I Inhaltsverzeichnis II
I Inhaltsverzeichnis
I Inhaltsverzeichnis II
II Abbildungsverzeichnis. V
III Tabellenverzeichnis VI
IV Abkürzungsverzeichnis VIII
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 2
1.2 Zielsetzung der Arbeit 2
1.3 Aufbau der Arbeit 4
2 Theoretische Grundlagen 5
2.1 Funktionen der Kosten- und Leistungsrechnung 5
2.1.1 Kosten- und Leistungsrechnung im erwerbswirtschaftlichen
Unternehmen. 7
2.1.2 Kosten- und Leistungsrechnung im Krankenhaus 10
2.2 Das DRG-System 13
2.3 Grundlagen der Kalkulation zur Ermittlung der Rohfallkosten. 15
2.4 Personalbedarfsermittlung 17
2.5 Entscheidungsorientierte Vorgehensweise 18
3 Praktische Umsetzung 25
3.1 Vorstellung des Krankenhauses 25
3.1.1 Organisation und Rechtsform des Krankenhauses 26
3.1.2 Struktur des Krankenhauses 27
3.1.2.1 Ärztlicher Bereich. 27
3.1.2.2 Pflegedienst 27
3.1.2.3 Verwaltung. 28
3.1.3 Wirtschaftsdaten. 28
3.1.4 Die Fachabteilung Geburtshilfe 30
3.2 Ermittlung der notwendigen Kosten- und Leistungsdaten. 33
3.2.1 Normalstation 35
3.2.1.1 Verrechnung der Kosten- und Leistungsdaten. 36
3.2.1.2 Zusammenfassung 39
3.2.2 Anästhesie 39
I Inhaltsverzeichnis III
3.2.3 Kreißsaal 41
3.2.4 Labor 42
3.2.4.1 Verrechnung der Kosten- und Leistungsdaten. 43
3.2.4.2 Zusammenfassung 45
3.2.5 Übrige diagnostische und therapeutische Bereiche 45
3.2.5.1 Verrechnung der Kosten- und Leistungsdaten. 46
3.2.5.2 Zusammenfassung 48
3.2.6 Basiskostenstelle. 48
3.3 Kalkulation von ausgewählten DRG’s der Fachabteilung 51
3.3.1 Kalkulation der DRG O60 Vaginale Entbindung 52
3.3.1.1 Ermittlung der Kosten 53
3.3.1.1.1 DRG O60B 54
3.3.1.1.2 DRG O60C 54
3.3.1.1.3 DRG O60D 55
3.3.1.2 Vergleich der Kosten 56
3.3.1.3 Ermittlung der Erlöse 57
3.3.1.4 Vergleich der Erlöse 58
3.3.2 Kalkulation der DRG O01 Kaiserschnitt 58
3.3.2.1 Ermittlung der Kosten 60
3.3.2.1.1 DRG O01C 60
3.3.2.1.2 DRG O01D 61
3.3.2.1.3 DRG O01E 62
3.3.2.2 Vergleich der Kosten 63
3.3.2.3 Ermittlung der Erlöse 63
3.3.2.4 Vergleich der Erlöse 64
3.3.3 Kalkulation der DRG O02 Vaginale Entbindung mit
komplizierender OR-Prozedur 65
3.3.3.1 Ermittlung der Kosten 66
3.3.3.2 Vergleich der Kosten 67
3.3.3.3 Ermittlung der Erlöse 67
3.3.3.4 Vergleich der Erlöse 68
3.4 Personalbedarfsermittlung 68
3.5 Auswertung der ermittelten Kosten und Erlöse. 73
4 Fazit / Ausblick 76
I Inhaltsverzeichnis IV
V Literaturverzeichnis................................................................................ 79 VI Anhang ................................................................................................... 85
II Abbildungsverzeichnis V
II Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Funktionen der Kostenrechnung ............................................. 6 Abbildung 2: Struktur der Kostenrechnung .................................................. 8 Abbildung 3: Übersicht der Kalkulationsschritte zur Ermittlung der DRGrelevanten Fallkosten........................................................... 16 Abbildung 4: Top-10 DRG nach absoluter Fallzahl des gesamten Krankenhauses im Jahr 2004 .............................................. 29 Abbildung 5: Top-10 DRG nach absoluter Fallzahl der Fachabteilung Geburtshilfe im Jahr 2004.................................................... 32 Abbildung 6: Übersicht der für die Kostenträgerrechnung benötigten Kosten und Leistungsdaten ................................................. 34 Abbildung 7: Bewertungsrelationen DRG O60 bei Versorgung durch Hauptabteilungen................................................................. 52 Abbildung 8: Bewertungsrelationen DRG O01 bei Versorgung durch Hauptabteilungen................................................................. 59 Abbildung 9: Bewertungsrelationen DRG O02 bei Versorgung durch Hauptabteilungen................................................................. 65 Abbildung 10: Vergleich Mehrerlöse und Kosten ......................................... 75
