Inhaltsverzeichnis
1. Die Werke und ihre Rezeption. 1
1.1 Das Werk Como agua para chocolate. 1
1.2 Die Rezeption von Como agua para chocolate. 3
1.3 Das Werk La casa de Bernarda Alba. 6
2. Vergleich der Werke Como agua para chocolate und La casa de Bernarda Alba. 8
2.1 Die Charaktere. 8
2.2 Die Sprache, religiöse Aspekte und weitere Parallelen. 12
Schlussbetrachtung. 15
Bibliographie 16
Vorwort
Mit Como agua para chocolate veröffentlichte die mexikanische Autorin Laura Esquivel
Das Theaterstück La casa de Bernarda Alba von Federico García Lorca wurde 1936
Ein spanisches Drama aus den 30er-Jahren mit einem mexikanischen Roman zu
Das Buch Como agua para chocolate wurde bisher in der Literaturwissenschaft wenig
1. Die Werke und ihre Rezeption
1.1 Das Werk Como agua para chocolate
Der Roman Como agua para chocolate 1 spielt im Norden Mexikos und erzählt die Geschichte der Protagonistin Tita, die als jüngste von drei Schwestern geboren wird. Ihre Mutter, kurz nach Titas Geburt verwitwet, herrscht mit strenger Hand nicht nur über die Ranch, sondern auch über ihre Töchter. Titas Zukunft wird daraus bestehen, unverheiratet ihrer Mamá Elena bis an deren Lebensende zu dienen und sich um sie zu kümmern, wie dies die Familientradition der jüngsten Tochter vorschreibt. Tita ist jedoch in Pedro verliebt, der bei ihrer Mutter um Titas Hand bittet. Anstatt jedoch Tita mit ihm zu verheiraten, bietet diese ihm ihre älteste Tochter Rosaura an, die Pedro heiratet, ohne allerdings aufzuhören, Tita zu lieben, der er nun durch die Hochzeit näher sein kann. Titas einziger Zufluchtsort vor der Tyrannei ihrer Mutter ist die Küche, in welcher sie ihre Kochkünste unter Beweis stellt: Ihre Gefühle werden auf magische Weise auf die Speisen übertragen, was dazu führt, dass im Laufe der Zeit u.a. ihr sexuelles Verlangen nach Pedro oder auch ihre Trauer über die Hochzeit ihrer Schwester in das Essen übergehen. Die dritte Schwester, Gertrudis, flieht vor der tyrannischen Mutter und beteiligt sich an der mexikanischen Revolution, zu deren Zeit die Erzählung spielt. Nach einem psychischen Zusammenbruch und ihrer Heilung beginnt Tita eine Affäre mit Pedro, gleichzeitig wird sie von dem US-amerikanischen Arzt John Brown umworben, der um ihre Hand bittet. Schlussendlich wird dieser aber mit einer anderen Frau den Sohn Alex haben, der am Ende des Romans die Tochter von Pedro und Rosaura heiraten wird. Das Buch umfasst die 39 Lebensjahre Titas und endet damit, dass Pedro, während die beiden miteinander schlafen, stirbt und Tita sich daraufhin selbst tötet, um dem Geliebten zu folgen.
Como agua trägt den Untertitel Novela de entregas mensuales, con recetas, amores y remedios caseros, welcher bereits auf den Aufbau der Erzählung hinweist. Jedes der 12 Kapitel repräsentiert einen Monat, wobei die Reihenfolge der Monate zwar stimmt, die Erzählung sich aber über 39 Jahre hinzieht und somit nicht 12 Monate eines einzigen Jahres erzählt werden. Jedes Kapitel beginnt mit der Zutatenliste eines Rezepts, welches im Laufe des Kapitels beschrieben und auch in der Erzählung des Kapitels gekocht wird. De Valdés 2
1 Im folgenden wird das Werk meistens mit Como agua abgekürzt.
2 de Valdés, Maria Elena, 1995. Während sich andere Kritiker wie Lieber (1998, z.B. S. 154), darauf beschränken, die einzelnen Elemente wie Kochbuch oder Fortsetzungsroman herauszuarbeiten, erkennen de
1
weist darauf hin, dass Como agua im Stile der Calendarios para las señoritas mexicanas geschrieben ist. Diese in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Mexiko entstandenen Kalender enthielten neben Rezepten auch Tipps für den Haushalt, Dekorationstipps, Heilmittel, Gedichte und Fortsetzungsgeschichten. Für de Valdés stellen sie „the Mexican version of women's fiction“ 3 dar. Die in den monatlich erscheinenden Vorgängern moderner Frauenmagazine publizierten Fortsetzungsromane wurden von den Literaten der Zeit nicht als hohe Literatur angesehen, da sie ihrer Meinung nach zu einfach gestrickte Handlungen und Charaktere präsentierten, was ihrer Popularität unter den fast ausschließlich weiblichen Lesern aber keinen Abbruch tat. Ebenso weist de Valdés auf die Tradition der Kochbücher in Mexiko hin, die von den Müttern an die Töchter weitergegeben wurden und nicht nur Rezepte enthielten, sondern auch Geschichten zu den einzelnen Rezepten erzählten. In diesem Stile ist auch der vorliegende Roman geschrieben: Nach der Liste der Zutaten beginnt die Beschreibung der Zubereitung, doch die Erzählerin schweift schnell ab und erzählt von Tita, um dann an späterer Stelle im Kapitel wieder zum Kochvorgang zurückzukehren.
