Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
2. Historischer Kontext 3
2.1. Vorherrschendes Wissen der Zeit 3
2.2. Wissenstand der Sozialen Arbeit 4
3. Erkenntnisse und Theorien 4
3.1 Theorien 4
3.2 Erkenntnismethoden 6
4. Interpretation und Schluss 7
4.1 Innovation und Gültigkeit 7
4.2 Entwicklungspotential 7
5. Literaturverzeichnis 8
1. Einleitung
Karam Khella - ein Ägypter, brachte den Deutschen in Deutschland eine Theorie der Sozialen Arbeit, die auf der Basis des dialektischen Materialismus von Karl Marx aufbaut, die „Sozialarbeit von unten“. Der Band „Sozialarbeit von unten/Praktische Methoden der fortschrittlichen Sozialarbeit stellt einen praktischen Methodenteil dar und ist Bestandteil seines dreibändigen Werkes „Handbuch der Sozialarbeit und Sozialpolitik“. In der Zeit der Studentenunruhen fand diese praktische Anleitung auf der Grundlage dialektisch-materialistischer Theorie großen Zuspruch bereits kurz nach deren Veröffentlichung, während das Interesse daran Mitte der achtziger Jahre schlagartig aufhörte.
Karam Khella wurde 1934 in Ägypten geboren. 1952 beginnt er ein Studium der Betriebwirtschaftslehre, da er später den Betrieb seines Vaters leiten soll. Nach einem Jahr wechselt er zum Studium der Theologie und Sprachwissenschaften. Während seiner Studienzeit arbeitet er an vielfältigen Sozialprojekten mit. 1958 kommt er im Rahmen eines Austauschprogrammes für Dozenten nach Hamburg. Er unterrichtet da am Institut für Geschichte und Kultur des vorderen Orients. Von 1966-1969 ist er als Studentenpfarrer in Stuttgart tätig und wird während dieser Arbeit von Arbeitern für die so genannte Arbeiterfrage sensibilisiert. Dies ließ ihn auch zur Theologie auf Distanz gehen. Später studierte er noch Geschichte in Kiel und Medizin in Hamburg. 1971-1982 doziert er beim Sozialpädagogischen Zusatzstudium an der Uni in Hamburg. Dieses Zusatzstudium sollte von einer arbeiterorientierten Wissenschaft getragen werden - es wurde 1982 aus dem Lehrangebot der Hamburger Uni gestrichen, da es während der Lehrtätigkeit von Khella zu politischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen kam. Karam Khella verliert seinen Job und soll nun als arbeitsloser Ägypter ausgewiesen werden. Um in der Bundesrepublik bleiben zu können, kämpft er öffentlich und das Arbeitsgericht stellte fest, dass er aufgrund seiner 15-jährigen Tätigkeit im öffentlichen Dienst unkündbar ist und seine Anstellung an der Uni in Hamburg behalten kann. Khella vermindert ab 1985 sein öffentliches Engagement aus Enttäuschung über die zerschlagenen Reformillusionen, da auch seiner Ansicht nach in Deutschland niemand wirkliche Reformen will. (vgl. Engelke, 1999, S. 313)
2. Historischer Kontext 2.1 Vorherrschendes Wissen der Zeit
Khella kommt 1958 aus Ägypten in das geteilte Deutschland. Vorherrschend hier die festgefahrenen Fronten im Kalten Krieg zwischen dem West- und dem Ostblock. Protestbewegungen jungen Menschen, zumeist Studenten, etablieren sich in den sechziger Jahren. Diese ’Protestler’ sympathisieren zum großen Teil mit den sozialistischen und kommunistischen Ideen, wie sie in den politischen Programmen auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus der Sowjetunion und der DDR verankert waren. Einerseits also in der BRD die kapitalistische Gesellschaftsordnung, deren Grundlage das Profitstreben des Kapitales, die Ausbeutung der Arbeitskraft bzw. gesellschaftliche Produktion und private Aneignung ist und andererseits in der DDR die sozialistische Gesellschaftsordnung, die den Kapitalismus überwinden will, deren Grundlage der dialektische und historische Materialismus war, nach dessen Erkenntnissen sich die Geschichte nach exakten Gesetzen vollzieht. Der dialektische und historische Materialismus war die Wissenschaftsauffassung die der Theorie von Khella zugrunde liegt.