III Tabellenverzeichnis VI
III Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Leistungsdaten des Krankenhauses 28
Tabelle 2: Übersicht der Planbetten und Fallzahlen nach
Fachabteilungen. 29
Tabelle 3: Leistungsdaten der Fachabteilung Geburtshilfe 35
Tabelle 4: Kosten der Fachabteilung Geburtshilfe 35
Tabelle 5: Gesamtkosten der nicht medizinischen Infrastruktur. 38
Tabelle 6: Zusammenfassung der Kostensätze der relevanten Module
der Normalstation 39
Tabelle 7: Verteilung der Gesamtkosten Anästhesie 40
Tabelle 8: Prozentuale Verteilung der OP-Minuten. 40
Tabelle 9: Anteilige Kosten der Anästhesie im Kreißsaal. 41
Tabelle 10: Kosten im Kreißsaal 42
Tabelle 11: Verteilung der Gesamtkosten Labor. 43
Tabelle 12: Kosten einer Laborleistung. 45
Tabelle 13: Kosten der Physikalischen Therapie 46
Tabelle 14: Kosten einer Leistung der Physikalischen Therapie. 48
Tabelle 15: Prozentuale Verteilung der Planbetten. 48
Tabelle 16: Gesamtkosten der nicht medizinischen Infrastruktur. 49
Tabelle 17: Durchschnittliche Fallkosten DRG O60B. 54
Tabelle 18: Durchschnittliche Fallkosten DRG O60C 55
Tabelle 19: Durchschnittliche Fallkosten DRG O60D 56
Tabelle 20: Vergleich der Kosten DRG O60 56
Tabelle 21: Erlöse DRG O60 unter Einsatz von Beleghebammen. 57
Tabelle 22: Erlöse DRG O60 unter Einsatz von angestellten Hebammen 58
Tabelle 23: Differenz der Erlöse DRG O60 58
Tabelle 24: Durchschnittliche Fallkosten DRG O01C 60
Tabelle 25: Durchschnittliche Fallkosten DRG O01D 61
Tabelle 26: Durchschnittliche Fallkosten DRG O01E. 62
Tabelle 27: Vergleich der Kosten DRG O01 63
Tabelle 28: Erlöse DRG O01 unter Einsatz von Beleghebammen. 64
Tabelle 29: Erlöse DRG O01 unter Einsatz von angestellten Hebammen 64
III Tabellenverzeichnis VII
Tabelle 30: Differenz der Erlöse DRG O01 64
Tabelle 31: Durchschnittliche Fallkosten DRG O02B. 66
Tabelle 32: Vergleich der Kosten DRG O02 67
Tabelle 33: Erlöse DRG O02 unter Einsatz von Beleghebammen. 67
Tabelle 34: Erlöse DRG O02 unter Einsatz von angestellten Hebammen 68
Tabelle 35: Differenz der Erlöse DRG O02 68
Tabelle 36: Ermittlung der Nettojahresarbeitsstunden 70
Tabelle 37: Ermittlung der Anzahl Vollkräfte, Teil 1 (Arbeitsplatzmethode) 70
Tabelle 38: Ermittlung der Anzahl Vollkräfte, Teil 2 (Empfehlung DKI) 71
Tabelle 39: Zusammenfassung der unterschiedlichen Erlöse. 73
Tabelle 40: Übersicht Mehrerlöse und Kosten 74
1 Einleitung 1
1 Einleitung
Die Krankenhauslandschaft befindet sich seit dem Gesundheitsreformgesetz aus dem Jahr 2000 in einem ständigen Umbruch. Die Zielsetzung der Gesundheitspolitik in Deutschland ist es, neben stabilen Beitragssätzen der gesetzlichen Krankenversicherung, eine Senkung der Ausgaben für Gesundheitsleistungen zu erreichen. Dieses soll u.a. durch einen erhöhten Wettbewerb im Gesundheitssektor möglich werden. Dabei steht der Bereich der stationären Behandlungen im Vordergrund, da dieser den größten Ausgabenblock der gesetzlichen Krankenversicherung darstellt.
