Gliederung
1 Erläuterungen zum Health Belief Modell 3
1.1 Grundlagen des Gesundheitsmodells 3
1.2 Andere Modelle auf Basis des HBM. 7
2 Eigene und negative Aspekte des Modell 8
3 Themenorientierte Diskussion über einen möglichen Praxisbezug des Modells 10
3.1 Aspekte der Krankheit Epilepsie. 10
3.2 Zusammenhang Sport und Epilepsie. 12
4 Anwendbarkeit des Modells in diesem Bezug 15
4.1 Beziehungsgefüge zwischen Epileptikern und Gesundheitsbewusstsein. 15
4.2 Über den Einsatz des Modells bei präventiven Maßnahmen 16
4.3 Gesundheitsfördernde Maßnahmen im Bezug auf psychosoziale Faktoren 17
4.4 Gesundheitsfördernde Maßnahmen im Bezug auf lebensverbessernde Faktoren. 23
5 Abschließende Argumente und positive Werte des Modells 25
6 Literatur 26
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1 Erläuterungen zum Health Belief Modell
1.1 Grundlagen des Gesundheitsmodells
Im Folgenden soll ein Modell der Gesundheitspsychologie näher untersucht werden. Dabei handelt es sich um das Health- Belief- Modell (HBM). Auf Deutsch bedeutet dies soviel wie Modell des Gesundheitsglaubens. Es wurde 1982 von Becker entwickelt und gehört heute noch zu dem glaubwürdigsten Modellen der Gesundheitspsychologie. Bevor eine genaue Erklärung zu dem Modell folgt soll dies schematisch dargestellt werden.
(vgl. Schwenkmezger 1994, 107)
Nach dieser schematischen Darstellung kann das HBM erklärt und dargestellt werden. Dieses Modell stammt ursprünglich aus den USA und wurde dort entwickelt, weil die Teilnehmer an medizinischen Vorsorgemaßnahmen für zu gering erachtet wurden. Die Intervention war also,
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dass die amerikanischen Bürger an medizinischen Vorsorgemaßnahmen mehr teilnehmen sollten (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Darauf hin erstellten die Sozialpsychologen Hochbaum, Kegeles, Leventhal und Rosenstock das HBM. In diesem Modell wird den kognitiven Variablen eine wichtige Bedeutung bei dem Zustandekommen von präventiven Maßnahmen zu gewiesen ((vgl. Schwenkmezger 1994, 106)).
Wie schon angedeutet steht das Gesundheitsverhalten bei diesem Modell im Vordergrund. Es betrifft dabei nicht nur das Gesundheitsverhalten in Form von präventiven Maßnahmen, sondern vielmehr auch das Verhalten bei bereits ausgebrochenen Krankheiten. Dabei wird davon ausgegangen, dass die subjektiv wahrgenommen Bedrohungen der Krankheit das Gesundheitsverhalten beeinflussen. Die Erscheinungen der Krankheiten bestimmen also das Gesundheitsverhalten, dies kann natürlich auf positive und negative Erscheinungen der Krankheit zurückgeführt werden. Wenn eine Krankheit einen positiven Verlauf aufweist, also wenn ein Heilungsprozess zu erkennen ist, hat dies auch positive Auswirkungen auf die Psyche des Menschen. Bei negativen Erscheinungen ist dies dann natürlich umgekehrt. Wenn also ein Patient stark negative Erfahrungen mit einer Krankheit macht, zum Beispiel der Patient erfährt, dass er AIDS hat, hat dies auch negative Erscheinungen auf das Gesundheitsverhalten. Er wird dann zum Beispiel den Glauben an eine Heilung verlieren. Wird demselben Patienten dann gesagt, dass es kein AIDS ist wird er positive Erscheinungen haben und er wird dann eventuell wieder an seinen Körper glauben und etwas für seine Gesundheit tun. Genauso verhält es sich mit der Schwere der Krankheit. Wenn zum Beispiel zwei Patienten mit der Diagnose Lungenkrebs konfrontiert werden, der eine aber eine höhere Überlebenschance hat, wird dieser natürlich mehr für seine Gesundheit unternehmen als der andere. Zu diesem Prozess, der Wahrnehmung der Bedrohung kommen noch andere Einflussfaktoren. Diese können zum Beispiel demographische oder sozialpsychologische Variablen sowie handlungsaktivierende Variablen sein. Mit dem Wort demographisch ist im diesem Sinne das Zusammenleben mit der Bevölkerung gemeint, also wird es im gleichen Sinne wie sozialpsychologisch verstanden. Das bedeutet, dass ein Mensch mit der Diagnose AIDS in der Öffentlichkeit diskriminiert oder sogar ausgeschlossen werden kann. Als weiterer Punkt des HBM wird angeführt, dass auch eine Abschätzung der Kosten und Nutzen einer bestimmten gesundheitsbezogenen Verhaltensweise förderlich oder hinderlich auf deren Ausübung ist (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Also wird der Patient mit Diagnose AIDS immer eine Gegenüberstellung von Nutzen und Kosten durchführen. Mit Kosten sind nicht nur finanzielle Mittel gemeint, sondern auch Verschlechterungen des Gesundheitszustandes oder der Verlust von bestimmten Lebenseigenschaften. Mit Nutzen ist
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der voraussichtliche Erfolg oder das Produkt von einer gesundheitsbezogenen Maßnahme gemeint. Wenn der Nutzen und die Kosten im Auge des Betrachters nicht übereinstimmen, also wenn die Kosten überwiegen, wird er nie diese Maßnahme durchführen. Dies hat natürlich Einfluss auf die Durchführung der Maßnahme, denn wenn der Patient keinen Nutzen sieht oder ihm die Kosten zu hoch sind wird er diese gesundheitsbezogene Maßnahme nie durchführen (vgl. Schwenkmezger 1994, 106).
