Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 DER EU-BEITRITT BULGARIENS. 4
2.1 Theoretische Fundierung. 4
2.1.1 Neo-Funktionalismus 4
2.1.2 Neo-Realismus 6
2.2 Empirie. 9
2.2.1 Historie der E.U 9
2.2.2 Empirische Lage - Betrachtung durch den Neo-Funktionalismus. 11
2.2.3 Empirische Lage - Betrachtung durch den Neo-Realismus. 13
2.3 Zwischenfazit 15
3 FAZIT. 16
LITERATURVERZEICHNIS 18
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1 Einleitung
Das Thema dieser Arbeit ist der zukünftige Beitritt von Bulgarien zur Europäischen Union, welcher aller Voraussicht nach zum 1.Januar 2007 erfolgen wird. Es soll untersucht werden, in welchem Maße und hinsichtlich welcher Kriterien der Beitritt Bulgariens einen Gewinn für die bisherigen Mitgliedsstaaten und die Organisation der EU bringt. Anhand zweier Theorien der Internationalen Beziehungen soll untersucht werden, aus welchen Gründen und mit welchem Zweck Bulgarien der Europäischen Union beitreten wird.
Worin liegen die Vorteile einer stetigen Erweiterung der EU, was für Nachteile könnte sie mit sich bringen und wo liegen die Herausforderungen? Und ganz konkret: Worin liegt der Sinn der Osterweiterung und was bringt der Beitritt eines Landes wie Bulgarien für die weitere Entwicklung der EU? Diese Fragen sind in einer Zeit, in der die EU zunehmend als einheitlicher Akteur in weltpolitischen Angelegenheiten auftritt, durchaus aktuell und von einiger Bedeutung. Bedeutend deswegen, weil die Zusammensetzung und die Zielsetzung eines Zusammenschlusses wie der EU auch ihre Aufgaben definiert. Die Debatte innerhalb Europas ist groß, inwieweit die EU noch aufnahmefähig für neue Beitrittsländer ist, und worin eigentlich ihre Aufgaben und Ziele liegen. Diese Arbeit will versuchen, einige Fragen zu beantworten und Anhaltspunkte für die Entscheidung zu einem Beitritt Bulgariens zu finden. Innerhalb der Arbeit sollen zunächst einmal die Grundzüge der Theorie des Neo-Funktionalismus und der Theorie des Neo-Realismus dargestellt werden, anhand derer das Thema zu betrachten sein wird.
Nach der theoretischen Fundierung beginnt dann der empirische Teil der Arbeit. Es wird zunächst ein kurzer historischer Abriss über die Entstehung und die vorangegangenen Erweiterungen der EU gegeben. Dies soll ermöglichen, genauer auf den geplanten Beitritt Bulgariens eingehen, und schließlich die empirische Lage anhand der zuvor im Theorieteil aufgestellten Hypothesen interpretieren zu können.
Zum Schluss der Arbeit soll ein kurzes Fazit gezogen werden, das einen Ausblick auf weitere mögliche Entwicklungen innerhalb der EU gibt.
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2 Der EU-Beitritt Bulgariens
Um den EU-Beitritt Bulgariens wissenschaftlich analysieren zu können, werden zunächst die beiden Theorien vorgestellt, anhand derer in dieser Arbeit argumentiert werden soll. In der theoretischen Fundierung werden zunächst die Grundzüge des Neo-Funktionalismus dargestellt, anschließend die des Neo-Realismus. Danach folgt die Interpretation der empirischen Lage.
2.1 Theoretische Fundierung
2.1.1 Neo-Funktionalismus
Der Neo-Funktionalismus als Theorie der Internationalen Beziehungen ist mit der Gründung der späteren EU in den 1950/60er Jahren entstanden. Betrachtungsobjekt der neofunktionalistischen Theorie ist die regionale Integration im Allgemeinen und die Europäische Integration im Besonderen (vgl. Tranholm-Mikkelsen 1991: 2f). Einer der Hauptvertreter des Neo-Funktionalismus ist Ernst Haas. Integration wird innerhalb dieser Theorie als die Aufgabe von nationalen Souveränitätsrechten und deren Transfer auf supranationale Organisationen gesehen. Wichtig ist hier, dass es sich bei Integration immer um einen Prozess handelt, nicht um einen Zustand. Das Resultat von einem Prozess politischer Integration ist eine neue politische Gemeinschaft, die in Punkto Kooperation über die vorherigen gestellt ist (vgl. Tranholm-Mikkelsen 1991: 3). Diese supranationalen Institutionen treffen dann verbindliche Entscheidungen, die von den einzelnen Nationalstaaten umgesetzt werden müssen. Die Erwartungen und das Verhalten der politischen Akteure verändern sich durch den Prozess der Integration. Im Neo-Funktionalismus sind die politischen Akteure die Eliten, die mit der Zeit eine europäische Identität entwickeln.