Während Tita die Protagonistin von Como agua ist, wird ihre Geschichte von ihrer Großenkelin (der Enkelin von Pedro und Rosaura) erzählt, die in dem Kochbuch Titas liest. Die narrative Struktur des Werkes 4 ist sehr interessant, da sie aus verschiedenen Ebenen besteht: Insgesamt lassen sich drei Diegesen feststellen, wobei es an manchen Stellen des Werkes schwierig ist, sie auseinanderzuhalten. Auf der intradiegetischen Ebene wird die Geschichte der Großenkelin erzählt, die die Geschichte erzählt. Auf der metadiegetischen Ebene erfährt der Leser mehr über Tita, ihre Geburt und ihren Tod. In diese Diegese wurde das Kochbuch Titas eingebaut, welches auf einer metametadiegetischen Ebene Informationen zu den Rezepten gibt 5 . Es handelt sich um eine interne Fokalisierung, wobei die Erzählerin an manchen Stellen diese auf Tita fokalisierte Sicht verlässt und weitere Informationen gibt (z.B. wenn es um ihren Tod geht). Titas Innenleben wird wiedergegeben, so dass der Leser dazu geneigt ist, mit ihr mitzufühlen.
Valdés und auch Escaja (2000, S. 572) die Parallelen zu den calendarios des 19. Jahrhunderts.
3 Ibid.
4 Genettes Ansatz zur Analyse der narrativen Struktur ist in diesem Falle durchaus hilfreich, da die verschiedenen Erzählebenen deutlich werden.
5 Normalerweise wird eine solch verstrickte Struktur aufgebaut, um Distanz zwischen Erzähler und Erzähltem aufzubauen; in diesem Falle jedoch dürfte das Interesse eher darin liegen, dass Esquivel bereits beim Schreiben des Buches an eine Verfilmung gedacht haben dürfte und sich eine solche Struktur für einen Film anbietet: Die intradiegetische Ebene eignet sich sehr gut für eine filmische Rahmenhandlung.
2
Arbeit zitieren:
Sebastian Frese, 2008, „Tú no opinas nada y se acabó” - Parallelen zwischen Esquivels "Como agua para chocolate" und Lorcas "La casa de Bernarda Alba" , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Postmoderne Merkmale in Julio Cortazars "Rayuela"
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Gesellschaftskritische Tendenzen im dramatischen Werk García Lorcas am...
Literaturwissenschaft - Moderne Literatur
Magisterarbeit, 125 Seiten
Venezuela - Eine dekonsolidierte Demokratie? Eine Analyse der Entwickl...
Politik - Internationale Politik - Region: Mittel- und Südamerika
Hausarbeit (Hauptseminar), 30 Seiten
La representación de la mujer en "La Regenta" de Leopoldo Al...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit, 23 Seiten
Das Menschenbild in Federico García Lorcas Bauerntrilogie Sozialkritik...
Seminararbeit, 17 Seiten
Las mujeres en "La casa de los espíritus" de Isabel Allende
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Die Semantisierung des Andalusischen in den „dramas rurales“ von Garcí...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Magisterarbeit, 101 Seiten
Contar para vivir - Manuel Puigs Literatur zwischen Kino, Kitsch und C...
Romanistik - Lateinamerikanische Sprachen, Literatur, Landeskunde
Bachelorarbeit, 46 Seiten
El drama de honor - Das Ehrendrama im Siglo de Oro
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit, 15 Seiten
Vergangenheitstempora Deutsch-Italienisch
Ein wissenschaftlicher Verglei...
Romanistik - Italienische u. Sardische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit, 17 Seiten
Venezuela unter Chávez - Immer noch eine Demokratie?
Politik - Internationale Politik - Region: Mittel- und Südamerika
Hausarbeit, 21 Seiten
Sprachgesetzgebung Kataloniens in Geschichte und Gegenwart
Romanistik - Katalanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit, 22 Seiten
Der Bevölkerungsrückgang als Herausforderung für schrumpfende Städte i...
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Hausarbeit, 18 Seiten
Stadtschrumpfung - Problem oder Chance? Lokale und regionale Identität...
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Romanistik - Lateinamerikanische Sprachen, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 17 Seiten
Laura Esquivel y su novela Como agua para Chocolate
Romanistik - Lateinamerikanische Sprachen, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 21 Seiten
Sebastian Frese hat den Text „Tú no opinas nada y se acabó” - Parallelen zwischen Esquivels "Como agua para chocolate" und Lorcas "La casa de Bernarda Alba" veröffentlicht
Sebastian Frese hat einen neuen Text hochgeladen
Drama de mujeres en los pueblo...
Federico Garcia Lorca, Michael Völpel
0 Kommentare