Das HBM fand in sehr vielen Bereichen des Gesundheitsverhaltens Anwendung. Zum Beispiel im medizinischen Bereich bei Vorsorgeverhalten oder im
gesundheitspsychologischen Bereich vor allem beim Rauchen. Dabei konnte es sich nicht in allen Bereichen behaupten. (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Deswegen ist die Annahme entstanden, dass das HBM weniger bei habituellen oder repetitiven Handlungen angewendet wird. Habituelle oder repetitive Handlungen sind Handlungen, die gewohnheitsmäßig, verhaltenseigene oder wiederholende Eigenschaften haben. Das wäre zum Beispiel das Rauchen.
Erwiesen hat sich dieses Modell bei der Planung oder Evaluation von verschiedenen Interventionen im Gesundheitswesen (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Das bedeutet mit diesem Modell können Interventionen im Gesundheitssystem geplant werden und auf ihre Gültigkeit und auf ihren Erfolg untersucht werden.
Im übergeordneten Sinne bestimmen zwei Faktoren das HBM. Zum einen sind dies die individuelle Wahrnehmung und zum anderen die Wahrscheinlichkeit des Handelns. Dazwischen stehen die beeinflussenden Faktoren. Diese sind unterteilt in bevölkerungsstatistische Variablen. Diese sind zum Beispiel Alter, Geschlecht oder Rasse und in sozialpsychologische Variablen. Die individuelle Wahrnehmung setzt sich zusammen aus der wahrgenommenen Anfälligkeit für eine Krankheit, also die Empfindungen und Gefühle über den Erhalt dieser Krankheit und aus der wahrgenommen Schwere und Bedrohlichkeit der Krankheit, d.h. die Kenntnis über der Grad der Ausprägung der Krankheit (vgl. Schwenkmezger 1994, 107). Diese beiden Faktoren der individuellen Wahrnehmung sind der Ausgangspunkt des HBM. Weiterhin wird die individuelle Wahrnehmung von den modifizierten Faktoren beeinflusst. So haben Alter, Geschlecht oder Rasse genauso einen Einfluss wie die Persönlichkeit, die soziale Schicht oder Freunde (vgl. Schwenkmezger 1994, 107). An einem Beispiel kann dies gut erklärt werden. Wenn eine Person A an einer Krankheit erkrankt nimmt sie dies anders war, als eine andere Person B mit der gleichen Krankheit und dem gleichen Krankheitsverlauf. Die Gründe dafür liegen im Leben der beiden Personen. Es wird angenommen die eine Person A sehr viele Freunde hatte und ist im
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jugendlichen Alter. Die andere Person B ist im Seniorenalter und hat nicht sehr viele soziale Kontakte. Das Modell geht davon aus, dass die zweite ältere Person B die Krankheit nicht so leicht verarbeitet und auch die Krankheit als lebensbedrohlich bezeichnet. Die erste Person A sieht die Krankheit als nichtlebensbedrohlich, weil sie sich auf ihr soziales Netz stützen kann und weil sie noch relativ jung ist. Diese beiden Faktoren im HBM, also die individuelle Wahrnehmung und die modifizierten Faktoren, sowie auch die aktivierenden Momente bestimmen die empfundene Bedrohung der Krankheit (vgl. Schwenkmezger 1994, 107). Die aktivierenden Momente sind zum Beispiel der Rat von Anderen oder Kampagnen von den Medien und andere solche Dinge. Es liegt auf der Hand, dass auch solche Faktoren die beiden Personen beeinflussen. Nach dem oberen Beispiel liest die ältere Person B vielleicht einen Zeitungsausschnitt über ihre Krankheit. In diesem werden Zahlen von der Krankheit veröffentlicht. Die andere Person A lässt sich eine Rat von einem Freund geben, welcher positiv gerichtet ist. Wiederum wird die Bedrohung bei der älteren Person B erhöht und bei der jüngeren gesenkt. Also bestimmen diese drei Faktoren die empfundene Bedrohung durch die Krankheit (vgl. Schwenkmezger 1994, 107).
