Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
1.1 Problemstellung 4
1.2 Aufbau und Gang der Arbeit 4
2. Gegenstandstheoretische Betrachtungen 6
2.1 Übersicht über den deutschen Weinmarkt - Weinkonsum 6
2.2 Marktanteile von Wein in Deutschland 6
2.2.1 Marktanteile nach Menge 6
2.2.2 Marktanteile Deutscher Weine 8
2.2.3 Marktanteile nach Weinfarbe und Qualität 8
2.2.4 Preisentwicklung 9
2.2.4.1 Preishäufigkeitsverteilung 10
2.2.4.2 Preisentwicklung in den deutschen Anbaugebieten 12
2.3 Distribution von Wein 13
3. Vertrieb 15
3.1 Begriffsklärung 15
3.1.1 Funktionale Trennung des Vertriebs 15
3.1.2 Betriebsspezifische Trennung des Vertriebs aus Herstellersicht 16
3.1.3 Ziele der Vertriebspolitik 16
3.1.4 Prozess der Vertriebsplanung 17
3.1.5 Determinanten bei der Wahl des Vertriebsystems 17
3.1.6 Instrumente zur Beurteilung bei der Wahl des Vertriebssystems 18
3.1.7 Akquisition und Stimulierung der Vertriebssysteme 19
3.2 Vertriebswege 21
3.2.1 Wahl der Absatzkanalstruktur 22
3.2.2 Möglichkeiten der Absatzmittlerauswahl 22
3.3. Distribution im Direktvertrieb 23
3.3.1 Arten des persönlichen Verkaufs 23
3.3.2 Vorteile des direkten Vertriebs 24
3.3.3 Nachteile des direkten Vertriebs 24
3.3.4 Verkaufsorgane/ Absatzmittlerwahl 24
2
3.3.4.1 Unternehmenseigene Organe: 25
3.3.4.2 Unternehmensfremde Organe 25
4. Analyse und Beurteilung der Vertriebsmöglichkeiten 28
4.1 Indirekter Vertrieb 28
4.1.1 1 Stufen-Kanal Einzelhändler 29
4.1.1.1 Fachhandelsgeschäft 29
4.1.1.2 Traditioneller Lebensmitteleinzelhandel 31
4.1.1.3 Selbstbedienungswarenhaus, Verbrauchermärkte 32
4.1.1.4 Discounter 33
4.1.1.5 Getränkeabholmarkt 34
4.1.2 2 Stufen-Kanal Großhandel 35
4.1.3 Zwischenfazit 36
4.2 Entwicklung eines Konzeptansatzes zum Weinvertrieb in Hamburg 36
4.3 Verkaufsförderung im Marketing-Mix 36
4.3.1 Bedeutungen von Verkaufsförderung 37
4.3.2 Konsumentenorientierte Ziele der Verkaufsförderung 37
4.3.3 Degustation Promotion 37
4.3.3.1 Verkaufsförderungsstrategien 38
4.3.3.2 Test und Kontrolle der Verkaufsförderung 40
4.3.3.3 Juristische Aspekte der VKF-Maßnahme 40
5. Fazit 42
Literaturquellen 44
Anhang A 49
Fragebogen 49
Anhang B 52
Auswertung: Wein-Fachhändler Recherche 52
Auswertung: Traditioneller Lebensmitteleinzelhandel LEH Recherche 53
Auswertung: Selbstbedienungswarenhaus, Verbrauchermärkte Recherche 53
Auswertung: Discounter Recherche 54
Auswertung: Getränkeabholmarkt Recherche 54
3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
Der Weinanbau und das Keltern von Wein hat in Deutschland eine ca. 2000- jährige Tradition. Bereits im 16. Jahrhundert erreichte der Weinanbau seine Blütezeit. Zwischenzeitlich wird überall dort auf der Welt Wein angebaut, wo es die klimatischen Bedingungen zulassen. Länder wie die USA, Chile, Australien oder Südafrika produzieren heute größere Mengen als die deutschen Weinbauern. Diese Länder diktieren und beeinflussen mittlerweile auch die Preise und den Qualitätsstandard in Deutschland.
Wein ist populär und beliebt in Deutschland wie nie zuvor. Deutschland ist der weltgrößte Weinimporteur. Da es so gut wie keinerlei Markteintrittsbarrieren gibt, ist auf dem deutschen Weinmarkt sowohl ein Überangebot als auch ein großer Anteil ausländischer Weine zu finden.