Mit der Gesundheitsreform wurde die Abschaffung des
Selbstkostendeckungsprinzips beschlossen. Es wurde durch ein für Deutschland neues durchgängiges, leistungsorientiertes und
pauschalierendes Abrechnungssystems, den Diagnosis Related Groups (im weiteren Verlauf DRG’s genannt) ersetzt. In diesem System erhalten die Leistungserbringer eine feste Vergütung je Krankheitsfall, unabhängig von den im einzelnen Krankenhaus entstandenen Kosten. Diese DRG’s gelten für die allgemeinen voll- und teilstationären Leistungen eines Krankenhauses. Die Bewertungsrelationen für die einzelnen DRG’s sind im Fallpauschalenkatalog festgelegt, der für die Abrechnung aller stationären Leistungen verbindlich ist. Für die Krankenhäuser entstehen somit neue Grundlagen für die Ermittlung ihres Gesamtbudgets. Die Kalkulation von Kosten erhält eine große Bedeutung. Jede einzelne DRG als Kostenträger bildet die Basis für die Beschaffung von Kosteninformationen. Ziel des Krankenhauses muss es sein, qualitativ hochwertige Leistungen mit einem wirtschaftlichen und sparsamen Ressourceneinsatz zu erbringen. Dabei spielt die Steigerung der Effektivität und Effizienz der Leistungen eine entscheidende Rolle.
Durch Vergleiche mit anderen Krankenhäusern steigt die Transparenz der Krankenhausleistungen und unwirtschaftliche Leistungsbereiche eines Krankenhauses werden aufgedeckt. In diesen Leistungsbereichen müssen Wirtschaftlichkeitsreserven ausgeschöpft und Behandlungsabläufe optimiert
1 Einleitung 2
werden. In Zukunft können Krankenhäuser nur dann erfolgreich wirtschaften, wenn ihre Behandlungskosten unterhalb der DRG-Erlöse liegen.
Die Relevanz dieser ökonomischen Gesichtspunkte nimmt stetig zu und die Krankenhäuser stehen sich in einem steigenden Wettbewerb gegenüber. Das Krankenhausmanagement wird durch die veränderten
Rahmenbedingungen und den wachsenden Wettbewerb vor die Aufgabe gestellt, die Existenz des Krankenhauses langfristig durch Schaffung von Wettbewerbsvorteilen zu sichern.
1.1 Problemstellung
Der hohe Kostendruck in Verbindung mit dem immer knapper werdenden Budget zwingt die Krankenhäuser dazu, einen möglichst reibungslosen Ablauf von der Patientenaufnahme bis zur Entlassung zu entwickeln, um keine Ressourcen zu verschwenden.
Um eine Aussagefähigkeit über die Wirtschaftlichkeit der Leistungserstellung zu erhalten, müssen die Kosten jedem Patienten möglichst vollständig, verursachungsgerecht und genau zugeordnet werden. Anschließend stehen dann die Erlöse den Kosten eines Behandlungsfalles gegenüber. Dadurch wird eine wirtschaftliche Beurteilung des Behandlungsprozesses möglich.
Darüber hinaus müssen die Krankenhäuser versuchen, höhere Erlöse zu erzielen. Um diese zu erreichen, sollten die einzelnen Fachabteilungen im Hinblick auf Möglichkeiten zur Erlössteigerung überprüft werden.
1.2 Zielsetzung der Arbeit
In der vorliegenden Arbeit wird eine solche Überprüfung am Beispiel der Fachabteilung Geburtshilfe des St.-Josefs-Hospitals in Cloppenburg dargestellt.
1 Einleitung 3
In den ländlichen und stark katholisch geprägten Regionen des Oldenburger Münsterlandes sind tendenziell hohe Geburtenraten vorzufinden. Dabei steht der Landkreis Cloppenburg mit fast 1,9 Geburten je Frau in Niedersachsen
an der Spitze der entsprechenden Statistik. 1
Die Hauptabteilung Geburtshilfe im St.-Josefs-Hospital in Cloppenburg verzeichnete in den letzten Jahren durchschnittlich ca. 750 Geburten pro Jahr. Damit belegen DRG’s aus dieser Abteilung in der Top-10 DRG’s nach absoluter Fallzahl des Krankenhauses die Plätze 1 und 2 (vgl. Abbildung 4 S. 29). Somit werden gerade in diesem Bereich Möglichkeiten zur Steigerung des Gewinns vermutet.