Die zentrale These des Neo-Funktionalismus besteht in der Annahme des spill-over-Effektes. Dieser Effekt besagt, dass Integration innerhalb eines Sektors eine Art Eigendynamik entwickelt, und in andere Sektoren „überschwappt“. Auf diesem „sachlogischen Überschwappen“ beruht die gesamte Theorie Haas’. Durch die Entstehung von spezifischen, auch wirtschaftlichen, supranationalen Institutionen werden Prozesse in Bewegung gesetzt, die zu weiterer Integration auch in anderen Teilbereichen der Gesellschaft führen können. Zu Beginn der 1960er Jahre nahm man einen Automatismus des spill-over-Effektes an, mittlerweile ist man zu dem Schluss gekommen, dass es lediglich die Möglichkeit eines spill-over-Effektes gibt
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(Tranholm-Mikkelsen 1991: 9). Jeppe Tranholm-Mikkelsen unterscheidet zwischen drei Arten von spill-over: funktionaler, politischer und kultivierter spill-over. Funktionaler spill-over bezeichnet das Überschwappen von Integration von einem Wirtschaftszweig in einen anderen. Ein Beispiel aus der Entstehungsgeschichte der EU ist hier die Institutionenbildung im Bereich des Wirtschaftssektors Kohle und Stahl (EGKS), was schließlich auch zur Integration im Bereich der Atomenergie (EURATOM) geführt hat. Der politische spill-over-Effekt beruht auf der politischen Struktur der Westeuropäischen Gesellschaften, in denen die Politik von Gruppen bestimmt wird, die untereinander in Konflikt stehen. Als Eliten werden die Anführer der wichtigen politischen Gruppen bezeichnet, die am Entscheidungsfindungsprozess innerhalb der Politik teilhaben. Dies können Parteivertreter, Vertreter der Handelsverbände oder auch Vertreter der Gewerkschaften sein (vgl. Haas 1958: 17). Diese Eliten machen mit der Integration einen Lernprozess durch, und gelangen so zu der Überzeugung, dass ihren Interessen durch supranationale Lösungen besser gedient ist, als durch nationale Lösungen. Sie werden deshalb ihre Erwartungen, ihr Verhalten und eventuell auch ihre Loyalitäten auf die supranationalen Institutionen als neues Zentrum richten (vgl. Tranholm-Mikkelsen 1991: 5). Als kultivierter spill-over wird der Einfluss von zentralen Institutionen betrachtet, die das gemeinsame Interesse verkörpern, und so im Integrationsprozess „vermitteln“ (vgl. Tranholm-Mikkelsen 1991: 4ff).
Es gibt negative und positive Integration, wobei man unter negativer Integration zum Beispiel den Abbau von Handelsbeschränkungen versteht, und unter positiver Integration beispielsweise die Akzeptanz gemeinsamer politischer Inhalte durch mehrere Nationalstaaten. Obwohl positive Integration für den Prozess an sich bedeutsamer ist, so bedeutet doch auch negative Integration einen großen Schritt für die einzelnen Staaten. Durch die Aufgabe von Zollbarrieren geben sie einen Teil ihrer Souveränität auf, und reduzieren ihre Autonomie (vgl. Tranholm-Mikkelsen 1991: 12f).
Bedeutsam für den Neo-Funktionalismus ist die starke Bedeutung transnationaler Netzwerke in der Wirtschaft, die zu supranationaler Institutionenbildung und weiterer internationaler Zusammenarbeit führen können. Der wirtschaftliche Aspekt ist in dieser Theorie sehr wichtig, denn auch in der Empirie, also der Entwicklung der EU, ging die wirtschaftliche Einigung der politischen voraus. Ein wichtiges Ziel in der Theorie ist die Wohlstands-Maximierung. Diese politische Erwartung geht mit der Integration einher und ist mit ein Grund für die Entstehung neuer Institutionen. Durch die verbindlichen Entscheidungen der supranationalen Institutionen werden wirtschaftliche und politische Prozesse vereinheitlicht, und so optimiert. Der Le-
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Arbeit zitieren:
Kathrin Aldenhoff, 2006, Der EU-Beitritt von Bulgarien, München, GRIN Verlag GmbH
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