1
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 2
1 Einleitung 3
2 Unternehmensbeschreibungen 4
3 Qualifizierung und Personalentwicklung (PE) 5
3.1 Teilgebiete der PE 6
3.2 Zieldefinierung 7
4 Auswertung der Fragebögen 8
5 Instrumente der PE 13
5.1 Potentialeinschätzung 13
5.2 Laufbahnplanung : 15
6 Betriebswirtschaftlicher Vergleich 16
6.1 Kostenaufstellung (Bildungscontrolling) 18
6.2 Kosten-Nutzen-Analyse 23
7 Umstrukturierung 25
7.1 Umstrukturierung des Entwicklungsmodells 26
7.2 Kostenaufstellung nach Umstellung auf ein
modifiziertes Entwicklungsmodells 28
8 Unterschiedliche Betrachtungssichtweisen 30
9 Führungserfolge 31
10 Resümee 32
11 Danksagung 35
12 Erklärung 35
13 Literaturverzeichnis 36
Anhang 38
2
Abbildungsverzeichnis
Abb. 2.1 Karriere-Organigramm
Abb. 5.1.1 Portfolio - Einstufung der Leistungsfähigkeit
Abb. 5.1.2 Potentialeinschätzung
Abb. 5.1.3 Potentialeinstufung von Nachwuchs-Führungskräfte
(NFK)
Abb. 6.1 Fluktuationsquote
Abb. 6.2.1 Ziele der Abteilung PER
Abb. 7.1.1 Modifiziertes Personalentwicklungsmodell
f ür Abiturienten
3
1 Einleitung
Keine andere Branche besitzt ein so schlechtes Image wie der Deutsche Einzelhandel -u.a. steht der Handel
charakteristisch für die „Servicewüste Deutschland“. Wenig Beratungspersonal, das ungeschult und unhöflich dem Kunden gegenüber auftritt, sind nur einige Vorwürfe, mit denen er sich auseinander setzen muss. Des weiteren plagen den Einzelhandel Nachwuchssorgen. Grund dafür sind immer wieder die Argumente der schlechten Bezahlung und die Arbeitszeiten, bedingt durch die Ladenöffnungszeiten. Gerade an diesem Pkt. stellt sich die Frage, wie man gegen diese Argumente kontrovers angehen bzw. die bestehenden Vorurteile abbauen und das schlechte Image gleichzeitig beseitigen kann? Eine geschickte Personalführung und -entwicklung könnte es
ermöglichen Probleme dieser Art zu lösen.
Qualität ist ein Wettbewerbsfaktor, der sich nicht nur auf den produzierenden Sektor beschränkt. U.a. ist es notwendig Kundenwünsche/-erwartungen festzustellen und diese im Zuge des QM auch in Einzelhandelsunternehmen umzusetzen. Daher stellt sich die Frage inwiefern man QM im
Dienstleistungsbereich anwenden und umsetzen kann? Welche Bestandteile des QM lassen sich auf die Personalführung undentwicklung übertragen, um gegen das schlechte Image und die bestehenden Vorurteile im Handel anzugehen?
QM ist ein Konzept mit dem Ziel der Qualitätsverbesserung bezogen auf kunden- und wettbewerbsorientierte Faktoren und schließt somit indirekt u.a. die Personalführung undentwicklung mit ein. Gerade heute ist dies wichtiger denn je, um sich langfristig am Markt zu etablieren. Mitarbeiter und deren Einbeziehung in den QM-Prozess sind bei der Hinführung zum QM einer der entscheidenden Faktoren. Daher ist deren Führung und Entwicklung entscheidend.
4
Fehlende Qualität ist mit an der momentanen wirtschaftlichen Schieflange vieler Unternehmen ein ausschlaggebender Faktor (Tugendkrise) 1 . Nach Christoph Mai, vom Fraunhofer-Institut Stuttgart, können „nur zufriedene Mitarbeiter Qualität produzieren, und diese macht einen perfekten Kundendienst aus.“ 2
Welche Aussichten kann der Handel, auf Grund der
konjunkturellen Situation, heute noch motivierten Leuten bieten?
Der Einzelhandel ist seit Jahren damit bemüht sein schlechtes Image abzulegen und den Umsatzrückgängen entgegenzuwirken. Der Handel ist daher gezwungen entsprechende Perspektiven anzubieten.
Anhand eines bestehenden Personalentwicklungsmodells des Unternehmens Peek & Cloppenburg KG, möchte ich dieses weiterentwickeln, um eine Alternative und eine interessante Karrieregestaltung von Abiturienten im Handel aufzuzeigen, um den oben genannten Defiziten entgegenzuwirken.
2 Unternehmensbeschreibungen
P&C ist eines der führenden Einzelhandelsunternehmen im Textilbereich, innerhalb Deutschlands. Ein expandierendes Unternehmen, das immer wieder neue Wege und Märkte erschließt.