Im St.-Josefs-Hospital werden alle Geburten von Beleghebammen begleitet. Der Fallpauschalenkatalog in einer Hauptabteilung bietet bei Fällen der Geburtshilfe zwei unterschiedliche Bewertungsrelationen. Eine Möglichkeit bezieht sich auf den Einsatz von angestellten Hebammen, die andere auf den Einsatz von Beleghebammen. Die Erlöse für das Krankenhaus fallen beim Einsatz von Beleghebammen niedriger aus. Besonders vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Geburtenraten in der Region stellt sich die Frage, ob die Umstellung von Beleghebammen auf angestellte Hebammen für das St.-Josefs-Hospital wirtschaftlich sinnvoll erscheint.
Die Zielsetzung dieser Diplomarbeit ist es, die Kalkulation der Kosten und Erlöse ausgewählter DRG’s für die Fachabteilung Geburtshilfe im St.-Josefs-Hospital gegenüberzustellen. Die Arbeit kann dadurch als
Diskussionsgrundlage im Hinblick auf eine Entscheidung zur Umstellung von Beleghebammen auf angestellte Hebammen dienen.
1 Vgl. http://www.nls.niedersachsen.de/Monatsheft/MH_02_2005_Gesamtausgabe.pdf (28.03.2007).
1 Einleitung 4
1.3 Aufbau der Arbeit
Die Arbeit ist aufgeteilt in einen theoretischen und einen empirischen Teil, wobei der empirische Teil überwiegt.
Die notwendigen theoretischen Grundlagen für diese Ausarbeitung werden in Kapitel zwei kurz beschrieben. Dazu gehören die Kosten- und Leistungsrechnung, das DRG-System, Grundlagen der Kalkulation, die Personalbedarfsermittlung und die Entscheidungsorientierte Vorgehensweise.
In Kapitel drei erfolgt die praktische Umsetzung. Zunächst werden das Krankenhaus und die ausgewählte Fachabteilung vorgestellt. Anschließend werden die notwendigen Kosten- und Leistungsdaten für die Kalkulation ermittelt und die ausgewählten DRG’s kalkuliert. Nach der Kalkulation erfolgt die Ermittlung der unterschiedlichen Erlöse der DRG’s bei angestellten Hebammen und Beleghebammen. Es wird eine Personalbedarfsrechnung durchgeführt und die ermittelten Kosten und Erlöse werden für die Entscheidungsfindung ausgewertet.
Das vierte Kapitel fasst die wesentlichen Inhalte und Aspekt dieser Ausarbeitung abschließend zusammen und gibt einen kurzen Ausblick.
2 Theoretische Grundlagen 5
2 Theoretische Grundlagen
Im folgenden Kapitel werden die theoretischen Grundlagen für den praktischen Teil der Arbeit erläutert.
Zunächst wird auf die Funktion der Kosten- und Leistungsrechnung eingegangen. Anschließend wird das deutsche DRG-System beschrieben. Danach folgen Grundlagen zur Kalkulation der Kosten und zur Personalbedarfsermittlung. Abschließend wird die Entscheidungsorientierte Vorgehensweise erläutert.
2.1 Funktionen der Kosten- und Leistungsrechnung
Im Rahmen der Betriebsführung hat die Kosten- und Leistungsrechnung allgemein die Aufgabe, die kostenorientierten betrieblichen Entscheidungsprozesse zu verdeutlichen und Kosten-und Leistungsinformationen zur Erreichung der Unternehmensziele
bereitzustellen. 2 Dies gilt, trotz der besonderen Zielsetzung von Dienstleistungsunternehmen, auch für die Kosten- und Leistungsrechnung von Krankenhäusern.
