I NA
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS .......................................................................................................I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS ............................................................................................ II
1. EINLEITUNG 1
2. DERZEITIGE SITUATION 2
3. DIE KRISE ALS CHANCE 3
3.1 NEUAUSRICHTUNG DER ENTWICKLUNGSPOLITIK 3
3.2 ANSÄTZE FÜR VERBESSERTE AGRARPOLITIK 5
3.2.1 Industrienationen 5
3.2.2 Entwicklungsländer 7
4. FAZIT 9
LITERATURVERZEICHNIS 11
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung ausgewählter Nahrungsmittelpreise, Quelle: FAO (2008).
Seite 6.
1. Einleitung
Hungersnot und Nahrungsmittelknappheit sind leider auch heute noch keine außergewöhnlichen oder seltenen Ereignisse, jährlich treten in weiten Teilen dieser Erde Dürreperioden und damit verbundene Hungersnöte auf. Warum wird also in der jetzigen Situation von einer globalen Nahrungsmittelkrise gesprochen? Die Lage stellt sich anders dar als in der Vergangenheit. Der Hunger ist nicht mehr die Folge von ungenügender Verfügbarkeit, sondern vielmehr von unzureichender Erreichbarkeit. Länder die auf Nahrungsmittelimporte angewiesen sind, leiden nun besonders unter der Knappheit. In vielen Entwicklungsländern, davon ein Großteil in Afrika, z.B. Mauretanien, der Elfenbeinküste, Kamerun, Ägypten und dem Senegal, aber auch in Indien, Indonesien und Mexiko gab es in diesem Jahr große Hungersnöte, begleitet von Prosteten der notleidenden Bevölkerung. 1 Nicht nur die bereits Hungernden gingen auf die Straßen, sondern auch viele, die in den steigenden Preisen für Mais, Weizen und Reis eine drohende Gefahr für ihre Ernährungssicherheit erkannten.
Darüber, dass die derzeitige Nahrungsmittelkrise von stark gestiegenen Preisen für Nahrungsmittel verursacht wurde, herrscht weitestgehend Einigkeit. Uneins ist man sich hingegen über die Gründe, die zu dem starken Anstieg der Preise geführt haben. Hier werden klimatische Veränderung und damit einhergehende Ernteausfälle, Börsenspekulationen mit den Agrarrohstoffen, gestiegene Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln wie Fleisch und Milchprodukte der stark wachsenden Volkswirtschaften China und Indien, sowie die Verdrängung von Nahrungsmittelproduktion in den Industrienationen durch den Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Bio-Kraftstoffen als Ursachen angeführt. 2 Es ist weder Anspruch noch Intention dieser Arbeit, die Gründe für den Preisanstieg zu finden oder zu erklären, vielmehr ist das Ziel, die steigenden Nahrungsmittelpreise als Chance für eine Neuausrichtung der Agrar- und Entwicklungspolitik zu begreifen.
Der überwiegende Teil der Entwicklungsländer sind Netto-Getreideimporteure und somit von der Preissteigerung für Getreide stark betroffen. Getreide fungiert in armen Ländern zudem als Grundnahrungsmittel, wodurch quasi die Ärmsten der Armen am härtesten vom weltweiten Anstieg der Getreidepreise getroffen werden.
1
Vgl. World Food Programme, (2008).
2 Vgl. FAO, (2008), S. 3.
2. Derzeitige Situation
Obwohl durch GATT und WTO viele Zollschranken geöffnet und Zölle auch auf Agrarprodukte abgeschafft wurden, gibt es immer noch eine Vielzahl von wettbewerbsverzerrenden Institutionen, die den Handel von Agrarprodukten zwischen Industrie- und Entwicklungsländern behindern. Hierbei sind die Exportsubventionen für Agrargüter der EU und den USA zu nennen. Die EU förderte ihre Landwirte im Jahr 2000 mit 5,6 Mrd. € durch produktionsbezogenen Agrarexportsubventionen. 3 Diese Subventionen und die ökonomischen und politischen Missstände in vielen Entwicklungsländern haben zum Zusammenbrechen von regionalen Märkten geführt und falsche Anreize an die Bauern in den Entwicklungsländern gesendet.
Das Anti-Hunger-Programm, welches im November 2003 von der Food and Agriculture Organisation (FAO) der Vereinten Nationen auf den Weg gebracht wurde, ist ein Plan zur Reduktion von Hunger. 4 Die Maßnahmen, die von der FAO im Anti-Hunger-Programm angeregt werden, zielen vor allem direkt auf die Entwicklungsländer und die Erhöhung und Verbesserung des Nahrungsmittelangebots ab. Eine wichtige Säule der Minderung von Armut bzw. Hunger stellt hier die ländliche Entwicklung dar: Hilfe in akuten Notsituationen durch direkte Versorgung der hungernden Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Transferzahlungen. Also Maßnahmen, die sehr kurzfristig angelegt sind, werden hier behandelt. Darüber hinaus wird aber auch die Förderung von ländlichen Gebieten und Bauern vorgeschlagen, um die nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen. Das Anti- Hunger-Programm wurde mit dem sehr ehrgeizigen Ziel aufgelegt, die Zahl der hungernden Menschen von 1990 bis 2015 zu halbieren. 5 Dieses Ziel ist gleichzeitig eines der Millenium Developement Goals, die sich im Jahr 2000 189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen gesetzt haben. Zwar konnte die Zahl der Hungernden von 1992 bis 2003 von 823,1 Millionen auf 820,2 Millionen gesenkt werden und auch der Anteil der hungernden Menschen an der gesamten Weltbevölkerung von 20 auf 17 Prozent ist leicht gesunken, doch von der Halbierung des Hungers kann keine Rede sein. 6 Entwicklungshilfe ist ein weiteres wichtiges Instrument zur Bekämpfung von Armut und Hunger. Die Verwendung der Gelder aus Entwicklungshilfeprogrammen wurde in der
3
Vgl. Grabowsky, F, (2008), in: http://www.tagesschau.de/ausland/exportsubventionen2.html, zugegriffen am: 13.6.2008.
4 Vgl. FAO, (2003), S.1.
5 Vgl. FAO, (2008), S.48.
6 Vgl. FAO, (2006), S.118.
Quote paper:
Sebastian Schuster, 2008, Aktuelle Nahrungsmittelkrise, Munich, GRIN Publishing GmbH
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