Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Werbung 4
II.1. Was heißt hier eigentlich Werbung? 4
II.2. Werbeobjekte, Werbeziele und Werbewirkung. 4
II.3. Werbesprache - eine Inszenierung? 6
III. Metaphern in Werbespots. 8
III.1. Was sind eigentlich Metaphern? 8
III.2. Unterscheidung sprachlicher und nichtsprachlicher Metaphern 10
III.3. Bildliche Metaphern. 12
III.4. Filmische Metaphern. 13
III.4.1. Die kontextuelle Metapher 14
III.4.2. Die hybride Metapher. 14
III.4.3. Die simileartige Metapher 14
III.4.4. Die multimodale Metapher. 15
III.5. Von der sprachlich-bildlichen zur multimodalen Metapher 16
IV. Werbeanalysen bezogen auf die Metapherntheorie Forcevilles. 18
IV.1. Krombacher Pils. 18
IV.2. RWE. Der Online-Energieberater. 21
IV.3. Mars Schokoladenriegel. 23
IV.4 Amicelli Schokoladenröllchen 24
V. Fazit. 26
VI. Literaturangaben. 29
2
II. Werbung
II.1. Was heißt hier eigentlich Werbung?
eine absichtliche und zwangsfreie Form der Beeinflussung, welche die Menschen zur Erfüllung der Werbeziele veranlassen soll.“ 1 Was bei dieser Definition jedoch nicht deutlich genug betont wird und gerade für eine angemessene Interpretation von Werbung wichtig ist, ist die Tatsache, dass Werbung erst einmal der Versuch einer Beeinflussung ist, nicht schon die Beeinflussung selbst. Die folgende, auf Wirtschaftswerbung bezogene, Definition berücksichtigt diesen Sachverhalt und schließt weitere wichtige Aspekte mit ein: „Werbung wird die geplante, öffentliche Übermittlung von Nachrichten dann genannt, wenn die Nachricht das Urteilen und/oder Handeln bestimmter Gruppen beeinflussen und damit einer Güter, Leistungen oder Ideen produzierenden oder absetzenden Gruppe oder Institution (vergrößernd, erhaltend oder bei der Verwirklichung ihrer Aufgaben) dienen soll.“ 2 Bei Werbung handelt es sich also um einen Kommunikationsprozess, in dem der „Produzent“ eines Produktes mit dem möglichen Konsumenten durch eine Werbebotschaft in Verbindung tritt, um ihn von positiven Produkteigenschaften zu überzeugen. Die werbestärksten Branchen in Deutschland sind der Automarkt, die
Telekommunikationsdienstleister und die Süßwarenhersteller, die insgesamt fast 2% des Bruttoinlandproduktes für ihre Werbung ausgeben. 3
Zu finden ist Werbung in allen Medien unserer Zeit: im Fernsehen, im Internet, in Zeitungen und Zeitschriften, im Hörfunk, auf Plakaten, … Werbung ist demnach ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft, unseres wirtschaftlichen Systems und unseres Alltags.
II.2. Werbeobjekte, Werbeziele und Werbewirkung
Betrachtet man obige Definition von Werbung, zeigt sich, dass auch innerhalb der Wirtschaftswerbung weiter differenziert werden kann, nämlich zum Beispiel nach dem Objekt der Werbung, nach „Gütern, Leistungen und Ideen“. Es gibt eine Vielfalt von Werbeobjekten
1 Janich, Nina: Werbesprache. Ein Arbeitsbuch. 2. Auflage, Tübingen: Narr, 2001, S. 18
2 Janich, Nina: Werbesprache. Ein Arbeitsbuch. 2. Auflage, Tübingen: Narr, 2001, S. 19
3 vgl. Janich, Nina: Werbesprache. Ein Arbeitsbuch. 2. Auflage, Tübingen: Narr, 2001, S. 9-12
4
und folgende Systematisierung nach Janich dient der leichteren Kategorisierung: Wirtschaftswerbung kann unterschieden werden in 1. die Werbung zur Förderung des Absatzes (kurz: Produktwerbung), 2. die Werbung zur Förderung der Beschaffung (kurz: Beschaffungswerbung: Materialbeschaffung oder Kapitalbeschaffung) und 3. die Werbung zur Gewinnung von Mitarbeitern (kurz: Personalwerbung). 4
der Marktanteil eines Produktes ausgebaut und erweitert werden. 5
Ein übergreifendes Werbeziel ist das der Imagebildung, das sich auf Produkte, aber auch auf Unternehmen beziehen kann und damit - je nach Marktsituation - meist zugleich der Erhaltung oder Stabilisierung dient.
Ziel einer jeden Werbung ist es allerdings, auf den Konsumenten eine Wirkung zu haben, eine Handlung auszulösen. Die amerikanische AIDA-Formel listet die Wirkungsabsichten von Werbung auf: Attention - Interest - Desiree - Action: Werbung soll Aufmerksamkeit erregen, um dann Interesse zu wecken, das zu Wünschen führt, die eine Kaufhandlung auslösen. 6 Zu kritisieren ist an diesem Modell, dass es eine strenge Reihenfolge von Teilwirkungen unterstellt, die in der Realität in dieser zwingenden Aufeinanderfolge nicht vorgeschrieben ist.
