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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Einführung in das Thema: Herkunft und Aufbau des Sonetts
2.2 Volksdichtung versus deutsche Sprachrenaissance: Ursachen und
Voraussetzungen der Literaturreform im 17. Jahrhundert
2.3 Ein poetischer Sonderweg: Darstellungsintention der Poetik von
Martin Opitz (1597-1639) am Beispiel des Sonetts
2.4 Synthese einer Analogie: Bezugnahme auf weitere Poetiken von
Philipp von Zesen (1609-1689) und August Buchner (1592-1661)
3. Nachbemerkung
4. Literaturverzeichnis
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1. Hinführung
Ziel dieser Ausarbeitung ist es, die Literaturreform des 17. Jahrhunderts am Beispiel des Sonetts zu beschreiben. Die Poetik von Martin Opitz steht dabei im Mittelpunkt. Anhand von Sonetten der "Teutschen Poemata" (1624) beziehungsweise der "Geistlichen Poemata" (1638) und der "Weltlichen Poemata" (1644) können dessen Theorien beispielhaft nachvollzogen werden.
2. Hauptteil
2.1 Einführung in das Thema: Herkunft und Aufbau des Sonetts
Erste Erwähnung findet das Sonett Anfang des 13. Jahrhunderts in Italien. Zunächst bedeutet sonet einfach „Lied“. Bereits im 16. Jahrhundert ist das Sonett zur bevorzugten Gedichtform der europäischen Renaissance in Italien, Frankreich, Spanien, England und den Niederlanden geworden. Die Entwicklung in Deutschland indessen kann mit der seiner Nachbarländer zunächst nicht verglichen werden. Erstmals im 16. Jahrhundert lassen sich deutsche Nachbildungen des italienischen und französischen Sonetts nachweisen. Meist sind deutsche Sonette nur im Zusammenhang mit Übersetzungen aus dem Italienischen, Französischen oder Niederländischen bekannt. Doch bleiben diese Mitte des 16. Jahrhunderts entstandenen Sonette noch ohne größere Wirkung. Die Literaturreform im 17. Jahrhundert bringt eine Wende und die Sonettdichtung in Deutschland zu ihrem Höhepunkt. Hier ist an erster Stelle Martin Opitz zu nennen, der dem Vorbild der Nachbarländer folgt.
Das Sonett besteht aus vierzehn Zeilen und ist strophisch gegliedert. Die Grundform setzt sich aus zwei Quartetten, der Oktave, und zwei darauf folgenden Terzetten, dem Sextett zusammen. Die Reimanordnung in den Quartetten ist entweder alternierend: abab abab oder umarmend: abba abba. In den Terzetten verhält es sich ähnlich: Grundformen sind cde cde; cdc dcd beziehungsweise cde dce. Im 16. und 17. Jahrhundert setzt sich auch der sechshebige Alexandriner als Standardvers der Sonettform durch.
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Von Anfang an verleitet die an sich strenge Form des Sonetts zu Experimenten. Eine der bekanntesten Sonderarten ist das Schweifsonett. Hier wird die Grundform durch einen angehängten „Schweif“ erweitert.
Die Barockpoetiker nutzen für sich die antithetische Gestaltung von Oktave und Sextett. Es entstehen „Vorsatz“ und „Nachsatz“, welche in einem pointierten Schluß, zur Wiedergabe des Inhalts, münden. Zwar bleibt der Alexandriner vorherrschender Sonettvers, doch tritt schon bald eine Lockerung der opitzianischen Regeln ein. Vor allem die Poetik Philipp von Zesens gestattet alle denkbaren metrischen Freiheiten.
Wie kein anderer macht sich Paul Fleming die Motiv- und Ausdruckswelt des Petrarkismus zu eigen. Er habe Opitz an Dichtkunst sogar noch übertroffen. Über sich selbst sagt Fleming: „Kein Landsmann sang mir gleich“, aber auch nachfolgende Poetiker bestätigen diese hohe Selbsteinschätzung. 1 Fleming erweitert die von Martin Opitz vorgegebenen Formalia in seinem Sinne. Bedenkenlos mischt er Alexandriner mit gewöhnlichen Versen, die in Opitz` Augen als nicht schicklich galten.
Georg Rudolf Weckherlin ebnet der Sonettform auch im politischen Sinne den Weg, um damit dem protestantischen Anliegen Unterstützung zu geben. Besonders aber Andreas Gryphius nutzte die neuen Möglichkeiten in Form ausdrucksstarker Sonette. Die Darstellung von Krisenerfahrung und Gefährdung des Menschen bilden einen Höhepunkt der deutschen Gattungsgeschichte. So verwenden fast alle protestantischen Poeten des 17. Jahrhunderts die Sonettform. Auch werden Sonette in Schäfereien und Romane eingebunden.
2.2 Volksdichtung versus deutsche Sprachrenaissance: Ursachen und
Voraussetzungen der Literaturreform im 17. Jahrhundert
Die barocke Lyrik ist fest in die Gesellschaft ihrer Zeit eingebunden. 2 Erst im 17. Jahrhundert entwickelte sich ein Bewußtsein der Menschen für das
1 Hans-Jürgen Schlütter: Sonett. Mit Beiträgen von Raimund Borgmeier und Heinz Willi Wittschier, Stuttgart 1979, S. 83.
2 Urs Herzog: Deutsche Barocklyrik. Eine Einführung, München 1979, S. 16.
Arbeit zitieren:
M.A. Mia Gerhardt, 2001, Die Literaturreform des 17. Jahrhunderts , München, GRIN Verlag GmbH
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