1.2 Aufbau und Gang der Arbeit
Schwerpunkt dieser Arbeit ist es, die grundsätzlichen Vertriebsmöglichkeiten für Wein aufzuzeigen und im Anschluss daran zu prüfen, welche Absatzmittler für den Hamburger Raum in Frage kommen könnten. Hierbei ist bei der empirischen Untersuchung der Fokus auf Wein aus Baden gerichtet worden. In Kapitel 1 werden die Methoden der Evaluationsinstrumente sowie die Literaturrecherche bündig dargestellt. In Kapitel 2 wird die allgemeine Lage auf dem deutschen Weinmarkt erörtert. Im 3. Kapitel wird der theoretische Hintergrund und Zusammenhang des Vertriebs als Instrument im Marketing-Mix, eruiert.
Basierend auf den theoretischen Grundlagen des indirekten Vertriebs zeigt Kapitel 4 im weitern Verlauf auf, welche Absatzmittler in Hamburg für den Weinverkauf in Frage kommen könnten. Eine vom Autor vorgenommene empirische Marktanalyse wird ausgewertet und entsprechende Befunde werden hierin beschrieben und erläutert.
Um im Rahmen dieser Arbeit den gegenwärtigen Forschungsstand zu beschreiben, wurde der überwiegende Teil der Quellen aus Publikationen von Fachzeitschriften, Zeitungen und aus dem Internet entnommen.
Bisher gibt es hierzu nur eine sehr geringe Fallzahl wissenschaftlicher Literatur. Somit müssen diese Quellen mit Vorsicht gehandhabt werden, da es sich um keine
4
wissenschaftlich fundierten Publikationen handelt. Bei der Recherche wurde versucht, die Informationen durch Sekundärquellen zu bestätigen.
Die der Arbeit zugrunde liegenden Daten stammen teilweise aus eigenen empirischen Untersuchungen. Hierzu zählen Experteninterviews mit Geschäftsführern süddeutscher Winzergenossenschaften 1 und Befragungen von insgesamt 32 Absatzmittlern aus der Stadt Hamburg, die in der Zeit vom 15.02. bis 30.03.2006 vom Autor der vorliegenden Arbeit unternommen wurden.
Hierzu wurden insgesamt 32 Vertriebsstätten besucht. Es wurden acht Absatzmittler des Fachhandels (FH), acht der Getränkeabholmärkte (GAM), sechs Discounter, und zehn Geschäfte des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) besucht. Der Autor befragte mittels eines Fragebogens mit 25 Fragen die jeweiligen Entscheidungsträger. Durch die persönliche Interaktion gelang es dem Autor, neben den für diese Arbeit relevanten Informationen auch Stimmungen einzufangen.
1 Die Gespräche erfolgten auf der Pro-Weinmesse in Düsseldorf im März 2006.
5
2. Gegenstandstheoretische Betrachtungen
Die vorliegende Arbeit erfordert zunächst sorgfältige Betrachtet folgender Themenbereiche:
1. Der deutsche Weinmarkt
2. Der wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Vertriebsdeterminante
3. Die Situation der Vertriebsstätten von Wein in Hamburg sowie
4. die Ausführungen, die diese Einzelteile zu einem Ganzen formen und den eigentlichen Charakter dieser Arbeit ausmachen. Diese sollen als Basis für das Verständnis dienen und sind als Hilfestellung bei der Marktentwicklungsstrategie von Wein aus Baden in Norddeutschland angedacht.
2.1 Übersicht über den deutschen Weinmarkt - Weinkonsum
Wein ist populär in Deutschland und beliebt wie nie zuvor. Die hohe Verfügbarkeit von Wein und der starke Preisverfall durch den Wettbewerb haben viele neue Käuferschichten erschlossen.
