Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Das 4CID-Modell und seine praktische Anwendung 3
2.1 Analyse der Kompetenz / Hierarchisierung 4
2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen 6
2.3 Entwurf von Lernaufgaben 8
2.4 Beispiele für unterstützende Informationen 11
2.5 Beispiel für just-in-time-Informationen (JIT-Informationen) 12
3 Mediendidaktische Überlegungen in Bezug auf das 4CID-Modell 12
3.1 Lerntheoretische Überlegungen 12
3.2 Situiertes Lernen 13
3.3 Geeignete Didaktische Szenarien 14
3.4 Medien zur Unterstützung des Blueprints und Beispiele 16
4 Zusammenfassung und eigenes Fazit 17
Literaturverzeichnis 18
Erkl ärung
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1 Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit trägt den Titel: Bildungswissenschaftler/-in im Bereich der Interkulturellen Arbeit/Arbeit mit Migranten. Migration wird im Glossar des Studienbriefes „Nationalstaat und Erziehung“ von Wenning definiert als „längerfristige, räumliche Verlagerung des Lebensraumes über eine größere Distanz, die ein Verlassen des sozialen Aktionsraumes zur Folge hat“ (2005, S. 26). Ein Verlassen des bisherigen sozialen Aktionsraumes bedeutet für Migranten, dass ihre bisherigen gesellschaftlichen Anforderungen vorerst an Bedeutung verlieren und sie mit neuen komplexen Anforderungen der aufnehmenden Gesellschaft konfrontiert werden. In diesem Zusammenhang scheint es sinnvoll, Instruktionsmodelle zu nutzen, da diese in der Lage sind, lebensnahe, authentische Lernkontexte aufzunehmen und sie in ihrem Komplexitätsgrad zu reduzieren, was sich gemäß der Cognitive Load Theory positiv auf die Lernleistung auswirken kann (van Merriënboer & Kirschner 2007, S. 22 f.). Diesen beiden Aspekten (Zielen) soll in dieser Hausarbeit nachgegangen werden. Das Four Component Instructional Design Model (4CID-Modell), das im Rahmen dieser Arbeit näher beleuchtet werden soll, gilt derzeit international als das wichtigste Modell, das z.B. solche komplexen kognitiven Fähigkeiten aus authentischen Lern-/Lebenskontexten trainieren kann (Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth, 2006, S. 84).
Im zweiten Kapitel, dem praktischen Teil der vorliegenden Arbeit, wird das 4CID - Modell in seinen Grundzügen anhand des im Titel genannten exemplarischen Beispiels beschrieben und zugleich auf dieses Arbeitsfeld angewendet. Das dritte Kapitel liefert den theoretischen Bezugrahmen für das vorgenannte Modell und gibt Hinweise für geeignete Didaktische Szenarien und Beispiele für den Einsatz von Medien im 4CID - Modell. Abschließend erfolgt ein eigenes Fazit.
Der besseren Lesbarkeit halber wird im Text ausschließlich die männliche Form verwendet, wenn es um Personen geht. Gemeint sind selbstverständlich jeweils immer beide Geschlechter.
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2. Das 4CID-Modell und seine praktische Anwendung
Das 4CID-Modell gehört zu den Instruktionsdesignmodellen (ID) der zweiten Generation, in denen kognitivistische und konstruktivistische Positionen miteinander verbunden werden. Die Verbindung des Elements der Instruktion mit dem Konstruktionsprinzip führte zur Entwicklung von ID-Modellen, die Lernen anhand authentischer Problemstellungen, d.h. situiertes Lernen, anstreben (de Witt & Czerwionka, 2007, S. 58 ff.). Die Gestaltung von komplexen Lernsituationen innerhalb des 4CID-Modells stellen van Merriënboer und Kirschner mit Hilfe eines Blueprints vor (2007, S. 13 f.). Dieses wird von ihnen in vier Einzelelemente (engl. four components) unterteilt und als „training Blueprint“ bezeichnet:
Abbildung 1
(Quelle: van Merriënboer, Clark, de Croock, 2002, S. 44)
Eine besonders wichtige Rolle nehmen hierbei die authentischen Lernaufgaben (engl. learning tasks) ein. Sie versuchen die Realität des Alltags widerzuspiegeln und ermöglichen so das Erlernen von komplexen kognitiven Fertigkeiten. Sie dienen dem Aufbau kognitiver Schemata bei den Lernenden. Diese Schemata lenken dann die Ausführung von nicht wiederkehrenden Fertigkeiten (engl. non-recurrent skills) und Automatisierung von Schemata beim Ausüben von wiederkehrenden Fertigkeiten (engl. recurrent skills). Um non-recurrent skills erfolgreich bewältigen
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zu können, sind ständig verfügbare unterstützende (engl. supportive) Informationen erforderlich. Für die Bewältigung von recurrent skills stehen während der Bearbeitung Informationen zur Verfügung, sog. procedural oder auch just-in-time Informationen. Zusätzliche repetierende Übungen von recurrent skills, die zügig und zuverlässig automatisiert werden müssen, werden als Übung einer Teilaufgabe (engl. part-task practice) bezeichnet, die jedoch in der vorliegenden Hausarbeit aufgrund des vorgegebenen Rahmens und ihrer nachrangigen Stellung nicht weiter thematisiert werden. Von diesen vier Komponenten ausgehend entwickeln van Merriënboer und Kirschner zehn einzelne Schritte (2007, S. 27 ff.). Diese ermöglichen dem Anwender einen systematischen Entwurf von Lernmaterialien und damit die Gestaltung des Curriculums. Nachfolgend werden einzelne grundlegende dieser Schritte herausgegriffen, mit dem exemplarischen Arbeitsfeld verknüpft und in dessen Kontext erläutert.
2.1 Analyse der Kompetenz / Hierarchisierung
Die hier zugrunde liegenden „neueren“ Lehrtheorien betonen den Gebrauch von authentischen ganzheitlichen Lernaufgaben (engl. whole-tasks) als die treibende Kraft für das Lernen. Ein großes Risiko für den Gebrauch solcher Aufgaben besteht darin, dass die Lernenden Schwierigkeiten beim Lernen haben, weil sie durch die Aufgabenkomplexität überfordert werden. Die „Cognitive Load Theory“ bietet Anhaltspunkte, um mit der sehr begrenzten Verarbeitungskapazität des menschlichen Gedächtnisses entsprechend zu verfahren (van Merriënboer & Kirschner, 2007, S. 22 ff.). Die erste Voraussetzung zur Reduzierung von Komplexität ist die Analyse von Kompetenzen, die die gewünschte(n) Verhaltensweise(n) am Ende des Bildungsganges erfordern. Dazu muss die authentische ganzheitliche Fertigkeit in die sie konstituierenden Anteile (Teilfertigkeiten) zerlegt werden. Die Zusammenhänge zwischen diesen Anteilen werden in einer Fertigkeitenhierarchie durch eine vertikale (auch konditionale) Relation und eine horizontale (auch tem-poräre) Relation dargestellt (Bastiaens et al., 2006, S. 94 f.). In der nachfolgenden Abbildung wird der Versuch unternommen, eine Fertigkeitshierarchie unter den vorgenannten Aspekten für einen Bildungswissenschaftler im Bereich der Interkulturellen Arbeit / Arbeit mit Migranten vorzustellen.
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Arbeit zitieren:
Michael Träger, 2008, Bildungswissenschaftler/-in im Bereich der Interkulturellen Arbeit / Arbeit mit Migranten, München, GRIN Verlag GmbH
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