Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG: PROBLEMSTELLUNG UND DATENKORPUS. 4
2 FORSCHUNGSSTAND. 6
3 TUNESIEN 8
3.1 Geographie 8
3.2 Geschichte 8
3.2.1 Vor 1881 8
3.2.2 Nach 1881 9
4 MEHRSPRACHIGKEIT UND DIGLOSSISCHE SPRACHEN-VERTEILUNG 11
4.1 Kontaktsprachen. 12
4.2 Varietäten des Arabischen und französische Einflüsse. 13
4.3 Merkmale des Franco-Tunesisch 15
4.3.1 Code-Switching. 15
4.3.2 Entlehnungen 16
4.4 Stellenwert des Französischen in Tunesien. 18
4.4.1 Sprachenprestige 18
4.4.2 Sprachenpolitik in Tunesien 19
4.4.3 Sprachdomänen. 20
5 DIE ENQUÊTE: DURCHFÜHRUNG UND ERGEBNISSE 25
5.1 Die Informanten 25
5.2 Sprachenverteilung und -kenntnisse. 26
5.2.1 Sprachenrepertoire 26
5.2.2 Sprachkompetenzen 27
5.2.3 Code-Switching. 32
5.3 Französisch in diversen Speachdomänen. 34
5.3.1 Schulsystem: Französisch als Unterrichtssprache 34
5.3.2 Medien 36
5.3.3 Wirtschaft: Vorteile durch Französischkenntnisse? 41
5.4 Französisch als Prestigesprache? 43
2
5.5 Tendenzen 45
6 FAZIT 46
7 BIBLIOGRAPHIE. 48
8 ANHANG 51
8.1 Tunesien - Landkarte. 51
8.2 Fernsehprogramm von dem 24.04.06 auf ETT 52
3
1 EINLEITUNG: PROBLEMSTELLUNG UND DATENKORPUS
Zum 50. Mal jährte sich am 20. März 2006 le jour de l’indépendance Tunesiens von Frankreich. Doch auch nach einem halben Jahrhundert der Unabhängigkeit bleiben die Spuren der Kolonialisierung, oder besser des Protektorats, ein großer Bestandteil der tunesischen Lebensart und Tradition. Neben zahlreichen kulturellen Einflüssen auf Wirtschaft und Schulbildung, hat die Sprache der Kolonie besonders starke Spuren hinterlassen. Die Fragestellung der vorliegenden Bachelorarbeit gilt daher dem Stellenwert des Französischen in Tunesien heute.
Mein Interesse an diesem Thema hängt mit meinem persönlichen Hintergrund zusammen: Als Tochter einer Deutschen und eines Tunesiers lebte ich von meinem vierten bis zu meinem neunten Lebensjahr in Tunesien und wuchs mehrsprachig mit Deutsch, Arabisch und Französisch auf. Nach meinem Abitur kam ich nach Deutschland, um an der Universität Mannheim mein Romanistikstudium aufzunehmen, in dessen Rahmen ich meinen
wissenschaftlichen Schwerpunkt auf das Thema Mehrsprachigkeit legte. Die theoretischen Grundlagen zur Bearbeitung der vorliegenden Fragestellung erwarb ich u.a. in den Seminaren „Familiale und schulische Mehrsprachigkeit in der Migration“ und „Zweit- und Drittspracherwerb“. Einblicke in die Praxis im Bereich der Mehrsprachigkeit und Francophonie im Maghreb, konnte ich während meiner Tätigkeit als Projektassistentin im Rahmen eines Algerien-Projektes gewinnen. Gegenstand der Bachelorarbeit ist die Auswertung einer eigenen Enquête zu Sprachenrepertoire, Sprachkompetenzen, Sprachgebrauch und Einstellungen zur gelebten Mehrsprachigkeit in Tunesien. Die Durchführung der Befragung erfolgte mittels eines Questionnaires, das per E-Mail an zehn Personen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis verschickt wurde, die als Multiplikatoren fungierten. Primäre Zielgruppe waren junge Akademiker, in deren Händen maßgeblich die Zukunft des Landes liegt. Ergänzend wurden von den Multiplikatoren vor Ort mündliche Befragungen älterer Personen durchgeführt, so dass sich daraus ein Datenkorpus von insgesamt 30 vollständig ausgefüllten Fragebögen ergibt. Sechs der 30 Informanten konnten leider nicht berücksichtigt werden, da es sich bei fünf davon um Studenten im Ausland handelt und dieser Umstand ihre Antworten
4
beeinflusst und für diesen Rahmen nicht brauchbar macht und bei dem sechsten Informanten handelt es sich um eine Person mit ethnischgemischtem Hintergrund, was besonders hohe Kompetenzen in anderen Fremdsprachen mit sich bringt und auch die Sprache der konsumierten Medien beeinträchtigt. Die Anzahl der relevanten und für die Auswertung verwendeten Fragebögen beläuft sich demnach auf 24.
