Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
2. Arbeitslosigkeit in Deutschland. 2
2.1. Definitionen zentraler Begriffe 2
2.1.1. Die Definition des Arbeitsmarktes 2
2.1.2. Die Definition der Arbeitslosigkeit. 2
2.1.3. Die Definition der Arbeitsmarktpolitik. 3
2.2. Charakteristika der Arbeitslosigkeit in Deutschland 3
2.3. Ursachen der Arbeitslosigkeit in Deutschland 4
3. Die Neugestaltung der Arbeitslosenunterstützung durch Hartz IV 8
3.1. Das System der Arbeitslosenunterstützung bis zur Reform 8
3.2. Hartz IV im Zeichen der aktivierenden Arbeitsmarktpolitik 9
3.3. Die zentralen arbeitsmarktpolitischen Inhalte des SGB II. 10
3.3.1. Die Berechtigung zum Erhalt von Transfers nach dem SGB II 10
3.3.2. Die Höhe der Transferleistungen im Rahmen des ALG II 10
3.3.3. Hinzuverdienstmöglichkeiten im Rahmen des ALG II. 11
3.3.4. Besondere Eingliederungsleistungen im Rahmen des SGB II 11
3.3.5. Anreize und Sanktionen im Rahmen des SGB II 11
4. Der Versuch einer Evaluation der Hartz IV Reform. 12
4.1. Die Reform im Modell der quasi gleichgewichtigen Arbeitslosigkeit. 12
4.2. Die Gewinner und Verlierer der Reform 12
4.3. Die Veränderung der Anreizsituation für Arbeitslose 13
4.4. Die Evaluation der Ein Euro Jobs. 15
4.5. Die Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt seit der Reform. 16
5. Fazit 18
Literaturverzeichnis 19
Abbildungsverzeichnis
1 Quasi gleichgewichtige Arbeitslosigkeit 6
2 Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Deutschland 16
I
Abkürzungsverzeichnis ALG Arbeitslosengeld ALG I Arbeitslosengeld I ALG II Arbeitslosengeld II ALH Arbeitslosenhilfe BMAS Bundesministerium für Arbeit und Soziales Hartz IV Viertes Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt HartzIVReform Viertes Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt SVR Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen
1. Einleitung
Das ‚Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt’, kurz ‚Hartz IV’ genannt, stellt eine der umfassendsten arbeitsmarktpolitischen Reformen in der Ge schichte der Bundesrepublik dar. Mit seinem Inkrafttreten zum 1.1.2005 wurde das deutsche System der Arbeitslosenunterstützung massiv umgebaut, um dem übergeord neten Ziel der Reduzierung der Arbeitslosigkeit näher zu kommen. Diese Arbeit soll sich zunächst dem Erscheinungsbild dieser Arbeitslosigkeit widmen. Im Anschluss an die notwendige Klärung der Begriffe Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarktpolitik soll untersucht werden, was besonders auffällige Charakteristi ka und Problemfelder der bundesdeutschen Arbeitslosigkeit sind und worin ihre Ursa chen liegen.
Im Anschluss daran soll die HartzIVReform selbst im Mittelpunkt stehen. Es soll deutlich werden, welcher Ansetzpunkt durch die Reform gewählt wurde, um die zuvor erörterten Ursachen der Arbeitslosigkeit in Deutschland zu bekämpfen und durch wel che institutionellen Veränderungen versucht wurde, diesen in die Realität umzusetzen. Es sei jedoch angemerkt, dass im eingeschränkten Rahmen dieser Arbeit nicht alle In halte von Hartz IV behandelt werden können. Daher soll eine Fokussierung auf die Zu sammenlegung von Arbeitslosen und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II (ALG II) als Kern der Reform, besondere Eingliederungsleistungen in Form der EinEuroJobs sowie gesetzlich verankerte Anreize und Sanktionen erfolgen.
Im vorletzten Kapitel der Arbeit soll es nun um die Bewertung von Hartz IV gehen. Es liegt allerdings noch keine wissenschaftliche Gesamtevaluation der Reform vor, so dass hier auf Teilevaluationen einzelner Elemente der Reform und Simulationsrechnungen zurückgegriffen werden muss. Ein Schwerpunkt soll dabei auf der Frage liegen, wie gut es durch die zuvor beschriebenen Inhalte der Reform gelungen ist, speziell die Prob lemgruppen des deutschen Arbeitsmarktes wieder näher an eine sozialversicherungs pflichtige Beschäftigung heranzuführen. Anhand aktueller Daten vom deutschen Ar beitsmarkt soll außerdem versucht werden, die tatsächlichen Wirkungen der Reform zumindest in Ansätzen einzuschätzen.
Abschließend sollen der Grad der Zielerreichung der HartzIVReform abgeschätzt, die wesentlichen Kritikpunkte und Fehlentwicklungen in Folge der Reform rekapituliert und mögliche zukünftige Entwicklungen skizziert werden.