Diese Beziehungen bestimmen letztendlich das Handeln der beiden Personen. Dies wird im HBM als Wahrscheinlichkeit des Handelns dargestellt. Diese Wahrscheinlichkeit setzt sich zusammen aus den Vorteilen (Nutzen) der vorbeugenden Maßnahme abzüglich der wahrgenommen Barrieren (Kosten) gegen die Präventivmaßnahme (vgl. Schwenkmezger 1994, 107). An einem weiteren Beispiel kann dieser Sachverhalt ebenfalls erklärt werden. Die ältere Person B hat schon einige negative Erfahrungen mit der Krankheit gemacht. Ihr wird nur die präventive Maßnahme vorgestellt. Sie vergleicht die Kosten und den Nutzen der Maßnahme. Durch ihre Voreingenommenheit wird ihr die Entscheidung schwerer fallen als der jungen Person A. Diese junge Person A hat keine so schlechten Erfahrungen mit der Krankheit gemacht. Ihr wird die Entscheidung über die Präventivmaßnahme leichter fallen, weil sie unvoreingenommen an die Entscheidung heran geht. Die Barrieren sind also in dem Beispiel die Erfahrungen mit der Krankheit im Krankheitsverlauf und die von anderen Medien übermittelten Sachverhalte. Letztendlich kann anhand von diesem Modell eine Wahrscheinlichkeit für die Befolgung der präventiven Gesundheitsmaßnahme erfolgen (vgl. Schwenkmezger 1994, 107).
Das HBM ist also nicht ein Modell zur Bestimmung von Wirkungsweisen der Gesundheitsprogramme, sondern ein Modell, womit feststellbar ist in wie weit eine Person sich der Gesundheitsmaßnahmen annimmt. Es gibt also keine Auskunft über die Güte eines Gesundheitskonzeptes, sondern über die Wahrscheinlichkeit der Annahme eines Konzeptes.
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1.2 Andere Modelle auf Basis des HBM
Im folgenden Abschnitt werden ein paar Derivate, also Ableitungen des HBM vorgestellt. Dabei handelt es sich um Konzeptionen, die auf den gleichen Grundannahmen basieren, aber eine andere Betonung vorliegt (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Als erste Abwandlung des HBM kann das Social Network Modell von 1977 angesehen werden. Es wurde von Langlie entwickelt. In diesem gilt die soziale Unterstützung als einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf das Gesundheitsverhalten (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Das heißt eine Person hat ein stabiles, intaktes und auch großes soziales Umfeld, so wird diese Person ein anderes Gesundheitsverhalten aufweisen als eine Person, die weitgehend isoliert lebt. Sie wird dann durch ihre soziale Stellung motiviert. Ein nächstes Modell ist das von Cohen entwickelte Utility Model of Preventive Behavior. Cohen ging davon aus, dass der Prozess der Kosten- Nutzen- Erwägung am stärksten auf die Ingangsetzung der gesundheitsbezogenen Maßnahmen gerichtet ist (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Eine Person, welche die gesundheitsbezogenen Maßnahmen durchläuft, wird also immer mehr den Nutzen der Maßnahme sehen, als eine Person die den Prozess der gesundheitsbezogenen Maßnamen nicht durchläuft. Die Chancen auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes sind dann bei der ersten Person wieder höher als bei der Zweiten. Eine Weiterentwicklung des HBM vollzog Bausell 1986. Wie schon gesagt, ist dieses Modell keine Abwandlung, sondern eine Ergänzung oder Weiterentwicklung. Er ergänzte das Modell durch primäre Determinanten von präventiven Verhalten. Dazu zählte er die Wirksamkeit, den Wert der Gesundheit, den Wunsch der Kontrolle über die Gesundheit und den Aspekt das Leben zu lieben. Als sekundäre Determinanten des Gesundheitsverhaltens führte er kognitive und affektive Variablen mit ein (vgl. Schwenkmezger 1994, 108). Alle diese Modelle haben eine Gemeinsamkeit. Sie versuchen die Entstehung von präventiven Verhaltensweisen zu untersuchen. Sie legen dabei den Schwerpunkt auf das Zustandekommen von bestimmten Verhaltensweisen (vgl. Schwenkmezger 1994, 108). Weitere Ableitungen des HBM finden sich in anderen sogenannten Prozess- Modellen wieder. Eines dieser Modelle ist die Protection Motivation Theory von Rogers. In dieser Theorie werden Aspekte des HBM, des REACT- Modells und von
Selbstwirksamkeitsmodellen zusammengefasst. Aus dem HBM wird zum Beispiel die Einschätzung der Schwere der Krankheit oder die Vulnerabilität entnommen (vgl. Schwenkmezger 1994, 108). Als Vulnerabilität bezeichnet man allgemein die Verwundbarkeit oder die Verletzlichkeit einer Person. Aus dem REACT- Modell wurde die Verhaltens-Intention entnommen und einige Aspekte aus den Modellen zur Selbstverwirklichung die
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Arbeit zitieren:
Thorsten Reichelt, 2003, Schwerpunktbezogene Diskussion über das „Health Belief Modell“ im Bezug auf sporttherapeutische Konsequenzen, München, GRIN Verlag GmbH
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Wörterbucharbeit an Lernstationen in Klasse 3
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