Inhalt
1. Einleitung 1
2. Die Entwicklung der französischen Presse 2
3. Die französische nationale Tagespresse 3
3.1 Merkmale der nationalen Tagespresse in Frankreich 3
3.1.1 Form Stil und äußere Merkmale 3
3.1.2 Staatliche Unterstützung des Presse 5
3.2 Titel der nationalen Tagespresse in Frankreich 7
3.2.1 Le Monde 7
3.2.2 Le Figaro 9
3.2.3 Libération 11
3.2.4 La Croix 13
4. Die Quotidiens Gratuits d Information 14
4.1 Merkmale der Quotidiens Gratuits d Information 14
4.2 Titel der Quotidiens Gratuits d Information 16
4.2.1 Metro 16
4.2.2 20minutes 18
5. Fazit 20
Quellenverzeichnis 22
Anhang
Französische nationale Tageszeitungen d information générale
Gesamtauflagen Frankreich 2003 26
Pariser Gratis-Tageszeitungen d information générale Auflagen 2003 26
Die Titel der PQN d information générale 27
Die Titel der quotidiens gratuits d information générale 27
Distribution von Metro in der Region Ile de France 28
Distribution von 20minutes in der Region Ile de France 29
Vergleichsstatistiken zu den Leserschaften von 20minutes
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und der presse quotidienne nationale d information générale
1. Einleitung
Innerhalb der großen Thematik „Nationale Tagespresse in Frankreich“ soll der Schwerpunkt dieser Arbeit auf dem Aspekt „information générale“ liegen. Die Publikationen, welche unter diese Rubrik fallen, bieten mit ihren weit gefächerten Informationen täglich einen Überblick über wichtige politische, wirtschaftliche und kulturelle Ereignisse weltweit.
In den letzten Jahren sind die Auflagen der quotidiens d’information générale stetig zurückgegangen. Dennoch haben sich seit 2002 zwei neue Tageszeitungen in Paris, wo der Schwerpunkt dieser Untersuchung liegen soll, etabliert. Diese neuen Publikationen erfüllen alle Voraussetzungen der quotidiens d’information générale und heben sich doch durch zwei entscheidende Punkte von diesen ab: Die Finanzierung und die Distribution. Während sich die reguläre nationale Ta- gespresse sowohl über Anzeigen als auch über den Verkauf der Einzelexemplare finanziert, so geschieht dies bei den beiden neuen Publikationen lediglich über Anzeigen, da die Printerzeugnisse gratis verteilt werden.
Bereits vor Erscheinen der neuen Publikationen kritisierte die presse payante 1 diese neue Form der Tageszeitungen. Die renommierten Zeitungen befürchteten Einbußen bei ihrer Leserschaft und den Anzeigenkunden und äußerten Bedenken über den Erhalt der Pressefreiheit.
Heute, drei Jahre nach der Lancierung der Gratis-Tagespresse, stellen sich die Fragen, ob die Befürchtungen der presse payante begründet waren und welche Folgen die Erweiterung der Presselandschaft der Tageszeitungen durch die gratuits 2 mit sich gebracht hat. Um mich diesen Fragen zu nähern, werde ich im Folgenden zunächst kurz die Geschichte der Presse in Frankreich skizzieren, um anschließend auf die quotidiens d’information générale und die gratuits einzuge- hen. Anhand der Ergebnisse soll abschließend der aktuelle Einfluss der gratuits auf die nationale Tagespresse in Frankreich aufgezeigt werden.
1 Anmerk. D. Verf.: Der Begriff „presse payante“ bezeichnet die nationalen französischen Tages- zeitungen, welche käuflich erworben werden können.
2 Anmerk. D. Verf.: Der Begriff „gratuits“ steht für die Gratiszeitungen.
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2. Die Entwicklung der französischen Presse
„Die Wurzeln des französischen Pressejournalismus“, so Machill, „liegen in der Politik und der Literatur.“ 3 Verfolgt man die Entwicklung der Presse in Frank- reich zurück, so findet man darin die Bestätigung dieser Aussage. Für Albert 4
beginnt die Geschichte der französischen Presse bereits im 15. Jahrhundert nach der Erfindung des Buchdrucks. Zunächst gab es lediglich unregelmäßig erschei- nende „Flugblätter“ 5 , welche über politische oder außergewöhnliche Ereignisse
berichteten. Die erste periodische Publikation in Frankreich war die von Théoph- raste Renaudot gegründete Gazette (später Gazette de France), welche 1631 erstmals erschien. Bis 1665 besaß diese Zeitung, die sich auf die Verbreitung von politischen Informationen spezialisiert hatte, eine Monopolstellung in Frankreich. Später kamen Colberts Le Journal des Savants (1665) und Le Mercure Galant (1672), der 1724 in Mercure de France umbenannt wurde, hinzu. Die erste fran- zösische Tageszeitung schließlich erschien im Jahre 1777, das Journal de Paris.
