Inhaltsverzeichnis Seite
1 Einleitung 2
2 Kommunikation 2
3 Paul Watzlawick 3
3.1 Der pragmatische Ansatz 3
3.2 Watzlawick und die Systemtheorie 3
3.3 Fünf Axiome 4
3.3.1 Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren 4
3.3.2 Inhalts- und Beziehungsaspekt 4
3.3.3 Interpunktion von Ereignisfolgen 5
3.3.4 Analoge und digitale Kommunikation 5
3.3.5 Symmetrische und komplementäre Beziehungen 6
3.4 Kritik an Watzlawick 6
4 Friedemann Schulz von Thun 7
4.1 Das Teufelskreismodell von Schulz von Thun 8
4.2 Genese des Teufelskreismodells 8
5 Der Praxistest 10
5.1 Durchführung eines ersten Gesprächs 10
5.1.1 Schlüsselsequenz 1 11
5.1.2 Schlüsselsequenz 2 11
5.2 Analyse des Gesprächs 12
5.2.1 Analyse von Schlüsselsequenz 1 12
5.2.2 Analyse von Schlüsselsequenz 2 13
5.3 Überlegungen zur Intervention 13
5.3.1 Intervention zu Schlüsselsequenz 1 14
5.3.2 Intervention zu Schlüsselsequenz 2 14
5.4 Ergebnis des Praxistests 15
6 Fazit 15
Abbildungsverzeichnis 16
Literaturverzeichnis 17
Erkl ärung
1
„Wie sprechen Menschen mit Menschen? Aneinander vorbei.“
Dass Kommunikation keine leichte Sache ist, wusste ich schon immer. Aber besonders bewusst wurde mir dies, als ich nach Trennung von meiner Frau wieder bei meinen Eltern einzog.
Hierbei ergaben sich zwischen meinen Eltern und mir mehrere klärungsbedürftige Fragen und Konflikte. Dies erscheint nur natürlich, wenn der erwachsene Sohn, der schon verheiratet und gewohnt war, den eigenen Haushalt zu führen, sich wieder zu Hause ein- und unterordnen soll.
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll die Kommunikation zwischen meinen Eltern und mir mit Hilfe der Ansätze von Watzlawick und Schulz von Thun untersucht werden.
Im ersten Teil werden Begriffe definiert und die betreffenden Ansätze und Wissenschaftler vorgestellt. Anschließend wird die konkrete Kommunikation einer genaueren Untersuchung unterzogen.
Meine Eltern erklärten sich mit einer Verwendung des Gesprächsmaterials in dieser Hausarbeit einverstanden.
2. KOMMUNIKATION
Da hier Kommunikation untersucht werden soll, stellt sich zunächst die Frage, was Kommunikation eigentlich ist. Es gibt viele verschiedene Definitionen. Laut Meyers Lexikonverlag (2007) handelt es sich bei menschlicher Kommunikation um „einen wechselseitigen Prozess der Bedeutungsvermittlung, um Interaktion.“
Für Watzlawick, Beavin & Jackson (2007, S.21-22) ist Kommunikation das Medium, in dem sich die sonst nicht beobachtbaren menschlichen Beziehungen manifestieren.
Für diese Arbeit erschienen mir diese beiden Definitionen sehr sinnvoll, da sie einmal die Informationsübermittlung und das aufeinander bezogene Handeln abdecken, andererseits auch die Beziehung zwischen den kommunizierenden Menschen berücksichtigen.
2
3. PAUL WATZLAWICK
Watzlawick wurde am 25.Juli 1921 in Villach geboren. Er studierte in Venedig Psychologie und Fremdsprachen. 1949 promovierte er und absolvierte von 1951 bis 1954 eine Ausbildung zum Psychotherapeuten. Ab 1957 hatte Watzlawick einen Lehrstuhl an der Universität El Salvador. 1960 wechselte er an das Mental Research Institute in Palo Alto. Ab 1976 lehrte er außerdem als Professor an der Stanford University. Er starb am 31. März 2007.