Der deutsche Wein- und Sektmarkt weist ein Gesamtvolumen von etwa 20 Mio. hl auf und ist weltweit der viertgrößte Weinmarkt. 2 Der durchschnittliche Weinkonsum ist im Jahre 2005 auf 20,1 Liter pro Kopf gestiegen. 3
Bei 82,5 Mio. Bundesbürgern macht das im Durchschnitt 23,6 Liter Wein- und Sektkonsum pro Jahr und Kopf.. 4
2.2 Marktanteile von Wein in Deutschland
2.2.1 Marktanteile nach Menge
Weltweite Weinbetriebe mit riesigen Anbauflächen, die kostengünstig wirtschaften und teilweise subventioniert exportieren, bedeuten eine enorme Konkurrenz für deutsche Erzeuger. 5 Deutschland selbst produziert etwa 9 Mio. hl 6 Wein pro Jahr. Davon wurden
2 Vgl. www.Wein-a-b-c.denews/index.php?idcontent=88, abgerufen am: 19.09.05
3 Vgl. o. V. in: Hamburger Abendblatt, 5.10.2005, S. 25
4 Vgl. www.deutscheweine.de/internet-de/nav/d0a/d0a40b54-13f9-0401-be59-267b48205846$08b709dd-d602-3401-be59-267b48205846.htm, abgerufen am: 24.09.05
5 Vgl. o. V. in: Hamburger Abendblatt, 5.10.2005, S. 25
6 Vgl. Mehlin, Isabella: Weinbau und Weinstatistiken in Deutschland, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, April 2004, S. 288
6
im Jahre 2005 etwa 2,65 Mio. hl. exportiert 7 , im deutschen Markt verblieben etwa 6,35 Mio. hl. Der Marktanteil deutscher Weine liegt in Deutschland bei 40,9 % und entwickelte sich in den letzten Jahren insgesamt rückläufig. 8 Mit etwa 12,0 Mio. hl Wein im Jahre 2003 ist Deutschland der weltgrößte Weinimporteur. 9 Dieses gewaltige Marktvolumen zieht so gut wie alle Wein produzierenden Länder der Erde an. Der deutsche Weinmarkt ist im Vergleich mit Nachbarländern offen, liberal, sehr dynamisch und kennt keine tarifären Handelshemmnisse. Knapp 80 % der deutschen Weinimporte stammen aus Frankreich, Italien, Spanien und den Ländern der Neuen Welt
Abb. 1: Marktanteile nach Menge, Quelle: GfK ConsumerScan, Karlsruhe 15.09.05
7 Vgl. www.archiv.germanwine.de/weinexport0.0.html, abgerufen am: 03.04.06
8 Vgl. Speicher, Sascha: Prinzip Hoffnung, Weinwirtschaft, Ausgabe 18/05, S. 23
9 Vgl. Bock, Karl-Heinz: Expansiv und differenziert, Weinwirtschaft, Ausgabe 23/02, Meininger Verlag, Neustadt an der Weinstrasse, S.38
7
2.2.2 Marktanteile Deutscher Weine
Mehr als die Hälfte der Produktion aus deutschen Anbaugebieten stammen aus der Pfalz und Rheinhessen
2.2.3 Marktanteile nach Weinfarbe und Qualität
Der weltweite Rotweinboom hat auch die Vorliebe der deutschen Weinliebhaber beeinflusst. 10 Die Nachfrage nach Rotwein steigt seit Jahren beständig zulasten des Weißweinanteils. Mittlerweile hat der deutsche Rotwein den höchsten
Gesamtmarktanteil unter allen Rotweinen im inländischen Handel 11 . Auch der Anteil am, in den vergangenen Jahren fast vergessenen, Roséwein mit einem Marktanteil von nur 6,7 % 12 ist beachtlich: Im 3. Quartal 2005 verzeichnete die Marktforschung ein Plus von 24% zum Vorjahr 2004 13 . Somit zählen der Rotwein und der Roséwein zu den Gewinnern 14 .