Im Gegensatz zu den erwerbswirtschaftlichen Unternehmen ist die Kosten-und Leistungsrechnung für deutsche Krankenhäuser durch die Krankenhausbuchführungsverordnung (KHBV) gesetzlich vorgeschrieben. Neben den allgemeinen betriebswirtschaftlichen Funktionen muss sie auch
die rechtlich vorgegebenen Zwecke erfüllen. 3
Mit Hilfe der Kosten- und Leistungsrechnung wird aufgezeigt, wie betriebliche Tätigkeiten die Kosten und Erlöse eines Unternehmens und somit den
2 Vgl. Coenenberg, A. G.: Kostenrechnung und Kostenanalyse. 5.Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag. Stuttgart 2003, S. 18.
3 Vgl. Keun, F.; Prott, R.: Einführung in die Krankenhaus-Kostenrechnung. 5. überarbeitete und erweiterte Auflage. Verlag Dr. Th. Gabler. Wiesbaden 2004, S. 110.
2 Theoretische Grundlagen 6
Betriebsgewinn beeinflussen. Sie bildet die Grundlage für Bemühungen, die Wirtschaftlichkeit in einzelnen Bereichen des Unternehmens zu erhöhen. 4
Die wesentlichen Funktionen der Kostenrechnung sind:
Abbildung 1: Funktionen der Kostenrechnung
(Eigene Darstellung in Anlehnung an: Preißler, P. R.: Entscheidungsorientierte Kosten- und Leistungsrechnung. Verlag Moderne Industrie. Landsberg/Lech 1995, S. 18.)
Die relevanten Informationen für eine aussagefähige Kosten- und Leistungsrechnung werden aus der Finanzbuchhaltung und der Betriebsstatistik gezogen. Eine Kosten- und Leistungsrechnung wird in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Durch eine systematische Erfassung, Weiterleitung und Aufbereitung von Kosten und Erlösen werden der Unternehmensführung Informationen für eine betriebsinterne Planung,
Steuerung und Kontrolle bereitgestellt. 5
4 Vgl. Schweitzer, M.; Küpper, H. U.: Systeme der Kosten- und Erlösrechnung. 7. überarbeitete und erweiterte Auflage. Verlag Franz Vahlen. München 1998, S. 1f.
5 Vgl. Moews, D.: Kosten- und Leistungsrechnung. 7. überarbeitete und stark erweiterte Auflage. R. Oldenbourg Verlag. München 2002, S. 5ff.
2 Theoretische Grundlagen 7
Der Zweck dieser Wirtschaftlichkeitsbetrachtung liegt darin, unwirtschaftliche Bereiche innerhalb des Unternehmens aufzudecken, die Effektivität der Leistungserstellung zu überprüfen und mögliche Maßnahmen zur Rationalisierung aufzuzeigen. Anschließend können diese Maßnahmen wiederum mit Hilfe der Kosten- und Leistungsrechnung auf ihre Umsetzbarkeit und Wirksamkeit hin überprüft werden. 6 Denn eine erhöhte Wirtschaftlichkeit bildet die Grundlage für einen gesteigerten Unternehmenserfolg.
Die Problematik der Erfassung, Verteilung und Zurechnung von Kosten unterliegt im Dienstleistungsbetrieb Krankenhaus grundsätzlich den gleichen
Schwierigkeiten, wie bei erwerbswirtschaftlichen Unternehmen. 7
2.1.1 Kosten- und Leistungsrechnung im erwerbswirtschaftlichen Unternehmen
Bei den erwerbswirtschaftlichen Unternehmen wird die Kosten- und Leistungsrechnung als internes Instrument zur Darstellung der Unternehmenssituation eingesetzt. Sie unterliegt üblicherweise keinerlei gesetzlichen Bestimmungen und hat keine Aufgabe zur Information
Außenstehender. 8
Die Struktur der Kostenrechnung wird mit der folgenden Abbildung verdeutlicht:
6 Vgl. Schweitzer, M.; Küpper, H. U.: a.a.O., S. 513.
7 Vgl. Janiszewski, J.; Larbig, M.: Das Krankenhaus muss seine Produktkosten kennen. In: führen und wirtschaften im Krankenhaus. 19. Jg. (2002). Heft 3. S. 246ff.
8 Vgl. Moews, D.: a.a.O., S. 5.
2 Theoretische Grundlagen 8
Abbildung 2: Struktur der Kostenrechnung
(Eigene Darstellung in Anlehnung an: Düsch, E.; Platzköster, C.; Steinbach, T.:
Kostenträgerrechnung als Steuerungsinstrument im Krankenhaus - eine mögliche
Weiterführung der Kosten- und Leistungsrechnung. in: Betriebswirtschaftliche Forschung
und Praxis 2/2002 S. 145.)
