Gliederung
A. Einleitung 1
B. Das Schutzgut der öffentlichen Ordnung im traditionellen Verständnis
des deutschen Polizei- und Ordnungsrechts. 3
I) Begriffsbestimmung des Schutzgutes der öffentlichen Ordnung 3
1) Herkunft 4
2) Verankerung im positiv-rechtlichen Gesetzen 5
II) Die Rechtsprechung in seinem traditionellen Verständnis 6
C. Kritische Begriffsinterpretation der öffentlichen Ordnung 7
I) Notwendigkeit und Verfassungskonformität der öffentlichen Ordnung
nach dem traditionellen Verständnis 7
1) Vereinbarkeit mit dem Demokratieprinzip Seite7
2) Vereinbarkeit mit dem Rechtstaatsprinzip 8
a) Die öffentliche Ordnung als unbestimmter Rechtsbegriff 9
b) Empirische Schwierigkeiten bei der Bestimmung
der öffentlichen Ordnung 10
3) Entwicklung des Anwendungsbereichs der
öffentlichen Ordnung 11
a) Verrechtlichung der Lebensbereiche 11
b) Wertewandel 11
c) Veränderung der Gesetzeslage 12
D. Die Wiederaufwertung der öffentlichen Ordnung und ihre
Neuinterpretation 12
I.) Verfestigung des Begriffs durch die Rechtsprechung
und die praktische Anwendung 12
1) Reservefunktion der „öffentlichen Ordnung“ Seite12
2) Entlastung des Gesetzgebers und Praktikabilität des Begriffs Seite12
II) Die Herausbildung eines neuen Begriffsverständnisses 13
1) Neue polizeiliche Sicherheitsstrategien 14
a) Die Aktion Sicherheitsnetz 15
b) Rechtliche Umsetzung des Konzepts 16
2) Anwendungsbereiche der Neuinterpretation der
öffentlichen Ordnung in der Rechtsprechung 17
a) Das Versammlungsrecht als neues
„Einsatzfeld“ der öffentlichen Ordnung 17
b) Die Störung der öffentlichen Ordnung als
Verbotsgrund………………………………… 19
c) Die Ansicht des BVerGE 20
II
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VII
A. Einleitung
„Der Bürger, der den übel riechenden Betrunkenen, den rüpelhaften Jugendlichen oder den aufdringlichen Bettler fürchtet, drückt nicht lediglich seine Abneigung gegenüber ungehörigem Verhalten aus. Er drückt ebenso ein Stückchen Volksweisheit aus. (…) Der ungehinderte Bettler ist in diesem Sinne das erste zerbrochene Fenster.“ 1 Dieses zugleich sehr provokative und plakative Zitat soll das angeblich wachsende Bedürfnis der Durchsetzung einer bestimmten „öffentlichen Ordnung“ in der Gesellschaft widerspiegeln.
Die „Broken Windows“ Theorie 2 und das damit verbundene „Zero Tolerance“ Prinzip stammen aus den USA und wurden dort z.B. im Zusammenhang mit der Kriminalitätsbekämpfung in New York diskutiert und angewendet. Diese Theorie, die einen direkten Zusammenhang zwischen der Unordnung im öffentlichen Raum und der Kriminalität sieht, gewinnt mittlerweile auch in der Diskussion über den Stellenwert des Begriffs der „öffentlichen Ordnung“ im deutschen Recht an Bedeutung 3 . So titelte der Spiegel bereits 1997 „Aufräumen wie in New York?“ 4 und etwa seit dieser Zeit wird anhaltend und auf verschiedenen Ebenen über die „Renaissance der öffentlichen Ordnung“ in der deutschen Rechtsprechung diskutiert.
Diese Hausarbeit hat zum Ziel, die Problematiken, die der Begriff der „öffentlichen Ordnung“ im Polizei- und Ordnungsrecht mit sich bringt, eingehend zu erörtern und geordnet darzustellen.
Hierzu erscheint es notwendig, zu Beginn eine eindeutige Begriffsbestimmung vorzunehmen, die auch auf die Entstehungsgeschichte und die Stellung im deutschen Recht des Begriffes eingeht. Hierzu sollen der Anschaulichkeit wegen einige charakteristische Fälle aus der Rechtssprechung herangezogen werden.
Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre nahm die Kritik an dem Begriff der „öffentlichen Ordnung“ verstärkt zu. Auf die Hauptkritikpunkte, die Unbestimmtheit des Begriffs, den fehlende Gesetzesvorbehalt, den Verstoß gegen den Minderheitenschutz, sowie die zunehmende Unerheblichkeit des Begriffs auf Grund der zunehmenden Verrechtlichung aller Lebensbereiche und die zunehmende Pluralität der Gesellschaft wird in der Hausarbeit eingegangen werden.
1 Paul; Polizei und Nachbarschaftssicherheit: Zerbrochene Fenster, Weinheim 1996, S. 121, 126.
2 Wilson/Kelling; the police and neighbourhood safety: Broken Windows, Atlanta 1982, S.29, 36 .
3 Fechner, JuS JuS 2003, Heft8, S.734.
4 Der Spiegel, Ausgabe Nr.28 vom 07.07.1997.
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Johanna Bornschein, 2008, Erörterung der Kritik an der öffentlichen Ordnung als Schutzgut des Polizei- und Ordnungsrechts, München, GRIN Verlag GmbH
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