In der darauf folgenden Zeit durchlief die französische Presse sowohl Höhen als auch Tiefen; die Zeiten der großer Pressefreiheit und einer daraus resultierenden hohen Anzahl an Publikationen 6 wurden von Napoleon, sobald dieser nach der
französischen Revolution an die Macht kam, beendet. Mit dem Dekret vom 17.12.1800 wies er die Presse in enge Schranken zurück und reduzierte die An- zahl der zugelassenen Zeitungen, wobei er den Moniteur Universel zum Sprachrohr seiner Regierung ernannte. 7 Bis zum 29.07.1881 blieben die von Na-
poleon erlassenen staatlichen Restriktionen gegenüber der Presse bestehen. Erst an besagtem Tage, zwei Jahre nach ihrem Amtsantritt, erließ die neue republikani- sche Regierung ein neues Pressegesetz, womit die Presse von der bisherigen staatlichen Kontrolle befreit wurde. Seither, so hat es den Anschein, unternimmt der Staat alles ihm mögliche, um das Bestehen der Presse zu fördern und diese zu erhalten.
3 Machill, Marcel: Frankreich Quotenreich. Vistas, Berlin 1997, S. 275.
4 Albert, Pierre: La presse française, Paris 1998, S. 161.
5 „Des feuilles volantes“, Albert, Pierre: La presse française, Paris 1998, S. 161.
6 Neudefinition der Pressefreiheit in Artikel 11 der „Déclaration des droits de l’homme et du citoy- en“ vom 26.08.1789, woraufhin der Pressemarkt in Frankreich von mehr als 1500 Periodika überflutet wurde. Vgl.: Albert, Pierre: La presse française, Paris 1998, S. 162.
7 Albert, Pierre: La presse française, Paris 1998, S. 163.
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3. Die französische nationale Tagespresse
3.1 Merkmale der nationalen Tagespresse in Frankreich
3.1.1 Form, Stil und äußere Merkmale
Für die Deutschen ist die französische Tagespresse durch ihr völlig anderes Er- scheinungsbild zunächst ungewohnt. Tageszeitungen in Frankreich haben ein relativ kleines Format 8 und sind somit, verglichen mit den deutschen, wesentlich
handlicher. Optisch sind sie weiter durch eine sehr bunte Gesamtgestaltung ge- kennzeichnet. Bereits das Titelblatt („la Une“) ist sehr aufwendig und bunt, was sich sowohl durch die farbige Gestaltung des Namens der Publikation (wie bei Libération oder La Croix), als auch durch farbige Artikelüberschriften (z. B. bei La Croix), einem farbig groß gedruckten Preis (bei Le Figaro) und das Titelbild ausdrückt, welches bei französischen Tageszeitungen mitunter so gut wie die gan- ze Titelseite einnehmen kann (z. B. bei Libération). Dieses fast magazinhafte Äußere der französischen Tageszeitungen erscheint logisch, macht man sich be- wusst, dass die Distribution größtenteils über den Straßenverkauf („vente au numéro“) erfolgt. 9 Mit der Farbigkeit zieht die Zeitung Aufmerksamkeit auf sich,
welche nötig ist, um sich am Kiosk gegen Konkurrenten beim Kauf durchzuset- zen. Das handliche Format erleichtert die Zeitungslektüre in Metro, Bus und Bahn auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit, welchen der Großteil der Franzosen dazu nutzt, die Zeitung zu rezipieren.
Inhaltlich sind französische Tageszeitungen durch den Meinungsjournalismus („presse d’opinion“) geprägt. Die Meinungsfreiheit, so Woltersdorff, ist in Frank- reich eine der Grundlagen des Selbstverständnisses der Presse. 10 8 Le Monde beispielsweise misst 32 x 47 cm. Die Süddeutsche Zeitung im Vergleich dazu misst: 39,5 x 56,5 cm.
9 Woltersdorff spricht von einer Minderheit von 15 % der Franzosen, welche eine Tageszeitung abonniert haben. Vgl. Woltersdorff, Stefan: Die französische Presse zwischen Globalisierungs- druck und Selbstbehauptung, in: Weber, Thomas/ Woltersdorff, Stefan: Wegweiser durch die französische Medienlandschaft. Schüren Presseverlag, Marburg 2001, S. 33.
10 Vgl. Woltersdorff, Stefan: Die französische Presse zwischen Globalisierungsdruck und Selbst- behauptung, in: Weber, Thomas/ Woltersdorff, Stefan: Wegweiser durch die französische Medienlandschaft. Schüren Presseverlag, Marburg 2001, S. 34.