Da in den Unternehmen eine Vielzahl verschiedener Kosten entsteht, werden
diese in drei aufeinander folgenden Schritten miteinander verrechnet: 9
1.) Kostenartenrechnung: Welche Kosten sind entstanden? Die Kostenartenrechnung dient der Erfassung sämtlicher anfallender Kosten. Um alle anfallenden Kosten lückenlos zu erfassen, ist eine genaue Gliederung der Kostenarten notwendig. Diese können dabei unterschiedlich gegliedert werden, beispielsweise nach den verbrauchten Kosten (Personalkosten, Verwaltungsbedarf), nach der Zurechenbarkeit
(Einzelkosten, Gemeinkosten) oder nach Abhängigkeiten (fixe Kosten, variable Kosten). Zur Vereinfachung der Vergleichbarkeit der Kosten, ist es von Vorteil, alle Kosten im Laufe sämtlicher Abrechnungsperioden einheitlich zu verbuchen. 10
9 Vgl. Kicherer, H. P.: Kosten- und Leistungsrechnung. 2. Auflage. Verlag C.H. Beck. München 2000, S. 10.
10 Vgl. Moews, D.: a.a.O., S. 80ff.
2 Theoretische Grundlagen 9
2.) Kostenstellenrechnung: Wo sind die Kosten entstanden? Damit die Kostenstellenrechnung eine möglichst große Aussagekraft hat, müssen die Kosten, die bei der Herstellung bzw. Diensterstellung anfallen, nach dem Kostenverursachungsprinzip den jeweiligen Kostenstellen zugeteilt
werden. 11
Weitere Aufgaben der Kostenstellenrechnung sind die Kontrolle der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Kostenstellen und die Planung und Überwachung der Kostenstellenbudgets. Zu diesem Zweck wird häufig der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) eingesetzt. Der BAB verteilt die Gemeinkosten auf die einzelnen Kostenstellen. Kosten der Hilfs- und Nebenkostenstellen werden über Schlüsselungen oder andere
Gewichtungen an die Haupt- oder Endkostenstellen verteilt. Dabei ist es wichtig, geeignete Umlageschlüssel für eine möglichst genaue Zuordnung der Kosten auf die Kostenstellen festzulegen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden die Einzelkosten im BAB den
Hauptkostenstellen zugeordnet. 12
3.) Kostenträgerrechnung: Wofür sind die Kosten entstanden? Die Kostenträgerrechnung verdeutlicht, welche Kosten für die verschiedenen Güter und Dienstleistungen in den Kostenstellen angefallen sind und bildet somit die Grundlage für die Preisbildung und Kalkulation der angebotenen
Produkte und Dienstleistungen. 13
Bei der Kostenträgerrechnung gibt es zwei unterschiedliche Arten: Zum einen die Kostenträgerzeitrechnung, die die angefallenen Kosten pro Periode und Leistungsart aufzeigt, zum anderen die Kostenträgerstückrechnung, welche die Selbst- bzw. Herstellkosten einer Leistungs- oder Produkteinheit
ermittelt und somit die Kalkulation von Angebotspreisen ermöglicht. 14
Die Kosten- und Leistungsrechnung unterscheidet außerdem zwischen einer Voll- und Teilkostenrechnung.
11 Vgl. Kicherer, H. P.: a.a.O., S. 133ff.
12 Vgl. Moews, D.: a.a.O., S. 126.
13 Vgl. Zapp, W.: Kostenrechnung und Controllinginstrumente in Reha-Kliniken. 1. Auflage. Josef Eul Verlag GmbH. Lohmar-Köln 2005, S. 33ff.