1 U.a. Pünktlichkeit, Disziplin, Ordnung, etc. besitzen einen geringen Stellenwert in vielen Unternehmen
2 vgl. Gross, Peer. „Made in Germany“ in der Krise, Häufig liegt die Schuld beim Chef, Teil 2. Bildzeitung, Frankfurt, den 13. November 2002,
Seite 13
5
Das traditionelle Familienunternehmen ließ sich 1901 in Deutschland nieder und expandierte im Laufe der Zeit stark, um sich auf dem Markt entsprechend zu positionieren. Der Filialist besitzt momentan 86 Filialen in den Ländern Deutschland, Belgien, Niederlande, Österreich und Polen. „Als führendes Unternehmen im Bekleidungseinzelhandel
bietet Peek & Cloppenburg ein breit gefächertes Sortiment an Damen-, Herren- und Kinderbekleidung.
Das Angebot reicht von profilierten Eigenmarken bis zu exklusiven Designermarken und verbindet neueste Trends mit moderner Klassik.“ 3
Das in der Abb. 2.1 dargestellte Organigramm zeigt die aktuellen Karriere-/Entwicklungsmöglichkeiten von MA in
diesem Unternehmen auf. Wie bereits in der Einleitung beschrieben möchte ich dieses Organigramm modifizieren, um eine interessante Karrieregestaltung im Handel bzw. im Unternehmen Peek & Cloppenburg KG zu gewährleisten.
3 Qualifizierung und Personalentwicklung (PE)
Die Personalentwicklung soll zielorientiert Menschen Ziele suggerieren, die im Sinne des Unternehmen liegen. Sie sollen als betriebliches Anreizpotential dazu beitragen, dass Mitarbeiter aus eigenem Antrieb Leistungen erbringen, diese kontinuierlich erhalten und letztlich zu einer
Leistungssteigerung motivieren 4 .
Des weiteren hat die Personalführung u.a. Normen und Ziele dem Mitarbeiter zu setzen und diese entsprechend zu
3 vgl. http://www.peekundcloppenburg.de
4 u.a. durch Incentive-Maßnahmen (Maßnahmen zur Motivationssteigerung z.B. durch einen Betriebsausflug)
6
qualifizieren. Die Personalentwicklung zielt unter anderem darauf ab, den benötigten qualifizierten Personalbedarf von Unternehmen selbst zu decken. 5
Personalentwicklung wird als Prozess, der Einwirkungen auf die MA mit dem Ziel, Qualifikationen aufzubauen und weiterzuentwickeln, umschrieben. 6
3.1 Teilgebiete der PE
Im herkömmlichen Sinne versteht man unter dem Begriff „Personalentwicklung“ einen dynamischen, langfristigen, kontinuierlichen und kontrollierten Prozess, der zur
Förderung einzelner Mitarbeiter und deren Fähigkeiten, in Abstimmung mit ihren Vorstellungen und Wünschen steht.
PE verfolgt u.a. das Ziel der langfristigen Sicherung von Fach- und Führungskräften aus den eigenen Reihen, da man sich dadurch einen unternehmensspezifischen Wettbewerbsvorteil verspricht. Langjährige Mitarbeiter und deren Erfahrung sind unersetzlich. Jedoch müssen diese in Einklang mit dem QM-Konzept gebracht werden. An diesem Punkt treten i.d.R. Probleme auf, da diese Mitarbeiter an tradierten Werten und Konzepten gerne festhalten.
So muss der Vorgesetzte das QM-Konzept, welches i.d.R. in der Unternehmensphilosophie verankert ist, dem Mitarbeiter im Zuge seiner Personalführung durch kongruente Komponenten verdeutlichen und vorleben. 7
5 Benötigte qualifizierte MA sind nicht unbedingt auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Daher ist die Abteilung PE gezwungen, Führungskräfte zur Verfügung zu stellen, indem sie diese selbst aus den eigenen Reihen rekrutiert und fördert.
6 Drei Funktionen der PE: Vorsorgungs-, Motivations-und Abstimmungsfunktion
7 i.d.F. muss der Vorgesetzte seine Vorbildfunktion durch Verhalten und seine Aussagen, welche im Einklang mit der Unternehmensphilosophie stehen müssen, unterstreichen und festigen. Die Rollenfunktion des Vorgesetzten ist an dieser Stelle sehr wichtig. Des weiteren muss er Eigenschaften aufweisen, die der einzelne Mitarbeiter als angenehm und als positive
7
Die Einführung eines QM-Systems verlangt entsprechende Fördermaßnahmen, um den neuen Anforderungen entsprechen zu können.
