Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS 2
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 3
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 3
1 EINLEITUNG 4
1.1 Aufbau 4
2 BEGRIFFSKLÄRUNGEN 5
2.1 Ritual bzw. Ritus 5
2.2 Eingrenzung des Begriffs „westliche Kultur“ 7
2.2.1 Kultur 7
2.2.2 Westliche Welt bzw. westliche Kultur 8
3 DIE RELEVANZ VON RITUALEN IN WESTLICHEN GESELLSCHAFTEN 9
3.1 Rituale in komplexen Gesellschaften 9
3.1.1 Die Relevanz von medizinischen Ritualen in der westlichen Welt 12
3.1.1.1 Probleme der Integration schamanischer Heilkultur in westliche
Therapieformen 14
4 SCHLUSSBETRACHTUNG 17
5 LITERATURVERZEICHNIS 19
Bücher 19
Internet 19
2
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 : Schamane _____________________________________ 14
Abkürzungsverzeichnis
3
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Relevanz von Ritualen in westlichen Kulturkreisen, am Beispiel der Bedeutung von Heilungsritualen in eben diesen Kulturen.
„Die Sehnsucht nach festen Riten ist ein Grundbedürfnis aller Menschen in allen Kulturen. Rituale begleiteten schon unsere Urahnen durch den Tag und durch das Jahr. Daran hat sich zum Glück nichts geändert. Und so bringen uns Rituale auch heute noch in Verbindung mit unseren familiären und kulturellen Wurzeln.“ 1
Ob Rituale in der westlichen Welt wirklich noch so präsent sind und ob sie weiterhin innerhalb moderner Gesellschaften zu deren Erhalt dienen, wird im Rahmen dieser Arbeit herausgestellt.
1.1 Aufbau
Die Arbeit ist in vier Kapitel strukturiert. Das folgende Kapitel befasst sich mit den Begriffserklärungen und Definitionen, sowie der historischen und regionalen Eingrenzung des Themas. Das dritte Kapitel beinhaltet die Abgrenzung von westlichen zu nicht-westlichen Ritualen. Es geht im Wesentlichen um die Relevanz von Heilungsritualen in westlichen Gesellschaften und zeigt an dem Beispiel der Integration von schamanischen Heilungsritualen, ob die Übernahme fremder Rituale in die westliche Gesellschaft eine Möglichkeit darstellt, um den Mangel an Riten in der westlichen Medizin zu beheben. Im letzten Kapitel wird ein abschließendes Fazit gegeben.
1 NUßBAUM, Margret: Die schönsten Familien-Rituale - 11 Rituale durchs ganze Jahr, Christopherus im Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 2005, S. 8.
4
2 Begriffsklärungen
Um einen sinnvollen Einblick in das Thema zu geben, werden zunächst einige
Grundbegriffe, die für das Verständnis notwendig sind, erklärt.
2.1 Ritual bzw. Ritus
Es existieren in der Fachliteratur unzählige verschiedene Definitionsansätze zum Thema „Ritual“ bzw. „Ritus“. So wurden folgende grundsätzliche Definitionsrichtungen des Ritusbegriffs entwickelt.
Der Ritus als:
N formales und vorgeschriebenes Verhalten nicht technologischer Art.
N expressives und symbolisches Verhalten.
N ein kommunikativer Aspekt des Verhaltens, als eine Dimension des sozialen Lebens, sowie jegliche Aktivität, die den Status einer Person ausdrückt. Diese Definition hat allerdings nur eine marginale Bedeutung.
N expressives und obligatorisches Phänomen, das nicht nur sozial ist, sondern auch eine spirituelle Erfahrung eigener Art. 2
Im Folgenden wird auf einige der o. g. Ansätze näher eingegangen.
Ketzer beispielsweise versteht ein Ritual als symbolisch, standardisiertes Handeln, das sich durch die folgenden drei Eigenschaften auszeichnet:
1. Symbole vereinen eine Vielzahl von Bedeutungen in sich, die sich jedoch nicht widersprechen. Somit sind sie nicht präzise fassbar, eine eindeutige Auslegung wird unmöglich.
2. Symbole sind mehrstimmig (multivocal 3 ), d.h. unterschiedliche Beobachter können jeweils etwas Unterschiedliches unter der gleichen Situation verstehen. Die Folge davon ist, dass nicht immer ein Konsens benötigt wird, um Menschen zusammenzuführen.
2 Vgl. HALLER, Dieter: dtv-Atlas Ethnologie, Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co. KG, München, 2005, S.
249.
3 Vgl. HELMAN, Cecil: Culture, Health and Illness, 2001, S. 157.
5
3. Rituale verdichten Bedeutungen, d.h. sie stehen nicht nur zugleich für mehrere Dinge oder Eigenschaften, sondern die Bedeutungspluralitäten interagieren auch im Kopf des jeweiligen Betrachters und werden somit wirkungsmächtig. 4
Nach dem Ausgangspunkt ethnologischer Ritualtheorien, dem Werk „Les rites de passage“ von Arnold van Gennep aus dem Jahr 1909, werden Rituale meist in ein so genanntes Drei-Phasen-Modell eingegliedert. 5
„Auf der Basis umfangreicher Literaturstudien kommt van Gennep zu dem Ergebnis, dass Übergänge (passages) in allen menschlichen Gesellschaften ein wichtiges Problem bilden.“ 6
Der so genannte Übergang kann einerseits räumlich verstanden werden. Dann bedeutet er beispielsweise den Übergang von einem Ort zu einem anderen oder von einem sakral definierten Bereich in einen profanen. Andererseits versteht van Gennep auch soziale Wechsel als Übergang, d.h. wenn Menschen von einem gesellschaftlich definierten Status in einen anderen übergehen und sich dadurch ihre soziale Position verändert. Als Beispiel hierfür nennt er den Übergang eines Jugendlichen hin zu einem Erwachsenen oder aber auch den Prozess, wenn ein Laie zu einem Priester oder einem Schamanen 7 wird. Auf den angesprochenen Schamanismus wird im dritten Kapitel noch näher eingegangen.
In solchen Situationen wird die normalerweise feststehende gesellschaftliche Ordnung verändert - um einer Ausnahmesituation vorzubeugen, werden solche Übergänge in fast jeder Gesellschaft durch Rituale begleitet. Deren Funktion ist es, die kurzzeitig durchbrochenen Grenzen wieder herzustellen und neue Struktur zu festigen. Nach van Gennep können diese Übergangsriten weltweit in drei Stadien bzw. Phasen unterteilt werden.
1. Separation: In der ersten Phase erfolgt die Trennung vom bisherigen Status.
2. Transition: Die zweite Phase beschreibt eine so genannte Schwellen- oder Umwandlungsphase, in sich der die betroffene Person in einem Schwebezu-stand zwischen altem und neuen Status befindet.
4 Vgl. FISCHER, Hans/ BEER, Bettina (Hrsg.): Ethnologie - Einführung und Überblick (Neufassung), Dietrich Reimer Verlag, Berlin, 2003, S. 168f.
5 Vgl. HELMAN, Cecil: Culture, Health and Illness, 2001, S. 160 ff.
6 FISCHER, Hans/ BEER, Bettina (Hrsg.): Ethnologie - Einführung und Überblick (Neufassung), Dietrich Reimer Verlag, Berlin, 2003, S. 215.
7 Vgl. HALLER, Dieter: dtv-Atlas Ethnologie, Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co. KG, München, 2005, S.
236f.
6
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Britta Schiwy, 2007, Die Relevanz von Ritualen in westlichen Kulturen am Beispiel von Heilungsritualen , Munich, GRIN Publishing GmbH
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