14 Vgl. Keun, F.; Prott, R.: a.a.O., S. 171.
2 Theoretische Grundlagen 10
Bei der Vollkostenrechnung werden alle Kostenbestandteile(fixe und variable Kosten) berücksichtigt und auf die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen verteilt. Die Vollkostenrechnung bietet daher keine geeigneten Informationen für die Ermittlung absoluter Preisuntergrenzen und
verringert somit im Endeffekt die Wettbewerbsfähigkeit. 15 Die Teilkostenrechnung berücksichtigt dagegen nur die variablen Kosten, also Kosten, die den Kostenträgern verursachungsgerecht zugeordnet werden können. Fixe Kosten, die nicht direkt bei der Erstellung der Kostenträger anfallen, werden zusammengefasst und über das Betriebsergebnis verrechnet. 16
Die Leistungsrechnung dient der Ergänzung der Kostenrechnung und hat die bewerteten Güter und Dienstleistungen zu erfassen. Sie ermöglicht den Unternehmen, einzelne Bereiche sinnvoll zu steuern und soll für Transparenz des Leistungsgeschehens sorgen. Um die Leistungen mit den Kosten vergleichend betrachten zu können, müssen die Leistungen einer Kostenstelle eindeutig zurechenbar sein, da es ansonsten zu Fehleinschätzungen kommt. 17
2.1.2 Kosten- und Leistungsrechnung im Krankenhaus
Für Krankenhäuser ist die Kosten- und Leistungsrechnung gemäß § 8 KHBV gesetzlich vorgeschrieben:
„Das Krankenhaus hat eine Kosten- und Leistungsrechnung zu führen, die eine betriebsinterne Steuerung sowie eine Beurteilung der Wirtschaftlichkeit
und Leistungsfähigkeit erlaubt[…]“. 18
15 Vgl. Schweitzer, M.; Küpper, H. U.: a.a.O., S. 72f.
16 Vgl. Kilger, W.; Pampel, J.; Vikas, K.: Flexible Plankostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung. 11. vollständig überarbeitete Auflage. Verlag Dr. Th. Gabler GmbH. Wiesbaden 2002, S. 516ff.
17 Vgl. Weber, J.; Schäffer, U.: Einführung in das Controlling. 11. Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag. Stuttgart 2006, S. 161ff.
18 Vgl. § 8 Krankenhausbuchführungsverordnung.
2 Theoretische Grundlagen 11
Durch die gesetzliche Festschreibung erhält die Kosten- und Leistungsrechnung im Krankenhaus eine Sonderstellung, da sie nicht nur der betriebsinternen Steuerung dient, sondern auch eine Beurteilung der Wirtschaftlichkeit durch Außenstehende ermöglicht. Dabei sind
Mindestanforderungen an die Aufgaben und den grundlegenden Aufbau der Kosten- und Leistungsrechnung gemäß den speziellen Gesetzen des
Gesundheitswesens für Krankenhäuser vorgegeben. 19 Es gibt keine Vorschriften über die genaue Ausgestaltung der Kosten- und Leistungsrechnung, sondern es werden Rahmenbedingungen vorgegeben, die eingehalten werden müssen. Dazu gehört die Kostenstellenbildung gemäß Anlage 5 der KHBV. Kosten müssen aus der Finanzbuchführung herzuleiten sein und die Kosten und Leistungen sind verursachungsgerecht
gemäß der Kostenstellen zu erfassen. 20
Folgende Aufgaben soll die Kosten- und Leistungsrechnung im Krankenhaus
erfüllen: 21
Betriebsinterne Steuerung
Beurteilung der Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit Ermittlung der Pflegesatzfähigen Kosten sowie die Erstellung der Leistungs- und Kalkulationsaufstellung
Ziel der Kosten- und Leistungsrechnung ist es, eine betriebswirtschaftliche
Analyse des Unternehmens Krankenhaus aufzuzeigen. 22 Aufgrund der Festschreibung des Erlösbudgets ist für die Existenzsicherung der Krankenhäuser ein Überblick der realisierten mit den vereinbarten Leistungen in regelmäßigen Abständen vorzunehmen. Somit können bei
19 Vgl. Hentze, J.; Kehres, E.: Kosten- und Leistungsrechnung in Krankenhäusern. Systematische Einführung. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Verlag W. Kohlhammer. Köln 1999, S. 27.
20 Vgl. Preuß, O. F.: Kosten- und Deckungsbeitragsmanagement im Krankenhaus unter besonderer Berücksichtigung von Fallpauschalen und Sonderentgelten. Verlag Lang. Frankfurt 1996, S. 63f.
21 Vgl. Keun, F.; Prott, R.: a.a.O., S. 110.
22 Vgl. Hentze, J.; Kehres, E.: a.a.O., S. 3.
Arbeit zitieren:
Diplom-Kaufmann (FH) Christian Seidel, 2007, Entscheidungsorientierte Kosten- und Leistungsrechnung im DRG-System, München, GRIN Verlag GmbH
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