Der in französischer Sprache abgefasste Fragebogen besteht aus 2 Teilen (s. Anhang): einem soziodemographischen Teil mit den Angaben zu Alter, Geschlecht, Schulbildung, Beruf und Wohnort (Frage 1-9) und einem linguistischen Teil mit geschlossenen, multiple choice- und offenen Fragen zu den genannten Problemkomplexen (Frage 10-33).
Im Folgenden wird dem Analyseteil mit der Darstellung der Ergebnisse der Enquête unter quantitativen Aspekten einleitend eine Einführung mit den wesentlichen historischen und linguistischen Rahmendaten Tunesiens vorangestellt: so die offizielle Sprachenregelung in Administration, Medien und Schule. Gleichzeitig werden in diesem Kontext essenzielle Grundbegriffe, wie Code-Switching und Entlehnungen thematisiert. Nach der quantitativen Auswertung der Fragebögen werden Besonderheiten und Auffälligkeiten herausgearbeitet, um sie mit den bisherigen Ergebnisse der Forschung zu vergleichen. Kapitel 4 des empirischen Teils präsentiert zunächst in einem Unterkapitel die soziodemographischen Daten zu den Informanten wie Geschlecht, Alter und Bildungsniveau. Kapitel 4.2 erläutert die Sprachkenntnisse der Informanten an Hand ihrer eigenen Einschätzung. Kapitel 4.2.3 Code-Switching erörtert die Häufigkeit und Form des Sprachwechsels der Informanten. Danach wird in Kapitel 4.3 der Stellenwert des Französischen im Bereich der Medien und der Schule untersucht und ob die Informanten Vorteile ihres Bilingualismus im wirtschaftlichen Bereich sehen. Daraus resultierend, soll das folgende Kapitel 4.4 klären, ob Französisch als eine Prestigesprache angesehen werden kann, oder nicht. Das abschließende Kapitel 5 zieht ein resümierendes Fazit zum Stellenwert des Französischen in Tunesien mit einem Ausblick auf die sich abzeichnenden Tendenzen seiner sprachlichen Zukunft.