4 vgl. Janich, Nina: Werbesprache. Ein Arbeitsbuch. 2. Auflage, Tübingen: Narr, 2001, S. 20
5 vgl. Janich, Nina: Werbesprache. Ein Arbeitsbuch. 2. Auflage, Tübingen: Narr, 2001, S. 20-21
6 vgl. Janich, Nina: Werbesprache. Ein Arbeitsbuch. 2. Auflage, Tübingen: Narr, 2001, S. 22
5
Andererseits verdeutlich die AIDA-Formel jedoch, welchen Orientierungen die Werbetreibenden folgen, und welche Wirkungen sie hervorrufen wollen. Wichtig bei Werbestrategien ist auch die Auswahl des Werbeträgers. Fernsehen und Publikumszeitschriften werden als wichtige Werbeträger der so genannten strategischen Werbung angesehen, Hörfunk und Tageszeitungen als die der taktischen Werbung. Mit strategischer Werbung ist eine langfristige Strategie gemeint, die der Erhaltung- und Erinnerungswerbung dient und sozusagen die Grundlage einer Werbekampagne bildet. Taktisch können mit parallel zur strategischen Werbung laufenden Einzelaktionen oder kleineren Zusatzkampagnen Akzente gesetzt werden, zum Beispiel bei einer Einführungswerbung oder auch bei der Bedrohung des Marktanteils. 7 So ist die klassische Automodellwerbung strategisch, einzelne Anzeigen oder Spots zur Bekanntmachung und Einführung des Airbags als neuem Produktdetail oder mit Reaktionen auf den „Elchtest“-Skandal bei der A-Klasse von Mercedes-Benz sind ergänzende taktische Werbung. Die taktische Werbung ist zwar unabhängig von der Modellwerbung, strahlt aber auf diese aus und soll kaufunterstützend wirken.
Das Fernsehen zum Beispiel ermöglicht eine rasche Verbreitung und ist aufgrund der medialen Möglichkeiten (Text, Bild, Ton) für emotionale Werbung besonders gut geeignet und damit für Einführungswerbung wie für den Imageaufbau. Hier ist jedoch die Gestaltung in Hinblick auf Uhrzeit und Sender der Ausstrahlung der Anzeige wichtig. Zu welcher Tageszeit, in welchem Programm und während welchen Films wird der Spot gesendet, und wie muss er demnach aufgebaut sein, um anzusprechen?
So wäre ein sehr bildlich codierter Spot im Kinderfernsehen unangebrachter als im 20.15-Uhr-Film. Der Einsatz von Bildhaftigkeit - also der metaphorischen Ebene, ist hier eine entscheidende Instanz, der ich mich später widmen möchte. Doch auch der Einsatz unterschiedlicher sprachlicher und werbetypischer Kommunikationsformen kann hier zur Wirkung beitragen. Doch gibt es überhaupt ein werbetypisches Vokabular?
II.3. Werbesprache - eine Inszenierung?
In der Werbesprachenforschung stellt sich die Frage wie das Verhältnis von Werbesprache zur Alltagssprache ist. 8
Mit Alltagssprache ist die Sprache des Alltags gemeint, die mehr durch die
7 vgl. Hemmi, Andrea: „Es muß wirksam werben, wer nicht will verderben“. kontrastive Analyse von Phraseologismen in Anzeigen-, Radio- und Fernsehwerbung. Bern: Lang, 1994, S. 29
8 vgl. Janich, Nina: Werbesprache. Ein Arbeitsbuch. 2. Auflage, Tübingen: Narr, 2001, S. 36
6
Gebrauchssituation als durch eine festgelegte Sprachform bestimmt ist, weil sie je nach Sprecher auch Elemente anderer Varietäten beinhalten kann, wie zum Beispiel Dialektelemente, sozial determinierte Formen oder durch Alter und Geschlecht bestimmte Redeweisen.
Wie jede Massenkommunikation verläuft Werbung einseitig, das heißt, dass der Produzent bzw. die Agentur in der Regel keine direkte positive oder negative Rückmeldung bekommen, sondern diese entweder über Antwortpostkarten oder Servicetelefone erbitten müssen 9 , was sie von der Alltagssprache zunächst einmal abgrenzt. Denn bei der Alltagskommunikation handelt es sich meist um eine zweiseitige Kommunikation, mit mehr als einem Teilnehmer. Aber: Werbesprache hat zwar besondere, als spezifisch beschreibbare Merkmale, aber deren Besonderheit liegt mehr in ihrer Häufigkeit als in einem der Alltagssprache prinzipiell fremden Charakter. Werbesprache wählt also ihre sprachlichen Mittel weitgehend aus der Alltagssprache aus, verwendet sie aber so häufig, dass man geneigt ist, sie teilweise doch als werbetypisch aufzufassen.