10 Vgl. Sievers, Jörg: Mehr Menge, mehr Wert, Weinwirtschaft, Ausgabe 02/06, S. 18
11 Vgl. Pilz, Hermann: Wertschöpfung im Visier, Weinwirtschaft, Ausgabe 05/06, S. 206 f.
12 Vgl. Sievers, Jörg: Mehr Menge, mehr Wert, Weinwirtschaft, Ausgabe 02/06, S. 18
13 Vgl. Hoffmann, Dieter: Deutscher Wein Markt, Deutsches Weininstitut, Ausgabe 4/2005, Mainz, S. 5
14 Vgl. Sievers, Jörg: Mehr Menge, mehr Wert, Weinwirtschaft, Ausgabe 02/06, S. 18
8
Entsprechend verschiebt sich der Mengenanteil zu Lasten von deutschem Weißwein. Gewinner sind hierbei jedoch spanische und italienische Weißweine. 15 Deutschland verlor 2005 im Weißweinsegment insgesamt mehr als 10 % Marktanteil. 16 Es gibt aber auch bei bestimmten Zielgruppen wieder eine verstärkte Nachfrage deutscher Weißweine. 17 Die Konsumenten wollen wieder wissen, woher der Wein kommt und sind auch bereit, für Wein aus klassischen deutschen Anbaugebieten einen etwas höheren Preis zu zahlen, erwarten dafür aber auch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. 18
2.2.4 Preisentwicklung
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert. 19 Der Konsumindikator der Gesellschaft für Konsumforschung weist in eine positive Richtung und die Verbraucher wollen wieder mehr Geld für Konsum ausgeben. 20 Das Weingeschäft geht weiter von einer stabilen Lage aus, da die betroffene Bevölkerungsgruppe am Weinkonsum festhalten wird. 21
15 Vgl. Speicher, Sascha: Prinzip Hoffnung, Weinwirtschaft, Ausgabe 18/05, S. 23
16 Vgl. Speicher, Sascha: Prinzip Hoffnung, Weinwirtschaft, Ausgabe 18/05, S. 22
17 Vgl. Schalberger, Ute: Positive Vorzeichen, Weinwirtschaft, Ausgabe 05/06, S. 205
18 Vgl. Sievers, Jörg: Mehr Wert, mehr Menge, Weinwirtschaft, Ausgabe 02/06, S. 18 sowie Schalberger, Ute: Positive Vorzeichen, Weinwirtschaft, Ausgabe 05/06, S. 203
19 Vgl. Hänle, Elisabeth: Beständiger Wandel, Weinwirtschaft, Ausgabe 04/05, S. 41ff.
20 Vgl. Pilz, Herman: Wertschöpfung im Visier, Weinwirtschaft, Ausgabe 05/06, S. 206
21 Vgl. Hoffmann, Dieter: Deutscher Wein Markt, Deutsches Weininstitut, Ausgabe 2/2005, S.2 f.
9
Beeinträchtigend wirkt jedoch, dass die Realeinkommen gesunken sind und die Konsumenten dadurch weniger Geld zur freien Verfügung haben. 22 Ein ausgeprägtes Preisbewusstsein bzw. die Preisorientierung der Verbraucher 23 und zusätzlich preisaggressive Angebote in Discountern haben eine ganze Generation von Weinkäufern lernen lassen, dass nach dem Weinreinheitsgesetz verkehrsfähige, gesundheitlich unbedenkliche Weine im unteren Preissegment erhältlich sind. 24 Discounter generierten im Jahr 2005 einen Anteil von 62,9 % an den Ausgaben privater Haushalte für Weinkonsum. 25
Die aufgezeigte Lage spiegelt sich in der weiterhin sinkenden Preisentwicklung wieder.
Abb. 4: Preisentwicklung Quelle: GfK ConsumerScan, Karlsruhe, 15.09.05
2.2.4.1 Preishäufigkeitsverteilung
Betrachtet man die Preishäufigkeitsverteilung, so zeigt sich, dass die deutliche Mehrheit der Konsumenten lediglich bereit ist, zwischen 1,00 bis 1,99 € pro 0,75 l. Flasche Wein zu bezahlen. Dieser Anteil ist seit dem Jahr 2002 wieder beständig gewachsen
22 Vgl. Pilz, Hermann: Wertschöpfung im Visier, Weinwirtschaft Ausgabe 04/06, S.206 ff.
23 Vgl. Zink, Gerold: Strukturen ändern, Weinwirtschaft Ausgabe 11/05, S. 43 ff.
24 Vgl. www.zdf.de/ZDFde/inhalt/13/0,1872,2110509,00.html, abgerufen am: 10.12.05
25 Vgl. Schalberger, Ute: Positive Vorzeichen, Weinwirtschaft, Ausgabe 05/06, S. 208
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Abb. 5: Preishäufigkeitsverteilung,Quelle: GfK ConsumerScan, Karlsruhe, 15.09.05
Im Preissegment bis 2,00 € werden hauptsächlich Weine aus dem Ausland in den Discountern verkauft. Mit steigenden Preisen steigt auch der Marktanteil deutscher Weine.
Der Durchschnittspreis im Jahre 2005 für eine 1,0 Liter Flasche Wein lag bei 2,60 € .
Abb. 6: Durchschnittspreis Quelle Deutscher Wein Markt 3/2005
11
Quote paper:
Dominik Menk, 2007, Vertriebsmöglichkeiten von Wein in Hamburg , Munich, GRIN Publishing GmbH
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