5
2 FORSCHUNGSSTAND
Obwohl das Thema der Frankophonie insbesondere in den Maghrebstaaten in einer Fülle von Forschungsbeiträgen thematisiert wurde, fehlt es bislang gerade für Tunesien an makrosoziolinguistischen Daten zur aktuellen
Mehrsprachigkeitssituation, in der Arabisch als Amtssprache und Französisch als Bildungssprache fungieren. Sprachkompetenzen, Sprachgebrauch und
Spracheinstellungen sind bisher weitgehend unerforscht geblieben. „Survey needed“ verzeichnet daher der Ethnologue für die in Tunesien gesprochenen Sprachen. Anstelle einer Gesamterhebung oder zumindest repräsentativen Erhebung existieren lediglich kleiner Befragungen, wie etwa eine Zufallsstichprobe aus dem Jahre 1996, die von Lawson-Sako/Sachdev in Form von Straßeninterviews in der Großstadt Sousse durchgeführt wurde. Vier Interviewer unterschiedlichen Geschlechts und Ehtnik (Europäer/Araber/Afrikaner) fragten in unterschiedlichen Sprachen nach dem Weg zur Post (Französisch und tunesisch -Arabisch). Das wichtigste Ergebnis dieser Studie ist, dass Frauen mehr zum Sprachwechsel tendieren als Männer und dass die Bereitschaft Französisch zu sprechen je nach Stadtviertel variiert, wobei in den modernen Vierteln die Switching-Bereitschaft höher ist, als in traditionellen Vierteln 1 . Eine ähnliche Studie wurde von Lawson-Sako, Gill, Sachdev und Dème 2 durchgeführt, bzw. es handelt sich hierbei um eine Erweiterung der ersten Studie: die gleiche Unfrage wurde noch einmal in Frankreich durchgeführt. Diese jedoch war eher eine „Étude comparative“ in zwei unterschiedlichen Kontexten. Die Hauptfrage dieser Studie bestand darin herauszufinden ob die Sprache in welcher die Passanten antworteten mit der Sprache, in welcher gefragt wurde konvergiert oder divergiert. Man fand heraus, dass es noch eine dritte Form der Antworten gab: die „Alternance Codique“, welche in Tunesien besonders häufig verwendet wurde, insbesondere, wenn der Fragende Tunesier war. Habiba Naffati schrieb ihre Abschlussarbeit zum Thema Französisch in Tunesien, jedoch handelt es sich auch hierbei nicht primär um eine makrosoziolinguistische Arbeit, sondern eher um eine lexikalische, da sie in erster
1 Vgl. Lawson-Sako/Sachdev 1997: 105
2 Vgl. Lawson-Sako/Gill/Sachdev/Dème 2000: 71
6
Linie die lexikalischen-, semantischen-, grammatikalischen- und Anwendungs-Besonderheiten des Französischen in Tunesien darlegt 3 . Die Notwendigkeit eine Enquete durchzuführen um den Stellenwert des Französischen in Tunesien genauer zu definieren scheint somit unabdingbar. Bevor nun mit der eigentlichen Studie begonnen wird zunächst ein kurzer Einblick in die wichtigsten Daten aus der Geographie und Geschichte des Landes gegeben.
3 Vg. Naffati, Habiba 2000: 305
7
3 TUNESIEN
3.1 Geographie
Tunesien zählt zusammen mit Marokko und Algerien, seinem westlichen Nachbarn zu den Maghrebstaaten, denen teilweise auch sein östlicher Nachbar werden 4 . Lybien sowie Mauretanien zugerechnet Gleichzeitig
Mittelmeeranrainerstaat, dessen Küste von Norden nach Osten verläuft, erstreckt es sich über eine Gesamtfläche von 164.150 km² und verzeichnet eine Bevölkerung von ca. 9,9 Millionen (2004). Neben der Hauptstadt Tunis (728.463 EW im Jahre 2004) sind weitere wichtige Orte die Küstenstädte Sfax (265.131 EW), wo die Enquête durchgeführt wurde, Sousse (173.047 EW) und Monastir (71.546 EW) 5 . Die Regierungsform ist eine Präsidialrepublik mit
Einkammerparlament. Aus Mangel an natürlichen Ressourcen hat sich Tunesien in seiner Wirtschaftspolitik auf den Servicesektor spezialisiert. Das wird vor allem anhand des lebhaften Tourismus deutlich, der eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes darstellt, ebenso am hohen Bildungsbudget, welches die Regierung auf 30% angelegt hat. Der weltweite Export von Textilien, Phosphaten, Chemikalien und Agrarprodukten ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der tunesischen Wirtschaft. In Folge dessen legt Tunesien großen Wert auf eine enge und gute Zusammenarbeit mit den Europäischen Nachbarn. Seine Außenpolitik war und ist stets eine westfreundliche gewesen - nicht zuletzt aufgrund der Geschichte des Landes die im Folgenden dargestellt wird. 6
3.2 Geschichte
3.2.1 Vor 1881