Werbesprache bedient sich, wie auch die Alltagssprache, anderer Varietäten wie der Dialekte, Fachsprachen oder der Jugendsprache, um geeignete Zielgruppen anzusprechen und bestimmte Assoziationen hervorzurufen.
Weiterhin weist Werbesprache zwar auch Wortschatz und Formen des Sprachgebrauchs auf, die werbetypisch, also weitgehend auf die Werbung beschränkt sind. Sie dient aber weder der Kommunikation innerhalb eines fest umgrenzten Personenkreises noch weist sie eine soziale Abgrenzfunktion wie die Sondersprachen auf, die bewusst esoterisch sind, um Gruppenidentifikation zu ermöglichen.
Jedoch muss festgestellt werden, dass Werbesprache trotz ihrer Anleihen aus der Alltagssprache und ihrer Bemühungen um Spontaneität artifiziell ist und somit keine Sprechwirklichkeit besitzt, sondern auf eine ganz bestimmte Wirkung hin gestaltet ist. Werbesprache greift also Tendenzen der Alltagssprache auf, beeinflusst diese aber umgekehrt, indem sie neuen Wortschatz und Redewendungen liefert, die sich dann beispielsweise als Trend-Sprüche etablieren („Nicht immer, aber immer öfter“ … „Da weiß man, was man hat“ … „Aus Erfahrung gut“ … „Is cool man“ … „In bin doch nicht blöd“ … „Sind sie zu stark, bist du zu schwach“). 10
Also lässt sich resümieren, dass die Sprache der Werbung keine Sondersprache im eigentlichen Sinne ist, sondern lediglich eine instrumentalisierte, zweckgerichtete und
9 vgl. Janich, Nina: Werbesprache. Ein Arbeitsbuch. 2. Auflage, Tübingen: Narr, 2001, S. 36
10 vgl. Janich, Nina: Werbesprache. Ein Arbeitsbuch. 2. Auflage, Tübingen: Narr, 2001, S. 36
7
ausschließlich auf Anwendung konzipierte Sonderform der sprachlichen Verwendung darstellt, die eigenen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, aber dennoch auf engste mit der Alltagssprache verwoben ist.
Genau wie in unserer Alltagssprache finden sich also auch in der Werbesprache sprachbegleitende Konstruktionen wie zum Beispiel Metaphern, die im Folgenden Erläuterung finden sollen.
III. Metaphern in Werbespots
III.1. Was sind eigentlich Metaphern?
Hadumod Bußmann definiert die Metapher wie folgt: „Metaphern sind sprachliche Bilder, die auf einer Ähnlichkeitsbeziehung zwischen zwei Gegenständen bzw. Begriffen beruhen, d.h. auf Grund gleicher oder ähnlicher Bedeutungsmerkmale findet eine Bezeichnungsübertragung statt (z.B.
Der Himmel weint
für
Metaphern können in substantivischer, adjektivischer und verbaler Form im Satzkontext auftreten, vgl.
Fuchsschwanz
für
Vereinfachend gesagt ist die Metapher ein Vergleich ohne die Vergleichswörter wie „wie“ oder „als“.
Die älteste und wahrscheinlich erste Theorie der Metapher findet sich in der „Poetik“ des Aristoteles, in der er die Metapher folgendermaßen definiert: „Eine Metapher ist die Übertragung eines Wortes (das somit in uneigentlicher Bedeutung verwendet wird), und zwar entweder von der Gattung der Art, oder von der Art der Gattung, oder von einer Art auf eine andere, oder nach den Regeln der Analogie.“ 12
Ähnliche Überlegungen finden sich bei Cicero und Quintilian, die Metaphern als „(…) sprachliche Zeichen in mündlichen Äußerungen definieren, welche eine übertragene Bedeutung annehmen, die in geregelter Weise von ihrer kodierten Bedeutung abweicht (…).“ 13 Derartige Überlegungen waren einst auf das führende Medium der Kommunikation in den griechischen Stadtstatten und in Rom zugeschnitten. Sie galten der Optimierung des Verhaltens von Rednern in öffentlichen Versammlungen. 14
11 Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Kröner, 2002, S. 432
12 Fuhrmann, Manfred (Hg.): Poetik des Aristoteles, Deutsch/Griechisch, Stuttgart 2001, S. 67
13 Jorgen, Dines Johansen / Posner, Roland: Einleitung. In: Zeitschrift für Semiotik. Bd. 25, Heft 1-2, Tübingen: Stauffenberg 2003, S. 3
14 vgl. Jorgen, Dines Johansen / Posner, Roland: Einleitung. In: Zeitschrift für Semiotik. Bd. 25, Heft 1-2, Tübingen: Stauffenberg 2003, S. 4
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Katharina Giers, 2008, Sprachliche, bildliche und multimodale Metaphern in Werbespots, München, GRIN Verlag GmbH
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