3.1 Der Pragmatische Ansatz von Watzlawick
Watzlawick et al. (2007, S. 22-23) betrachten zunächst die Kommunikation. Sie berufen sich auf Morris und teilen die Kommunikation in die Bereiche Syntaktik, Semantik und Pragmatik ein.
Die Syntaktik ist der Bereich der Informationsübermittlung und beschäftigt sich hauptsächlich mit den technischen Aspekten der Kommunikation, wie z.B. Rauschen. Die Semantik ist der Bereich der Bedeutung der verwendeten Symbole, z.B. dass die Kombination aus den Buchstaben T I S C H ein Möbelstück beschreibt, welches sich durch eine zugängliche, meist ebene Fläche charakterisieren lässt und trotzdem in vielen verschiedenen Variationen vorkommt. Die Pragmatik bezeichnet die Auswirkung der Kommunikation auf das Handeln der Teilnehmer. Diesem letzten Aspekt schenkt der Autor in seinem Buch besondere Aufmerksamkeit, weswegen auch vom pragmatischem Ansatz Watzlawicks gesprochen wird.
3.2 Watzlawick und die Systemtheorie
Um den Ansatz Watzlawicks nachvollziehen zu können, ist ein kleiner Umweg über die Systemtheorie notwendig. Nach Simon (2008, S.12) war nach dem zweiten Weltkrieg ein neues Paradigma aufgetaucht und dabei sich durchzusetzen. Dieses Paradigma hatte je nach Wissenschaftsdisziplin verschiedene Namen, im Fall von Watzlawick sprechen wir von Kommunikations- oder eben Systemtheorie, während Watzlawick selbst noch von Kybernetik spricht (Watzlawick et al., 2007, S.31). Das Gemeinsame dieser Ansätze war ein neues Konzept von Kausalität: „An die Stelle geradlinig-kausaler treten zirkuläre Erklärungen, und statt isolierter Objekte werden die Relationen zwischen ihnen betrachtet.“ (Simon, 2006, S.13)
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Während bei der herkömmlichen geradlinigen Kausalität die Ereignisse (E 1 , ..., E m+1) die Ursache für das Ergebnis E bilden, ist bei der zirkulären Kausalität E wiederum eine Ursache für E 1 usw.. Hierbei wird auch davon gesprochen, dass sich ein Regelkreis bildet, dessen Elemente ihr gegenseitiges Verhalten bedingen. (Simon, 2006, S.14-15)
Abbildung 1: Geradlinige Kausalität
Abbildung 2: Zirkuläre Kausalität
3.3 Fünf Axiome
Das Kernstück von Watzlawicks Ansatz bilden fünf Axiome, die er in seinem Buch (2007, S. 50 - 71) beschreibt.
3.3.1. Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren: Watzlawick et al. (2007, S.51) setzen Kommunikation und Verhalten gleich, da Kommunikation nicht nur durch Sprache an sich, sondern auch durch Körpersprache geschieht. Da ihrer Argumentation zufolge Verhalten kein Gegenteil kennt, man sich also nicht nicht verhalten kann, schließt er: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“(Watzlawick et al., 2007, S. 53)
3.32. Inhalts- und Beziehungsaspekt: Watzlawick et al. (2007, S.53) führt an, dass eine Nachricht einmal aus der Information besteht und dann aus einem Hinweis, wie diese Information aufgefasst werden soll. Als Beispiel zitiert er nach Cherry den Satz „Glauben Sie, daß das genügt?“, der je nach Betonung der fünf Wörter fünf verschiedene Bedeutungen haben kann. (Watzlawick et al., 2007, S.56). Das Axiom lautet: „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsas-
4
Arbeit zitieren:
Björn Büch, 2008, Der pragmatische Ansatz von Watzlawick et al. unter besonderer Berücksichtigung des Teufelskreismodells von Schulz von Thun - Anwendung im Kontext eines Eltern-Sohn-Gesprächs, München, GRIN Verlag GmbH
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