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2.2 Wissenstand der Sozialen Arbeit
Soziale Arbeit stellt sich in Form von Fürsorge und sozialstaatlichen Maßnahmen, wie z.B. Erziehungs-, Ehe- und Familienberatung, dar. Szenebeherrschende Theorien in den (end)sechziger und siebziger Jahren sind von kritischer Sozialarbeit geprägt, die Reformen innerhalb der Sozialen Arbeit und der gesellschaftlichen Zustände erreichen wollen. Kritische Konzeptionen und Theorien zur Sozialen Arbeit entstehen im letzten Drittel der sechziger Jahre im Zusammenhang mit Aktivitäten und Zielsetzungen der Außerparlamentarischen Opposition und der Studentenbewegung. Der bestehenden Sozialen Arbeit, von Khella als Sozialarbeit von oben bezeichnet, wird vorgeworfen, sie diene nur den Feinden der Arbeiterklasse und halte die kapitalistische Gesellschaft am Leben. Marxistische bzw. antikapitalistische Theorieansätze zur Sozialen Arbeit sollen als praktische Handlungsmaximen umgesetzt werden. Dagegen wehrt sich der Staat z.B. mit Berufsverboten und Eingriffen in die Ausbildungsordnungen (vgl. Engelke, 1999, S. 312). Nicht zuletzt sorgt der Terror der RAF mit dafür, dass der größte Teil Bevölkerung die Reform- und Revolutionstheorien als „Gespinste kranker Hirne“ ablehnt (Hollstein/ Meinhold, 1973).
3. Erkenntnisse und Theorien 3.1 Theorien
Karam Khella (1982) entwickelte seine Theorie der ’Sozialarbeit von unten’ einige Zeit nach den ersten Reformansätzen Ende der sechziger Jahre (Randgruppen organisierten sich selbst, Studentenunruhen). Khella versteht seine Theorie als „Antithese zur etablierten, offiziell geförderten, von den staatlichen oder „freien“ Trägern getragene Sozialarbeit“ (Khella, 1982, S. 11). „Der Sozialarbeit von unten stellt sich die Frage, wie sich Deklassierte durch Wiedereingliederung in ihren Klassenzusammenhang zum Kampfpotential zur politischen, ökonomischen und sozialen Befreiung ihrer gesamten Klasse wenden“ (Khella, 1982, S. 32). Im Vordergrund stehen bei der ’Sozialarbeit von unten’ die Aktivierung und Mobilisierung der Klienten in den Arbeitsfeldern z.B. der Obdachlosen- und der Gemeinwesenarbeit, sowie Sozialhilfeempfänger.
Ursachen sozialer Probleme liegen nach Khellas Erkenntnissen in der kapitalistischen Produktionsweise und dem Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital, also in der Gesellschaft selbst und den ihr zugehörigen Produktionsverhältnissen sowie den sich daraus ergebenden Klassenwiderspruch. Khella beruft sich hierbei auf die philosophischen Erkenntnisse von Karl Marx. Für mich setzt Khella hier neue Maßstäbe, er geht von der traditionellen Sichtweise der Sozialen Arbeit ab. Als eine weitere Erkenntnis Khellas kann man bezeichnen, dass die Soziale Arbeit mit den Mängeln der Gesellschaft zu tun hat. Die kapitalistische Gesellschaft bringt Armut und soziales Elend hervor. Khella beginnt seine Theorie deshalb mit der sozialempirischen Erforschung der Armut. Da er aber erklären will, warum diese Armut entsteht und diese nicht nur feststellen will, nimmt er eine Gesellschaftsanalyse vor und kommt letztendlich zur Erkenntnis, das die Gesellschaft klassifiziert ist, also aus verschiedenen Klassen besteht. Er erkennt dabei, dass Verelendung und Deklassierung nicht auf subjektive (selbst verschuldete), sondern auf objektive, systemeigene Faktoren begründet ist. Die Übertragung der Erkenntnisse auf die Soziale Arbeit setzt auch hier neue Maßstäbe und fordert von den kritischen Sozialarbeitern eine Solidarisierung mit den Verarmten.
Arbeit zitieren:
Dipl.-Ing. Gunter Thiele, 2008, Zu "Sozialarbeit von unten" von Karam Khella, München, GRIN Verlag GmbH
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