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Der Wirtschaftsjournalismus spielte in Frankreich lange Zeit eine untergeordnete Rolle. Jedoch konnten die Wirtschaftszeitungen Les Echos und La Tribune zwi- schen 1989 und 1999 ihre Auflage erhöhen. 11 Der Zeitung Le Figaro liegt täglich
ein extra Wirtschaftsteil bei, welcher sich farblich vom Rest der Zeitung abhebt, da er auf orangefarbenem Papier gedruckt ist.
Seit den 1970er Jahren hat sich die Strategie der Dachmarken in der französischen Presse ausgebreitet. Dies bedeutet, dass z. B. Le Figaro unter seinem Titel weitere Publikationen wie Le Figaro Patrimoine, Figaroscope, Le Figaro Magazine und Madame Figaro herausgibt. Durch diese spezialisierten Magazine, welche an verschiedenen Tagen der Hauptausgabe der Zeitung beiliegen oder einzeln erwor- ben werden können, erhoffen und sichern sich die Verlage zusätzliche Leser. 11 Les Echos und La Tribune konnten zwischen 1989 und 1999 ihre Auflage um 39 % erhöhen. Vgl.: Woltersdorff, Stefan: Die französische Presse zwischen Globalisierungsdruck und Selbstbe- hauptung, in: Weber, Thomas/ Woltersdorff, Stefan: Wegweiser durch die französische Medienlandschaft. Schüren Presseverlag, Marburg 2001, S. 34.
4
3.1.2 Staatliche Unterstützung der Presse
In kaum einem anderen Land 12 wird die Presse so stark vom Staat unterstützt, wie
in Frankreich. Die Subventionierung drückt sich in direkten, indirekten und so genannten „versteckte Hilfen“ aus.
Die direkten Hilfen des Staates für die Presse sind unter dem Posten „interventions politiques et administratives“ im Etat des Premierministers ver- zeichnet. Sie lassen sich in drei verschiedene Arten der Unterstützung untergliedern. Hier sei beispielhaft u.a. der „Fonds d’aide à l’expansion de la presse française à l’étranger“ für die Förderung des Vertriebes der französischen Presse im Ausland genannt. Machill bezeichnet ihn als „ein vorzügliches Beispiel für den […] Wunsch Frankreichs, mittels seiner französischsprachigen Publikati- onen ‚in der Welt’ präsent zu sein und Einfluss auszuüben.“ 13 Dieser Fonds,
welcher seit 1957 besteht, basiert heute auf der gesetzlichen Grundlage des Arrêté vom 25.02.1991. Er fördert die Kosten für Transport, Reklame und Kundenwer- bung im Ausland. Des Weiteren sind noch Transport- und Telefonkosten unter den Posten der direkten Hilfen des Staates für die Presse zu nennen. Die Kosten des Transportes der Presseerzeugnisse, welcher mit der staatlichen Eisenbahnge- sellschaft SNCF erfolgt, und die Telefongebühren über France Télécom werden zu einem Teil durch den Staat übernommen. Diese Subventionierungen erfolgen an Hand eines festgelegten Rabattes, den die Presse bei den Unternehmen erhält und welcher in der Staatskasse als Reduktion verbucht wird.
Einen weiteren wichtigen Posten neben den direkten finanziellen Fördermaßnah- men des Staates nehmen dessen indirekte Hilfen für die Presse ein. Da es sich hierbei um Steuerminderungen für die Presse handelt, spricht man von Minder- einnahmen des Staates. 14 12 Hierbei sei nur noch auf Italien hingewiesen, wo 1986 eine Summe von rund 130 Millionen Euro aus Staatskassen in die Subventionierung der Presse floss. Eine Summe, welche Frankreich um über das vierfache übersteigt. Vgl. Kuhn, Raymond: The Media in France. Routledge, London 1995, S. 41.
13 Machill, Marcel: Frankreich Quotenreich. Vistas, Berlin 1997. S. 281.
14 Konkret sind dies folgende steuerliche Erleichterungen: verminderter Mehrwertsteuersatz für Presseprodukte, Steuerbegünstigungen bei Reinvestitionen, Ausnahme von Gewerbesteuer, niedri- gere Posttransportkosten sowie ein berufsbezogener Steuerfreibetrag für Journalisten. Vgl.: Machill, Marcel: Frankreich Quotenreich. Vistas, Berlin 1997. S. 289.
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Bei den versteckten Hilfen des Staates für die Presse handelt es sich um Hilfen, welche auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar sind. Hierzu zählt u. a. die Ankündigung des Staates, in Zeitungen Werbung zu schalten. Durch die Reservie- rung von Anzeigenplätzen sollen eventuelle Verluste des Anzeigengeschäftes ausgeglichen werden.
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Sarah Maria Eder, 2004, PQN d'information générale, München, GRIN Verlag GmbH
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