006, Die Reliefs des Galeriusbogens, München, GRIN Verlag GmbH
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