Die Geschichte Tunesiens ist geprägt von ständig wechselnden Herrschern unterschiedlicher Herkunft, Religion und Sprache. Nach den Berbern deren Anwesenheit vom Jahr 4000 vor Christus bis heute noch nachgewiesen werden kann, waren die Phönizier, ein Volk syrischen und libanesischen Ursprungs, die erste größere Zivilisation in Tunesien. Mit der Gründung der Stadt Utica (Utique) legten die Phönizier den Grundstein für die Entstehung des Landes. Es folgten
4 Siehe Anhang 1: Tunesien - Landkarte
5 Vgl. http://www.citypopulation.de/Tunisia_d.html (Letzter Zugriff 09.05.06)
8
diverse Dynastien und Besetzungen, wobei das Römische Reich vom zweiten Jahrhundert vor Christus bis zum fünften Jahrhundert nach Christus eine der größten Besatzungsmächte darstellt. Die vielfältigen Einflüsse der
Fremdherrschaft blieben natürlich nicht ohne Auswirkungen auf das geistige Leben und auf die Sprache der Einwohner. Beispiele hierfür sind der damals in Karthago lebende Schriftsteller Lucius Apulius, welcher mitverantwortlich war für die Verbreitung der Lateinischen Sprache. Doch berührten diese Einflüsse nur die Oberschicht der Bevölkerung. Anders war der Fall mit Beginn der arabischen Herrschaft 666 nach Christus. Wie zu erkennen ist, bleibt der arabische Einfluss bis heute ein großer Bestandteil der tunesischen Kultur und natürlich auch der Sprache. Doch erst im Jahr 975 nach Christus, mit der Dynastie der Ziriden, ein Volk der Sandhadschi-Berber, kann von einer eigenen tunesischen Kulturgeschichte gesprochen werden. Dank ihnen erlebte Tunesien - damals Ifriquia - einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Den Ziriden gelang es das Land besonders schnell zu arabisieren. Als 1534 die Türken Tunis besetzten verzeichnete Tunesien einen weiteren kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung. Tunesien blieb bis 1881 - dem Jahr der Ankunft der Franzoseneine türkische Provinz und damit Teil des Osmanischen Reiches. Neben den zahlreichen architektonischen Spuren dieser Ära, welche noch bis heute erkennbar sind, ist die tunesische Flagge das wohl deutlichste Indiz für die türkische Herrschaft in Tunesien. 7
3.2.2 Nach 1881
Aufgrund der strategisch guten Lage Tunesiens mit Zugang zum Mittelmeer und als Bindeglied zwischen Europa und Afrika bestand seitens der expandierenden europäischen Kolonialmächte England, Italien und Frankreich ein enormes Interesse an dem kleinen Land. Der bereits 1871 von Italien unternommene Versuch, das Land zu erobern, stieß sowohl auf den vehementen Widerstand Frankreichs als auch Englands, das sich aber 1878 auf dem Berliner Kongress zum Nichteinmischungsprinzip bekannte. Indessen gelang es Frankreich durch seine Politik der wirtschaftlich-finanziellen Unterstützung
6 Vgl. Daoud 2001: 1f
9
Tunesiens mit daraus resultierender Verschuldung und Abhängigkeit sich im Jahre 1881 militärisch als Kolonialmacht zu etablierenden. 8 Zunächst handelte es sich dabei um ein provisorisches Protektoratsverhältnis, dessen vertragliche Regelungen allerdings von Frankreich wenig beachtet wurden: 1943 setzte die französische Regierung den amtierenden Bey 9 eigenmächtig ab und verweigerte im Jahre 1951 dem Land die von Volk und Regierung geforderte Unabhängigkeit. Der sich formierenden Unabhängigkeitsbewegung gelang es schließlich, Tunesien am 20. März 1956 in die Unabhängigkeit zu führen - an ihrer Spitze El Habib Bourgiba, der schließlich auch erster Präsident der Republik wurde (1956-1987). Bemerkenswerterweise entwickelte sich das Verhältnis zu der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich äußerst positiv und kennzeichnete sich durch enge Beziehungen. 10
Auch unter der Führung seines Nachfolgers Zine El Abidine Ben Ali (1987 bis dato) verfolgt das Land eine stark westlich orientierte Außenpolitik. 11
7 Vgl. Glock / Lutz 1961: 265f und www.tlfq.ulaval.ca/AXL/AFRIQUE/tunisie.htm (letzter Zugriff
06.05.2006)
8 Vgl. Adeli 1994: 28f
9 Ein osmanischer Herrschertitel
10 Bourgiba selbst hatte auch ein sehr enges Verhältnis zu Frankreich: 1924 begann er sein
Studium in Paris, wo er ein Jahr später eine Französin heiratete. Zu seinen Freunden zählten
namhafte Historiker, wie Charles-André Julien, und Politiker wie der französische Staatssekretär
Pierre Viénol. Als Staatspräsident pflegte er gute Kontakte sowohl zur westlichen als auch zur
arabischen Welt. (vgl. Glock / Lutz 1961: 269f.).