1
2. Arbeitslosigkeit in Deutschland
2.1. Definitionen zentraler Begriffe 2.1.1. Die Definition des Arbeitsmarktes
Der Arbeitsmarkt wird definiert als „der Markt, auf dem private Haushalte als Anbieter und private Unternehmen und öffentliche Haushalte als Nachfrager gemäß dem Produk tionsfaktor Arbeit zusammentreffen.“ (Kirchner et al. 2004: 98) Die Anbieter der Ar beitsleistung werden auch als Arbeitnehmer, die Nachfrager der Arbeitsleistung auch als Arbeitgeber bezeichnet. (Vgl. Apolte 2004: 1)
Der Arbeitsmarkt weißt in Abgrenzung zu anderen Faktormärkten einige besondere Eigenschaften auf. So ist die Arbeitsleistung nicht von der sie erbringenden Person und deren besonderer Qualifikation trennbar. Die meisten Menschen erzielen zudem den Großteil ihres Einkommens durch die Veräußerung ihrer Arbeitskraft, so dass ein Ver lust des Arbeitsplatzes in der Regel Einkommensverluste und persönliche Härten nach sich zieht. (Vgl. Apolte 2004: 1) Eine weitere Besonderheit des Arbeitsmarktes ist die Tatsache, „dass sich der Lohn als Preis des Faktors Arbeit nicht frei nach Angebot und Nachfrage bildet, sondern von Tarifvertragsparteien in Verhandlungen festgesetzt wird.“ (Kirchner et al. 2004: 98)
2.1.2. Die Definition der Arbeitslosigkeit
Befindet sich der Arbeitsmarkt im Ungleichgewicht, d.h. stimmen Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage nicht überein, liegt Arbeitslosigkeit vor. Dies bedeutet, dass einige der sowohl arbeitswilligen, als auch arbeitsfähigen Erwerbspersonen zumindest zeitweise über keine Beschäftigung verfügen und dass somit eine Unterauslastung des Produkti onsfaktors Arbeit vorliegt. (Vgl. Kirchner et al. 2004: 96) Letzteres ist der Grund dafür, dass Arbeitslosigkeit aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive unerwünscht ist: Human kapital liegt brach, könnte aber für eine Mehrproduktion von Gütern und Dienstleistun gen genutzt werden. Aus Sicht des Staates ist Arbeitslosigkeit zudem unerwünscht, da sie erhöhte fiskalische Kosten impliziert: So muss das System der sozialen Sicherung, getragen vom Staatshaushalt und den Sozialversicherungen, einerseits auf Einnahmen in Form von Steuern und Beiträgen der Arbeitslosen verzichten und andererseits höhere Ausgaben für Sozialleistungen in Form von Versicherungsleistungen und Sozialhilfe für die Arbeitslosen tätigen. (Vgl. Zerche et al. 2000: 98) Zu den oben erwähnten persön lichen Härten für den direkt von Arbeitslosigkeit Betroffenen zählen neben dem Ein kommensverlust auch hohe nichtmonetäre Kosten wie die Einschränkung des psycho
2
sozialen Wohlbefindens des Einzelnen durch den Verlust der Arbeit als soziales Kon taktfeld und als Bestätigung der eigenen gesellschaftlichen Kompetenz und Nützlich keit. (Vgl. Zerche et al. 2000: 95)
2.1.3. Die Definition der Arbeitsmarktpolitik
Die Arbeitsmarktpolitik (AMP) umfasst die „Gesamtheit aller Maßnahmen, die das An gebot und die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt beeinflussen sollen.“ (Kirchner et al. 2004: 127)
Sie kann in passive und aktive AMP differenziert werden. Die passive AMP beschränkt sich im Wesentlichen auf die Zahlung eines Transfereinkommens für die Dauer der Ar beitslosigkeit. Die aktive AMP greift dagegen auf Qualifizierungsmaßnahmen, Lohn subventionen in Form von Kombilöhnen für Unternehmen oder Arbeitnehmer im ersten Arbeitsmarkt sowie die Schaffung eines so genannten ‚zweiten Arbeitsmarktes’ durch geförderte öffentliche Beschäftigung zurück. Außerdem kann sie spezielle Maßnahmen zur Verbesserung des Matchingprozesses zwischen Arbeitslosen und offenen Stellen ergreifen. (Vgl. Fitzenberger 2008: 56)
2.2. Charakteristika der Arbeitslosigkeit in Deutschland
Betrachtet man die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Deutschland, so fällt schnell ins Auge, dass die Arbeitslosigkeit in Westdeutschland nach einem durch konjunkturelle Schwäche bedingten Anstieg anschließend in Phasen positiver konjunktureller Entwick lung nicht wieder vollständig auf ihr Ausgangsniveau gesunken ist, sondern dass ein immer höherer Sockel an Arbeitslosen verblieben ist. (Vgl. Sachverständigenrat 2005: 132) Die Arbeitslosigkeit hat sich verfestigt; sie ist persistent und weist zudem Phäno mene der so genannten Hysteresis auf, da eine permanente Erhöhung der Arbeitslosig keit vorliegt (Vgl. Franz 1996: 33).
Eine Folge dieser Verfestigung ist der hohe Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Ge samtheit der Arbeitslosen. Als langzeitarbeitslos gilt, wer seit mindestens einem Jahr arbeitslos ist. So ist der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen in West deutschland von 8,5% im Jahr 1973 auf 36,8% im Jahr 2004 gestiegen. Auch in Ost deutschland nahm der Anteil der Langzeitarbeitslosen zu: Dort stieg er von 27,9% im Jahr 1996 auf 39,0% im Jahr 2004. (Vgl. Sachverständigenrat 2005: 133) Abseits ihrer Verweildauer in Arbeitslosigkeit können die deutschen Arbeitslosen auch anhand ihrer Qualifikation unterschieden werden. So sind diejenigen west und ostdeut schen zivilen Erwerbspersonen, die über einen Hoch bzw. Fachhochschulabschluss 3
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Andreas Backhaus, 2008, Reformen am Arbeitsmarkt am Beispiel von Hartz IV, München, GRIN Verlag GmbH
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