Teilgebiete der PE sind: - Ausbildung 8 - Umschulung 9 - Fortbildung 10 - generelle MA-Förderung 11
3.2 Zieldefinierung
Unternehmensziele müssen genau definiert und eindeutig Prioritäten gesetzt werden. „Diese vorgegebenen Ziele führen dazu, dass die Mitarbeiter verstärkt in Unternehmensprozesse einbezogen werden. Entsprechend benötigen die Mitarbeiter arbeitsbezogene Informationen.“ 12 Dieser Informationsfluss führt dazu, dass erforderliche Informationen für
qualitätssicherndes arbeiten jedem MA zugänglich sind. Dies führt indirekt zu einer neuen Qualitätskultur.
Fünf Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel besitzen einen Hochschulabschluss. Diese entschlossen sich durch harte Arbeit, eine Karriere im Einzelhandel zu starten. Daher sollten ihnen entsprechende Karriereaussichten, bei sehr guter Leistung, in Aussicht gestellt werden, die dann konsequent umgesetzt werden.
Durch eine genau Zielvorgabe und entsprechende Entwicklungs/Qualifikationsmöglichkeiten fühlen sich die MA motiviert und engagieren sich überdurchschnittlich. Das zeigt u.a. eine
Empfindung wahrnimmt. Sein Bestreben wird im Laufe der Zeit sein, dieses Verhalten zu imitieren.
8 Erstausbildung
9 Zweitausbildung
10 steht im Zusammenhang mit der Erstausbildung bzw. baut auf dieser auf
11 MA-Förderung im Zuge von internen Schulungen, Seminaren, usw.
12 Hrsg. Hoyos/Frey: Arbeits- und Organisationspsychologie, Psychologie Verlags Union 1999, Seite 95
8
Aussage von Margret Asendorf: “Schon die Hauptschüler, die kommen, fragen: „Wie sind denn hier meine
Aufstiegschancen?““. 13 Der Einzelhandel bietet eine Menge von Karrierechancen, jedoch werden diese oft nicht den
entsprechenden MA angeboten und verdeutlicht bzw. MA nicht entsprechend qualifiziert und unterstützt.
Eine individuelle Zielvereinbarung führt zu einer verstärkten Selbststeuerung und der einzelne MA fühlt sich einbezogen. Ihm sollten daher, wie bereits oben beschrieben,
arbeitsbezogene sowie bereichsübergreifende Informationen mitgeteilt werden. Das hat zur Folge, dass eine
qualitätssichernde Arbeitsleistung erbracht werden kann und sich eine neue Unternehmenskultur nach und nach implementiert bzw. selbständig im Unternehmen bildet.
4 Auswertung der Fragebögen
Um eine Umstrukturierung des bestehenden Organigramms zu rechtfertigen, führte ich im Zuge dieser Projektarbeit eine Umfrage bei ehemaligen Handelsassistenten/-innen ( der Jahrgänge 1997, 1998 und 1999) sowie bei sich noch in der Fortbildung befindenden Handelsassistenten/-innen (Jahrgang 2000) der Firma Peek & Cloppenburg KG durch (siehe Anhang).
Die ausgewerteten Ergebnisse stelle ich Ihnen anhand einer grafischen Auswertung dar. Die repräsentativen Ergebnisse sowie die allg. Fluktuationsrate deuten daraufhin, dass eine Umstrukturierung erfolgen sollte bzw. muss (vgl. Abb. 6.1).
13 Maurer, Bettina: Karriere im Handel, in der Fachzeitschrift
„Textilwirtschaft“, Ausgabe 16.01.2003 (Nr. 3), S. 169
9
Gegebenenfalls besteht in Zukunft im Unternehmen ein Mangel an Führungskräften, der sehr kostenintensiv gedeckt werden müsste (Vgl. Gliederungspunkt 3 Qualifizierung und Personalentwicklung).
Die Abteilung PE führt im Zuge des QM keine langfristige Personalplanung und -entwicklung durch. Es werden lediglich kurzfristige personelle Engpässe abgedeckt die immer stärker aufbrechen.
Viele MA verlassen das Unternehmen, da im Bezug auf die Entwicklungsmöglichkeiten in dem Unternehmen Peek &
Cloppenburg KG, keine Alternativen aufgezeigt werden. Die vermittelten Karriereaussichten stehen in keinem Zusammenhang mit den tatsächlichen „Entfaltungsmöglichkeiten“.
In diesem Fall sollte man Qualität anstelle von Quantität aus-/fortbilden und jeden einzelnen MA die Möglichkeit zur Entfaltung seiner Fertig-/Fähigkeiten ermöglichen.
Arbeit zitieren:
Daniel Fritzkowski, 2003, Weiterentwicklung eines Personalentwicklungsmodells für Abiturienten im Einzelhandel, München, GRIN Verlag GmbH
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