11 Vgl. Staiger 2003: 16f
10
4 MEHRSPRACHIGKEIT UND DIGLOSSISCHE SPRACHEN-VERTEILUNG
Jede Kolonisation hat große Einflüsse auf das kolonialisierte Land. Dieser Einfluss hängt zum einen von dem Verhältnis ab, das zwischen dem Besatzer und dem besetzten Land herrschte und zum anderen von der Dauer der Kolonialisierung.
Im Falle Tunesiens handelte es sich um eine 75 Jahre dauernde Besetzung, die trotz des inneren Widerstandes Tunesiens, meist friedvoll verlief. Diese Tatsachen hinterließen einen fruchtbaren Boden für den großen Einfluss Frankreichs auf die tunesische Kultur und die Landessprache. „Nach Angaben des Haut Conseil de la Francophonie bilden Algerien, Marocco und Tuneisen mit schätzungsweise 15,65 Millionen francophones réels (Stand: 1998) den zweitgrößten frankophonen Sprachraum der Welt.“ 12 98% der tunesischen Bevölkerung sprechen Arabisch oder eine seiner Varietäten, während zwei Prozent Französisch oder Berberisch als Erstsprache sprechen. Im Onlineartikel „Al Jumhuriyah at Tunusiyah“ werden die genauen Sprecherzahlen wie folgt eingeschätzt: der Großteil, also 10 Millionen Personen sprechen tunesich-Arabisch, andere vertretene Arabisch Varietäten sind algerisch-Arabisch mit 218 000 Sprechern, Standardarabisch mit immerhin 198 479 Sprechern sowie weitere Abweichungen des Arabischen, die allerdings aufgrund der geringen Sprecherzahlen vernachlässigbar sind. 11 000 sprechen Französisch und 7 100 Maltäsisch 13 . Schon alleine auf Grund dieser Zahlen kann in Tunesien von einer Mehrsprachigkeit gesprochen werden. Louis-Jean Calvet geht sogar soweit zu sagen, dass jede Kolonisation zur Diglossie führt. : „Dans tous les cas et quel que soit le devenir du processus engagé, il se manifeste à un moment donné par une diglossie qui évolouait vers des situations très diverses“ 14 . Er unterscheidet zwischen zwei Typen der sprachlichen Einflüsse nach der Kolonisation. Einmal der „type archéologique“: Diese in der ursprünglichen Landessprache zu findenden Spuren entstehen, wenn der Sprachkontakt mit der beeinflussenden Sprache schon lange zurück liegt. In diesem Fall muss man nach den hinterlassenen Spuren suchen und versuchen sie zu rekonstruieren. In einer
12 Kolboom/kotschi/Reichel 2003: 451
13 www.tlfq.ulaval.ca/AXL/AFRIQUE/tunisie.htm (letzter Zugriff 06.05.2006)
11
Arbeit zitieren:
2006, Zum Stellenwert des Französischen in Tunesien, München, GRIN Verlag GmbH
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